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Verfahren und Vorrichtung - zur Verhütung von Bränden in Trocknern
mit unmittelbarer Feüerbeheizung. Von den zur Trocknung von Schüttgütern, wie Getreide,
Feldfrüchte o. dgl.; bestimmten Trocknern werden eine große Anzahl mit unmittelbarer
Feuerbeheizung betrieben. Dies Verfahren geht so vor sich, daß in einem Koksofen
ein starker Strom von Feuergasen erzeugt wird, der durch ein Gebläse angesaugt und
unter den Siebböden der Trockenhorden, Trommeln und Mulden hindurchgedrückt wird.
Die Koksgase werden zu diesem Zweck gewöhnlich mit ungefähr go bis 95 Prozent
Frischluft vermischt. Dieser Strom von Feuergasen führt zahlreiche Funken mit sich
und bietet daher oft Veranlassung zu Bränden und Explosionen in den Luftkammern
der Trockenhorden, in denen sich häufig durch den Siebboden fallende Staubteilchen
sammeln, die ganz besonders zu Zündungen und Explosionen neigen.
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Um die Gefahr von Explosionen und Bränden zu beseitigen oder zum mindesten
erheblich zu verringern, besteht das Verfahren gemäß der Erfindung darin, daß den
mit Frischluft gemischten Feuergasen unter gleichzeitiger Regelung der zugeführten
Frischluftmenge entspannter Düsendampf als Frischdampf zugesetzt wird-. Hierdurch
werden Funken gelöscht und gleichzeitig die hohe Wärme der Feuergase herabgemindert.
Ferner ist die Zumischung von Dampf zur Verbesserung der Güte des Trockengutes wichtig.
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Es ist zwar an sich bekannt, bei den mit Feuergasen betriebenen Trockenvorrichtungen
Wasser oder Dampf zuzumischen, jedoch wurde diese Zuführung entweder zu anderen
Zwecken, wie: z. B. um ein Verbrennen des Guts zu verhüten, bewirkt; andererseits
ist auch vorgeschlagen worden, die mit der von dem Trockengut aufsteigenden Feuchtigkeit
gesättigten Heizgase wieder in die Trockenvorrichtung einzuleiten. Ein derartiges
Verfahren. führt aber nicht zum Ziel, weil durch die Wiederverwendung der von dem
Trockengut herrührenden Feuchtigkeit zur Anfeuchtung der zugeführten Feuergase die
gerade in diesen Dämpfen enthaltenen, Verderbnis bringenden Bestandteile verhängnisvoll
auf die Haltbarkeit der War einwirken können.
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Es kann deshalb ein derartiges Verfahren nur zu einem günstigen Ergebnis
führen, -wenn Frischdampf; und zwar entspannter Düsendampf den Feuergasen zugeführt
wird. .
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Die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens soll nach der Erfindung
so ausgebildet werden, daß -der den Strom von Feuergasen liefernde Koksofen selbst
als Dampferzeuger dient. Zu diesem Zweck wird der Schachtraum des Koksofens doppelwandig
ausgebildet, derart, daß zwischen den beiden Wänden ein Dampfkessel entsteht. An
diesem Kessel kann sich ein Heizrohrstrang im oberen Teil des Schachtraumes des
Koksofens anschließen, in; dem der Dampf überhitzt wird. Kurz nach dem Eintritt
der Feuergase in den Zuführungskanal des Trockners, und zwar vorzugsweise vor Einführung
der Frischluft, wird der Dampf den Feuergasen in entspanntem Zustand zugeführt.
Dieser
Dampf wird in besonderen Entspannungsdüsen bereitet, welche den Dampf in einem Wärmegrad
von ungefähr q:o bis. 5o° zuführen. Von derartig entspanntem Dampf` füllt i kg 1q.
cbm Raum. 'Es wird also hier durch ein äußerst sparsamer Verbrauch@von Dampf bewirkt.
Weiterhin soll, da verhältnismäßig nur wenig Feuchtigkeit in die Trockenräume gelangt,
eine schädliche Befeuchtung, Klumpenbildung oder Verkleisterung_ vermieden werden.
Ferner besitzt man in- der Entspannungsdüse ein vorzügliches Mittel, die Dämpfe
außerordentlich fein, je nach den jedesmaligen Bedürfnissen, zu regeln.
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Ein. Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
welche den Koksofen zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung zeigt.
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Der Ofen ist von einfachster Bauart und besteht im wesentlichen aus
einem Schacht a, der durch die Füllöffnung b mit Koks beschickt wird. wie Kokssäule
ruht auf dem Rost c. Der Schacht ist von einem ringförmigen Kesselraum d zwischen
den Wänden e, e1 umgeben, _In dem oberen Teil des Schachtraums ist eine Heizrohrschlange
f so angebracht, -daß der mittlere Raum des Schachtes frei bleibt. Der Dampf gelangt
aus dem Kesselraum d zum Zweck der Überhitzung in das _Heizrohr f. Von hier aus
verläßt er durch das Rohr f1 den Ofenraum. Dieser mündet oben in eine Rohrleitung
g, in der die Feuergase von einem Luftrad angesaugt und durch die Luftkammern der
Trockenhorden gedrückt werden. Durch eine Klappe lt kann Frischluft in beliebiger
Menge zugeführt .werden. Vor der Klappe h ist eine regelbare Entspannungsdüse i
eingebaut, in die das Dampfrohr f:' mündet. Statt in die Entspannungsdüse i kann
das Rohr f1 den überhitzten Dampf einer - nicht dargestellten - Lavalturbine zuführen,
welche das Gebläse treibt. In diesem Falle wird der von der Turbine kommende Abdampf
an der Stelle i dem Saugrohr zugeführt, natürlich ohne Einschaltung einer Entspannungsdüse.
Je nach der Menge des bei i zugeführten Dampfes wird die bei lt
zugeführte
Frischluftmenge verringert.