DE311309C - - Google Patents

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DE311309C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06QDECORATING TEXTILES
    • D06Q1/00Decorating textiles
    • D06Q1/06Decorating textiles by local treatment of pile fabrics with chemical means

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVi 311309 -. KLASSE 8n. GRUPPE
Beim Pressen von ■ Mustern in Plüsch,
Sammet und ähnlichen Stoffen durch Nieder-
. legen eines Teiles der Polfäden oder des Flors besteht die Schwierigkeit, daß der niedergelegte Plüsch oder Flor sich allmählich wieder aufrichtet, so daß das eingepreßte Muster wieder verschwindet. Bleibt der Stoff trocken, so geht diese Rückbildung nur sehr langsam vor sich, in Gegenwart von Feuchtigkeit schon schneller und fast augenblicklich ■ unter der unmittelbaren Einwirkung von Wasser oder Dampf. Dieser letzte Umstand zwingt überdies dazu, das Färben vor dem Pressen vorzunehmen, so daß man
!5 niemals ungefärbte, gepreßte Stücke auf Lager nehmen kann, um sie bei Auftrag in einer bestimmten Farbe zu färben.
Es ist also von Bedeutung, sämmetartige Stoffe derart durch Pressen mustern zu können, daß die Feuchtigkeit auf die Musterung keinen Einfluß mehr hat. In dieser Hinsicht hat man bereits versucht, einen Erfolg zu erzielen mit z. B. Plüsch mit langem Flor. Man preßt bei mäßig hoher Temperatur und unter mäßigem Druck, dann wird ungefähr der noch stehende Flor in halber Länge abgeschnitten oder abrasiert und der Stoff gedämpft. Die Folge hiervon ist, daß der im Muster niedergelegte Flor sich wieder aufrichtet, und weil er zweimal so lang ist als der abgeschnittene Flor, so läßt er das Untergewebe, das.dazu zweckmäßig gefärbt ist, weniger durchscheinen. Man erhält in dieser Weise zwar einen Erfolg, der jedoch gegen die auf die übliche Weise erhaltene Musterung weit zurücksteht.
Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man nach der ersten Pressung eine zweite Pressung in entgegengesetzter Richtung vornimmt, wodurch j etzt die Härchen der Muster und ihre Umgebung in, entgegengesetztem Sinne niedergelegt und hiernach mittels Walzen und Dämpfen (oder Kochen) fixiert werden, wie bei Velours de Naples ,üblich. Beim Färben richtet sich dann der Flor zum Teil wieder auf, wodurch dann bei der schrägen Lage der Härchen zueinander ein gewissermaßen damastähnlicher. Effekt erzielt wird, der j edoch von der üblichen Musterung durch Pressen sehr verschieden ist.
Die Erfindung will nun erreichen, daß das durch Pressen erzeugte Muster Feuchtigkeit vertragen kann; sie erreicht es dadurch, daß der Stoff vorher mit einer alkalischen Flüssigkeit getränkt wird. Das Pressen findet dann bei feuchter bis nasser Beschaffenheit des Stoffes mittels eines heißen Preßeisens (oder in ähnlicher Weise mittels einer Walze) so langsam statt, daß der (Stoff nach dem Pressen trocken bis feucht ist. Durch das Zusammenwirken der alkalischen Flüssigkeit mit Hitze und Druck hat dann der niedergelegte Flor· die Eigenschaft verloren, sich wieder' aufrichten zu können.
Auf diese Weise braucht man bei Verarbeitung und Benutzung des Stoffes den Einfluß der Feuchtigkeit nicht mehr zu fürchten, man kann auch nach dem Pressen die Stoffe färben, ohne daß der Preßeffekt verschwindet. Weil das Färben bei Kochhitze stattfindet, kann man daraus auf einen guten Erfolg der Behandlung schließen.
Es ist jedoch nicht immer erforderlich,
ίο Plüsch derartig zu pressen, daß der niederliegende Flor vollkommen wagerecht liegt. Bisweilen wird verlangt, daß nur mäßig gepreßt ist, also nicht zu heiß und unter zu großem Druck. Derartige Arbeit, bei der das Muster nur wenig sichtbar ist, nennt man »Altpressen«. Wenn man dabei das frühere Preßverfahren befolgt, werden derartige »alte« Muster auf die Dauer immer »älter«, bis sie endlich fast gar nicht mehr sichtbar sind. Das wird aber nicht beabsichtigt; es ist also ein Übelstand des bisherigen Preß-, Verfahrens, daß man es gar nicht in der Hand hat, zu bestimmen, wie weit das »älter werden« gehen kann.
Nach der vorliegenden Erfindung ist es aber möglich, durch Wahl einer zweckmäßigen Alkalität den Plüsch während des Fressens und darauffolgenden Färbens so zu beeinflussen, daß der Flor bis zu einem gewissen Grade sich wieder aufrichtet und man also den gewünschten Grad des »Alters« erhält, der einen Gleichgewichtszustand des Flors darstellt, der sich nachher nicht mehr ändert.
Der gewünschte Grad der Alkalität kann nicht vorher — in Form einer Vorschrift — gegeben werden. Man bestimmt ihn. durch Proben.
Ist die Flüssigkeit, mit der getränkt wird, nicht genügend alkalisch, dann bleibt der Effekt aus, ist sie zu stark alkalisch, dann können die Plüsche beim Pressen vernichtet werden, weil die Widerstandsfähigkeit der verschiedenen Faserstoffe gegen Erhitzung in einer alkalischen Umgebung in der folgenden Reihenfolge abnimmt: Baumwolle, Leinen, Brennesselfaser, Jute, Seide, Mohair und Wolle. Bei der Wahl der Alkalien, mit deren Lösung" der Stoff getränkt wird, muß dafür Sorge getragen werden, daß niemals ein derartiger Grad der Alkalität erreicht wird, daß die Fasern zerstört werden. Hieraus ist also ersichtlich, daß es sich im vorliegenden Falle nicht um die Anwendung eines bekannten Verfahrens _ handelt, bei dem gerade die Zerstörung der Fasern beabsichtigt wird.
Das Mindestmaß der Alkalität ist abhängig von der Art Plüsch (Mohair, Wolle, Seide, Baumwolle, Jute usw.), doch auch von der Bindungsweise. Wenn der Flor in der Form eines V im Grundgewebe gebunden ist, fällt er viel leichter um und bleibt besser liegen als wenn er in W-Form eingewebt ist. Ferner ist die Biegsamkeit des Grundgewebes von großer' Bedeutung.
Man kann die alkalische Flüssigkeit in sehr verschiedener Weise herstellen. Die naheliegendste Art und Weise: eine Lösung von Natriumhydroxyd ist meistens nicht praktisch, weil man dann zu sehr von der Konzentration abhängig ist und die Flüssigkeit Kohlensäure aufnimmt. Besser sind alkalische Salze wie Soda, Wasserglas, Borax, Seifen u. dgl.
Der Feuchtigkeitsgrad sowie der Alkalitätsgrad ist abhängig von den übrigen Umständen. Dabei spielt die Erhitzungsweise der Preßwalze eine große Rolle, ebenso der Druck. Nun sollen sowohl Temperatur und Druck der Walze wie ' Feuchtigkeitsgrad so gewählt werden, daß nach dem Pressen der Plüsch liegt. Ist der Stoff zu naß oder die Walze zu kalt oder der Preßdruck zu gering, dann hat man nicht den gewünschten Erfolg.' Da bisweilen die Walzen mit Dampf, andere mit Bolzen, noch andere mit Gas erhitzt werden, so ist es klar, daß keine bindende Vorschrift gegeben werden kann. Auch die Geschwindigkeit des Fressens, also die Dauer der. Behandlung ist von Bedeutung; so wird man mit einer sehr heißen Walze schneller arbeiten können und, um Beschädigung vorzubeugen, müssen, als mit einer weniger heißen Walze.
Man kann den Feuchtigkeitsgrad dadurch regeln, daß man den Stoff nach dem Tränken mehr oder weniger kräftig auspreßt oder, die Feuchtigkeit absaugt. Es ist einleuchtend, daß auch der Feuchtigkeitsgrad ebenso wie Dauer und Temperatur des Pressens benutzt werden können, um gegebenenfalls den Grad des »Alters« der Muster zu regeln.
Eine andere Regelung des Feuchtigkeitsgrades kann man erzielen durch Zufügung hygroskopischer Stoffe, darauf folgt das Tränken, Trocknen und an der Luft wieder Feuchtwerdenlassen, schließlich das Pressen.
Als Ausführungsbeispiel, das einen guten Erfolg erzielt, wird die Tränkung des Plüsches mit einer Lösung vorgeschlagen, die 10 Gramm Natriumcarbonat und 10 ecm gewöhnlicher Ammoniakflüssigkeit auf den Liter enthält; hiernach ist der Stoff auszupressen, bis er sein eigenes Gewicht an Flüssigkeit behalten hat. Danach wird mit einer erhitzten Walze so langsam gepreßt, daß die niedergelegten Teile nach dem Pressen gerade trocken sind.
Weil bis jetzt gepreßter Plüsch nicht feuchtecht ist, ist die Färbung nach dem Pressen unmöglich, wenn man die Muster erhalten will. Nach dem neuen Verfahren
kann die Färbung nach der Musterung mit Erfolg stattfinden. Man tränkt, preßt und spült die verwendete Lösung,aus; dann kann gefärbt werden.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, das man der Einwirkung der alkalischen Flüssigkeit auf den gefärbten Stoff vorbeugt. Diese Einwirkung könnte zur Folge haben, daß die Farbe heller wird; weil bei Mischfarben alle Farben ' nicht ebensoviel heller werden, könnte man auch unerwünschte Farbenänderung erhalten. Hat man also vor dem Pressen in der gewünschten Farbe gefärbt, dann ist man nicht sicher, daß nach dem Pressen und Spülen die Farbe noch die richtige ist. Überdies ändert sich auch bei einigen Farbstoffen der Ton durch Einwirkung von alkalischen Stoffen. Dies kann jedoch durch Spülung mit angesäuertem Wasser verhindert werden. Erwünscht ist das jedoch nicht, und darum ist es vorzuziehen, erst zu pressen und dann zu färben. Man weiß dann auch sicher, daß der Plüsch feuchtecht ist. Bei Velours de Naples, bei dem der Flor vollständig vor dem Pressen niedergelegt wird, findet man bisweilen den Übelstand, daß der Flor nicht ausreichend niedergelegt wurde.
»Tränkt man mit alkalischer Lösung und legt dann den Flor nieder usw., dann bleibt der Flor besser liegen, wodurch der Glanz schoner wird. Dieser Unterschied zeigt sich besonders beim Färben von nicht ausreichend nie-■ dergelegten Stücken; wenn dann zu lange gefärbt wird, richtet sich der Flor zum Teil wieder auf und das ist, besonders wenn es nicht gleichmäßig über das ganze Stück stattfindet außerordentlich häßlich.
Weil eine alkalische Flüssigkeit mehr oder weniger emulgierende Eigenschaften hat, welche durch Verwendung von geeigneten alkaiischen Salzen bis zu einer gewünschten. Höhe gesteigert werden können, z. B. durch Verwendung von Ammoniumcarbonat, Borax, Wasserglas, Seifen usw., so kann man auch in dieser Flüssigkeit Fette, Wachs, Paraffine u. dgl. emulgieren, wobei es zweck- .· mäßig ist, bei der Wahl der alkalischen Salze zu berücksichtigen, welche Fette usw. man anwenden will und umgekehrt. Damit erhält der Plüsch »fettartige« Eigenschaften, wodurch er, ohne direkt fettig Oder klebrig zu sein, doch besser Feuchtigkeit ertragen kann.
Verwendet man Ammoniaksalze nicht flüchtiger Säuren, dann verschwindet beim Pressen das Ammoniak und die Säure bleibt; wenn man dafür Sorge trägt, daß diese Säure, nicht leicht Wasser aufnimmt, was bei Ammoniakseifen der Fall ist (»Seife« hier in dem allgemeinsten technischen Sinne gemeint), dann gibt man auch den Fasern diese Eigenschaft, wodurch die Wirkung der alkalischen Flüssigkeit unterstützt wird.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zum feuchtechten Pressen von Plüsch, Sammet und ähnlichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffe vor dem Pressen mit einer alkalischen Flüssigkeit getränkt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in der alkalischen Flüssigkeit Fette, Wachs und dergleichen Stoffe emulgiert.·
DENDAT311309D Active DE311309C (de)

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