DE293140C - - Google Patents
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Classifications
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- C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
' in NEUSZ.
Zusatz zum Patent 292306.
Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren, demzufolge von Blechabfällen, die mit Kupfer,
Nickel, Zink bzw. deren Legierungen überzogen sind, die betreffenden Metalle durch ammoniakalische
Ammoniumkarbonatlösungen bei Gegenwart von Luft abgelöst werden. Im weiteren Verfolg dieses Verfahrens wurde nun
das folgende Verfahren gefunden, das sich auf das Ablösen von kupferhaltigen Überzugsmetallen,
also auf die Verarbeitung von Eisenabfällen, die mit Kupfer, Kupfernickel oder Messing in irgendeiner Weise überzogen sind,
bezieht. Es hat sich nämlich ergeben, daß beim Ablösen kupferhaltiger Überzüge mit
Hilfe der gedachten ammoniakalischen Lauge und unter Verwendung von Luft die Ammoniakverluste,
welche naturgemäß bei der technischen Durchführung des Verfahrens die Hauptrolle spielen, vermieden werden, wenn man
die Luftzufuhr während des Ablösens derartig regelt, daß die lösende ammoniakalische Lauge
in jeder Phase des Ablöseprozesses, beim Ansäuern z. B. mit Schwefelsäure, einen geringen
Niederschlag von feinverteiltem Kupfer gibt, was jedenfalls auf die Gegenwart von Kupferoxydulsalz
deutet. Nur wenn man den Ablöseprozeß in der Weise leitet, daß diese Bedingung stets erfüllt ist, kann man Ammoniakverluste
vermeiden, die anscheinend bei Außerachtlassung dieser Maßregel dadurch entstehen,
daß die durchgeleitete Luft einen Teil des Ammoniaks oxydiert, wodurch dieser/ für den
Prozeß und für die Wiedergewinnung verloren
: ist. Hieraus ergibt sich natürlich auch, daß die Beendigung der Ablösung scharf an dieser
' Kupferreaktion der lösenden Lauge erkannt werden kann, und daß man sogleich beim
Ausbleiben der Reaktion mit der Luftzufuhr aufhören muß.
Das Verfahren besteht also darin, daß man die Luftzufuhr beim Ablöseprozeß genau einstellt,
wenn die übrigen Reaktionsbedingungen, nämlich: die Menge der zu verarbeitenden
Abfälle, die Konzentration und relative Menge des Lösungsmittels, also die Menge des Ammoniaks
und Ammoniumkarbonats, ferner die Temperatur des Lssebades, sowie die Art der
Berührung der Bleche mit Luft und Lösungsmittel oder mit dem letzteren allein gegeben
sind, oder darin, daß man umgekehrt die anzuwendende Menge der ablösenden Lauge, oder
die Art der Berührung mit Luft, oder die anderen, für die Ablösung maßgebenden Bedingungen
regelt, wenn die anzuwendende Luftmenge gegeben ist, und zwar derartig, daß die alkalische Lösung beim Ansäuern stets
die erwähnte Kupferreaktion zeigt. Da jede der angeführten Reaktionsbedingungen den
Ablöseprozeß mehr oder weniger beeinflußt,
■ und sich also auch die verschiedenen Abfälle,
' je nach Material und Schichtdicke des Überzugs, verschieden verhalten, so verläuft der
29^140
Ablösejfrozeß naturgemäß auch unter verschiedenen/Bedingungen
verschieden schnell. Will /man nun, was von großer Bedeutung ist, ^mmoniakverluste vermeiden, so muß man
gemäß ,vorliegender Erfindung die einzelnen Faktoren, welche die Ablösung beeinflussen,
derartig gegeneinander einstellen, daß in jeder Phase der Ablösung die erwähnte Kupferre-
< aktion eintritt, oder mit anderen Worten, man
ίο· muß sozusagen einen Überschuß an Luft, der
/ ein' Verschwinden dieser Reaktion zur Folge hat, unbedingt vermeiden.
Die Kupferreaktion der alkalischen Lauge beim Ansäuern ist auch noch in anderer Beziehung
ein wichtiges Hilfsmittel zur Durchführung des Verfahrens. Wenn nämlich bei 'dem Ablösen die Menge der ablösenden Lauge
oder der Gehalt an Ammoniak bzw. Ammoniumkarbonat nicht zur Ablösung einer bestimmten
Menge Überzugsmetalle ausreicht, so kann dies ebenfalls an der Kupferreaktion erkannt werden. Es verschwindet dann nämlich
diese Reaktion und es muß daher die Luftzufuhr abgestellt werden. Setzt man nun aber neues Lösungsmittel zu, so tritt die Reaktion
. wieder ein und die Ablösung kann wieder fortgesetzt werden. Man hat also, sofern
man über die Menge des zur Ablösung notwendigen Lösungsmittels von vornherein nicht
im klaren war, bei Wiederholung des Zusatzes in der Reaktion ein Mittel an Hand, um die
Menge des notwendigen Lösungsmittels einwandfrei zu bestimmen, ohne daß man das ganze Ablöseverfahren zwecks Besichtigung
des abgelösten Materials unterbrechen muß. Die Kupferreaktion stellt daher einerseits ein
einwandfreies Mittel zur Erkennung der vollständigen Ablösung dar, und ist anderseits
ein sicheres Merkmal zur Vermeidung von Ammoniakverlusten.
Den mechanischen Teil des Verfahrens kann man in verschiedener Weise ausführen ; so kann
man sich z. B. einer rotierenden Trommel beliebiger Konstruktion bedienen, in welcher
das Material-abwechselnd mit der Lauge und mit durchströmender Luft in Berührung gebracht
wird, oder man kann die Lauge für sich mit Luft in Berührung bringen und diese "dann kontinuierlich über die abzulösenden Abfälle
pumpen. In jedem Falle muß die Luftzufuhr und der Ablöseprozeß so geregelt werden,
daß die Lauge stets beim Ansäuern einer Probe die gedachte Kupferausscheidung gibt.
Selbstverständlich muf3 auch das Ende des Ablöseprozesses sorgfältig mit Hilfe der Kupferreaktion
festgestellt werden, da jede weitere Luftzufuhr beim Ausbleiben der Kupferreaktion
vermieden werden muß.
Regelt man in dieser Weise die maßgebenden Bedingungen relativ zueinander, so läßt sich
die Ablösung der Überzüge von kupferhaltigen Eisenabfällen, insbesondere auch die Ablösung
der Plattierung von kupfernickelplattierten Abfällen, ,· in kürzester Zeit überraschend leicht
und ohne Ammoniakverluste ausführen. Beispielsweise sei angeführt, daß man von einer
Tonne Geschoßhülsenabfälle, wie sie bei der Geschoßfabrikation entfallen, in einer rotierenden
Trommel mit 1 cbm Lauge von einem Ammoniakgehalt von 130 bis 140 kg Ammoniak
und mit so viel Kohlensäure, daß die Lauge 3 bis 50 Be spindelt, in 2 bis 2V2 Stunden die
gesamte Kupfernickelplattierung in Lösung bringen kann, wobei sich die Lauge durch die
Reaktionswärme auf 60 bis 70° erwärmt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Ablösen kupferhaltiger Überzugsmetalle vom Eisen gemäß Patent 292306, dadurch gekennzeichnet, daß man die Ablösung mit Hilfe der ammoniakalischen Ammoniumkarbonatlösungen so leitet, daß die Lauge in jeder Phase der Ablösung eine Kupferreaktion zeigt, die in der Ausscheidung von feinverteiltem Kupfer beim Ansäuern der alkalischen Lösung besteht.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE293140C true DE293140C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=547834
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT293140D Expired DE293140C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE293140C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE756450C (de) * | 1937-07-10 | 1953-04-16 | Kupferwerk Ilsenburg A G | Verfahren zum Aufarbeiten von plattiertem Eisen |
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- DE DENDAT293140D patent/DE293140C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE756450C (de) * | 1937-07-10 | 1953-04-16 | Kupferwerk Ilsenburg A G | Verfahren zum Aufarbeiten von plattiertem Eisen |
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