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Schnellhefter, Briefordner, Aktendeckel u. dgl. Durch das Patent 328823
ist ein Schnellhefter u. dgl. geschützt worden, bei welchem die Aufreihkörper von
ihrer Befestigung an dem Hefterdeckel bis zu ihrem freien Ende biegsam und in ihrer
Mitte oder nahezu ihrer Mitte getrennt sind, aber durch einen festen, lösbaren Verschluß
wieder vereinigt werden können.
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Diese Anordnung hat den Vorzug gegenüber den älteren Schnellheftern,
daß man die Aufreihkörper in erhöhtem Maße ausnutzen und die aufgereihten Bogen
so umblättern kann, daß die einzelnen Seiten in ihrer ganzen Ausdehnung überblickt
werden können. Solche Hefter bzw. Aktendeckel werden durch die Erfindung wesentlich
vervollkommnet.
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Während bei den Heftern des Patentes 328823 der Aufreihkörper zwar
biegsam ist, aber in Schnüren- o. dgl. Form ausgebildet werden kann, ist bei der
Erfindung ein schraubenförmig gewundener Draht als Aufreihkörper gewählt, welcher
so an dem Deckel befestigt ist, daß er in seiner freien, uneingeschränkten Lage
aufrecht steht. Hierdurch wird das Aufreihen der Bogen wesentlich erleichtert, denn
die beiden Aufreihkörper bleiben ihrer ganzen Ausdehnung nach gleich entfernt voneinander
lotrecht bestehen, so daß das Einführen in die Lochungen der Bogen ohne eine besondere
Handreichung (Festhalten der Aufreihkörper) geschehen kann.
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Infolge der Benutzung solcher Drahtwindungen entsteht aber auch ein
äußerst vorteilhafter Verschluß an der Trennungsstelle in der Mitte der Aufreihkörper,
indem das Verengen und -Erweitern, der Windungen beim einfachen Zug bzw. beim Drehen
dazu benutzt wird, einen absolut festen und doch leicht lösbaren Verschluß der beiden
Wind'ungshälften herzustellen, der äußerst einfach und billig ist, nebenbei aber
noch den bedeutenden Vorteil hat, daß man ihn in genau dem Querschnitt der Aufreihkörper
herstellen kann, so daß die Bogen ohne jeden Widerstand auf den Aufreihkörpern samt
Verschluß verschoben werden können.
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Der Verschluß besteht einfach in einem kleinen Bolzen, Stift o. dgl.
an dem einen Ende der halben Windung, welcher in die andere Hälfte derselben dicht
eingeschoben werden kann.
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Steckt man den kleinen Bolzen unter Drehung der Windung in letztere
ein, so kann man den Verschluß durch einfaches Auseinanderziehen der beiden Windungsteile
niemals lösen, da die Windungen durch das Ziehen
sich verengen -und
deshalb um so fester den Bolzen umklammern, je mehr man zieht. Will man aber den
Verschluß lösen, so dreht man die Windung ein wenig in ihrem Sinne, so daß sie sich
erweitert, und löst dadurch den Verschluß. Der Bolzen wird- frei. und gleitet von
selbst aus der Windung.
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In der beiliegenden Zeichnung ist die Anordnung durch Fig. i in der
Seitenansicht mit geschnittenem Deckel und Deckschiene, und durch Fig.2 in der Draufsicht
mit geschnitteneri Aufreihkörpern dargestellt. Fig. 3 ,gibt den Verschluß derselben
in größerem Maßstäbe wieder.
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a ist der Hefter- oder Aktendeckel; b ist der Falz oder Teil des Deckels
ca, an welchem die Aufreihkörper befestigt werden. Dies geschieht hier dadurch,
daß man die schraubenförmig gewundenen Drähte c, c durch Löcher d, d des
Falzes b hindurchtreten und eine kleine Platte e in eine der letzten Schraubenwindungen
eingreifen läßt. Die Platt,. e kann dann der Sicherheit halber in den Falz b eingelassen
werden. Die Windungen stehen auf diese Weise aufrecht aus dem Falz heraus, indem
sie gewissermaßen einen Fuß durch die Platte c erhalten; welcher sich an den Falz
anlegt. f ist die Deckschiene, welche von den, Aufreihdrähten in den Löchern g,
g durchdrungen wird. In Wülsten der Deckschiene führen sich die Schieber h, la.
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Die Aufreihdrähte bestehen aus den unteren, am Deckel befestigten
Teilen e, c und den oberen, in Knöpfe i, i endenden Teilen. cl, cl. Eine der Hälften
trägt den kleinen Stift k, der einfach mit dem Ende des Drahtes verlötet ist und
welcher sich in den anderen Teil cl eben, und zwar durch Drehung, einführen läßt.
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Dreht man den Stift k in die Windung ein, und zwar derart, daß sich
die Windung durch die Drehung etwas erweitert, so läßt er sich nicht mehr durch
einfachen Zug im Sinne der Längsachse des Aufreihdrahtes aus demselben entfernen;
denn die Windung, welche' bei einem solchen Zug enger wird, schließt sich immer
fester an den Stift an., Will man den Verschluß lösen, so kann dies nur so geschehen,
daß man die Drahtwindung wieder um eine Kleinigkeit zurückdreht, so daß sie ihre
Gänge erweitert. Durch diese Erweiterung wird der Stift k frei, und der Verschluß
ist gelöst.
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In der Deckschiene f sind neben den Löchern g, g, in welchen die Drähte
c stecken, Schlitze 1, l angeordnet, an die sich auf ihren den Löchern g,
g entgegengesetzten Enden Löcher m, in von einem Durchmesser anschließen, daß die
Knöpfe i, i durch die Löcher hindurchtreten können. Diese Anordnung hat den
Zweck, daß die Deckschiene von den Windungen abgehoben werden kann. Die Knöpfe i,
i der Drähte, welche das Herausgleiten der Deckschiene verhindern sollen, sind in
bezug zu den Löchern g, g und m, in der Deckschiene so bemessen, daß sie
durch die ersteren nicht hindurchtreten können, durch die letztere- aber frei hindurchtreten.
Es kann also einmal die Deckschiene mit ihren Löchern in, nz die Knöpfe passieren
und sie wird in dem anderen Falle von den Knöpfen bei den Löchern g, g aufgehalten.
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Diese Anordnung hat den Zweck, daß man Bpgen von oben abnehmen oder
oben aufreihen kann, ohne den Verschluß der Aufreihdrähte zu lösen, indem man die
Deckschiene einfach abnimmt.
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Das Einlegen der Bogen geschieht sehr einfach. Die Drahthälften cl,
cl werden ein wenig im Sinne der Windung gedreht, so daß sich diese erweitert. Hierbei
werden die Stifte k frei und die Hälften cl, cl können entfernt werden. Die Hälften
c, c stehen nun lotrecht zum Einlegen der Bogen fertig. Der Bogen kann somit, ohne
die Windungen festhalten zu müssen, eingelegt werden. Zum Verschluß werden die Stifte
k, k einfach in die Drahthälften cl, cl unter Drehung eingeführt, und der Verschluß
ist vollständig gesichert. Nun kann man an den Knöpfen i, i
ziehen, man wird
den Verschluß nicht öffnen. Das Herausnehmen geschieht ebenso in umgekehrter Reihenfolge.
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Beim Aufschlagen des Ordners, um in demselben zu blättern und- zu
lesen, lassen die Schieber den Drähten so viel freien Lauf, daß ein genügend großer
Zwischenraum entsteht, um sämtliche Blätter ihrer ganzen Ausdehnung nach zu überblicken.
Beim Zuschlagen der Bogen genügt sodann ein leichter Druck auf die Deckschiene,
um diese wieder fest auf die eingereihten Bogen aufzupressen, da die Spiralen in
dem Gehäuse der kleinen Schieber rutschen.