DE2933017C2 - Bandspeicherantrieb - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bandspeicherantrieb für einen horizontal verfahrbaren Schlingenwagen oder in
einem Schlingenturm vertikal verfahrbaren Rollentisch, insbesondere für Kunststoff-, Papier- oder Metallband,
mit einem Umlaufgetriebe mit auf den Schlingenwagen oder Rollentisch arbeitendem Abtrieb.
Im Ein- und Auslauf von Bandbehandlungsanlagen für beispielsweise Kunststoffbänder, Papierbänder, Metallbänder
od. dgl. mit kontinuierlichem Betrieb im Prozeßteil ist es erforderlich, jeweils einen Bandspeicher
anzuordnen, der die Stillstandszeiten beim Wechseln der Wickelrollen überbrückt. Bei der Behandlung von
Metallbändern kann der Prozeßteil eine Streckanlage, eine Beize, eine Verzinkungsanlage, eine Farbbeschichtungsanlage
od. dgl. sein. Als Bandspeicher kennt man solche in Horizontal-Bauart und in Vertikal-Bauart. Die
Horizontal-Bauart wird mit einem oder mehreren Schlingenwagen ausgeführt, wobei der Bandspeicherantrieb
für den Schlingenwagen regelmäßig über ein Seil mit dem Schlingenwagen verbunden ist und lediglich die
Aufgabe hat, einen möglichst konstanten, eingestellten Bandzug sowohl während des Füllens als auch Entleerens
des Bandspeichers zu halten, um eine ungleichmäßige Bandbehandlung und damit Qualitätsbeeinträchtigungen
zu vermeiden. — Die Vertikal-Bauart eignet sich insbesondere für das Speichern großer Bandlängen.
Sie weist eine Reihe fest angeordneter Rollen und einen vertikal verfahrbaren Rollentisch auf. Je nach Ausführungsform
dieser Bauart ist die fest angeordnete Rollenreihe nach oben und der Rollentisch nach unten verfahrbar
oder umgekehrt. In diesem Fall ist dem Rollentisch ein Bandspeicherantrieb zugeordnet, der den Rollentisch
mit einer einstellbaren Zugkraft entsprechend dem gewünschten Bandzug nach oben bzw. nach unten zieht
Sowohl bei der Horizontal-Bauart als auch bei der Vertikal-Bauart ist dem Bandspeicher ein geschwindigkeitsgeregelter
Bandantrieb im Einlauf vor- und im Auslauf nachgeschaltet Die Geschwindigkeitsdifferenzen
dieser beiden Bandantriebe bestimmt die Geschwindigkeit, mit welcher der Schlingenwagen oder Rollentisch
verfahren werden muß. Der zugeordnete Bandspeicherantrieb muß zwangsläufig seine Drehrichtung in den
jeweiligen Endstellungen umkehren, wenn z. B. der Bandspeicher gefüllt bzw. entleert ist jedoch seine
Wirkrichtung zur Aufrechterhaltung des gewünschten Bandzuges beibehalten. Bei der Umkehr der Drehrichtung
des Bandspeicherantriebs sind bei der bisherigen
t5 Bauart stärkere Zugschwankungen jedoch nicht zu vermeiden. Sie resultieren aus Kommutierungsschwierigkeiten
eines Gleichstromantriebs bei der Drehzahl nahe Null sowie aus unterschiedlichen Reibungsverhältnissen
an den Zahnrädern bei Stillstand und laufendem Getriebe. Die Zugschwankungen können bei empfindlichen
Bändern, wie z. B. Folien, zu Querwellen und schließlich Bandrissen führen. Darüber hinaus erzeugen die
Zugschwankungen Schwingungen, die sich über die gesamte Bandbehandlungsanlage fortpflanzen. Das führt
zu Schwierigkeiten im eigentlichen Prozeßteil, da die erforderliche Prozeßgeschwindigkeit nicht konstant gehalten
werden kann. — Um eine Überhitzung des Bandspeicherantriebs zu vermeiden, läßt man den
Bandspeicherantrieb in der jeweiligen Endstellung mit geringen ± Geschwindigkeiten um eine mittlere Regelstellung
pendeln. Daraus resultieren insbesondere beim Null-Durchgang ständige Zugschwankungen. Ferner
wird durch diese Regelwege das Speichervermögen des Bandspeichers erheblich reduziert.
Im übrigen ist ein Bandspeicherantrieb der eingangs beschriebenen Art bekannt, bei welchem das Umlaufgetriebe
lediglich einen Antrieb, dagegen zwei Abtriebe aufweist, und zwar einerseits für eine Walzenzugvorrichtung
und andererseits für einen Spindelantrieb des Rollentisches. Der Antrieb weist einen Motor auf, der
bei Bedarf verzögert oder angehalten werden kann. Dadurch kann die auf das Umlaufgetriebe arbeitende Motorwelle
verlangsamt werden und bleibt schließlich stehen. Ferner ist ein Betriebszustand vorgesehen, wonach
der Motor die Motorwelle in einer Drehrichtung antreibt, welche der Drehrichtung, wie sie der Motorwelle
über das Umlaufgetriebe von der eigentlichen Antriebswelle erteilt werden kann, entgegengerichtet ist Durch
diese Wirkung des Motors wird auch der Spindelantrieb für den Rollentisch entgegengesetzt gedreht, um den
zuvor hochgefahrenen Rollentisch wieder in die untere Speicherstellung zu verfahren (vgl. DE-GM 75 01 986).
— Diese bekannten Maßnahmen haben zur Lösung der eingangs erläuterten Probleme nicht maßgebend beigetragen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bandspeicherantrieb der eingangs beschriebenen Art zu
schaffen, welcher unter Konstanthaltung des eingestellten Bandzuges überhitzungs- und zugschwankungsfrei
arbeitet.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist der gattungsgemäße Bandspeicherantrieb dadurch gekennzeichnet daß dem
Umlaufgetriebe zwei Antriebe zugeordnet sind, von denen der erste Antrieb mit konstantem einstellbaren
Drehmoment und der zweite Antrieb mit vorgegebener Drehzahl betrieben wird und beide Antriebe bei gleichbleibender
Drehrichtung eine Mindestdrehzahl nicht unterschreiten. — Diese Maßnahmen der Erfindung ha-
ben zur Folge, daß über den ersten Antrieb die Einstellung des jeweils gewünschten Bandzuges und dessen
Konstanthaltung erfolgt, während der zweite Antrieb mit konstanten oder veränderlichen Dreiizahlen betrieben
wird, so daß der Schlingenwagen oder Rollentisch mit einer dem eingestellten Bandzug entsprechenden
Zugkraft unter Beibehaltung der gleichen Wirkrichtung hin- und her- bzw. nach oben und unten gezogen wird.
Während die Drehrichtung beider Antriebe gleichbleibt, wechselt die Drehrichtung des Abtriebs ohne
Veränderung seiner Wirkrichtung. Dadurch, daß beide Antriebe eine Mindestdrehzahl nicht unterschreiten,
und zwar selbst dann nicht, wenn der Abtrieb stillsteht,
werden Kommutierungsschwierigkeiten ebenso wie schwankende Reibungsverhältnisse im Getriebe und eine
Überhitzung des erfindungsgemäßen Bandspeicherantriebes vermieden. Folglich sind nicht länger Zugschwankungen
und daraus resultierende, sich in die gesamte Bandbehandlungsanlage und insbesondere im
Prozeßteil fortpflanzende Schwingungen zu befürchten. Darüber hinaus läßt sich das Speichervermögen des
Bandspeichers optimal ausnutzen. Die Mindestdrehzahl der beiden Antriebe läßt sich in Abhängigkeit von den
jeweiligen Erfordernissen frei bestimmen. Sämtliche Zahneingriffe des Umlaufgetriebes bleiben in ständiger
Rotation, wodurch die Schmierung sichergestellt wird und sich die Reibungsverhältnisse an den Zahnflanken
nicht wesentlich ändern. Die Pendelwege des erfindungsgemäßen Bandspeicherantriebs in seinen jeweiligen
Endstellungen können auf ein Minimum zurückgeführt werden. Dieses Minimum resultiert aus den unvermeidbaren
geringen Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den dem Bandspeicher vorgeschalteten und nachgeschalteten
Bandantrieben. Zwar sind die Geschwindigkeiten dieser beiden Bandantriebe synchron geregelt,
jedoch läßt sich völliger Synchronlauf nur selten erreichen. Im Ergebnis werden ohne Überhitzungserscheinungen
Zugschwankungen, Schwingungen und Nachfedern des Bandspeichers mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Bandspeicherantriebs vermieden. — Darin sind die wesentlichen durch die Erfindung erreichten
Vorteile zu sehen.
Bei dem erfindungsgemäßen Bandspeicherantrieb bzw. dessen Umlaufgetriebe spielt es im Prinzip keine
Rolle, wo die beiden Antriebe und wo der Abtrieb angeordnet werden. Es kann z. B. ein Planetengetriebe mit
Hohlrad, Sonnenrad und Steg verwendet werden, bei dem das Sonnenrad mit vorgegebener Drehzahl und das
Hohlrad mit konstantem Drehmoment betrieben werden, während der Steg den Abtrieb bildet Es kann aber
auch ebensogut der Abtrieb über das Hohlrad erfolgen, wobei das Sonnenrad und der Steg angetrieben werden.
Grundsätzlich eignen sich alle bekannten Bauarten von Umlaufgetrieben in Stirnrad- oder Kegelradausführungen
für den erfindungsgemäßen Bandspeicherantrieb.
Die Erfindung weiterbildende Merkmale sind im folgenden aufgeführt. Grundsätzlich besteht nach Lehre
der Erfindung die Möglichkeit, die Drehzahl des zweiten Antriebs konstant zu halten. Nach bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung ist jedoch vorgesehen, daß die Drehzahl des zweiten Antriebs mit einer von der Abtriebsdrehzahl
abhängigen Drehzahl betrieben wird, die aus der Geschwindigkeitsdifferenz der dem Bandspeicher
vor- und nachgeschalteten Bandantriebe resultiert. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, die
Drehzahl des zweiten Antriebs in Abhängigkeit von der Abtriebsdrehzahl unter Zwischenschaltung eines Reglers
zu regeln. — Grundsätzlich kann das Umlaufgetriebe als einstufiges Getriebe ausgebildet sein. Nach bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung ist jedoch vorgesehen, daß das Umlaufgetriebe als Getriebeendstufe
eines mehrstufigen Getriebes angeordnet ist und dadurch unmittelbar auf den Abtrieb arbeitet, um auch
bei einem mehrstufigen Getriebe die ständige Rotation sämtlicher Zahnräder und dadurch einwandfreie
Schmierung ohne Änderung der Reibungsverhältnisse zu gewährleisten.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert; es zeigt
F i g. 1 eine Bandbehandlungsanlage in schematischer Darstellung,
F i g. 2 einen Bandspeicher für den Gegenstand nach F i g. 1 mit dem Bandspeicherantrieb,
F i g. 3 eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach F i g. 2,
F i g. 4 eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach F i g. 3,
F i g. 5 einen Bandspeicher mit einstufigem Umlaufgetriebe in schematischer Darstellung,
F i g. 6 den Gegenstand nach F i g. 5 mit mehrstufigem Umlaufgetriebe,
F i g. 7 einen Geschwindigkeits- und Drehzahlplan für das Umlaufgetriebe des Bandspeicherantriebs mit konstanter
Drehzahl für das Sonnenrad und
F i g. 8 den Gegenstand nach F i g. 7 mit variabler Drehzahl für das Sonnenrad.
In den Figuren ist eine Bandbehandlungsanlage mit kontinuierlichem Betrieb im Prozeßteil 1 dargestellt. Im
Einlauf und im Auslauf der Behandlungsanlage ist jeweils ein Bandspeicher 3 angeordnet. Bei diesen Bandspeichern
3 kann es sich um eine Vertikal-Bauart mit Schlingenturm 4 und vertikal verfahrbarem Rollentisch
5 gemäß Fig.2 oder um eine Horizontal-Bauart mit einem oder mehreren Schlingenwagen 6 gemäß F i g. 3
handeln. F i g. 4 zeigt einen Schlingenwagen 6 der Horizontal-Bauart für eine Doppelschlinge. Grundsätzlich
können auch Schlingenwagen in Tandemanordnung eingesetzt werden, was nicht gezeigt ist. Jedem Bandspeicher
3 ist ein Bandantrieb 7 vorgeschaltet und nachgeschaltet. Außerdem ist jeder Bandspeicher 3 mit einem
Bandspeicherantrieb 8 ausgerüstet, welcher unter Zwischenschaltung einer Seiltrommel 9, eines Kettenrades
od. dgl. auf den Rollentisch 5 bzw. Schlingenwagen 6 arbeitet und diesen mit einer konstanten Zugkraft, unabhängig
von der wechselnden Drehrichtung des Abtriebs 10, also mit stets gleichbleibender Wirkrichtung
zieht, um einen eingestellten Bandzug in dem den Bandspeicher 3 unter Schlingenbildung durchlaufenden
Band 2 konstant zu halten.
Der Bandspeicherantrieb 8 für den horizontal verfahrbaren Schlingenwagen 6 oder den in dem Schlingenturm
4 vertikal verfahrbaren Rollentisch 5 ist gekennzeichnet durch ein Umlaufgetriebe 11 mit zwei Antrieben
12, 13 und einem Abtrieb 10, bei dem der eine erste Antrieb 12 mit konstantem einstellbarem Drehmoment
und der andere zweite Antrieb 13 mit vorgegebener Drehzahl betrieben wird. Beide Antriebe 12,13 arbeiten
mit gleichbleibender Drehrichtung und werden so betrieben, daß sie eine vorgegebene Mindestdrehzah1
nicht unterschreiten. Auf die Antriebe 12,13 arbeiten Elektromotoren 14 oder Hydromotoren. Vorzugsweise
wird die Drehzahl des zweiten Antriebs 13 mit einer von der Abtriebsdrehzahl abhängigen Drehzahl
betrieben, die aus der Geschwindigkeitsdifferenz der dem Bandspeicher 3 vor- und nachgeschalteten Bandantriebe
7 resultiert. Die Drehzahl des zweiten Antriebs 13
kann in Abhängigkeit von der Abtriebsdrehzahl unter Zwischenschaltung eines Reglers 15 geregelt wenden.
Das Getriebe kann gemäß F i g. 5 als einstufiges oder gemäß Fig.6 als mehrstufiges Getriebe ausgebildet
sein. Im letzteren Fall ist das Umlaufgetriebe 11 als Getriebeendstufe angeordnet und arbeitet dadurch unmittelbar
auf den Abtrieb 10.
Die Geschwindigkeits- und Drehzahlpläne gemäß der F i g. 7 und 8 für das Umlauf- bzw. Planetengetriebe
lassen die verschiedenen Arbeitspunkte der einander zugehörigen Drehzahlen π und Geschwindigkeiten V
von Sonnenrad, Hohlrad und Steg erkennen. In beiden Fällen bildet der Steg den Abtrieb 10. Nach Fig.7 ist
die für das Sonnenrad vorgegebene Geschwindigkeit Vso bzw. Drehzahl nSo konstant. Nach F i g. 8 nimmt die
Geschwindigkeit Vs0 des Sonnenrades um jenes Maß zu,
um welches die Geschwindigkeit VW des Hohlrades abnimmt.
In diesem Fall wird also das Sonnenrad mit variabler Drehzahl und damit variabler Geschwindigkeit
angetrieben. Diese Wechselwirkung zwischen Sonnenrad und Hohlrad führt zu einem besonders anpassungsfähigen
und leistungsgerechten Bandspeicherantrieb 8. — Beide Geschwindigkeits- und Drehzahlpläne lassen
erkennen, daß die Antriebe 12, 13 einerseits ihre Drehrichtung stets beibehalten, andererseits eine Mindestdrehzahl
nmi„ nicht unterschreiten. Im übrigen kann der
Abtrieb 10 ebensogut am Hohl rad erfolgen, während dann das Sonnenrad und der Steg angetrieben werden.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Bandspeicherantrieb für einen horizontal verfahrbaren
Schlingenwagen oder in einem·Schlingenturm
vertikal verfahrbaren Rollentisch, insbesondere für Kunststoff-, Papier- oder Metallband, mit einem
Umlaufgetriebe mit auf den Schlingenwagen oder Rollentisch arbeitendem Abtrieb, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Umlaufgetriebe (11) zwei Antriebe (12,13) zugeordnet sind, von denen
der erste Antrieb (12) mit konstantem einstellbarem Drehmoment und der zweite Antrieb (13) mit
vorgegebener Drehzahl betrieben wird und beide Antriebe (12,13) bei gleichbleibender Drehrichtung
eine Mindestdrehzahl nicht unterschreiten.
2. Bandspeicherantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl des zweiten Antriebs
(13) mit einer von der Abtriebsdrehzahl abhängigen Drehzahl betrieben wird, die aus der Geschwindigkeitsdifferenz
dem Bandspeicher (3) vor- und nachgeschalteter Bandantriebe (7) resultiert.
3. Bandspeicherantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl des zweiten
Antriebs (13) in Abhängigkeit von der Abtriebsdrehzahl unter Zwischenschaltung eines Reglers (15)
geregelt wird.
4. Bandspeicherantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Umlaufgetriebe
(11) als Getriebeendstufe eines mehrstufigen Getriebes angeordnet ist.
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Family
ID=6078485
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