DE285259C - - Google Patents

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DE285259C
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urea
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C273/00Preparation of urea or its derivatives, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atoms not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C273/02Preparation of urea or its derivatives, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atoms not being part of nitro or nitroso groups of urea, its salts, complexes or addition compounds
    • C07C273/06Preparation of urea or its derivatives, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atoms not being part of nitro or nitroso groups of urea, its salts, complexes or addition compounds from cyanamide or calcium cyanamide

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bekannt, daß sich aus Cyanamid bei Behandlung mit freien Säuren Harnstoff bildet.
Als Ausgangsmaterial wählt das amerikanische Patent 796713 Natriumcyanamid, das französische Patent 378717 und das deutsche Patent 239309 Calciumcyanamid bzw. Kalkstickstoff.
Diese Verfahren leiden an dem Übelstande der Unwirtschaftlichkeit, da die ganze Basis (bei Kalkstickstoff auch noch der freie Kalk) an Säure, zumeist Schwefelsäure, gebunden werden muß, die daher praktisch verloren geht. Auch erhält man dabei Produkte, welche relativ arm an der gewünschten Stickstoffverbindung sind und eine Reindarstellung des Harnstoffes bzw. seiner sauren Verbindung nur mit Schwierigkeiten gestatten.
Bei einem Verfahren, das zur Herstellung so von Harnstoff Cyanamidlösungen benutzt, wird die Harnstoffbildung durch Einwirkung von Katalysatoren (kolloidale Stoffe, z. B. Mangansuperoxydhydrat usw.) erreicht.
Die bekannten chemischen Tatsachen:
i. Bildung von Harnstoff aus Cyanamid mit freien Säuren, also auch Salpetersäure:
2 CNN H2 + 2 H2O + 2 HNO3
= 2CO(NH2)2.HNO;
2. die Schwerlöslichkeit der salpetersauren Verbindung des Harnstoffes in Wasser oder Salpetersäure sind allein nicht ausreichend, um darauf ein technisch brauchbares Gewinnungsverfahren des salpetersauren Harnstoffes aus wässerigen Lösungen zu basieren.
Versucht man nach obiger Gleichung mit verdünnter Lösung bzw. Säure zu operieren, so kann man wohl ohne weiteres die Bildung von salpetersaurem Harnstoff beobachten.
Verwendet man jedoch so konzentrierte Lösungen von Cyanamid bzw. von Salpetersäure, daß nach Maßgabe der Lösungsfähigkeit der gebildeten Verbindung in dem vorhandenen Wasser eine Ausfällung der Verbindung eintreten könnte, so mißlingt die Operation regelmäßig, indem unter Gasentwicklung (CO2, N2O) das Cyanamid bzw. der Harnstoff zerstört wird.
Es wurde nun gefunden, daß sich die Reaktion bei Einhaltung bestimmter Bedingungen glatt durchführen läßt.
Kühlt man das Reaktionsgemisch während seiner Herstellung sorgfältig und ausreichend, so gelingt es, jede Gasentwicklung hintanzuhalten und nicht nur in der Lösung salpetersauren Harnstoff zu bilden, sondern diese Verbindung auszufällen, ohne daß ein wesent-
licher Verlust stattfindet. Man hat es durch Wahl möglichst hoher Konzentrationen in der Hand, die Menge der Mutterlauge auf ein Minimum zu reduzieren und fast die ganze Menge angewandten Cyanamide in Form von Harnstoffnitratniederschlag zu erhalten.
In einem konkreten Falle kann man demnach folgendermaßen vorgehen: Cyanamidlösung wird in bekannter Weise aus Kalkstickstoff nach Ausfällung des Kalkes mit Kohlensäure dargestellt. Die Lösung wird vorsichtig unter Vermeiden von Überhitzungen und Krustenbildung, am besten mit Dampf konzentriert, bis etwa Sirupkonsistenz erreicht wurde. Dabei ist darauf zu achten, daß die Lösung nicht alkalische Reaktion annimmt, was bekanntlich beim Eindampfen von Cyanamidlösungen leicht durch Abspalten von Ammoniak geschehen kann. Es läßt sich durch
•20 allmählichen Zusatz von geringen Mengen freier Säure (etwa Salpeter- oder Schwefelsäure usf.) erreichen, daß immer eine schwach saure Reaktion erhalten bleibt.
Die sirupdicke kalte Lauge wird sorgfältig eingekühlt und dann Salpetersäure von 400 Be unter Umrühren langsam zugesetzt. Mit dem Zusatz ist so langsam vorzugehen, daß die Kühlung ausreicht, ein Ansteigen der Temperatur bis zur beginnenden Gasentwicklung zu ' verhindern. Eine Temperatur von +200C : pflegt schon gefährlich zu sein. Sollte sich ' etwas Gas zu entwickeln anfangen, so unter-I bricht man unter fortgesetzter Kühlung den ! Säurezusatz, bis die Erscheinung aufhört; j dann wird fortgesetzt.
Γ Die Lauge erstarrt zu einem dicken Brei. Es schadet nicht, wenn Salpetersäure im Überschuß angewendet wird, da in diesem Falle die Mutterlauge bei einer nächsten Operation zugesetzt werden kann.
Der Niederschlag wird abgenutscht und muß (dies ist wesentlich) durch Decken mit einer j reinen konzentrierten wässerigen Lösung von j Harnstoffnitrat von anhaftender Salpetersäure befreit werden. Geschieht dies nicht, so zersetzt sich das Präparat beim Trocknen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Salpetersaurem Harnstoff durch Behandlung der wässerigen Lösung von Cyanamid mit Salpetersäure, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz der Säure unter einer steten Abkühlung des Reaktionsgemisches und so langsam erfolgt, daß die Temperatur im Reaktionsgemisch nicht über + 20 ° C steigt.
    ni:yii,iN. gedrückt in der reichsdruckerei.
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