DE323985C - Verfahren zur Entbitterung von Lupinenkoernern - Google Patents
Verfahren zur Entbitterung von LupinenkoernernInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Entbitterung von- Lupinenkörnern. Es ist bekannt, Lupinenkörner durch längeres. Einweichen in Wasser und darauffolgendes Behandeln mit Dampf und Auslaugen mit Wasser zu entbittern; auch hat man verschiedentlich schon Chemikalien, z. B. Salze, zu demselben Zwecke verwendet. Dabei stellte sich jedoch heraus, daß dieEntbitterungnicht immer vollkommen genug erfolgte, außerdem ergaben sich infolge der notwendigen langen Behandlungsdauer große Verluste, so, daß die Ausbeute sehr gering war. Die in unvollkommen entbtterten Lupi:nenmchlen noch enthaltenen Bifterstoffe stellen aber schädliche Bestandteile dar, welche die Verwendung der nahrhaften, eiweißreichen Lupinenkerne als Nährmittel nicht zulassen. Selbst ein Zumischen kleiner Mengen unter gute Brot- und Suppenmehle ist verwerflich, weil schädigende Wirkungen eintreten können. DiejenigenVerfahren, welche mit Zusatz von Chemikalien arbeiten, scheiden wegen ungenügender Wirtschaftlichkeit aus.
- Die vorliegende Erfindung sichert dagegen eine vollständige Entbitterung der Lupinenkörner unter Vermeidung der Nachteile der erwähnten Verfahren.
- Danach werden dies enthülsten oder unenthülsten Lupinenkörner in Wasser eingeweicht und durch Einführen von Druckluft dauernd in Bewegung gehalten und im Weichwasser umgewälzt. Nach beendeter Einweichung wird das Wasser erneuert und unter fortgesetztem Einleiten von Druckluft die Temperatur, zweckmäßig durch Einleiten von Dampf, gesteigert, gegebenenfalls bis zur Kochtemperatur, wobei das Wasser wiederholt gewechselt wird'.
- Die Behandlung von Körnerfrüchten mit Druckluft während des Einweichens ist an sich bekannt. Neu ist aber die Anwendung dieses Verfahrens für die Lupinenentbitterung unter gleichzeitiger Behandlung mit Druckluft bei insbesondere durch Einleiten von Dampf erhöhter Temperatur. Nur durch diese gemeinsame Behandlung wird das Er= gebnis einer vollkommenen Entbitterung in kurzer Zeit erreicht.- Dies war nicht vorauszusehen, obwohl eine Einwirkung der atmosphärischen Luft auf die schädlichen Stoffe der Lupinen auch bereits in der Literatur erwähnt ist, denn man hat selbst bei lang andauernder Einwirkung starker Oxvdatio:nsmittel nur unvollkommene Ergebnisse erhalten. Das neue Verfahren führt dagegen in verhältnismäßig kurzer Zeit durch das Zusammenwirken von Druckluft und - durch Dampf oder in anderer Weise - erhöhter Temperatur zur vollständigen Beseitigung der schädlichen Bitterstoffe.
- Die Ausführung des Verfahrens kann beispielsweise wie folgt geschehen: Die zu entbitternden: Lupinenkörner werden in einem mit Zuführungsleitungen für Wasser, Druckluft und Dampf versehenen Behälter mit angewärmtem Wasser eingeweicht. Dann werden die Weichmassen unter steter Zuführung von Druckwasser und Druckluft in ihr Inneres in steter Bewegung und Umwälzung gehalten. Nach mehrstündiger Weichdauer, wobei die Weichmassen fortgesetzt umgewälzt werden, wird neues Wasser eingebracht. Durch Zuführung von Dampf zwischen die Wei=chmassen wird nun die Wassertemperatur bis zur Kochtemperatur gesteigert, welche einige Zeit gehalten wird, worauf dann 'wiederholt in bestimmten Abständen das Wasser gewechselt wird. Diese wechselnden Behandlungen geschehen immer in demselben Behälter unter Einführung von Wasser und Druckluft. Die Lupinenmassen werden hierbei fortgesetzt bewegt, umgeschichtet und belüftet, unter Einhaltung der jeweilig notwendigen Temperaturen, die nach und nach abgestuft werden, um eine gleichmäßige und vollständige Entbitterung zu erreichen. Durch die Behandlung der-Lupinenmassen mit Druckluft, die durch eine entsprechende Einrichtung eingeführt wird, bewirkt man eine dauernde Umschichtung der Lupinenkörner, -so daß jedes einzelne Korn dauernd allseitig von Wasser und Luft .zwecks Aufnahme und Abführung der Bitterstoffe umspült wird. Es erfolgt hierbei zugleich eine durchgreifende Reinigung der Lupinenschale, und die Einwirkung von Wasser und Sauerstoff auf die Schale und den darunterliegenden Kern verursacht deshalb eine schnelle und gründliche Diffusion und beschleunigt infolge der Osmose denn Entbitterungsprozeß. Die Oxydationsprodukte werden durch den-Wasserwechsel zeitweise abgeführt, außrdem j i durch das unten eintretendeDruckwasser dauernd an der Oberfläche abgeschwemmt. Nach f Beendigung des Entbitterungsvorgangs werden die Lupinenkörrner getrocknet und zu Futter- und Nährmitteln weiterverarbeitet.
- Es kann auch nach einer bestimmten Zeit während des, Entbitterungsvorgangs eine Enthülsung der Lupinen' stattfinden, so daß im weiteren Verlauf des Verfahrens die Lupinenkern.e allein weiterentbittert werden. Die Enthülsung kann auch schon vor der Einweichung erfolgen, um die Lupinenkerne ohne Schale nach der neuen Erfindung zu entbittern, wobei sich die Entbitterung in noch kürzerer Zeit durchführen läßt.
- Geeignet zur Ausführung des Verfahrens ist z. B. die in der Patentschrift 2q.5832 beschriebene Getreideweichvorrichtung, die nur mit den erforderlichen Einrichtungen zur Zuführung von Dampf versehen zu werden braucht. Die Ausführung des Verfahrens ist aber nicht an eine bestimmte Vorrichtung gebunden. Wesentlich ist nur, daß eine dauernde Umwälzung der Lupinenkörner im Wasser mittels Druckluft unter gleichzeitiger Einwirkung - insbesondere durch Einleiten von Dampf - erhöhter Temperatur stattfindet.
Claims (1)
- PATENT-ANspRUcH Verfahren zur Entbitterung von Lupinenkörnern durch Einweichen in. Wasser und nachträgliche Behandlung mit Dampf und Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß die Lupinenkörner in enthülstem oder unenthülstem Zustande nicht nur beim Vorweichen in der für Getreide bekannten Weise mit Wasser und Druckluft behandelt, sondern auch während der eigentlichen Entbitterung unter gleichzeitiger Erhöhung der Temperatur und unter häu-$ger Erneuerung des. zur Behandlung dienenden Wassers durch fortgesetztes Einleiten von Druckluft andauernd'' bewegt und umgeschichtet werden.
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| DE323985T | 1918-10-04 |
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