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Vorrichtung zur ununterbrochenen Destillation und Rektifikation von
Spiritus und anderen flüchtigen sowie von vergorenen Flüssigkeiten. Bei Vorrichtungen
zur ununterbrochenen Rektifikation von Alkohol u. dgl. bzw. zur ununterbrochenen
Destillation und Rektifikation von vergorenen Flüssigkeiten ist es bekannt, in Verbindung
mit der Rektifikationssäule Behälter anzuordnen, welche als »Akkumulatoren« d. h.
zur Aufnahme und zum Durchfluß der aus dem Rektifikator kommenden 1#achlaufprodukte,
dienen.
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Bei der den Gegenstand der Erfindung bildenden Vorrichtung wird ebenfalls
ein solcher zur Aufnahme und zum Durcbfluß der Endprodukte dienender Behälter, »Stabilisator«
genannt, unterhalb der Rektifikationssäule so angeordnet, daß er die Rückläufe aus
der Rektifikationssäule erhält. Das Wesen der Erfindung besteht nun darin, daß dieser
Behälter mit einem- Kühlsystem zum Kühlen des Rücklaufs versehen ist und daß ferner
auf dem Behälter eine Säule angeordnet ist, welche mehrere Platten aufweist, die
den Rücklauf aufnehmen, der aus .der Rektifikationssäule nach der Kühlung im Behälter
in die Säule fließt. Hierdurch wird eine große Menge hochprozentigen Alkohols im
abgekühlten Zustande erzielt und die direkte Kondensaton des größten Teiles der
Nachlaufprodukte, Fuselöle usw., bewirkt. Gleichzeitig wird auch dadurch die Höhe
des ganzen Apparates bedeutend vermindert.
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In der Zeichnung veranschaulichen die Fig. i und 2 die gesamte zur
kontinuierlichen Destillation und Rektifikation dienende Anlage und die Fig. 3 den
Stabilisator in größerem Maßstabe schematisch. Die zu bearbeitende Flüssigkeit gelangt
zunächst in einen Behälter mit gleichbleibenden Niveau N und von hier durch einen
das Speiseventil beeinflussenden Regler T genau abgemessen nach dem oberen Teil
der Reinigungssäule B für Vorprodrukte, durchfließt hier eine Abteilung nach der
anderen und tritt am unteren Ende aus, um nach der Säule A zu gelangen.
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Der Reiniger B wird entweder mit Dampf, welcher der Destillationssäule
A unten entnommen wird, oder mit Frischdampf unter Zuhilfenahme eines Dampfreglers
beheizt.
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Die mit dem Vorprodukt gesättigten Dämpfe gelangen aus dem oberen
Teil der Reinigungsvorrichtung B nach einer besonderen zur Konzentration der Vorprodukte
dienenden Säule C, welche von der Reinigung; säule B vollständig getrennt ist und
mit ihr nur durch ein Rohr in Verbindung steht, in welchem sich ein Regelungshahn
X befindet, um den aus der Reinigungssäule ausströmenden Dampf regeln zu können.
Infolge dieser Anordnung kann man nach Belieben den in der Reinigungssäule B herrschenden
Druck ändern, ohne daß dadurch der Vorgang in der Konzentiationssäule C beeinflußt
wird. Durch mehr oder weniger starkes Öffnen des Hahnes kann man die Ausströmmenge
des in die Konzentrationssäule C stiömenden Dampfes regeln, wobei. man es vollständig
in der Hand hat, in der Reinigungssäule B eine Temperatur und einen Druck aufrechtzuerhalten,
die genügen um die Reinigung der Vorprodukte in .vollständiger Weise zu bewirken.
Da die Konzentrations-.
Säule C ständig mit einer regelmäßigen Menge
von Dämpfen von konstanter Zusammensetzung gespeist wird, to werden die Unreinigkeiten
auf den Platten vollständig abgeschieden. Hierdurch wird weiter ermöglicht, eine
Extraktion von ätherischen Bestandteilen vorzunehmen, welche sich ungefähr in der
Mitte der Säule C konzentrieren. Diese Bestandteile werden ununterbrochen aus de:
Reinigungssäule infolge der hohen Temperatur ausgetrieben, können sich dort nicht
ansammeln und deswegen auch die Rektifikationssäule nicht verunreinigen. Die aus
der Konzentra-Conssäule C in den Kondensator-Analy ator D gelangenden Vorprodukte
durchfließen nach der Konzentration eine Kühlschlange L, von wo sie zum Probierglas
fließen, welches zwecks regelrechten Abstichs mit einem Hahn versehen ist. Ungefähr
in. der Mitte der Konzentrations,äule nimmt man eine Extraktion des Äthers vor,
welcher einer kleinen, auf dem Tische der Probiergläser vorgesehenen Kü:_lschlange
r zugeführt wird.
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Zur Klärung der Endprodukte gelangt die von den Vorprodukten befreite
Flüssigkeit aus dem unteren Teil der Reinigungssäule B in den oberen Teil der Säule
A. Die in dieser Säule vollständig vom Alkohol befreite Flüssigkeit gelangt in eine
Wärmeaustauschvorrichtung M, um von hier aus in den Ablauf zu fließen.
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Die mit den Endprodukten beladenen Alkoholdämpfe strömen aus der Säule
A nach dem unteren Teil eines »Stabilisators« EF, welcher den eigentlichen Gegenstand
der Erfindung bildet.
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Dieser Stabilisator für die Endprodukte besteht aus einem Reiniger
E, welcher auf einem Behälter F angeordnet ist. Letzterer ist, um eine bestimmte
Kühlung der Flüssigkeit zu bewirken, entweder mit einer von Wasser durchflossenen
Kühlschlange oder mit einem röhrenförmigen Kühlkörper versehen. Der obere Teil des
Reinigers E ist von der Rektifikationssäule H vollständig getrennt. Der untere Teil
der Rektifikationssäule H (s. Fig.3) ist unter Zuhilfenahme eines Rohres i mit dem
unteren Teil des Kühlbehälters F bei 2 verbunden. Der obere Teil des Behälters F
ist bei 3 unter Vermittlung des Rohres io mit dem oberen Teil des Reinigers E bei
und endlich der Reiniger E durch e:n Rohr g mit der Lutterkolonne verbunden. Der
aus dem unteren Teil der Rektifikationssäule H heraustretende Rücklauf gelangt durch
das Rohr i, 2 in den Behälter F, wo er bis zu einer bestimmten Temperatur abgekühlt
wird, darauf aus diesem Behälter durch 3, 1o, q. nach dem oberen Teil des Reinigers
E. Aus dem abgekühlten Rücklauf wird in dem Reiniger E der größte Teil der Öle durch
Kondensation abgeschieden; diese Öle können .durch gähne 8, 7 entfernt werden. Da
die oberhalb des Reinigers E vorgesehene Rektifikationssäule H alkoholiEche Dämpfe
erhält, die frei von Öl sind, arbeitet sie fast auf ihrer ganzen Höhe rektifizierend,
wobei die Alkoholqualität im hohen Grade verbessert wird. Diese Anordnung bringt
also den doppelten Vorteil mit sich, daß man im unteren Teil des Apparates, ohne
dessen Höhe zu vergrößern, eine Reserve an hochprozentigem Alkohol besitzt, die
genügend groß ist, um einen augenblicklichen Mangel auszugleichen, und daß andererseits
diese auf eine bestimmte Temperatur abgekühlte Alkoholmenge das Hindurchgehen der
Öle verhindert.
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Gegenüber den bis jetzt bekannten Einrichtungen weist also die vorliegende
Vorrichtung den Unterschied auf, daß der mit einer Kühlvorrichtung versehene Behälter
F sich unterhalb einer ReinigungskamnierE befindet, welche aus dem Behälter die
abgekühlte Flü##sigkeit aufnimmt. Der Behälter F wird hierbei durch den Rücklauf
aus der Rektifikationssäule H gespeist, wodurch eine größere Alkoholreserve erzielt
wird. Die Verbindung der Teile E und F bildet daher gewissermaßen einen Stabilisator
für die Nachprodukte infolge des großen aufgespeicherten Alkoholvolumens, welches,
in die Platten der Säule E eindringend, . sich dem Durchgang der Öle widersetzt.
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Hierbei kann der Reiniger E auch in anderer Weise angeordnet sein.
Er könnte saht dem Kühlbehälter F von der Rektifikationssäule B getrennt werden,
ohne daß an der Art und Weise der Röhrenverbindung etwas geändert wird. Die aus
dem Reiniger der Endprodukte entweichenden Alkoholdämpfe gelangen durch ein Verbindungsrohr
. in die Rektifikatiorissäule H, von wo sie dann in den unteren Teil des selbsttätig
wirkenden Kondensator-Analysators I strömen.
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Die weitere Klärung vollzieht sich dadurch, daß die in sehr hohem
Grade mit Atherteilchen beladenen Alkoholdämpfe, die sich im Verlaufe der Rektifikation
bilden könnten, den Kondensator-Analysator I am oberen Teil verlassen und unten
in einen ebensolchen Kondensator-Analysator J eintreten. Hier wird fast der gesamte
Alkohol kondensiert und fließt auf die Platten der Klärvorrichtung K, in deren unterer»
Teil eine Heizschlange vorgese'ren ist. Die hierbei erfolgende Verdampfung reißt
den erwähnten Äther rnit, welcher durch den Analysator J und durch den Kühler L
unter Zuhilfenahme einer Rohrsehlxtige nach dem entsprechenden Pröbierglas fließt.
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Der vorstehend beschriebene Stabilisatorkann auch in Anlagen zur unmittelbaren
Destillation und Rel@,tifikation' vorn- Wein verwandt werden, wie dies die .Fig.
2 zeigt.
Bei dieser Vorrichtung wird das Reinigungsgefäß B für das
Phlegma nach Fig. r zum Reiniger B für den' Wein, wie Fig. 2 erkennen läßt, wobei
der Reiniger in diesem Falle unmittelbar auf die Destillationssäule A für den Wein
aufgesetzt und nicht, wie im ersten Falle, von der Säule A getrennt ist.
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Der «'ein, dessen Zufluß durch den Speiseregler T geregelt wird, tritt
in den oberen Teil des Reinigers B der Vorprodukte ein, gelangt bis in den unteren
Teil desselben und fließt von da durch einen >;Überlauf in die eigentliche Destillationssäule.
Die Destillationsdämpfe gelangen in den Reiniger B der Vorprodukte, wobei ein Teil
dieser Dämpfe zur Beheizung des Reinigers dient und die im Wein enthaltenen Vorprodukte
mitnimmt. Ein an dem Ausflußrohr des Reinigers B vorgesehener Hahn X regelt den
Abfluß de. die Vorprodukte enthaltenden Dämpfe nach der zur Konzentration derselben
dienenden Säule C. Der Verlauf der Reinigung -ist derselbe wie bei der oben beschriebenen
ununterbrochenen Rektifikation des Phlegmas.
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Die aus der Destillationssäule A austretenden Dämpfe werden in den
Reiniger E für die Endprodukte geleitet. Die Rückläufe aus der Rektifikationssäule
und aus dem Reiniger E kehren in die Säule A zurück, um dort von neuem bearbeitet
zu werden.
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Alle andern Teile der Vorrichtung arbeiten in derselben Weise, wie
dies bei der Vorrichtung zur ununterbrochenen Rektifikation des Phlegmas. beschrieben
wurde.