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Rasierpinsel mit auswechselbarem Faserbausch. Die Erfindung bezieht
sich auf einen Rasierpinsel mit auswechselbarem Faserbausch. Es ist bereits vorgeschlagen
worden, in Rasierstuben Rasierpinsel zu benutzen, deren Haarbausch nur einmal benutzt
werden kann und nach dem# Gebrauch von dem Handgriff abgenommen und fortgeworfen
wird, zum Zweck, jede Gefahr der Ansteckung zu vermeiden. Ein Rasierpinsel dieser
Art besteht aus einem Bausch von Baumwollfäden o. dgl., die durch eine Bindung vereinigt
sind, und emern hohlen Handgriff, in den das schmale -'nde des Bausches gesteckt
und gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Klauen festgehalten wird. Die Mündung
des Handgriffs ist innen mit einem oder mehr Messern ausgerüstet, die die Bindung
des Faserbausches zerschneiden, wenn man ihn in den Handgriff einführt, derart,
daß die Bindung gelöst wird und der Bausch auseinander fällt, sobald man ihn aus
dem Handgriff zieht: hierdurch werden die Fasern zerstreut und können nicht mehr
benutzt werden.
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Die bisher benutzten hygienischen Rasierpinsel dieser Art besitzen
gewisse Unzuträglichkeiten, denen der Erfindungsgegenstand abhelfen soll. Besonders
haben die für den auswechselbaren Bausch verwendeten Pflanzenfasern den Fehler,
nicht elastisch zu sein; macht man sie steif, so beschädigen sie die Haut und verursachen
Schmerzen; hierdurch sind sie unbrauchbar; macht man sie dagegen weich, so kleben
sie unter dem Einfluß des Wassers und der Seife zusammen und sind in diesem Zustand
mehr dazu geeignet, den Schaum abzuwischen, als solchen zu erzeugen.
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Man sucht jetzt diesen Fehler zu vermeiden, indem man um den Faserbausch
eine oder mehr sehr biegsame Federn windet; durch die Verwendung dieser Federre
gibt man der Pflanzenfaser eine gewisse Elastizität, die der natürlichen Elastizität
des Tierhaares ähnlich ist. Es ergibt sich, daß die weichsten Fasern unter diesen
Umständen die besten zur Herstellung von Rasierpinseln nach der Erfindung sind.
Eine Feder aus Metalldraht in kegeliger Schraubenform gewickelt, eignet sich sehr
gut zu diesem Zweck infolge ihrer Einfachheit und ihres geringen Preises. Man könnte
auch flache Federn verwenden. Man kann die Federn fest an dem Bausch anbringen und
mit ihm fortwerfen, oder man kann
sie auch abnehmbar anbringen,
derart, daß eine einzige Feder für eine große Anzahl von Bäuschen dienen kann. Es
ist vorteilhaft, in allen Fällen die Federn an dem Handgriff zu befestigen, entweder
abnehmbar oder stetig, um ihnen eine Stütze zu geben. Bei einer schraubenförmig
aufgewundenen Feder ist es leicht, diese Befestigung durch Einschrauben zu bewirken.
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Die Verbindung einer Feder mit dem Faserbausch hat nicht allein den
Vorteil, ihm die federnde Elastizität zu verleihen, sondern gestattet auch die Weichheit
gemäß der Art des zu behandelnden Bartwuchses zu regeln. Diese Regelung kann beispielsweise
durch Änderung der Lage der Feder auf dem Bausch oder auf dem Handgriff bewirkt
werden oder indem man die Feder mittels der Finger zurechtdrückt.
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Weiter besteht die Erfindung darin, die Elastizität des Faserbausches
zu erhöhen, indem man ihn im ganzen oder teilweise mit irgendeinem geeigneten Stoff
tränkt, z. B. indem man ihn unter Zusatz von C51 oder Fett in heißes Wasser taucht,
nach einem vorherigen Auslaugen in einer wäßrigen Lösung von Alkali oder Ammoniak,
worauf man ihn trocknen läßt. Statt 01 oder Fett kann man eine Appretur oder
einen gegen Feuchtigkeit widerstandsfähigen Stoff verwenden. Man wird vorzugsweise
die Spitze des Faserbausches nicht mit in die Appretur tauchen, um ihr ihre ganze
Weichheit zu erhalten.
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Der Faserbausch kann, gleichgültig, ob er mit oder ohne Feder verwendet
wird, mit einer dünnen Scheide umgeben werden, die beispielsweise aus undurchlässigem
gefalteten Papier besteht; hierdurch wird das Seifenwasser und der Schaum zurückgehalten.,
damit sie nicht von dem Bausch abfließen und die Kleidung beschmutzen. Die Scheide
kann auch aus sehr dünnem Kautschuk bestehen und in diesem Fall infolge ihrer Elastizität
gleichzeitig die Feder ersetzen.
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Um die Bäusche leicht aus Baumwolle oder anderem Faserstoff herzustellen,
deren Kosten bisher durch die Bindung mittels Bindfaden erhöht wurden, ersetzt man
vorteilhafterweise den Faden durch einen gerollten und geleimten Papierstreifen.
Wenn man ziemlich lange Strähnen von Faserstoff benutzt, kann man gleichzeitig mehrere
mit den Enden zusammenhängende Bäusche herstellen, indem man für jedes Paar von
Bäuschen einen einzigen Papierring benutzt. Hierdurch wird das Anliegen der Papierringe
sehr schnell und billig bewirkt. Natürlich ist es auch leichter, die Papierstreifen
anzulegen, als den Faden zu wickeln.
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Einige Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt;
es zeigen Fig. i einen Bausch von Faserstoff mit einer Feder und einer dünnen Scheide,
Fig. 2 im Schnitt den Handgriff eines Rasierpinsels mit einer Feder und einer dünnen
Scheide, der Bausch von Faserstoff ist einpunktiert, Fig. 3 eine Strähne zur Herstellung
der Faserbäusche, Fig. 4 einen Handgriff ,mit federnden Klauen in geöffnetem Zustand,
Fig. 5 im Schnitt einen Handgriff, dessen federnde Klauen über einem Bausch von
Faserstoff geschlossen sind, Fig. 6 dieselbe Anordnung von oben, Fig. 7 und 8 in
zwei senkrechten Schnitten Behälter zum Sammeln der gebrauchten Bäusche.
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Der in Fig. i gezeigte Bausch aus Faserstoff i, dessen eines Ende
mit einem Faden 2 zusammengebunden ist, ist von einer Feder 3, die in kegeliger
Schraubenform aufgewickelt ist, und von einer Scheide 4 aus gefaltetem wasserdichten
Papier umgeben. Die ersten Windungen der Feder sind in ganz enger Schraubenform
gewickelt, so daß sie in die mit Innengewinde versehene Mündung 5 des Handgriffs
6 (Fig. 2) eingeschraubt werden können. Im Innern des Handgriffs sind Messer 7 angeordnet,
über die das Band :2 geführt und durchgeschnitten wird, sobald man den Bausch i
in den Handgriff einschiebt. In Fig. 3 ist gezeigt, wie man gleichzeitig sechs Rasierpinsel
herstellen kann, indem man eine Strähne von Faserstoff einstweilen mit zwei Bändern
8 und 9 zusammenbindet. Hierauf umwickelt man die Strähne an drei Stellen mit Papierstreifen
io, die vorher geleimt wurden; hierauf zerschneidet man die Strähne nach den Linien
11, 12, 13, 14, 15. Jeder Papierring dient also zum Binden von zwei Bäuschen. Natürlich
ist die Zahl der auf diese Weise hergestellten Bäusche beliebig.
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Der in den Fig. 4 bis 6 gezeigte Handgriff ist so gestaltet, daß die
Bäusche besonders leicht eingesetzt und herausgenommen werden können; er enthält
vier federnde Klauen 16, die das Bestreben haben, auseinanderzufedern und die durch
eine Schraubspindel 17 an einem Rohr 18 befestigt sind. Über diesem Rohr gleitet
eine Hülse; diese besteht aus einer inneren zylindrischen Tülle i9, einer äußeren
Tülle 2o und einer Überwurfmutter 21, die auf die Tülle 2o geschraubt ist. Die Drehung
der Hülse wird verhindert durch einen Zapfen 22, der in einer Nut 23 der Röhre gleitet
und durch Rasten 24, 25 an dem Abgleiten von der Hülse verhindert wird. Sobald die
Hülse auf der Röhre hochgeschoben ist (Fig. 5), drückt sie die Klauen 16 zusammen
und zwingt sie, zwischen sich den Faserbausch i festzuklemmen. - Gleichzeitig gleitet
ein abnehmbar in der Hülse befestigtes
Messer 7 über die aus Schnur
oder Papier bestehende-Bindung des Bausches i und zerschneidet sie. Wenn man die
Hülse hinunterzieht, springen die Klauen auseinander und lassen den Bausch los,
so daß die Fasern nunmehr auseinanderfallen können. Die Überwurfmutter 21 dient
gleichzeitig dazu, das Messer 7 abnehmbar zu befestigen und desgleichen die Feder
3 abnehmbar zurückzuhalten. Das eine Ende dieser Feder greift in eine Aussparung
27 ein und in Gewindestücke 28 an der Überwurfmutter. Wenn man die Hülse hinunterzieht,
geht die Feder mit herab und läßt den Faserbausch i los, der mit einer dünnen Scheide
umgeben sein kann oder nicht; demgemäß ist das Herausnehmen und Einsetzen der Bäusche
sehr leicht und schnell.
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Um die gebrauchten Bäusche zu sammeln, kann man einen Behälter 29
benutzen, der Wasser enthält und mit einem Deckel 30 überdeckt ist, in dem eine
COffnung 3 i angebracht ist, groß genug, um leicht die Bäusche einzulegen. Wenn
man einen Griff von der Anordnung gemäß Fig. 2 verwendet, ist es vorteilhaft, die
Öffnung 31 mit Spitzen 32 zu versehen, die nach unten gerichtet sind und
die dazu dienen, den gebrauchten Bausch festzuhalten, wenn man den Pinsel in den
Behälter einführt und wieder zurückzieht. Der Bausch trennt sich dann von dem Griff
und fällt ins Wasser. Wenn der Griff die Messer 7 nicht enthält, ist es vorteilhaft,
in dem Behälter unter der Öffnung 3 1 eine Rolle 33 anzuordnen, die mit Zähnen
34 und kreisförmigen Messern 35 ausgerüstet ist und die man von außen durch eine
Kurbel 36 bewegen kann. Die Zähne 34 ergreifen die Fasern des Bausches, den man
in die Öffnung steckt, und die Messer verteilen diese Fasern.
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Verwendet man einen Handgriff mit federnden Klauen gemäß Fig. 4 bis
6, so kann man einen Behälter 37 (Fig. 8) aus Glas oder anderem Stoff benutzen,
in dem eine schwimmende Drehscheibe 38 angeordnet ist. Wenn man den Pinselbausch
unter Zurückziehung der beweglichen Hülse herabfallen läßt, genügt es, die Stange
39 zwischen den Fingern zu drehen, um ein Verstreuen -der Fasern zu bewirken.