DE29863C - Verfahren und Apparate zum Telegraphiren - Google Patents
Verfahren und Apparate zum TelegraphirenInfo
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Description
KAISERLICHES
Vorliegende Erfindung betrifft namentlich diejenige Klasse von elektrischen Telegraphen, bei
welcher die Nachrichten durch die Anzahl, Dauer und Art von elektrischen Stromimpulsen
angegeben werden, weniger diejenige Klasse, bei welcher die elektrischen Ströme oder Impulse
zum Betriebe eines Mechanismus dienen, der die betreffende Nachricht druckt. Indessen
kann die Erfindung auch bei Apparaten der letzteren Klasse Anwendung finden. Bisher
verwendete-man elektrische Stromimpulse von verschiedener Länge, Dauer und Zahl und
in mannigfachster Zusammenstellung zur Angabe der verschiedenen Buchstaben des Alphabets
oder sonstiger Zeichen und bildete dadurch Wörter, welche die telegraphische Nachricht
repräsentiren. Diese die Hauptlinie durchfliefsenden Ströme geben die Buchstaben und "Wörter
entweder durch Eindrücke an, welche sie auf einem Papierstreifen herstellen, oder unmittelbar
durch die Bewegungen des Ankers eines durch sie erregten Elektromagneten. Die Ankerbewegungen
werden in diesem Falle in Töne umgesetzt, oder, wie es in submarinen Kabelsystemen
der Fall ist, durch die Bewegungen von einer Galvanometernadel reflectirter Lichtstrahlen,
welche Einrichtung den gewöhnlichen Elektromagneten substituirt wird. In welcher
Form aber auch die telegraphische Nachricht zum Ausdruck gebracht werden mag, stets hat
man bisher zu diesem Zwecke Stromimpulse benutzt, welche sich durch ihre Länge, ihre
Dauer oder Polarität unterscheiden, und diese repräsentiren dann entweder einzeln oder
in Zusammenstellung die verschiedenen Buchstaben des Alphabets oder andere Zeichen von
bestimmter Bedeutung.
Nach dem vorliegenden Verfahren kann nun schneller und mit geringerem Aufwände von
Kosten telegraphirt werden als nach den bisherigen Methoden, indem eine geringere Anzahl
von getrennten elektrischen Strömen oder Stromimpulsen benutzt wird, durch welche zugleich
die schädlichen Wirkungen vermieden werden, die mit der sogenannten statischen Ladung
und Entladung der Hauptlinie verbunden sind.
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, dafs die Alphabetbuchstaben in getrennte, unabhängige
Gruppen getheilt werden, am besten in sieben Gruppen, deren jede durch einen besonderen elektrischen Strom oder eine Zusammenstellung
von Strömen repräsentirt wird. Dabei werden die einzelnen in einer Gruppe enthaltenen Buchstaben durch das Zeitintervall
angegeben, welches nach der Bezeichnung der einen Gruppe bis zur Bezeichnung der folgenden
Gruppe verstreicht. Die Anzahl der Zeiteinheiten dieses Intervalls bezeichnet jedesmal
die Stellung des betreffenden Buchstabens in der ersteren Gruppe. Nach Erfordern kann der
den Empfangsapparat bedienende Telegraphist mit Hülfe eines Metronoms oder eines anderen
regulirbaren Zeitmessers die jedesmalige Anzahl der Zeiteinheiten bestimmen.
Die Bezeichnung der Gruppen kann stattfinden durch Ströme entgegengesetzter Polarität, Ströme
von verschiedener Stärke oder verschiedener Dauer, oder durch Ströme, welche durch verschieden
lange Zeitintervalle getrennt sind.
Die besondere Art der Benutzung der Ströme ist abhängig von den jeweiligen besonderen
Umständen. Durch den Uebertragungsapparat können diese Ströme in einer für die Angabe
der Gruppen und der Stellung der Buchstaben in denselben geeigneten Weise übertragen
werden. Dem Beamten am Empfangsapparat bezeichnen im vorliegenden Falle die von den
Strömen hervorgerufenen Wirkungen nach einander die betreffenden Gruppen und die Intervalle
zwischen den die Gruppen bezeichnenden Strömen oder Stromzusammenstellungen die betreffenden
Buchstaben.
Werden elektrische Ströme verschiedener Polarität verwendet, was namentlich bei submarinen
Telegraphenkabeln und anderen längeren Telegraphenlinien gute Resulate liefert, so kann
der Uebertragungsapparat zweckmäfsig in der Weise eingerichtet werden, dafs ein Stromschliefsungsarm
unter in zwei concentrischen Kreisen angeordneten Tasten in Drehung versetzt wird, wobei die gleichnamigen Tasten
beider Reihen auf denselben Radien angeordnet sind. Die beiden Reihen werden beziehentlich
mit den positiven und den negativen Polen zweier Batterien oder einer anderen passenden
Elektricitätsquelle verbunden. Ein elektrischer Strom von entsprechender Polarität kommt
dann zur Uebertragung, wenn man eiae Taste in eine der beiden Reihen in die Bahn des Stromschliefsungsarmes
niederdrückt. Die Drehungsgeschwindigkeit des letzteren kann regulirt werden und die Zeit, welche beim Verrücken
dieses Armes von einem Tastenpaare nach dem nächstfolgenden verstreicht, ist für die ganze
Umdrehung die gleiche. Auf der Empfangsstation wird ein zur Bezeichnung der Polarität
der Stromimpulse geeigneter Apparat, beispielsweise ein Reflexionsgalvanometer, durch die positiven
und negativen Ströme in Action versetzt, der dann einen reflectirten Lichtstrahl, je nach
Polarität des Stromes, nach der einen oder anderen Richtung hin wirft. Irgend ein passender
Apparat, beispielsweise ein Metronom, welches derart abregulirt ist, dafs es jedesmal,
wenn ein Paar Tasten an dem Stromschliefsungsarme vorbeirückt, einmal schwingt, kann zu dem
Zwecke angewendet werden, dem Beamten am Empfangsapparate die Messung der Zeiteinheiten
zwischen den auf einander folgenden Signalgruppen zu ermöglichen.
Ein passender Apparat, mittelst dessen der Beamte die Buchstaben, wie sie nach einander
angegeben werden, von Hand registriren kann, , ist aufserdem auf der Empfangsstation angebracht,
und zwar am zweckmäfsigsten derart, dafs die reflectirten Lichtstrahlen direct auf das
Tastenbrett des Apparates geworfen werden. Die Buchstabengruppen können auch noch auf
andere Art bezeichnet werden. Den positiven Stromimpulsen können Ströme oder Stromimpulse
von bestimmter Stärke und den negativen Strömen von vermehrter oder verminderter
Stärke substituirt werden. Dieselben können durch zwei Weckapparate, die den betreffenden
Stromstärken entsprechend adjustirt sind, angegeben werden.
Andererseits kann es manchmal erwünscht sein, zur Bezeichnung der Gruppen Ströme zu
verwenden, von welchen die einen eine Dauer haben, welche von der Dauer der anderen verschieden
ist, also'solche Ströme, wie sie z. B. beim Morse-Apparat zur Herstellung der Punkte
und Striche auf dem Papierstreifen benutzt werden. Solche Ströme können direct auf
chemisch präparirtes Papier übertragen und später von dem Beamten übersetzt werden.
Selbstverständlich kann man hierzu irgend einen automatischen Uebertragungsapparat verwenden,
beispielsweise kann die Nachricht in einen Papierstreifen eingedrückt und dieser nachher
unter einem passenden Uebertragungsstift fortgezogen werden.
Das Alphabet wird zweckmäfsig in sieben Buchstabengruppen getheilt. Kommen zur Bezeichnung
derselben positive und negative Stromimpulse zur Anwendung, so wird die erste
Gruppe durch einen einfachen positiven Stromimpuls bezeichnet, die zweite durch einen einfachen
negativen Impuls. Die dritte Gruppe wird bezeichnet durch einen positiven Impuls,
dem ein negativer folgt. Die vierte Gruppe umgekehrt durch einen negativen Impuls, dem
ein positiver folgt. Zwei positive Impulse mit zwischenliegendem negativen Impuls bezeichnen
die fünfte Gruppe und zwei negative mit zwischenliegendem positiven Impuls die sechste.
Endlich wird die siebente Gruppe durch mit einander abwechselnde zwei positive und zwei
negative Stromimpulse bezeichnet. Die Zusammensetzung der Buchstabengruppen richtet
sich natürlich am besten danach, wie häufig durchschnittlich in gewöhnlichen Sätzen die
einzelnen Buchstaben vorkommen, denn es empfiehlt sich fur diejenigen Gruppen, deren
Buchstaben am häufigsten gebraucht werden, sich kürzerer Zeichen zu bedienen. Aus dieser
Rücksicht werden die Buchstaben zweckmäfsig in folgenden Gruppen mit vorangesetzten Nummern
eingetheilt:
i. EAIO. 2. NUTS. 3. CHPL.
4. BYRD. 5. WMFG. 6. K G Q V.
7. XZ.
Bei einer derartigen Vertheilung der Buchstaben in numerirte Gruppen kann man offenbar
weiter jeden einzelnen Buchstaben mach der Stellung bezeichnen, die er in seiner Gruppe
einnimmt. So ist z. B. der Buchstabe E der erste, der Buchstabe A der zweite, / der dritte
und O der vierte Buchstabe in der Gruppe 1. Die Zeit, welche daher nach Bezeichnung einer
bestimmten Gruppe verstreicht, bevor das Zeichen
für die folgende Gruppe übertragen wird, bezeichnet dem Beamten am Empfangsapparat
irgend einen bestimmten Buchstaben in jener Gruppe. Unter dieser Voraussetzung also, dafs
die Buchstaben durch Zeiteinheiten bezeichnet werden, welche nach Uebertragung der Gruppenzeichen
verstreicht, und dafs diese Einheiten durch ein Metronom angegeben werden, ist folgende Zeichentabelle aufgestellt, worin die
voranstehenden Zeichen die Gruppen angeben, die folgenden die Zeiteinheiten oder Metronomschwingungen.,
welche die Buchstaben bezeichne».
ι. + · e
2.. — · η
— · · u
.t
.t
3· + — -c
—h- ■ · · · T)
■4·
Y "J
> m
"f
"f
— .k
— +
1 q
• χ
Soll beispielsweise das Wort »Ink« übertragen werden, so wird ein einziger positiver Stromimpuls
zur Bezeichnung der ersten Gruppe in die Linie gesandt. Diesem folgt nach dem Verstreichen
von drei Zeiteinheiten ein einziger negativer Impuls. Diese drei Zeiteinheiten
geben den dritten Buchstaben der ersten Gruppe an, also den Buchstaben »2«, und zugleich bezeichnet
der einzige negative Impuls die zweite Gruppe. Nach dem Verstreichen einer Zeiteinheit
wird durch zwei negative mit zwischenliegendem positiven Stromimpulse der erste Buchstabe »»«in der zweiten Gruppe und gleichzeitig
die sechste Gruppe als diejenige bezeichnet, welche den nächstfolgenden Buchstaben
enthält. Die einzige vor dem nächsten Stromimpulse verstreichende Zeiteinheit bezeichnet endlich
den letzten Buchstaben t>k<i dieser sechsten
Gruppe. Irgend eine passende Zusammenstellung von Strömen kann zur Bezeichnung der Interpunktionen und Absätze dienen, zwei
positive Ströme z. B. zur Bezeichnung der Vollendung eines Alinea, zwei negative zur Bezeichnung
der Vollendung eines einfachen Satzes u. s. w. Es wird hervorgehoben, dafs zur Bezeichnung
der Gruppen stets entweder einzelne Stromimpulse benutzt werden oder mehrere Stromimpulse von alternirender Polarität, und
dadurch wird jede nachtheilige Wirkung einer statischen Ladung in der Hauptlinie oder dem
Kabel vermieden, denn bekanntlich wird durch die Wirkung eines einem Strome von bestimmter
Polarität folgenden Stromes von entgegengesetzter Polarität die statische Ladung in einem Leitungsdrahte
neutralisirt, die anderenfalls der Unterbrechung des vorhergegangenen Stromes folgt.
Die Zeit, welche zwischen der Bezeichnung von irgend zwei auf einander folgenden Buchstabemgruppen
verstreicht, ist ausreichend, um den letzten Strom zu entladen, bevor die nächste Gruppe bezeichnet wird. Will man
elektrische Ströme verschiedener Stärke zur Bezeichnung der verschiedenen Gruppen verwenden,
so kann dieselbe Gruppirung beibehalten werden; den positiven Strömen werden dann
Ströme von gegebener Stärke substituirt und den negativen Strömen solche von einer
gröfseren oder geringeren Stärke. Diese Ströme von verschiedener Stärke können nach Belieben
von der gleichen oder entgegengesetzten Polarität sein. Gleicherweise kann man einen Strom
von bestimmter Dauer an Stelle eines positiven Stromes benutzen, und einen Strom von anderer
bestimmter Dauer an Stelle eines negativen, wo immer diese Ströme bei dem beschriebenen
Verfahren zum Telegraphiren benutzt werden.
Auf beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht Fig. ι eine schematische Gruppirung von Einrichtungen
zum Telegraphiren nach dem bezeichneten Verfahren, die speciell für submarine Telegraphic bestimmt ist. Fig. ia, 2, und 3 zeigen
Details der Construction des Uebertragungsapparates und Metronoms. Fig. 4 veranschaulicht
schematisch eine Telegfapheneinrichtung, bei welcher Ströme von verschiedener Stärke
verwendet werden.
Das Tastenbrett A, Fig. 1, ia und 2, eines
Uebertragungsapparates enthält zwei concentrische isolirte Reihen B1 B2 von Uebertragungstasten.
Diese Reihen sind durch Leitungsdrähte 1 und 2 mit zwei Batterien Ex bezw, E2 verbunden,
deren andere Pole durch Draht 3 Erdänschlufs haben. Die Tasten der beiden Reihen
B1B2 sind in radialer Richtung angeordnet, und
in der einen sowohl als in der anderen Reihe liegen die Tasten in gleichen Abständen von einander.
Der unter den Tasten sich drehende Stromschliefsungsarm F hat Anschkifs an eine
Kabelleitung L und empfängt seine Drehung am besten von einem Elektromotor. Jede
Taste sitzt, wie aus Fig. 2 ersichtlich, auf einem Stifte mit unterem abgerundeten oder
abgeschrägten Ende, welches für gewöhnlich durch eine in einen Einschnitt/2 des Stiftes eintretende
Feder frei über der Bahn des Armes F liegend erhalten wird. Drückt man aber auf
eine der Tasten, so dafs ihr unteres Stiftende in die Bahn des Armes F eintritt, so schlägt
■dieser dagegen und dadurch wird nicht nur die elektrische Stromleitung der einen oder anderen
Batterie Ex oder E^, je nachdem die Taste in
der Reihe B1 oder £2 liegt, an die Hauptlinie L
angeschlossen, sondern es wird dadurch die Taste auch wieder in ihre Normalstellung gedrückt,
ohne dafs die Bewegung des Armes unterbrochen wird.
' Die mittelst Druckes auf die Tasten in die Hauptlinie übertragenen Ströme durchfliefsen
auf der Empfangsstation die Drahtwindungen eines Reflexions - Galvanometers G bekannter
Construction. Die Bewegungen der Galvanometernadel werden durch die einem Lichtstrahle
ertheilten Bewegungen sichtbar gemacht, welcher auf einen von der Achse der Nadel
getragenen Spiegel g fällt. Ein solcher Lichtstrahl kann dann, wie noch beschrieben wird,
auf ein Tastenbrett reflectirt werden, und je nachdem er rechts oder links abgelenkt wird,
erkennt man, ob der wirksame Strom positiv oder negativ ist. Das dargestellte Galvanometer
besteht aus einem permanenten Magneten^·1, zwischen dessen Polen eine Nadel g 2
leicht beweglich aufgehängt ist. Die Nadel ist von einer Spule aus isolirtem Drahte g3 umgeben,
der parallel zur normalen Nadelrichtung gewickelt ist. Wenn ein Strom von bestimmter
Polarität den Spulendraht durchfliefst, so wird die Nadel nach einer bestimmten Richtung abgelenkt,
ein Strom entgegengesetzter Richtung lenkt die Nadel nach entgegengesetzter Richtung
ab. Der von dem Spiegel g reflectirte Lichtstrahl kommt von einer Flamme g 4 und wird
am besten, wie schon erwähnt, auf ein Tastenbrett P geworfen, kann aber auch von einem
unabhängigen Schirm aufgefangen werden.
An den Bewegungen dieses reflectirten Lichtstrahles kann der Beamte am Empfangsapparate
mit Leichtigkeit die Polarität der Ströme erkennen und danach jederzeit die Buchstabengruppe
bestimmen, welche von dem mit der Uebertragung beschäftigten Beamten gewählt ist.
Nach dem Zeitraum, welcher zwischen der Angabe zweier auf einander folgenden Gruppen
verstreicht, bestimmt er dann den speciellen Buchstaben, welchen der Beamte auf der Uebertragungsstation
wählte.
Mit Hülfe eines Metronoms kann man zweckmäfsig die Zeitintervalle in Zeiteinheiten theilen,
welche gleich der Zeit sind, die verstreicht, wenn der Stromschliefsungsarm von einem
Tastenpaare des Uebertragers nach dem nächstfolgenden vorrückt. Ein solches Metronom ist
auf der Zeichnung mit H bezeichnet. Auf der Peripherie des durch ein Gewicht Λ* mit constanter
Geschwindigkeit in Umdrehung versetzten Rades hx sitzen in gleichen Abständen radial
gerichtete Stifte h%, welche nach einander an
eine schwingende Hemmung A4 anschlagen. Diese besteht aus zwei Zähnen /z5 und A\
welche, in verschiedenen Ebenen liegend, mit der Achse eines Pendels Ar schwingen. Der
Abstand der Enden beider Zähne in der Richtung quer zur Achse des Pendels reicht hin,
uni beim Schwingen des letzteren jedesmal einen Stift A3 durchschlüpfen zu lassen. Ein oberes
Gewicht As und ein unteres Gewicht A9 kann
auf der Pendelstange verschoben und dadurch die Schnelligkeit der unter der Einwirkung des
Rades A ertheilten Schwingung regulirt werden. Die Zahl der Pendelschläge innerhalb eines
Zeitintervalls entspricht unmittelbar der Zahl der Zeiteinheiten.
Auf der Empfangsstation befindet sich aufserdem ein Typendruckapparat passender Construction,
dessen Tastenwerk zweckmäfsig wie bei P angegeben angeordnet ist. Durch die
das Tastenbrett theilende Linie / werden die Tasten in eine rechte und linke Gruppe getheilt.
Die links von p in der unteren Reihe liegenden Tasten repräsentiren, von links beginnend, die
Buchstaben der Gruppe ι, nämlich e α i o. Die Tasten der darüber liegenden Gruppe der Buchstaben
der Gruppe 3, also c A p I; die Tasten in der nächst oberen Reihe die Buchstaben w mfg,
und die Tasten in der oberen Reihe die Buchstaben xz. Die links von der Mittellinie/ liegenden
Tasten repräsentiren die Buchstaben der übrigen Gruppen. Die Gruppen sind rechts und links von
der Mittellinie/ mit der Mafsgabe vertheilt, dafs der erste Stromimpuls zur Gruppenbezeichnung
ein positiver oder negativer ist. Die durch einen positiven ersten Strom repräsentirten
Gruppen befinden sich links und die durch einen negativen ersten Strom angegebenen
rechts von der Mittellinie /. Die auf der Mittellinie angeordneten Tasten/1 und/2 bezeichnen
das Ende eines Satzes bezw. eines Alinea. Auf dem Tastenbrette P befindet sich an passender
Stelle eine ebene Fläche P\ auf welche vom Galvanometer das Licht geworfen wird,
so dafs der Beamte beim Gebrauch der Tasten die Bewegungen des Lichtstrahles leicht verfolgen
kann. Indessen kann hierfür auch ein besonderer Spiegel benutzt werden. In der Praxis
kann der Beamte in manchen Fällen den Spiegel und reflectirten Lichtstrahl entbehren und
einfach die Gruppen durch Beobachten der Bewegungen der Galvanometernadel bestimmen;
denn es kommt offenbar weniger darauf an, das Mafs der Nadelbewegung zu verfolgen, als
vielmehr deren Richtung.
Soweit betrifft die Beschreibung Einrichtungen, bei welchen elektrische Ströme verwendet
werden, die sich von einander durch ihre Polarität unterscheiden.
In folgendem wird noch ein Verfahren mit Bezugnahme auf Fig. 4 beschrieben, bei welchem
elektrische Ströme von verschiedener Stärke Anwendung finden. In diesem Falle
wird eine einzige Batterie £3 an Stelle der Batterien Έ' und £* gesetzt, und der eine Pol
derselben ist durch einen Draht 4 mit der Erde, der andere durch Drähte 5 und 6
Claims (3)
1. Ein Verfahren, zu telegraphiren, darin bestehend,
dafs man verschiedene Gruppen von Buchstaben oder Zeichen durch elektrische
Ströme mit verschiedenen charakteristischen Merkmalen angiebt, und dafs man die einzelnen Zeichen in diesen Gruppen
durch die verschiedene Anzahl von Zeiteinheiten angiebt, welche zwischen den einzelnen,
für die Bezeichnung der Gruppen bestimmten elektrischen Stromgebungen verfliefsen.
2. Ein Verfahren, telegraphische Nachrichten zu übertragen, darin bestehend, dafs man
durch beliebige elektrische Zeichen verschiedene Gruppen von Tasten zur Registrirung
von Buchstaben anzeigt, welche mit den Buchstaben, woraus die Nachricht zusammengesetzt
ist, correspondiren, und dafs man die bestimmte Registrirtaste in einer bezeichneten Gruppe durch das Zeitintervall
bezeichnet, welches von der Bezeichnung einer solchen Gruppe bis zum Beginne eines
folgenden Zeichens verstreicht.
3. Ein Verfahren, auf einem Tastenbrett zur Zeichenregistrirung die einzelnen Tasten
anzugeben, welche mit dem Zeichen correspondiren, aus welchen eine telegraphische
Nachricht zusammengesetzt ist, darin bestehend, dafs man diejenige Seite des
Tastenbrettes, in welchem diese Tasten angeordnet sind, durch erste Zeichen angiebt,
die bestimmte, diese Tasten enthaltende Reihe durch dasselbe erste Zeichen oder eine Combination von einem oder mehreren
anderen Zeichen mit jenem und die bestimmte Taste in der Reihe durch Zeiteinheiten
zur Messung der Intervalle zwischen den Zeichen oder den Zeichencombinationen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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