DE330898C - Verfahren zur Herstellung von Diapositiven fuer Schnellpressentiefdruck, welche neben Halbtonbildern Darstellungen in Strichmanier enthalten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Diapositiven fuer Schnellpressentiefdruck, welche neben Halbtonbildern Darstellungen in Strichmanier enthalten

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DE330898C
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    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F5/00Screening processes; Screens therefor
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Description

DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM 22. DEZEMBER 1920
' REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
-■ ΛΙ 3308-98 -KLASSE 57d GRUPPE
Rotophot Akt.-Ges. für graphische Industrie in Berlin.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. Januar 1914 ab.
Um Halbtonbilder in Verbindung mit Schriftsatz bzw. Strichvorlagen auf Formen für den Schnellpressentiefdruck zu bringen,, benötigt man Diapositive, in denen die Halbtonbilder in passender Stellung mit dem Schriftsatz oder den Originalen in Strichmanier vereinigt sind.
Vorliegende Erfindung soll es ermöglichen, solche Vereinigungen, von denen die Kopie
ίο auf Chromatgelatinepapier gemacht, übertragen, entwickelt und durchgeätzt wird, auf einfache, sichere, schnelle, wirtschaftliche Weise zu gewinnen. Sie besteht in der Vereinigung an sich bekannter photographischer Methoden.
Für diese Vereinigung ist es nötig, daß von dem Schriftsatz bzw. von den damit zusammengeschlossenen Strichdruckformen ein Abdruck der Schrift auf irgendeinem transparenten Medium, wie Seidenpapier, Zelluloid, Pausleinen, der scharf und gut gedeckt sein soll, zur Verfügung steht.
Von den Negativen der Bilder muß hingegen auf Glas, Zelluloid 0. dgl. eine Zusammenstellung gemacht werden, welche jedes BiIdnegativ in der richtigen Reproduktionsgröße und am richtigen Platze auf der Unterlage befestigt enthält. Die Räume zwischen den Negativen sind völlig opak durch Aufkleben von Stanniol, schwarzem Papier, Pappstreifen
o. dgl. abzudecken.
Bei einer besonderen Ausführung des Verfahrens müssen die Negative ohne schwarze Umrandung auf einer Glasplätte 0. dgl. zusammengestellt sein.
Das Verfahren nach der Erfindung besteht in der Vereinigung von Diapositiven aus Halogensilberschichten oder Chromatgelatine für die Gewinnung des Bildteiles des Bildschriftdiapositivs mit durch das Verfahren der Hydrotypie gewonnenen Schriftteilen zum Schriftbilddiapositiv.
Was unter der Bezeichnung Hydrotypie zu verstehen ist, ergibt sich z. B. aus dem Werke von Merkator »Die Diapositiv-Verfahren« Halle a./S. Verlag von Wilhelm Knapp 1897, S. 56-59 und aus dem Folgenden.
Behufs praktischer Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung kann man so vorgehen, daß man nach der Bildnegativzusammenstellung ein Trockenplattendiapositiv der Bilder anfertigt, dieses in der Lösung eines Chromsalzes badet, trocknet und unter dem passend aufgelegten Abdruck der Schrift belichtet. Nach der Belichtung wird in Wasser bis zur Beseitigung des Chromatsalzes gewaschen und das Diapositiv in die Lösung eines Farbstoffes gelegt, welcher die Eigenschaft besitzt, nur an den Stellen von der Gelatineschicht aufgenommen zu werden, welche kein Licht erhalten haben. Dies ist an den Stellen der Schriftelemente der Fall, während alle übrigen Partien der Diapositivschicht, einschließlich der Bildpartien, infolge Zuführung von Licht und starker Chromgerbung die
Farbstofflösung abstoßen. Als Farbstoff wird ein solcher benutzt, der genügend inaktinisch anfärbt, genügend Deckung liefert und die die Schriftelemente umgebenden Partien frei von Ton beim Färben läßt. Ein solcher Farbstoff ist beispielsweise das natürliche Karmin in ammoniakalischer Lösung.
Nach dem Anfärben, Waschen und Trocknen des nunmehr neben den Bildern die Schrift
ίο enthaltenden Diapositivs ist dieses kopierfertig.
Sollte sich bei der geschilderten Arbeitsweise
der häufig bei Benutzung 'bestimmter Sorten von Trockenplatten beobachtete Fehler zeigen, daß der Schrift die Schärfe mangelt oder sich an der Oberfläche Runzelbildung zeigt, so müssen die Gerbungsverhältnisse der Schicht in besonderer Weise dadurch geregelt werden, daß das Bilddiapositiv nach dem Wässern und vor dem Chromieren für die hydrotypische Schriftübertragung durch Einlegen beispielsweise in eine Chromalaunlösung gegerbt wird oder indem der Schicht eine besondere Gerbung dadurch erteilt wird, daß nach dem Ein-. kopieren der Schrift die chromierte Gelatineschicht von der Rückseite, d. h. von der Glasseite her weiter belichtet wird.
Anstatt den Bildteil des .Bildschriftnegativs mittels Trockenplatte zu gewinnen, kann hierzu eine besondere Art des Pigmentverfahrens herangezogen werden. Für diese dient die schon erwähnte Negativzusammenstellung ohne schwarze lichtundurchlässige Umrandung der einzelnen Negative, d. h. eine Negativzusammenstellung, bei der das Licht zwischen den einzelnen Negativen völlig gleichmäßig und ungehindert hindurchtreten kann. Von dieser Negativzusammenstellung wird eine Kopie auf einem Pigmentpapier gemacht, dessen Gelatineschicht einen Farbstoff enthält, der durch
+0 Behandlung mit Alkohol oder anderen passenden , chemischen Stoffen leicht beseitigt werden kann, so daß die Gelatine farblos zurückbleibt. , Die von der Negativzusammenstellung auf ; einem solchen im folgenden als Ausbleich- !
pigmentpapier gefertigte Kopie wird in der ' beim Pigmentdruck üblichen Weise auf Glas oder einer ähnlichen Unterlage entwickelt. Es- verbleibt auf der benutzten Unterlage eine ; Zusammenstellung der Diapositive, die überall j
von* gleich dicken Gelatinepartien umgeben j sind, welche zur Aufnahme der Schrift dienen j sollen. Um letztere aufzubringen, werden zu- j nächst die Bilderflächen mit wasserdichtem ; Lack angestrichen und darauf wird die Glas- 1
platte mit der Übertragung so lange in Alkohol, ; Ammoniak usw. gelegt, bis der Farbstoff, der ; die Gelatine außerhalb der Bilder intensiv färbte, verschwunden ist. Durch Einlegen in ! eine Chromatsalzlösung wird nun sensibilisiert, I unter einem Abdruck der Schrift auf Seiden- . papier kopiert, gewaschen und mit einem ' Farbstoff angefärbt, welcher die Gelatine nut" an den unbelichtet gebliebenen Stellen, das sind die Schriftzeichen, anfärbt, während er die belichteten Partien farbfrei läßt. Nach dem Färben ist die Schutzdecke der Bilder 'abzuwaschen und die Vereinigung von Bild und Schrift ist kopierfertig.
Für den Fall, daß in die Gelatine des Ausbleichpapieres kein Farbstoff eingeführt werden soll, welcher bereits genügende Deckung beim Kopieren der mit dem Papier erzielten Diapositive der Bilder ergibt, kann das geschilderte Verfahren in der Weise abgeändert werden, daß man die Gelatinepräparation des 7S Gelatinepapieres nur schwach färbt und die erforderliche kräftige photographische Deckung durch nachträgliches Anfärben auch der Bilder vermittelt. Ein für den einen oder andern Fall geeigneter Farbstoff zum Färben des Ausbleichpapieres ist z. B. das Fuchsin, welches sich in Ammoniak leicht und sicher entfärben läßt. Zum Anfärben der Schriftkopie kann, wie oben* erwähnt, ammoniakalische Karminlosung benutzt werden.
Wünscht man zur Gewinnung des Schriftbilddiapositives das erwähnte Gelatinepapier mit entfernbarem Farbstoff nicht zu benutzen so kann man auch das gewöhnliche Pigmentverfahren für die Bilder mit hydrotypischer Wiedergabe, der Schrift kombinieren. " - Bei diesem Verfahren kommen zwei Schichten übereinanderzuliegen, die fest miteinander verbunden sind. Man kann dabei wahlweise entweder die die Bilder enthaltende Schicht unter und die die Schrift enthaltende Schicht oberhalb anordnen, oder man kann die Schicht mit den Schriftelementen unten und die Schicht mit den Bildern darüber anordnen. Wird — was technisch als der vorteilhaftere Weg anzusehen ist — die Schriftschicht nach unten gelegt, so verfährt man in der Weise, daß man die zu benutzende Unterlage (Glas usw.) mit einer bis zur Heißwasserbeständigkeit gegerbten, nicht zu dünnen Gelatineschicht überzieht. Auf diese Schicht wird die Pigmentkopie der Negativzusammenstellung gebracht und entwickelt. Nach dem Entwickeln wird das Ganze durch Sensibilisieren in einer Chromatsalzlösung lichtempfindlieh gemacht und unter dem Abdruck der Schrift kopiert. Das Auflegen des Schriftdruckes auf die Glasplatte mit den Pigmentbildern läßt sich dabei leicht kontrollieren. Ist das Kopieren der Schrift vollendet, so wird zur Beseitigung der Chromatsalze gewaschen und in einer Farbstofflösung, wie oben wiederholt angegeben, angefärbt, so daß nur die Schriftelemente gedeckt erscheinen, während der Grund farblos bleibt. Soll die Schicht mit der Schrift oben liegen, so wird auf die Gläsünterlage zunächst die Pigment-
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