DE280208C - - Google Patents

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DE280208C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41NPRINTING PLATES OR FOILS; MATERIALS FOR SURFACES USED IN PRINTING MACHINES FOR PRINTING, INKING, DAMPING, OR THE LIKE; PREPARING SUCH SURFACES FOR USE AND CONSERVING THEM
    • B41N1/00Printing plates or foils; Materials therefor
    • B41N1/24Stencils; Stencil materials; Carriers therefor
    • B41N1/243Stencils; Stencil materials; Carriers therefor characterised by the ink pervious sheet, e.g. yoshino paper

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  • Manufacture Or Reproduction Of Printing Formes (AREA)
  • Printing Plates And Materials Therefor (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
Je* PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE ^SS^p GRUPPE-iST"
eines ähnlichen Schreibmittels.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. Mai 1913 ab.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von aus Gelatine und Glyzerin bestehenden Schablonenblättern zur Vervielfältigung von Schrift mittels der Schreibmaschine, mittels einer Feder oder eines ähnlichen Schreibmittels.
Gemäß der Erfindung enthält die Lösung,
mittels deren das Papier bearbeitet wird, nicht nur Gelatine und Glyzerin, sondern auch irländisches Moos, welches das Eintrocknen der Gelatine dauernd hintenanhält.
Zweckmäßig werden zwei Blätter sehr dünnen japanischen Papiers (sog. »Yoshino«-Papier) verwendet, welche übereinandergelegt werden und in dieser Weise ein zusammengesetztes, mit der schichtbildenden Lösung imprägniertes und bestrichenes Blatt bilden.
Für eine derartige Schicht für Schablonenblätter werden folgende Eigenschaften angestrebt:
1. Die Schicht muß vollkommen ununterbrochen sein und darf die Tinte nicht durchlassen, so daß die Entstehung von kleinen Löchern, welche Punkte auf dem Abzüge hervorrufen wurden, vermieden ist.
2. Die Schicht muß einen genügenden Weichheitsgrad besitzen, um zu ermöglichen, daß die Drucklettern sie sauber und leicht durchschneiden können, ohne daß ein Zerreißen der Fasern des Papiers stattfindet.
3. Der erforderliche Weichheitsgrad der Schicht muß dauernd bestehenbleiben, damit das Blatt längere Zeit verwendet werden kann, ohne befeuchtet werden zu müssen.
4. Die Schicht muß genügend stark sein, um die Herstellung einer hinreichenden Anzahl Kopien zu gestatten, ohne daß die Schicht rissig wird.
■5. Die Schicht muß gegen gewöhnliche Änderungen der atmosphärischen Temperatur unempfidnlich sein.
6. Eine aus dem Blatt gebildete Schablone muß, selbst nachdem sie längere Zeit nicht benutzt wurde, ihre Verwendbarkeit beibehalten.
Nach einem Beispiel des Verfahrens zur Herstellung solcher Schablonenblätter wird ein aus etwa folgenden Bestandteilen zusammengesetztes Bad verwendet:
Wasser 60 Gewichtsteile,
Glyzerin 15
Gelatine 2
Irländisches Moos (»Irish
Moss«) 2
Weiche Seife 2 -
Die weiche Seife soll vorzugsweise aus sulphoricinölsaurem Natrium, Kalium oder Ammonium mit den Anhydriden von Ricinolsäure und Sulpho-Ricinölsäure zusammengesetzt sein.
Das obenbeschriebene Bad wird zweckmäßig in folgender Weise hergestellt:
Das irländische Moos wird in Gestalt von Pulver in das kalte Glyzerin unter beständi-
gem Umrühren eingetragen, die Gelatine wird in Wasser gelöst, und zwar in dem Verhältnis ι Gewichtsteil Gelatine zu 2 Gewichtsteilen Wasser, worauf dann die Seife unter Rühren in die Gelatinelösung eingetragen wird. Die beiden Mischungen werden dann gemischt, umgerührt und eine halbe Stunde lang in der Weise erhitzt, daß man Dampf so lange in die Masse einführt, bis das dabei entstehende kondensiert'e Wasser den Gesamtwassergehalt auf den oben angegebenen Verhältniswert gebracht hat. Die Mischung wird alsdann durch ein Tuch filtriert und ist zum Gebrauch fertig. Das durch das Erhitzen verursachte andauernde heftige Sieden hat den Zweck, das irländische Moos vollkommen zum Zerstäuben zu bringen, da die Körnchen des letzteren häufig eine zähe Haut bilden, die vielleicht durch Oxydation entsteht und die vollkommen aufgelöst werden muß, um Unregelmäßigkeiten in der herzustellenden Schicht zu vermeiden.
Zwei Blätter »Yoshino«-Papier werden zusammengelegt und über die Fläche des Bades gezogen (wobei es vorteilhaft ist, das Bad im warmen Zustande zu verwenden), um dann über eine abgerundete Kante geführt zu werden, die z. B. durch die Kante eines gewöhnlichen Gefäßes aus Blech oder emailliertem Stoff oder durch eine Glasstange von 3/16 Zoll Durchmesser gebildet werden kann.
Das in dieser Weise hergestellte Blatt kann man zunächst eine geeignete Zeitlang unter der Einwirkung der Atmosphäre trocknen lassen, worauf es dann in ein zweites Bad getaucht wird, welches aus 10 Gewichtsteilen des im Handel befindlichen gewöhnlichen Formaldehyds und 40 Gewichtsteilen Wasser besteht; das Blatt kann aber auch gleich nach der Imprägnierung im ersten Bade in das erwähnte zweite Bad gebracht werden. Gegenwärtig wird das zuletztbeschriebene Verfahren vorgezogen, da es durch den Wegfall des Trocknens eine Zeitersparnis ermöglicht, während die dabei erzielten Erfolge mindestens ebensogut, wenn nicht besser sind als im ersten Fall, infolge der Tatsache, daß die Formaldehydlösung in die feuchte Schicht leichter hineindringen kann.
Dem zweiten Bade kann, man auch 5 Teile Glyzerin beimengen, da das Vorhandensein von Glyzerin im zweiten Bade die Gleichmäßigkeit der im ersten Bade gebildeten Schicht aufrechterhält, indem es das Aussaugen des Glyzerins aus der Schicht durch das Wasser der zweiten Lösung verhindert.
Soweit man nach den gegenwärtigen Kenntnissen darüber urteilen kann, scheinen die verschiedenen Bestandteile der obenerwähnten Bäder zu folgenden Zwecken zu dienen.
Die Gelatine und das irländische Moos (»Irish Moss«) bilden den Hauptbestandteil der Schicht, wobei die Gelatine dem Überzug die nötige Stärke verleiht, während das Moos infolge seiner großen Fähigkeit, Wasser zu halten, die Weichheit der Schicht dauernd aufrechterhält und das Abtrocknen der letzteren verhindert. Wenn man die Gelatine allein verwendete, so würde diese abtrocknen und infolgedessen hart werden, so daß das Blatt befeuchtet werden müßte, ehe es zur Herstellung von Schablonen verwendet werden könnte.
Das irländische Moos (»Irish Moss«) ist seiner Natur nach eine schichtbildende Substanz. Die Gelatine, wenn sie ohne Zusatz verwendet wird, wirkt als Ausfüllmaterial, aber in Verbindung mit dem irländischen Moos wird sie auch zum schichtbildenden Stoff, d. h. die in der mehrfachen Menge Wasser aufgelöste Gelatine kann durch ein feines Sieb oder ein Blatt »Yoshino« Papier hindurchgehen, während das irländische Moos, selbst wenn es in der vierzigfachen Menge Wasser gelöst ist, nicht durch das Sieb oder durch ein Blatt »Yoshino «-Papier hindurchdringt, sondern auf dessen Oberfläche eine Schicht bildet. Wenn das Moos und die Gelatine gemischt werden und die Lösung verdünnt wird, so wird sowohl die Gelatine als auch das Moos an dem »Yoshino«-Papier haften bleiben, anstatt durch dasselbe hindurchzudringen. Infolgedessen bildet die Mischung der beiden Bestandteile einen vorzüglichen schichtbildenden Stoff zu dem vorliegenden Zweck.
Das irländische Moos liefert Lösungen, die bei einem gegebenen Grad der Konzentration eine viel größere Dichtigkeit oder Viskosität besitzen, als es bei der Gelatine der Fall ist. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die Moleküle oder Aggregate größer sind und infolgedessen deren Durchdringen durch das Papier oder deren Durchgang durch ein Sieb verhindert wird. Hierdurch wird es ermöglicht, daß man eine gegebene Dicke der Schicht mit einer an Wasser reicheren Lösung erzielen kann.
Ferner saugt das irländische Moos infolge seiner faserigen schwammartigen Beschaffenheit das Glyzerin auf und hält es in sich fest in ähnlicher Weise wie ein Schwamm das aufgesogene Wasser festhält; ferner nimmt das Moos Wasser von der Atmosphäre auf und hält es fest, so daß das bestrichene Papier am Abtrocknen verhindert wird, was sonst mit der Zeit eintreten könnte.
Das Glyzerin ist ein milderndes oder erweichendes Mittel, welches keine schichtbildende oder Festigkeit verleihende Fähigkeit besitzt. Die weiche Seife dient zugleich als ein erweichendes und ein die Tinte abstoßendes Mittel. Das Formaldehyd dient dazu, um sowohl die Gelatine als auch das irländische Moos gerinnen zu machen, und zugleich, um die letzteren gegen Zerstörung und Zerstäubung zu schützen.
Die Doppelblätter aus dünnem Papier be-
sitzen große Stärke, ohne daß sie dabei die Fähigkeit verlieren, unter der Einwirkung der Drucklettern scharf geschnittene Schablonen zu liefern. Durch Verwendung zweier dünner Blätter erhält die Schablone eine größere Festigkeit als es bei Benutzung eines einzigen Blattes von einer dem doppelten Blatte entsprechenden Dicke der Fall ist. Es mag sein, daß dieser Umstand auf das gegenseitige Kreuzen der Fasern
ίο der beiden Blätter und auf die verhältnismäßig festere Beschaffenheit der dünnen Blätter gegenüber einem einzigen Blatte von der doppelten Dicke zurückzuführen ist. Ferner lassen sich die beiden Blätter von den Bädern genügend durchdringen, so daß sie zusammenkleben, während der größere Teil der schichterzeugenden Substanzen auf der äußeren Oberfläche verbleibt. Die in dieser Weise zwischen den dünnen Blättern · gebildete klebende Schicht ist gegen übermäßiges Abtrocknen geschützt und übt auf die Fasern der Blätter selbst eine dauernde erweichende Wirkung aus, wodurch die Herstellung der Schablonen erleichtert wird. Abgesehen von den Gründen, auf die diese Wirkung zurückzuführen ist, hat der Erfinder jedenfalls praktisch nachgewiesen, daß stärkere und bessere Schablonen aus doppelten Blättern hergestellt werden können als aus einem Blatte von gleicher Dicke wie das Doppelblatt.
Obwohl es möglich ist, mit den obenbeschriebenen Materialien auch Einfachblätter herzustellen, so werden die günstigsten Erfolge doch durch Verwendung von Doppelblättern erzielt, und das oben angegebene Rezept ist auch besonders für die Doppelblätter bestimmt.
Der große Glyzeringehalt des ersten Bades könnte z.B. die Oberfläche eines Einfachblattes zu klebrig machen, während, wenn die so viel Glyzerin enthaltende Schicht zum großen Teil zwischen zwei Blättern eingeschlossen ist, die Klebrigkeit nur dazu dient, um die beiden Blätter zusammenzukitten, ohne ihre äußeren Oberflächen zu beeinträchtigen. Zur Herstellung von Einfachblättern verwendet man einen kleineren als den oben angegebenen Bestandteil von Glyzerin, nämlich etwa 12 Gewichtsteile anstatt 15.
Ohne von dem Wesen der Erfindung abzuweichen, kann man innerhalb gewisser Grenzen Abänderungen in den oben angegebenen Mengen-Verhältnissen vornehmen, um den in besonderen Fällen gestellten Anforderungen zu entsprechen ; in einigen Fällen, wo es nicht erwünscht ist, sämtliche obenerwähnten Eigenschaften des Blattes zu erhalten, kann eine oder mehrere der Substanzen in Wegfall kommen.

Claims (1)

  1. Paten t-An Spruch:
    Verfahren zur Herstellung von aus Gelatine und Glyzerin bestehenden Schablonenblättern zur Vervielfältigung von Schrift mittels der Schreibmaschine, mittels einer Feder oder eines ähnlichen Schreibmittels, dadurch gekennzeichnet, daß das Papier mit einer Lösung bearbeitet wird, die irländisches Moos und Gelatine sowie Glyzerin enthält, um die Schablonenblätter ohne vorherige Befeuchtung dauernd verwendbar zu machen.
DENDAT280208D 1913-05-15 Active DE280208C (de)

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