DE286183C - - Google Patents

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DE286183C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/16Halides of ammonium
    • C01C1/166Ammonium bromide

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-M 286183-KLASSE Mi. GRUPPE
Dr-MAX ISSLEIB in MAGDEBURG. Verfahren zur Gewinnung von Bromammonium. Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. April 1914 ab.
Bisher gewinnt man das Brom als Element aus den bromhaltigen Endlaugen der Kaliindustrie und anderen bromhaltigen Mutterlaugen, indem man dieselben durch Chlor zersetzt, das frei gewordene, gasförmige Brom in geeigneter Weise kondensiert und dasselbe in eine leichter zu handhabende Verbindung (Bromeisen) überführt.
Im Gegensatze hierzu bezweckt das vorliegende Verfahren die direkte Gewinnung von gebundenem Brom, und zwar Bromammonium, aus bromhaltigen Laugen, unter gleichzeitiger Gewinnung des (allerdings nur geringen) Bromgehaltes mancher Steinkohlen.
Versetzt - man ioo kg Steinkohle vor dem Verkoken z. B. mit 5 kg bromhaltiger Endlauge der Kalisalzfabriken, so sind etwa 31Z2 kg Wasser mehr zu verdunsten als bei Verwendung gewöhnlicher Kohle, da die Endlaugen in 100 kg etwa 30 kg fester Substanzen enthalten. Bei der Verkokung der Steinkohle wird erfahrungsgemäß Ammoniak gebildet. Andererseits bestehen die bromhaltigen Mutterlaugen aus einer Reihe leicht löslicher Salze, in denen Chloride überwiegen, aber auch Bromide auftreten. Es ist bekannt, daß diese Chloride und Bromide, insbesondere diejenigen des Magnesiums, sich in der Hitze, unter Abspaltung von Chlor- und Bromwasserstoffsäure, leicht zersetzen. Beim Verkokungsprozeß ist demnach die Bildung von Chlor- und Bromammonium zweifellos, wenn bromhaltige Mutterlaugen zur Befeuchtung der Kohle verwendet werden. Es entsteht entweder ein festes Sublimat dieser Ammoniaksalze, oder dieselben finden sich gelöst in den Wässern der Kondensationsvorlage. Man vereinigt das Sublimat mit dem Kondensationswasser in einem zugleich zum Abdampfen geeigneten Gefäß, löst das Sublimat auf und dampft bei einer Temperatur, welche 60 ° nicht übersteigt, bis zur beginnenden Kristallisation ab. Höhere Temperaturen sind zu vermeiden, weil sich diese Ammoniaksalze leicht zersetzen, und weil namentlich der wertvollere Bromwasserstoff leicht entweicht. Man schleudert von dem auskristallisierten Chlorammonium die Mutterlauge sorgfältig ab, wobei kleine Mengen reinen. Wassers zugefügt werden, um die Mutterlauge möglichst vollständig zu gewinnen; denn dieselbe enthält das in Wasser bekanntlich außerordentlich leicht lösliche Bromammonium neben größeren Mengen von Chlorammonium und anderen Verunreinigungen. Diese Mutterlauge wird in einem geräumigen flachen Gefäße bei etwa 40° zur Trockne unter Rühren eingedampft. Die zurückbleibende Salzkruste trägt man in die 15 fache Gewichtsmenge Alkohol von 95 ° ein, schüttelt das geschlossene Gefäß häufig und filtriert nach 24 Stunden den Alkohol ab. Den Filterrückstand wäscht man nochmals mit zwei Gewichtsteilen Alkohol von 95 Prozent nach, vereinigt Filtrat und Waschflüssigkeit und destilliert zur Gewinnung des in dem Alkohol in gelöstem Zustande befindlichen
Bromammoniums die Mischung ab. Als Rückstand bleibt rohes Bromammonium. Um dasselbe in reine Bromverbindungen überzuführen, wendet man das Verfahren an, durch Einwirkung von Natronlauge auf das rohe Bromammonium, unter gleichzeitiger Gewinnung des Ammoniaks, die Ammoniaksalze in Natronsalze überzuführen. Behandelt man das so aus dem rohen Bromammonium entstandene Gemisch von Natronsalzen abermals mit der 12 fachen Gewichtsmenge Spiritus von 90 Prozent, so geht lediglich das Bromnatrium in Lösung. Dasselbe kann nach Abdestillation des Alkohols und Umkristallisieren des Rückstandes aus Wasser leicht in völlig reinem Zustande gewonnen werden. Von diesem Salze aus kann man auf bekannte Weise leicht sowohl zu freiem Brom als auch zu den übrigen Brom verbindungen gelangen.
Bei dem geschilderten Verfahren kann der Alkohol und das bei der Zersetzung des rohen Bromammoniums durch Natronlauge frei werdende Ammoniak leicht wiedergewonnen werden.
Das vorliegende Verfahren ist deshalb mit geringen Kosten verknüpft; es stellt zweifellos einen technischen Fortschritt in der Bromindustrie dar.

Claims (1)

  1. Pa tent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung von Bromammonium aus den bromhaltigen Endlaugen der Kaliindustrie oder aus anderen bromhaltigen Mutterlaugen und aus bromhaltigen Steinkohlen, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Verkokung dienende Steinkohle mit den betreffenden bromhaltigen Laugen in geeignetem Verhältnisse befeuchtet und hierauf verkokt wird, worauf man das dabei entstehende Sublimat mit den Kondensationswässern vereinigt, die Lösungen bei 60c C abdampft, das auskristallisierte Chlorammon von der bromhaltigen Mutterlauge trennt, letztere bei 40° zur Salzkruste eindampft, mit der 15 fachen Menge Alkohol von 95 ° 24 Stunden in geschlossenem Gefäße bei gewöhnlicher Temperatur behandelt und endlich den Alkohol, der vorwiegend Bromammonium gelöst enthält, abdestilliert. Letzteres kann, durch Behandlung mit Natronlauge und Trennung des entstehenden Gemisches von Natronsalzen mit der 12 fachen Menge Alkohol von 90°, in reines Bromnatrium übergeführt werden, welches allein in Lösung geht und zurückbleibt, wenn der Alkohol abdestilliert wird.
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