DE3127035A1 - "verfahren zum druckluftstrahlen" - Google Patents
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Description
Gesthuysen & Leutwein β
81.130.re
Essen, den 7. JuIi 1981
der Firma betreffend ein
Paten tan m e Id u η g
Ernst Peiniger GmbH Unternehmen für Bautenschutz
Am Funkturm 2 4300 Essen 1
"Verfahren zum Druckluftstrahlen"
Patentanwälte · Dipl.-lng. Hans Dieter Gesthuysen · Dipl.-Phys. Dr. Klaus Leutwein
Essen 1, Huyssenailee 15, Telefon: 02 01/23 3917, Telex: 08/57 9990
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Druckluftstrahlen, wobei ein körniges
Strahlmittel in einen Tragluftstrom eingebracht und durch den Tragluftstrom gefördert, beschleunigt und gegen eine zu behandelnde Oberfläche geblasen
wird und ein mit einem flüssigen, die Körner des Strahlmittels benetzenden Zusatzstoff, insbesondere Wasser, beladener Zusatzluftstrom dem
mit dem Strahlmittel beladenen Tragluftstrom zugegeben wird, insbesondere in den mit dem Strahlmittel beladenen Tragluftstrom injiziert wird.
Bei dem zuvor beschriebenen bekannten Verfahren zum Druckluftstrahlen wird
ein sogenanntes "Feuchtstrahlen" angestrebt (vgl. die DE-OS 27 24 318); die einzelnen Körner des Strahlmittels sollen mit dem Zusatzstoff so umhüllt
werden, daß der beim Auftreffen auf die zu behandelnde Oberfläche aufgrund zerplatzender Körner des Strahlmittels sich entwickelnde Staub gebunden wird.
Abgezielt wird somit bei dem bekannten Verfahren auf ein früher als "Sandstrahlen"
und heute häufig als "Freistrahlen" bezeichnetes Verfahren, das
aufgrund der Umhüllung der Körner des Strahlmittels mit dem Zusatzstoff weder ein Trockenstrahlen noch ein Naßstrahlen ist, sondern vielmehr im
Zwischenbereich zwischen beiden Verfahren anzusiedeln ist.
Die Zugabe des Zusatzstoffes, insbesondere Wasser, erfolgt dabei so, daß
einerseits die Umhüllung der einzelnen Körner des Strahlmittels nach dem Auftreffen praktisch schon verdunstet ist, so daß kein Zusatzstoff abläuft,
daß andererseits aber die geringe Umhüllung der Körner des Strahlmittels ausreicht, um eine Staubbildung weitgehend zu unterdrücken, so daß zum
Arbeitsschutz beigetragen wird, weil die Gefahr der typischen Berufskrankheit "Staublunge" deutlich verringert ist. Das bekannte Verfahren zeichnet
sich durch einen geringen Wasserverbrauch aus und läßt sich somit wie das bekannte Trockenstrahlen - Sndstrahlen mit trockenem Sand - einsetzen, weil
Abführeinrichtungen für anfallendes Wasser od. dgl. nicht erforderlich sind.
Bei der praktischen Durchführung des zuvor beschriebenen bekannten Verfahrens
hat sich gezeigt, daß eine gleichmäßige Anfeuchtung aller Körner des Strahl-
mittels im austretenden Strahl nicht immer mit Sicherheit vorliegt. Bei Versuchen
haben sich häufig die im Mantelbereich des austretenden Strahls befindlichen Körner als ausreichend angefeuchtet, die innen im Strahl liegenden
Körner jedoch als viel zu trocken gezeigt, so daß diese Körner beim Auftreffen auf die zu behandelnde Oberfläche unerwünscht viel Staub hervorriefen.
Im übrigen hat sich bei anderen Versuchen gezeigt, daß sich der flüssige Zusatzstoff an den Innenwandungen des benutzten Strahlgeräts niederschlug,
also nicht im erwünschten Umfang von den Körnern des Strahlmittels aufgenommen wurde.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, das bekannte Verfahren dahingehend auszugestalten
und weiterzubilden, daß bei geringstem Verbrauch an flüssigem Zusatzstoff eine möglichst gleichartige Anfeuchtung aller Körner des Strahlmittels
im gesamten Strahl erreicht wird. Anders ausgedrückt wird eine genau dosierte Umhüllung jedes einzelnen Strahlmittelkorns, unabhängig von
seinem Ort im Trag luftstrom, angestrebt.
Das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem diese Aufgabe gelöst ist, ist zunächst
dadurch gekennzeichnet, daß im Injektionsbereich der Druck des Zusatzluftstromes
etwa eineinhalbmal bis zweieinhalbmal, vorzugsweise zweimal so hoch ist wie der Druck des Tragluftstroms. Der zuvor angegebene Druckunterschied
zwischen dem Zusatz luftstrom und dem Tragluftstrom gewährleistet,
daß der flüssige Zusatzstoff einerseits tief genug in den Tragluftstrom eindringt,
andererseits aber den Tragluftstrom nicht durchschießt und sich nicht lediglich an der Innenwand des verwendeten Strahlgerätes niederschlägt.
Im angegebenen Parameterbereich wird eine gute Zerstäubung des flüssigen Zusatzstoffs erzielt, es stellt sich der erwünschte geringe
Wasserverbrauch ein. Dabei erweist sich die Staubbindung als sehr günstig.
Nach der Bernoulli-Gleichung setzt sich der Gesamtdruck eines strömenden
Mediums zusammen aus der Summe von statischem Druck und Staudruck. Sofern also der Tragluftstrom und/oder der Zusatzluftstrom über eine Düse in den
Injektionsbereich eingespeist werden, empfiehlt es sich, die Staudrücke
der beiden Luftströme im angegebenen Verhältnis zu halten. (Der Staudruck ist bekanntlich das Maß für die kinetische Energie des strömenden Mediums,
also ein direktes Maß für die Strömungsgeschwindigkeit.) Bei den angegebenen Staudruckverhältnisses wird eine ausreichende Durchmischung von Tragluftstrom
und Zusatzluftstrom erreicht, die zur gewünschten Übernahme des flüssigen Zusatzstoffes durch die Körner des Strahlmittels führt.
Abgestellt wurde bislang auf die Drücke und somit indirekt auf die Geschwindigkeiten
von Tragluftstrom und Zusatzluftstrom, nicht aber auf die tatsächlichen Geschwindigkeiten der Körner des Strahlmittels bzw. des flüssigen
Zusatzstoffes. Diese Geschwindigkeiten liegen jedoch stets unterhalb der Geschwindigkeit des sie tragenden Tragluftstroms bzw. Zusatzluftstroms,
so daß sich die gewünschte Durchmischung ergibt. Dabei ist es jedoch besonders vorteilhaft, wenn die in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführte
Menge an Tragluft etwa dem 1,4-fachen bis 2,5-fachen, insbesondere dem 1,7-fachen bis 2,2-fachen der in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich
zugeführten Menge an Strahlmittel entspricht. Bei diesen Mengenverhältnissen wird unter Berücksichtigung der angegebenen Druckverhältnisse eine optimale
Durchmischung beider Luftströme erreicht; weder quetscht ein Luftstrom den
anderen ab, noch ist die im Zusatz luftstrom zugeführte Luftmenge so groß,
daß sie die Beladung des austretenden Strahls an Strahlmittel und damit die Fähigkeit dieses Strahls, eine Oberfläche effektiv zu behandeln, entscheidend
verringert. Weiterhin wird die in Flugrichtung der Körner des Strahlmittels gemessene Länge des Injektionsbereiches in vernünftigen Grenzen
gehalten, falls der Winkel zwischen dem Tragluftstrom und dem Zusatzluftstrom nicht zu klein gewählt wird. Relativ kurze Injektionsbereiche haben
den Vorteil, daß die verwendeten Strahlgeräte nicht zu lang werden.
Unter den zuvor angegebenen Bedingungen hat es sich als optimal herausgestellt,
wenn die in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführte Menge an Zusatzstoff,
also insbesondere Wasser, etwa 1/20 bis 1/30, vorzugsweise 1/25 der
in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführten Menge an Tragluft entspricht.
Diese Menge an Zusatzstoff reicht einerseits aus, um im gesamten Querschnitt des Tragluftstroms die Körner des Strahlmittels ausreichend
anfeuchten zu können, ist andererseits aber nicht so hoch, daß überschüssiger, flüssiger Zusatzstoff anfällt, der sich entweder im Strahlgerät oder
auf der zu behandelnden Oberfläche niederschlägt und abgeführt werden muß.
Somit bleibt der Verbrauch an flüssigem Zusatzstoff, z. B. an Wasser, wie angestrebt, begrenzt.
Um die Körner des Strahlmittels in der gewünschten Weise, also mögliehst dünn
und ringsum auf ihrer gesamten Oberfläche anfeuchten zu können, empfiehlt es sich, je nach dem Werkstoff des Strahlmittels, die einzelnen Körner vor der
Zugabe des flüssigen Zusatzstoffes mit einem Benetzungsmittel, insbesondere
einem hydrophilen Material zu überziehen. Weiterhin wird die Anfeuchtung der Körner des Strahlmittels durch eine zusätzliche Relativbewegung zwischen
den Körnern des Strahlmittels und dem feinverteilten Zusatzstoff verbessert.
Dies kann durch außermittiges Einleiten des Tragluftstroms in den Zusatz-1uftstrom
erfolgen; die Körner des Strahlmittels können in Drehbewegungen, insbesondere in schraubenlinienförmig verlaufende Bewegungen versetzt werden
oder auch eine Eigendrehung erhalten. Durch diese Relativbewegungen wird erreicht,
daß die gesamte Oberfläche jedes einzelnen Korns des Strahlmittels erreicht wird, obwohl die Zusammenführung von Trag luftstrom und Zusatzluftstrom
zwangsläufig in einem gewissen Winkel, zumindest einem Winkelbereich erfolgt und aufgrund dieser Zusammenführung lediglich eine teilweise Benetzung
der einzelnen Körner zu erwarten ist.
Zur Druchführung des oben beschriebenen Verfahrens eignet sich eine Vorrichtung,
wie sie in der DE-OS 27 24 318 beschrieben ist. Der Offenbarungsgehalt dieser Offenlegungsschrift wird ausdrücklich zum Offenbarungsgehalt der hier
vorliegenden Patentanmeldung gemacht. In Abänderung des bekannten Strahlgeräts wird jedoch zusätzlich vorgeschlagen, die Injektionskanäle für den mit
dem flüssigen Zusatzstoff beladenen Zusatz luftstrom nicht im Bereich der
s /
Engstelle der Venturi-Düse münden zu lassen, sondern vielmehr - in Flugrichtung
der Körner des Strahlmittels gesehen - vor dieser Engstelfce anzuordnen.
Vor dem engsten Düsenquerschnitt haben die Körner des Strahlmittels noch eine geringe Geschwindigkeit und bewegen sich deshalb während der für
das Anfeuchten benötigten Zeit nur auf einer kurzen Strecke. Dadurch kann eine gleichmäßige Anfeuchtung erreicht werden. Die Ansaugwirkung im geringsten
Düsenquerschnitt ist ohnehin nicht notwendig, weil der Zusatzluftstrom mit Überdruck eingespeist wird.
Der Strahldruck des Zusatzluftstroms liegt typischerweise im Bereich von
10 bis 30 bar. Mit diesen Druckwerten wurden zufriedenstellende Ergebnisse
erzielt.
Schließlich ist es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren noch vorteilhaft, die
Zugabe von Strahlmittel mit der Zugabe des mit dem Zusatzstoff beladenen Zusatz luftstroms zwangszukoppeln. Dadurch kann nur dann Strahlmittel in einen
Düsenbereich eingeleitet werden, wenn zugleich ein ausreichend mit Zusatzstoff beladener Zusatzluftstrom vorhanden ist. Auch bei Bedienungsfehlern
ist es nicht möglich, ohne Zugabe des flüssigen Zusatzstoffs zu arbeiten, insbesondere also mit trockenem Strahlmittel zu arbeiten. Der durch das
Feuchtstrahlen erzielte Arbeitsschutz stellt sich also stets ein und ist auch durch Bedienungsfehler nicht auszuschalten. Dabei sorgt die Zwangskopplung zudem für eine ausreichende Beladung des Zusatzluftstromes mit
dem flüssigen Zusatzstoff, um die anfallenden Staubmengen stets ausreichend binden zu können.
Claims (10)
1.JVerfahren zum Druckluftstrahlen, wobei ein körniges Strahlmittel in einen
Tragluftstrom eingebracht und durch den Tragluftstrom gefördert, beschleunigt und gegen eine zu behandelnde Oberfläche geblasen wird und ein mit einem
flüssigen, die Körner des Strahlmittel benetzenden Zusatzstoff, insbesondere Wasser» beladener Zusatz luftstrom dem mit dem Strahlmittel beladenen Tragluftstrom
zugegeben wird, insbesondere in den mit dem Strahlmittel beladenen Tragluftstrom injiziert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß im Injektionsbereich der Druck des Zusatzluftstroms etwa eineinhalbmal
bis zweieinhalbmal * vorzugsweise zweimal so hoch ist wie der Druck des Tragluftstroms.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Staudruck des
Zusatz1uftstroms im Injektionsbereich etwa eineinhalbmal bis zweieinhalbmal,
vorzugsweise zweimal so hoch ist wie der Staudruck des Tragluftstroms.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der
Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführte Mendje an Tragluft etwa dem 1,4-fachen
bis 2,5-fachen, insbesondere dem 1,7-fachen bis 2,2-fachen der in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführten Menge an Strahlmittel entspricht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführte Menge an Zusatzstoff etwa 1/20 bis 1/30, vorzugsweise 1/25 der in der Zeiteinheit dem Injektionsbereich zugeführten Menge an Tragluft entspricht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
vor der Zugabe des Zusatzstoffes das körnige Strahlmittel mit einem Benetzungsmittel,
insbesondere einem hydrophilen Material überzogen wird.
Gesthuyseii & Leütvi/ein ■.. 3127035
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Staudruck des Zusatzluftstroms im Bereich von 10 bis 30 bar liegt.
7; Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zugabe von Strahlmittel mit der Zugabe des mit Zusatzstoff beladenen Zusatzluftstroms zwangsgekoppelt ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit dem Zusatzstoff beladene Zusatzluftstrom außermittig zum Tragluftstrom in den Tragluftstrom eingespeist wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit dem Strahlmittel beladene Tragluftstrom mit einer Drehbewegung um seine Flugrichtung versehen in den Injektionsbereich eintritt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Injektion des mit dem Zusatzstoff beladenen Zusatzluftstroms in Flugrichtung
des Tragluftstroms gesehen vor einer Düsenverengung erfolgt.
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