DE30273C - Verfahren und Apparat zur Herstellung von Papierstoff aus Holz und sonstigen Faserstoffen - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung von Papierstoff aus Holz und sonstigen FaserstoffenInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21D—TREATMENT OF THE MATERIALS BEFORE PASSING TO THE PAPER-MAKING MACHINE
- D21D1/00—Methods of beating or refining; Beaters of the Hollander type
- D21D1/20—Methods of refining
- D21D1/22—Jordans
Landscapes
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Description
KAISERLICHES
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PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierfabrikation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. April 1884 ab.
Das vorliegende Verfahren besteht darin, dafs die Holzmasse (Sägespäne, Hobelspäne und
sonstige Abfälle) in einem Apparat gleichzeitig einem Kochprocefs und einer mechanischen
Bearbeitung unterworfen und hierdurch ein reiner, langfaseriger Holzstoff erhalten wird.
Der hierbei benutzte Apparat ist auf beiliegender Zeichnung in. Fig. 1 im Verticalschnitt,
in Fig. 2 im Horizontalschnitt nach a-a dargestellt. Derselbe besteht aus einem dampfdicht
geschlossenen Cylinder A, dessen Innenwand geglättet ist und in welchem eine centrale
Achse H rotirt, die mehrere Platten mit Gabelarmen J trägt. In diesen Gabeln sind stellbare
Achsenlager angeordnet; die Stellschrauben N derselben sind jedoch durch Federn
mit den Lagern verbunden. Letztere nehmen die Drehachsen P von Walzen K auf, welche
bei der Rotation der Welle H auf der Innenfläche des Cylinders A herumrollen und, je
nachdem die Rotation schneller oder langsamer erfolgt, durch die Centrifugalkraft mehr oder
minder stark gegen dieselbe geprefst werden. Statt der federnden Achsenlager kann auch die
in den Fig. 3 und 4 dargestellte Construction angewendet werden. Die Walzen K sind hier
einfach mit einer weiten Bohrung D versehen und sitzen lose auf den in den Armen J befestigten
Drehachsen P, so dafs sie bei der Rotation durch die Centrifugalkraft gegen die
Cylinderwand geprefst werden und dabei eine mehr oder minder excentrische Lage zu ihren
Achsen P einnehmen.
In den Cylinder A mündet ein Dampfzuleitungsrohr T.
Das Arbeitsverfahren ist folgendes:
Der Cylinder A wird durch den auf dem Deckel befindlichen Fülltrichter mit einem entsprechenden Quantum Säge- oder Hobelspäne oder anderen Holz- oder sonstigen FaserstoffstUcken gefüllt und Wasser hinzugefügt, so dafs die Masse in dem Behälter schwimmt. Darauf wird derselbe dampfdicht geschlossen und durch das tangential einmündende Rohr T Dampf eingelassen, welcher jedoch unter einem Druck von mindestens 3Y2 Atmosphären stehen mufs. Durch den Dampfstrom wird die Masse in eine rotirende Bewegung versetzt, dabei allmälig erhitzt und einem der Dampfspannung entsprechenden Druck ausgesetzt. Die Masse erlangt hierdurch eine derartige Zähigkeit, dafs ein Bruch der Fasern durch die Behandlung mit den Walzen nicht mehr/eintreten kann. Der Masse kann von vornherein etwas Kalk, Soda oder Potasche zugesetzt werden, da hierdurch die betreffenden Fasern nicht nur noch geschmeidiger, sondern auch von allen Verunreinigungen befreit werden. Die Masse bleibt der beschriebenen Dampfeinwirkung so lange ausgesetzt, bis sie für genügend zähe, geschmeidig und fest befunden wird. Es dauert dies durchschnittlich 2 Stunden. Dann wird die Masse während weiterer 2 Stunden durch die Walzen K leicht bearbeitet. Die Antriebswelle, welche mittelst eines Zahnradvorgeleges die Cylinderwelle H mit den Gabeln / und Walzen K in Rotation versetzt, ist hierzu mit zwei verschieden grofsen Riemscheiben C versehen, so dafs durch Einschalten der gröfseren Riemscheibe die Welle if mit den Walzen nur
Der Cylinder A wird durch den auf dem Deckel befindlichen Fülltrichter mit einem entsprechenden Quantum Säge- oder Hobelspäne oder anderen Holz- oder sonstigen FaserstoffstUcken gefüllt und Wasser hinzugefügt, so dafs die Masse in dem Behälter schwimmt. Darauf wird derselbe dampfdicht geschlossen und durch das tangential einmündende Rohr T Dampf eingelassen, welcher jedoch unter einem Druck von mindestens 3Y2 Atmosphären stehen mufs. Durch den Dampfstrom wird die Masse in eine rotirende Bewegung versetzt, dabei allmälig erhitzt und einem der Dampfspannung entsprechenden Druck ausgesetzt. Die Masse erlangt hierdurch eine derartige Zähigkeit, dafs ein Bruch der Fasern durch die Behandlung mit den Walzen nicht mehr/eintreten kann. Der Masse kann von vornherein etwas Kalk, Soda oder Potasche zugesetzt werden, da hierdurch die betreffenden Fasern nicht nur noch geschmeidiger, sondern auch von allen Verunreinigungen befreit werden. Die Masse bleibt der beschriebenen Dampfeinwirkung so lange ausgesetzt, bis sie für genügend zähe, geschmeidig und fest befunden wird. Es dauert dies durchschnittlich 2 Stunden. Dann wird die Masse während weiterer 2 Stunden durch die Walzen K leicht bearbeitet. Die Antriebswelle, welche mittelst eines Zahnradvorgeleges die Cylinderwelle H mit den Gabeln / und Walzen K in Rotation versetzt, ist hierzu mit zwei verschieden grofsen Riemscheiben C versehen, so dafs durch Einschalten der gröfseren Riemscheibe die Welle if mit den Walzen nur
in langsame Rotation versetzt wird und damit auch die Centrifugalkraft der letzteren und ihr
Druck auf die Cylinderwand bezw. die an derselben befindliche Masse nur ein geringer
ist. Die Walzen sind so angeordnet, dafs sie fast die ganze Cylinderfiäche bestreichen. Dabei
kann nur eine oder mehrere Reihen über einander angeordneter Walzen K vorgesehen sein.
Infolge der federnden Lagerung ihrer Achsen gleiten die Walzen ohne jede Betriebsstörung
über etwaige härtere Theile und sonstige Unregelmäfsigkeiten leicht hinweg.
Nach dieser leichten Bearbeitung legt man den Antriebsriemen auf die kleine Riemscheibe
und versetzt somit die Walzen K jetzt in eine schnellere Rotation.
Die Holzmasse wird nun sowohl durch den Dampfstrom als auch durch die schnell rotirenden
Achsenarme und die Walzen in dem Cylinder herumgeschleudert bezw. auf die Wandfläche
vertheilt und hier nach und nach dünner und dünner geprefst und zerfasert, ohne dafs
dabei infolge der bereits erlangten Geschmeidigkeit der Fasern ein Brechen derselben eintreten
kann. Da der Walzendruck infolge der schnellen Rotation ein bedeutender ist und die in dem
Cylinder herumgeschleuderten Fasern immer wieder unter die Walzen gelangen, so tritt allmälig
eine Lockerung und schliefslich eine vollständige Trennung der einzelnen Fasern ein.
Die Holzmasse kann auch ohne Zusatz eines Alkali bearbeitet werden und die Zähigkeit der
Fasern nur durch die Wirkung des Dampfes erzielt werden. Der Arbeitsprocefs erfordert
alsdann jedoch eine entsprechend längere Zeit.
Claims (2)
1. Das Verfahren, aus Holz oder anderen Faserstoffen einen langfaserigen, gut verfilzbaren
Papierstoff dadurch herzustellen, dafs die betreffenden Stoffe in einem geschlossenen,
Wasser oder Lauge enthaltenden Behälter zunächst der Einwirkung von hochgespanntem Dampf unterworfen und
hierdurch geschmeidig gemacht und dann in demselben Behälter durch vertical gelagerte
Walzen oder Kugeln zerfasert werden, welche durch die bei ihrer Rotation entstehende Centrifugalkraft gegen die innere
Wandung des Behälters geprefst werden.
2. Zur Ausübung des durch Anspruch i. gekennzeichneten
Verfahrens eine Mahlvorrichtung, bestehend aus einem dicht verschliefsbaren,
mit einem Dampf behälter in Verbindung stehenden Behälter A, in welchem eine centrale Achse H rotirt, die
Arme / trägt, zwischen welchen in federnden, verstellbaren Lagern eine oder mehrere
Reihen Walzen K gelagert sind.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30273C true DE30273C (de) |
Family
ID=306407
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT30273D Expired - Lifetime DE30273C (de) | Verfahren und Apparat zur Herstellung von Papierstoff aus Holz und sonstigen Faserstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE30273C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE924492C (de) * | 1952-07-13 | 1955-03-03 | Polygraph Pama Veb | Zerfaserungsmaschine zum Aufschluss von Faserstoffen |
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- DE DENDAT30273D patent/DE30273C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE924492C (de) * | 1952-07-13 | 1955-03-03 | Polygraph Pama Veb | Zerfaserungsmaschine zum Aufschluss von Faserstoffen |
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