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Schützenauswechselvorrichtung für Webstühle mit schwenkbarer Schützenkastenrückwand
und anhebbarer Schützenkastenvorderwand. Im Patent 275568 ist eine Schützenauswechselvorrichtung
für Webstühle mit schwenkbarer Schützenkastenrückwand und anhebbarer Schützenkastenvorderwand
beschrieben, bei welcher die durch den leeren Schützen auszulösendeSchützenkastenrückwand
durch ein von ihr gesteuertes Hebelgetriebe und eine Mitnehmerstange einen Zubringer
schaltet, der aus dem Schützenbehälter den untersten vollen Schützen in den Schützenkasten
stößt.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine weitere Ausbildung
dieser Schützenauswechselvorrichtung, deren Wesen darin besteht, daß die Sperrklinke
der Kastenrückwand durch ein Gestänge gesteuert wird, dessen Mitnehmer so am Brustbaumhebel
befestigt ist, daß die Schützenauswechselung auch durch den Schußwächter, z. B.
bei Reißen des Schußfadens, bewirkt wird. An und für sich ist die Verwendung des
Gabelschußwächters als Mittel zur Schützenauswechselung bekannt, ebenso wie die
Vereinigung von Schußfühlern und Schußwächtern zu gleichem Zwecke an ein und demselben
Webstuhl. Auch hat man schon die Schaltung von Klinken von der Schußfadengabel aus,
durch welche, das Schützenauswechselgetriebe ausgelöst wird, beschrieben.
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Die besondere Verbindung der Auslösungsklinke für die Schützenkastenrückwand
mit dem Brustbaumhebel gemäß der vorliegenden Erfindung ermöglicht ohne irgendeine
Abänderung der Getriebeteile nach dem Hauptpatent 275568 und ohne irgend
eine erhebliche Komplikation des Schußfadenwächters selbst, beide Getriebe so miteinander
zu verbinden, daß eine sowohl bei Ablauf der Schußspule, als . beim Reißen des Schußfadens
sicher und zuverlässig wirkende Schützenauswechselvorrichtung entsteht. Sie arbeitet
auch bei schnellstem Stuhlbetrieb einwandfrei, hat dabei den großen Vorzug- gegenüber
bekannten Eonstruktionen, an bestehende Stühle ohne Abänderung derselben angebracht
werden zu können. Dabei tritt der Erfolg ein, daß gegenüber den bekannten konstruktiv
umständlicheren und an alte Stühle nicht ohne Abänderungen anbringbaren Schützenauswechselvorrichtungen,
die für vier Stühle je einen Mann zur Aufsicht erfordern, bei ihrer Anwendung gleichzeitig
io bis 12 Stühle von einem einzigen Mann beaufsichtigt und bedient werden können,
was für die Billigkeit des zu erzeugenden Produktes natürlich von wesentlichster
Bedeutung ist.
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Eine besondere. Ausführungsform dieser Erfindungslösung ist in der
beiliegenden Zeichnung, und zwar in Fig. i in Aufsicht, in Fig. 2 im Schnitt nach
Linie A-A der Fig. i, in Fig. 3 im Schnitt nach Linie B-B der Fig. i schematisch
veranschaulicht. Dabei ist als
auszulösende Schützenkastenklappe
eine verschwenkbare Schützenkastenrückwand, etwa wie sie in der deutschen Patentschrift
275568
veranschaulicht ist, gewählt. Aufgabe ist also, die verschwenkbare,
unter Federwirkung stehende Schützenkastenrückwand g, die durch eine Rast 9 in der
Verschlußlage gehalten wird, bei Abspulung und Reißen des Schußfadens vom Schußfadenwächter
aus auszulösen.
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Zu diesem Zwecke sitzt die Rast 9 auf einer an der Vorderkante der
Weblade i drehbar gelagerten Welle 2 dermaßen, daß durch Drehung * dieser Welle
die Rast 9 nach unten geklappt und die Schützenkastenrückwand ausgelöst wird. Die
Drehung dieser Welle 2 muß nun bei Abspulung oder beim Reißen des Schußfadens eingeleitet
werden. Zu diesem Zwecke ist die vom gespannten Schußfaden in bekannter Weise bei
jedesmaligem Hingang der Lade abgehobene Schußfadengabel 3, welche in den Lagern
4 schwenkbar sitzt, mit einer Stange 6 verbunden, die ihrerseits mit einem um Zapfen
7 schwingbaren Hebel 8 noch verbunden ist. Am Hebel 8 sitzt eine Mitnehmerstange
io mit Mitnehmer ir, die bei Schwenkung des . Hebels 8 in Pfeilrichtung 12 den Mitnehmer
13 der Welle 2; welcher sonst glatt am Mitnehmer ii vorbeigeht, anhebt, so daß hierbei
die Welle 2 gedreht, die Rast 9 nach unten geklinkt wird. Solange der Schußfaden
gespannt und im gespannten Zustand bei Vorbewegung der Lade gegen die Gabel 3 stößt,
diese Gabel also anhebt, bleibt das Getriebe 6, 8, io, 11, 13 relativ in Ruhe, infolgedessen
wird die Welle 2 nicht gedreht. Sobald jedoch der Schußfaden reißt oder abgespult
ist, infolgedessen nicht mehr gespannt ist, wird die Gabel 3 bei Hingang der Lade
nicht mehr angehoben, folgedessen greift alsdann ihre hintere Nase 14 (vgl. Fig.
3) in den Zahn 15 eines durch Daumengetriebe. 16, 17, 18 in Schwingung versetzten
Zahnsegmentes i9 ein. Im Augenblick des Eingreifens wird nun die Gabel 3 durch das
Zahnsegment ig in der Pfeilrichtung 2o nach hinten gezogen, die mit ihr gekuppelte
Stange 6 gleichfalls, und damit Hebel 8 in Richtung des Pfeiles 12 bewegt, so daß
der Mitnehmer i i gegen den Mitnehmer 13 stößt, die Welle 2 gedreht, die Rast 9
gesenkt und die Schützenkastenrückwand ausgelöst wird.
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Es versteht sich von selbst, daß statt des mechanischen Antriebs 6,
8, io, 11, 13, 2 auch ein elektromagnetisches Getriebe zur Anwendung gelangen kann,
indem bei Mitnahme der Schußwächtergabel 3 durch Zahnsegment i9 ein elektrischer
Kontakt geschlossen wird und dadurch der Stromkreis eines Elektromagneten, unter
dessen Einfiuß in bekannter Weise Rast 9 steht.