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Die Erfindung betrifft eine flexible Umhüllung für Eisberge aus
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einer wasserdichten Hüllfolie mit aufblasbaren Schwimmschläuchen.
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Bevorzugt in solchen Ländern der Erde, in denen Wassermangel herrscht,
sind Überlegungen darüber angestellt worden, Eisberge aus der Arktis bzw. Antarktis
für die Trink- und Brauchwasserversorgung zu verwerten. So existieren bereits Studien
darüber, ob es möglich ist, Eisberge zur Süßwasserversorgung von Wüstenländern anzuschleppen.
Dabei hat sich herausgestellt, daß selbst bei Einsatz mehrerer und stärkster Schlepper
so viel Schlepptage erforderlich sind, daß die Eisberge vor Erreichen der Zielländer
vollständig abgeschmolzen sind. Insoweit scheitert der Transport der Eisberge nicht
nur an ihrer Größe, sondern insbesondere wegen ihres Abschmelzens in wärmer werdenden
Klimazonen. Der Vorschlag, die Eisberge mit Folie o. dgl. zu überdecken, um den
Abschmelzprozeß gering zu halten, ist unbefriedigend, weil das abgeschmolzene Süßwasser
verlorengeht. Das gilt auch dann, wenn es sich bei der überdeckung um einen unten
offenen Kunststoffsack handelt, der unter Einsatz von Hubschraubern über den jeweiligen
Eisberg abgesenkt und nach Erreichen einer vorgegebenen Eintauchtiefe unterhalb
des Eisberges zusammengezogen werden soll. Der Kunststoffsack weist einerseits vertikale
aufblasbare Stabilisierungsrippen, andererseits an seiner Oberseite einen ringförmigen
aufblasbaren Schwimmschlauch und an seiner Unterseite rundum Beschwerungsgewichte
und eine Zugleine zum Zusammenziehen auf. Abgesehen davon, daß das Absenkmanöver
unter Einsatz von Hubschraubern schon bei geringstem Windaufkommen äußerst problematisch
ist, kann auch in diesem Fall keine bodenseitig wasserdichte Abpackung verwirklicht
werden, so daß das abschmelzende Süßwasser ebenfalls verlorengeht (vgl. US-PS 32
89 415). - Hier setzt die Erfindung ein.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine flexible Hülluna der
eingangs beschriebenen Art anzugeben, welche unschwer eine wasserdichte Abpackung
von Eisbergen ermöglicht und sowohl als Transportmittel als auch als Mittel zur
Süßwasserlagerung geeignet ist.
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Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Umhüllung
dadurch, daß die Hüllfolie als tauchfähige Folienbahn mit einem höheren spezifischen
Gewicht als Meer- bzw. Salzwasser und einer zum trogartigen Untergreifen des jeweiligen
Eisberges ausreichenden Bahnlänge und -breite ausgebildet ist, sowie an ihren Längs-
und Breitseiten die aufblasbaren Schwimmschläuche aufweist, daß zumindest einer
der Schwimmschläuche in getrennt voneinander aufblasbare Luftkammern unterteilt
ist, und daß an einem Schwimmschlauch eine über den jeweiligen Eisberg ziehbare
Deckelfolie wasserdicht befestigt und an die anderen Schwimmschläuche wasserdicht
anschließbar ist. - Diese Maßnahmen der Erfindung haben zunächst einmal zur Folge,
daß die Hüllfolie mit Hilfe der aufgeblasenen Schwimmschläuche als gleichsam Transportmittel
für die Hüllfolie unschwer zu dem jeweils zu verpackenden Eisberg geschleppt werden
kann. Dort besteht dann die Möglichkeit, die Schwimmschläuche bis auf einen Schwimmschlauch,
vorzugsweise an der Längsseite der Folienbahn, zu entlüften und folglich die Folienbahn
absinken zu lassen. Unter Ausnutzung der Unterwasserströmung und gegebenenfalls
mit Hilfe von Fangleinen wird dann die gleichsam wie ein Vorhang in das Wasser eingetauchte
und herabgelassene Folienbahn unterhalb des Eisberges bis auf seine andere Seite
abgetrieben bzw. geschleppt.
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Dann kann zunächst der Schwimmschlauch auf der angetriebenen Längsseite
wieder aufgeblasen werden und taucht schließlich auf,
so daß der
Eisberg U-förmig unterfangen ist. Anschließend werden die sich an den Breitseiten
der Folienbahn befindlichen Schwimmschläuche aufgeblasen und tauchen ebenfalls auf,
so daß der Eisberg sich in einer trogartigen Folienhülle mit umlaufenden Schwimmschläuchen
befindet. Anschließend läßt sich die an dem einem Schwimmschlauch befestigte Deckelfolie
über den Eisberg ziehen und an die übrigen Schwimmschläuche wasserdicht anschließen,
so daß der Eisberg endlich von einer vollständigen flexiblen wasserdichten Umhüllung
umgeben ist. Diese flexible Umhüllung kann als Transportmittel und gleichsam Lagertank
Verwendung finden, jedenfalls ist das teilweise oder vollständige Abschmelzen des
umhüllten Eisberges nicht länger problematisch, weil sich gleichsam ein Wassersack
bildet, der aufgrund der geringeren spezifischen Dichte von Süßwasser im Vergleich
zu Salzwasser oben schwimmt und unter Ausnutzung der Polardrift, der Winddrift und
der Meeresströmungen soweit wie möglich in Richtung Äquator treiben kann, um dann
bei Erreichen eines bestimmten Breitengrades in Schlepp genommen und zu seinem Zielland
transportiert zu werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, nach dem teilweisen
oder vollständigen Abschmelzen unmittelbar aus dem gebildeten Wassersack Süßwasser
in Schiffe abzupumpen oder in spezielle Transportsäcke auf See umzupumpen.
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Jedenfalls bildet die erfindungsgemäße Umhüllung nach dem teilweisen
oder vollständigen Abschmelzen des Eisberges ein echtes Süßwasserreservoir.
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Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind im folgenden auf geführt.
So sind vorzugsweise die Hüllfolie, Deckelfolie und Schwimmschläuche aus einer Gewebeeinlage
und/oder korrosionsbeständigen Stahlketteneinlagen mit beidseitiger Beschichtung
aus
verrottungsfester Kunststoffolie aufgebaut, so daß eine verhältnismäßig
stabile und verschleißfeste Umhüllung entsteht, die selbstverständlich auch Osmose
ausschließt. Die Hüllfolie, Dekkelfolie und Schwimmschläuche können eine schwarze
Innenseite und eine weiße Außenseite aufweisen. Denn dadurch wird ein Abstrahleffekt
erreicht, der Algenbildung weitgehend unterbindet.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
daß die Schwimmschläuche an den Längsseiten der Hüllfolie als parallele Rohrschläuche
ausgebildet sind und die Hüllfolie zwischen den Rohrschläuchen in ziehharmonikaartiger
Faltung zusammenlegbar oder auf den Rohrschläuchen aufwickelbar ist, so daß die
gesamte Hüllfolie gleichsam als Katamaran zu dem zu umhüllenden Eisberg geschleppt
werden kann. Die Deckelfolie ist zweckmäßigerweise an einem der beiden Rohrschläuche
wasserdicht befestigt, während sie an ihrer anderen Längsseite einen aufblasbaren
Ballonschlauch aufweist. Ballonschlauch meint, daß dieser Schlauch zum Zwecke der
Gewichtsreduzierung mit einem Treibgas gefüllt werden kann, damit die Deckelfolie
gleichsam mit Auftrieb, jedenfalls verhältnismäßig leicht über den Eisberg gezogen
werden kann. Auch die Deckelfolie kann auf den Ballonschlauch aufwickelbar oder
in ziehharmonikaartiger Faltung zwischen dem benachbarten Rohrschlauch und dem Ballonschlauch
zusammenlegbar sein. Dadurch wird im ganzen eine kompakte Transporteinheit für den
Weg zu dem jeweiligen Eisberg verwirklicht. Außerdem können an der Ballonschlauchseite
eine oder mehrere Schieß leinen an der Deckelfolie befestigt sein, die also über
den Eisberg geschossen und auf der anderen Seite von einem Schlepper aufgenommen
werden, der dann die Deckelfolie über den Eisberg zieht. Um eine einwandfreie wasserdichte
Befestigung der Deckelfolie an den übrigen Schwimmschläuchen zu erreichen, weisen
die
Schwimmschläuche und der Ballonschlauch eine durchlaufende Schweißbandfahne auf,
so daß die Deckelfolie mit gleichsam überlappung verschweißt werden kann. - Vorzugsweise
weisen die Schwimmschläuche Entlüftungs- bzw. überdruckventile mit zum Innenraum
der Umhüllung gerichteten Entlüftungsöffnungen auf.
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Dadurch läßt sich der Tiefgang der Umhüllung bzw. des entstehenden
Wassersackes wählen und über dem Schmelzwasser gleichsam ein Luftkissen aufbauen,
welches zum Abfedern des Wellenganges dient und eine Verwindung des Schlauchsackes
ausschließt. Je geringer der Tiefgang gewählt wird, desto stärker reduziert sich
die Schleppkraft infolge der Querschnittsabflachung des entstehenden Wassersackes.
Endlich sieht die Erfindung vor, daß der dem Schwimmschlauch mit der daran befestigten
Deckelfolie gegenüberliegende Schwimmschlauch in zumindest drei getrennt voneinander
aufblasbare Luftkammern unterteilt ist. Diese Unterteilung empfiehlt sich, damit
ein einwandfreies Auftauchen ohne Schrägstellung der Folienbahn nach dem Unter schwimmen
des jeweiligen Eisberges gewährleistet ist. Das ist dann der Fall, wenn lediglich
die mittlere Luftkammer aufgeblasen wird. Denn dann ist ein wohldefiniertes Aufschwimmen
des hetreffenden Schwimmschlauches und der daran befestigten Folienbahn gewährleistet.
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Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin
zu sehen, daß eine flexible Umhüllung für Eisberge verwirklicht wird, die in einfacher
Weise ein vollständiges und wasserdichtes Umhüllen des jeweiligen Eisberges ermöglicht,
so daß jeder Süßwasserverlust durch das Abschmelzen des umhüllten Eisberges unterbunden
wird. Darüber hinaus funktioniert die erfindungsgemäße Umhüllung zugleich als Transportmittel,
weil sich im Zuge des Abschmelzens des Eisberges ein transportabler
Wassersack
mit verhältnismäßig geringem Tiefgang bildet. Ferner kann dieser Wassersack zugleich
als Süßwasserreservoir bzw.
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Lagertank Verwendung finden.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen: Fig. 1 schematisch einen zu
umhüllenden Eisberg mit einer antransportierten Hüllfolie, Fig. 2 das Unterschwimmen
des Eisberges von der Folienbahn, Fig. 3 das überziehen des Eisberges mit der Deckelfolie,
Fig. 4 die fertiggestellte Umhüllung mit Rundumverschweißung und Fig. 5 ein durch
Abschmelzen des umhüllten Eisberges entstandener Wassersack im Schlepp.
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In den Figuren ist eine flexible Umhüllung für Eisberge 1 aus einer
wasserdichten Hüllfolie 2 mit aufblasbaren Schwimmschläuchen 3 dargestellt. Die
Hüllfolie 2 ist als tauchfähige Folienbahn mit einem höheren spezifischen Gewicht
als Meer- bzw. Salzwasser und einer zum trogartigen Untergreifen des jeweiligen
Eisberges 1 ausreichenden Bahnlänge und -breite ausgebildet. An ihren Längs- und
Breitseiten weist die Hüllfolie 2 bzw. Folienbahn die aufblasbaren Schwimmschläuche
3 auf. Zumindest einer der Schwimmschläuche 3a ist in getrennt voneinander aufblasbare
Luftkammern 4 unterteilt, nämlich jener Schwimmschlauch 3a, der
zum
Unterschwimmen des Eisberges 1 und Wiederauf schwimmen auf der anderen Eisbergseite
bestimmt ist. An einem Schwimmschlauch 3b ist eine über den jeweiligen Eisberg 1
ziehbare Deckelfolie 5 wasserdicht befestigt, die an die anderen Schwimmschläuche
3 wasserdicht anschließbar bzw. damit verschweißbar ist. Die Hüllfolie 2, Deckelfolie
5 und Schwimmschläuche 3 sind aus einer Gewebeeinlage und/oder korrosionsbeständigen
Stahlketteneinlage mit beidseitiger Beschichtung aus verrottungsfester Kunststofffolie,
beispielsweise Polyäthylenfolie, aufgebaut. Die Hüllfolie 2, Deckelfolie 5 und Schwimmschläuche
3 weisen eine schwarze Innenseite und eine weiße Außenseite auf. Die Schwimmschläuche
3a, 3b an den Längsseiten der Hüllfolie 2 sind als parallele Rohrschläuche ausgebildet,
so daß sich die Hüllfolie 2 zwischen den Rohrschläuchen in ziehharmonikaartiger
Faltung zusammenlegen läßt. Die Deckelfolie 5 ist an einem der beiden Rohrschläuche
3b wasserdicht befestigt und weist an ihrer anderen Längsseite einen mit Treibgas
aufblasbaren Ballonschlauch 6 auf.
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Auch die Deckelfolie 5 ist in ziehharmonikaartiger Faltung zwischen
dem benachbarten Rohrschlauch 3b und dem Ballonschlauch 6 zusammenlegbar. An der
Ballonschlauchseite sind eine oder mehrere Schießleinen 7 an der Deckelfolie 5 befestigt,
während an jener Schwimmschlauchseite, welche für das Untertauchen des jeweiligen
Eisberges 1 vorgesehen ist, Fangleinen 8 anschließbar sind. Die Schwimmschläuche
3 und der Ballonschlauch 6 weisen durchlaufende Schweißbandfahnen 9 auf, damit die
Deckelfolie 5 in wasserdichter überlappschweißung mit der eigentlichen Folienbahn
bzw. dem Folientrog verbunden werden kann. Außerdem sind die Schwimmschläuche 3
mit Entlüftungsventilen ausgerüstet, die sich in den Innenraum der Umhüllung entlüften
lassen, was
im einzelnen nicht dargestellt ist. Der dem Schwimmschlauch
3b mit der daran befestigten Deckelfolie 5 gegenüberliegende Schwimmschlauch - im
Ausführungsbeispiel sind beide Rohrschläuche - ist in drei getrennt voneinander
aufblasbare Luftkammern 4 unterteilt, von denen zum Wiederauftauchen der Folienbahn
lediglich die mittlere Luftkammer 4a aufgeblasen wird.
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Ein besonderer durch die Erfindung erreichter Vorteil ist darin zu
sehen, daß sich durch die Auswahl der Größe der Hüllfolie 2 bzw. Folienbahn der
Tiefgang des entstehenden Wassersackes vorausbestimmen läßt. Je größer nämlich die
Hüllfolie gewählt wird, desto größer ist schließlich die flächenmäßige Ausdehnung
des entstehenden Wassersackes und je geringer ist folglich der Tiefgang des entstandenen
Wassersackes. Der Tiefgang ist ein entscheidender Gesichtspunkt für den Transport
des abgeschmolzenen Süßwassers, insbesondere in den Küstenbereichen der zu versorgenden
Zielländer. So ist beispielsweise der Persische Golf im Durchschnitt nur 30 m tief,
während die Hafentiefe bei lediglich 10 m liegt. Durch die Vergrößerung des Wassersackes
bzw. seiner Hüllfolie hauptsächlich in der Länge -was auch den Schleppkräften zugute
kommt - kann der Tiefgang für jedes Zielland gleichsam im voraus bestimmt werden.
Dadurch läßt sich mit Hilfe der erfindungsgemäßen Umhüllung tatsächlich aus Eisbergen
gewonnenes Süßwasser praktisch zu jedem gewünschten Zielland transportieren.