DE2708112B2 - Verfahren zur mikrobiologischen Erzeugung von Protein - Google Patents

Verfahren zur mikrobiologischen Erzeugung von Protein

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DE2708112B2
DE2708112B2 DE19772708112 DE2708112A DE2708112B2 DE 2708112 B2 DE2708112 B2 DE 2708112B2 DE 19772708112 DE19772708112 DE 19772708112 DE 2708112 A DE2708112 A DE 2708112A DE 2708112 B2 DE2708112 B2 DE 2708112B2
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    • C12N1/00Microorganisms, e.g. protozoa; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur mikrobiologischen Erzeugung von Protein und dessen Verwendung als Nahrungs- und Futtermittel.
Der zunehmende Bedarf an Protein hat zur Entwicklung zahlreicher mikrobiologischer Züchtungsverfahren geführt, mit denen aus Nährlösungen und Kohlenwasserstoffen als Kohlenstoffquellen Proteine erzeugt werden.
Die Verwendung von Normalpraffinen als Kohlenstoffquellen für mikrobiologisches Wachstum ist jedoch mit vielen Nachteilen verbunden, wie Unlöslichkeit der Paraffine im Kulturmedium, starke Wärmeerzeugung, Entfernung bedenklicher Substanzen, wie z. B. von 3,4-Benzpyren und Schwierigkeiten bei der Isolierung der Mikroorganismenzellen. Andere Kohlenstoffquellen wie Essigsäure, Äthanol und Abfallprodukte aus der Verarbeitung von landwirtschaftlichen und Fischereiprodukten bringen hinsichtlich Kosten und Vorratshaltung Schwierigkeiten mit sich. Methan und Kohlendioxid stehen zwar als Kohlenstoffquellen im Überfluß bei niedrigen Kosten zr.r Verfugung, haben jedoch den Nachteil, daß die Wachstumsgeschwindigkeit der Mikroorganismen unbefreidigend ist und die Kosten für die Produktionsanlagen wegen des gasförmigen Zustandes dieser Verbindungen hoch sind.
In jüngster Zeit wurde festgestellt, daß für die Erzeugung von Mikroorganismenwachstum Methanol nicht die obengenannten Schwierigkeiten ergibt und sich daher sehr gut als Kohlenstoffquellen eignet, zumal Methanol in großem Maßstab aus Petroleum, Kohle und Erdgas gewonnen werden kann, als beständiger Vorrat zur Verfügung steht; Methanol ist außerdem in Wasser löslich und eignet sich ausgezeichnet als Kohlenstoffquellen für das Kulturmedium von Mikroorganismen.
Typische Beispiele für Mikroorganismen, die Methanol als Kohlenstoffquellen zu assimilieren vermögen, sind Schimmelpilze, Hefen und Bakterien. Jedoch ist die Wachstumsgeschwindigkeit von Schimmelpilzen und Hefen geringer als die von Bakterien, außerdem erfordern Hefen für ihr Wachstum kostspielige Materialien, so daß sie für die wirtschaftliche Herstellung von Mikroorganismenzellen ausscheiden. Schimmelpilze und Hefen weisen auch einen geringeren Gehalt an Rohprotein sowie einen geringeren Gehalt an
ίο schwefelhaltigen Aminosäuren im Zellprotein als Bakterien auf, was die Ernährungsqualität der erhaltenen Mikroorganismenzellen vermindert
Es sind bereits verschiedene Bakterienarten, die als Kohlenstoffquellen Methanol verwerten, bekannt, wie
z. B. »Preparation of Cells by Use of Bacteria Belonging to Pseudomonas«, von Ko η ο und Mitarbeitern (Collection of Summaries of Lectures at Japan Agricultural Chemistry Society Congress 1H-23,1970); »Production of Cells ty Use of Achromobacter methanolophia and Pseudomonas insneta«, von K u r a saw a und Mitarbeitern (Collection of Summaries of Lectures at Japan Agricultural Chemistry Society Congress 41-31, 1970) und »Production of Cells Using Pseudomonas methanolica, von T e r u i und Mitarbei-
2ri tern (Collection of Summaries of Lectures at Japan Agricultural Chemistry Society Congress 2E-07, 1971). Ferner ist aus der DE-OS 24 02 217 die Verwendung von verschiedenen Stämmen von Pseudomonas utilis und Pseudomonas inaudita bekannt; die Produktivität
w dieser Stämme ist jedoch gering. Letztlich ist aus der DE-OS 24 58 851 der Einsatz eines Baktenums Methylomonas sp DSM 580 bekannt, dessen Produktivität ebenfalls zu wünschen übrig läßt und nur oei hohen Rührgeschwindigkeiten mit Hochleistungsrührern an-
r> nehmbare Werte erreicht
Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zur mikrobiologischen Herstellung von Proteinen vorzuschlagen, bei dem Methanol als Kohlenstofflieferant eingesetzt werden kann, hohe Ausbeuten erzielt werden, der Einsatz von Hochleistungsrührern nicht erforderlich ist und ein gut verträgliches Eiweißprodukt erhalten wird.
Die Erfindung beruht darauf, daß bei der Suche nach Bakterien, die sich unter Verwendung Methanol zu
4r> vermehren vermögen, eine neue Bakterienart isoliert wurde, die eine außerordentlich wirksame Verwertung von Methanol ermöglicht, eine sehr hohe Wachstumsgeschwindigkeit besitzt und reich an Zellprotein ist Die neue Bakterienart erhielt die Bezeichnung Methylomo-
w nas probus NB-2000 und wurde mit der Hinterlegungsnummer FERM-P Nr. 3193 am 14 August 1975 beim Fermentation Research Institute of Agency, lndustrian Science and Technology (Chiba-shi, Japan) hinterlegt.
Zur Lösung der obigen Aufgabe wird daher ein
r)5 Verfahren zur Erzeugung von proteinreichen Mikroorganismenzellen vorgeschlagen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 in einem anorganische Nährstoffe sowie Methanol als Kohlenstoffquelle enthaltenden Medium
bo züchtet und dann die gebildeten Zellen abtrennt und sammelt.
Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 hat die folgenden Eigenschaften:
b5 a) Morphologische Eigenschaften
(1) Form und Größe der Zellen:
Ein einzelner oder 2 bis 3 Kettenbazillus mit einer Größe von 0,5 bis 0,7 χ 1,0 bis 1,5 μ.
27 08
3
bis 48 Stunden gezüchtet worden waren. Die Säurebeständigkeit: ein herkömmliches Medium mit 1% zugefügtem I Nitratreduktion + 5 11 2
4
Methan-Gemisch' —
(2) Polymorphe Formen der Zellen: Zusammensetzung dieses Medium ist später angegeben. — (minus) Methanol verwendet. Denitrifizierung — (9) Pigmentbildung:
Keine. VP-Test In King-Kulturmedien A oder B wird kein
(3) Beweglichkeit: (6) b) Wachstum in Kulturmedien (1) MR-Test Farbpigment erzeugt Eine geringe Menge wasser
Beweglich mit einzigem polarem Bewegungsorgan. (2) Indolbildung — lösliches gelbes Pigment wird bei Verwendung
(4) Sporen: Agarplatte mit synthetischem anorganischem Salz- (3) H2S-Bildung 10 eines synthetischen flüssigen anorganischen Salz-
Nicht-sporentragend. Medium (1): i (4) Stärke-Hydrolysierung — Mediums freigesetzt Die gebildeten Bakterienzel
(5) Gram-Farbreaktion: Das erfindungsgemäße Bakterium wächst reichlich Ρ (5) Assimilierung von len sind gräulich-rosa.
Gram negativ (1) und bildet glatte vollständige und konvex kreisför s (6) Zitronensäure - (10) Assimilierung von Stickstoff quellen:
mige Kolonien. Die Kolonien sind halbduichsichtig (7) AmrEoniumchlorid, Ammoniumsulfat primäres
Die Prüfung der obengenannten morphologischen und glänzen. Die Farbe ist gräulich-weiß oder rosa. (8) 15 Ammoniumphosphat sekundäres Ammonium
Eigenschaften erfolgte an Zellen, die in einem Agar-Schrägnährboden mit synthetischem anorga phosphat, Harnstoff, Ammoniumnitrat Ammoni
synthetischen anorganischen Salz-Medium (1) bei 30° C nischem Salz-Medium (1): umcarbonat und Polypepton werden in anorgani
24 Mittleres Bakterienwachstum. Die gebildeten Ko schen Nährlösungen als Stickstoff quelle gut assimi
(2) lonien sind fadenförmig und glänzend. Die Farbe ist liert.
gräulich-weiß oder rosa. Es wird kein diffundieren 20 Nitrat, Nitrit, Methylamin, Casaminosäure und
des Pigment gebildet. Hefeextrakt werden ebenfalls assimiliert jedoch ist
Bouillon-Agarplatte: der Assimilierungsgraü dieser Substanzen verhält
Kein Wachstum oder nur sehr geringes Wachstum. nismäßig gering.
Falls sich ein geringes Wachstum bildet, sind die (H) Urease +
(3) gebildeten Kolonien weniger als 0,5 mm groß 25 (12) Oxidase +
(48stündige Kultivierung bei 30° C). Die Kolonien (13) Katalase +
sind glatt, kreisförmig, glänzend und transparent. (14) Wachstumsbedingungen:
Bouillon-Agarschrägnährboden: PH 5,3 bis 9,1; optimaler PH-Bereich 6,3 bis 7,0.
Kein Wachstum oder nur geringes Wachstum. Im Temperatur 15 bis 41°C, optimaler Temperaturbe
letzeren Fall ist die gebildete Kolonie fadenförmig il) reich 35 bis 37°C.
(4) und transparent. (15) Verhalten gegenüber Sauerstoff:
Flüssige Bouillon: Aerob.
Kein Wachstum. ;i6) O-F-Test(Hugh Leifson-Methode):
Festes Bouillon-Gelatine-Medium: Keine Erzeugung von Gas und Säure.
(5) Kein Wachstum, die Gelatine wird nicht verflüssigt. (17) Assimilierung von
Lackmus-Milch (Lackmus-Milch, mfd.-Proben von p-Hydroxybenzoat: —
(6) der Difco Inc.): (18) Ammoniakbildung: —
Keine Veränderung. Auch die Zugabe von 1% (19) Zuckerfermentierung:
(7) Methanol verursacht keine Veränderung. Keiner der nachfolgend aufgeführten Zucker war
40 nicht fermentierbar (nach 30tägiger Beobachtung
einer Peptonlösung der jeweils 1 % der angegebe
c) Physiologische Eigenschaften nen Zucker zugefügt war):
L-Arabinose
Da in herkömmlichem Medium kein ausreichendes D-Xylose
Wachstum erfolgte, wurde in den folgenden Tests (1) bis 45 D-Glucose
(8) D-Mannose
D-Fruktose
D-Galactose
Maltose
50 Saccharose
Lactose
Trehalose
L-Rhamnose
Mannit
55 Sorbit
Glycerin
Stärke
(20) Assimilierung verschiedener Kohlenstoff quellen:
Methanol 0,5 +
b0 Äthanol 0,5 -
n-Propanol 0,5 —
Isopropanol 0,5 —
n-Butanol 0,5 -
Natriumformiat 0,01 —
b5 Formaldehyd 0,01 -
Natriumacetat 0,5 —
Natriumlactat 0,5 —
Natriumsuccinat 0,5 —
Natriumpyruvat 0,5 —
Monomethylamin 0,5 +
Methan
(belüftet mit 1 :1
Luft
n-Tetradecan
n-Hexadecan
n-Octadecan
Arabinose
Glucose
Fructose
Galactose
Maltose
Saccharose
Lactose
Rfcamnose
Mannit
Sorbit
Stärke
Natriumalginat
Phenol
Pepton
Casaminosäure
Hefeextrakt
Indol
Nährbrühe
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,5
0,3
0,01
0,5
0,5
0,5
0,5
Jede der obengenannten Substanzen wurde in der angegebenen Menge zu dem nachfolgend angegebenen synthetischen anorganischen Salz-Medium (1) gegeben, aus dem der Methylalkohol weggelassen worden war. Das Bakterienwachstum wurde 30 Tage lang beobachtet. Diejenigen Substanzen, die zu einem feststellbaren Grad an Bakterienwachstum führten, wurden mit einem Pluszeichen versehen.
Zusammensetzung des synthetischen anorganischen Salz-Mediums (1)
(NHi)2HPO4 3,5 g
KH2PO4 1.5 g
K2HPO4 1.5 g
MgSO4 · 7 H2O 0,3 g
CaCl22 H2O 0,01g
FeSO4 · 7 H2O 0,01g
Methanol 2% (V/V)
Wasser 1 1
Vergleicht man die oben beschriebenen bakteriologischen Eigenschaften mit »Bergey's Manual of Determinative Bacteriology, Band 8«, so stellt man fest, daß das erfindungsgemäße Bakterium zur Gattung Methylomonas gehört. Nach dem gleichen Handbuch existieren drei Gattungen Methylomonas Bakterien, nämlich Methylomonas methanica, Methylomonas methanoloxidans und Methylomonas methanitrificans. Aus den oben aufgeführten verschiedenen Eigenschaften ergibt sich jedoch, daß das erfindungsgemäße Bakterium zu keiner dieser Gattungen gehört. Das erfin^ungsgemäße Bakterium unterscheidet sich von den bekannten analogen, Methanol-verwertenden, Protein-liefernden Bakterien in den folgenden Punkten.
Das erfindungsgemäße Bakterium unterscheidet sich von Pseudomonas utilis (offengelegte japanische Patentanmeldung 93 589/1974) in der Wachstumstemperatur, der optimalen Wachstumstemperatur sowie in der Ureasebildung (—) und in der Pigmentbildung (-).
Das erfindungsgemäße Bakterium unterscheidet sich auch von Pseudomonas inaudita (offengelegte japanische Patentanmeldung 93 589/1974) in der optimalen Wachstumstemperatur um 2 bis 100C, ferner hinsichtlich der Pigmentbildung ( —) und der Verwertung von p-Hydroxybenzoat. Ebenso unterscheidet sich das erfindungsgemäße Bakterium von Methylomonas methanolica nov. Sp. (T e r u i und Mitarbeiter in Journal of Fermentation Technology, Band 53. Seite 315,1975) im Wachstumstemperaturbereich, der optimalen Warhstumstemperatur dem pH-Bereich des Wachstums, der Farbe der Kolonien und der Fähigkeit, Monomethylamin in eine brauchbare Ernährungsquelle umzuwandeln.
Das erfindungsgemäße Baktenum ist auch von
ίο Methylomonas methanolica verschieden (offengelegte japanische Patentanmeldung 1 03 795/1973), nämlich in der Farbe der Kolonie auf dem synthetischen anorganischen Salz-Medium und auch darin, daß das erfindungsgemäße Bakterium lebhaft selbst in 400C Sekundärkultüren wächst, und daß die optimale Wachstumstemperat.ur um 5 bis 7° C höher ist als die für das bekannte Bakterium. Die Tatsache, daß die optimale Wachstumstemperatur für das erfindungsgemäße Bakterium 5 bis 7° C höher ist als die für das andere bekannte Bakterium, stellt einen anerkannten wesentlichen Unterschied sowohl in mikrobiologischer Hinsicht als auch im Hinblick auf eine wirksame Kühlung bei der Erzeugung der Bakterienzellen dar.
Das erfindungsgemäße Bakterium unterscheidet sich auch von den von Whittenbury und Mitarbeitern in J. Gen. Microbiol. Band 61, Seite 205 (1970) beschriebenen Bakterien, z. B. Methylomonas albus, Methylomonas methanica, Methylomonas agile und Methylomonas rubrun, da alle diese Bakterien Methan assimilieren und
jo ihre spezifische maximale Wachstumsgeschwindigkeit (μ max) mit Methanol in der Größenordnung von 0,17 bis 0,23 Stunden-' liegt, während das erfindungsgemäße Bakterium Methan nicht zu assimilieren vermag und die spezifische maximale Wachstumsgeschwindigkeit μ max mit Methanol 0,82 Stunden -' beträgt, bzw. mehr als das Doppelte der Wachstumsgeschwindigkeit der bekannten Bakterien.
Aus diesen Gründen kann man berechtigterweise schließen, daß das erfindungsgemäß verwendete Bakierium eine neue Art von Methy'omonas-Bakterien ist.
Das für die Kultivierung der erfindungsgemäß verwendeten neuen Bakterienart eingesetzte Medium kann aus jedem wäßrigen Medium bestehen, das üblicherwsise für die Kultivierung von Bakterien eingesetzt wird, vorausgesetzt, Methanol wird als Kohlenstoffquelle verwendet. Das Medium kann außer der Kohlenstoffquelle Stickstoff und anorganische Nährstoffquellen enthalten.
Die Methanolkonzentration des Mediums kann sich über einen weiten Bereich erstrecken, von einer niedrigen Konzentration bis zu einer hohen Konzentration von etwa 4%, um eine zufriedenstellende Wachstumsgeschwindigkeit des Bakteriums zu erzielen. Die Wachstumsgeschwindigkeit sinkt jedoch allmählich ab, wenn die Methanolkonzentration 4% überschreitet. Da die Methanolkonzentration im Medium mit fortschreitendem Bakterienwachstum absinkt, kann, falls notwendig, während der Züchtungsperiode dem Medium Methanol zugefügt werden.
bo Die Kultivierung und Vermehrung der Bakterienzellen gemäß der Erfindung erfolgt unter aeroben Bedingungen bei pH 5,3 bis 9,1 und vorzugsweise 6,3 bis 7,0 bei einer Temperatur von 15 bis 41°C, vorzugsweise jj bis 37°C. Eine bevorzugte Menge Bakterienzellen kann in etwa 48 Stunden nach Beginn der Kultivierung erhalten werden. Die Ausbeute steigt, wenn die Belüftungsgeschwindigkeit während der Kultivierung erhöht wird. Da eine hohe KultivierunestemDeratur.
maximal 410C, angewandt werden kann, ist die Kühleffizienz beim erfindungsgemäßen Verfahren zur Erzeugung von Bakterienzellen höher als bei anderen bekannten Verfahren dieser Art.
Der Gehalt an Rohprotein in den erfindungsgemäß erhaltenen Bakterienzellen kann bis zu 80% betragen und, wie aus den nachfolgenden Beispielen hervorgeht, haben diese Bakterienzellen hohen Nährwert und sind nicht toxisch, so daß sie bei ihrer Einmischung im Nahrungs- und Futtermittel ausgezeichnete Proteinquellen darstellen.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel 1
3,0g (NH4J2HPO4, 1,5g KH2PO4, 1,5g K2HPO4, 0,5 g MgSO4 · 7 H2O und 0,1 g FeSO4 · 7 H2O wurden in I I lonenaustauschwasser zu einer Lösung gelöst (pH: 7,0), worauf man jeweils 100 ml dieser Lösung in 300 ml konische Flaschen einfüllte, denen man nach der Sterilisation 1,6 g Methanol zufügte. Dann wurde jedes der so hergestellten Kulturmedien mit Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 beimpft und 2 Tage bei 300C geschüttelt. Der Impfstoff war auf einem Agar-Schrägnährboden der gleichen Zusammenssetzung wie oben hergestellt worden. Nach der Kultivierung wurden die Bakterienzellen in einem Zentrifugalabscheider gesammelt, darauf mit lonenaustauschwasser gewaschen und bei 110°C getrocknet, bis das Gewicht konstant war. Man erhielt 7,2 g trockene Zellen je Liter der Kulturlösung. Damit betrug die Ausbeute 45,0%, bezogen auf das zugefügte Methanol.
Beispiel 2
Durch Zugabe von 200 ml Methanoi (1,0% VVV) in ein 30 1 Fermentationsgefäß, das 20 1 einer Lösung (pH: 7,0) aus 4,0g (NH4J2HPO4, 1,0g KH2HPO4, 1,0g K2HPO4, 0,5 g MgSO4 · 7 H2O und 0,1 g FeSO4 ■ 7 H2O in 1 I lonenaustauschwasser enthielt, wurde ein Kulturmedium hergestellt. Nach der Sterilisation wurde mit 2% (V/V) mit im gleichen Medium gezüchtetem Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 beimpft und die Kultivierung bei 35°C unter Rühren mit einer Geschwindigkeit von 500 U/min und unter Belüftung mit einer Geschwindigkeit von 30 1/20 l/Min (1,5 V/V/ Min) 48 Stunden durchgeführt, wobei man die Belüftungsgeschwindigkeit allmählich von der zuvor genannten Geschwindigkeit auf 40 1/20 l/Min (2,0 V/V/ Min), dann auf 50 1/20 I/Min (2,5 V/V/Min) und schließlich auf 60 1/20 l/Min (3.0 V/V/Min) erhöhte. Während der Kultivierung wurde der pH-Wert mit 14%igem Ammoniakwasser automatisch aus 6,6 bis 7,2 gehalten, und Methanol automatisch in der Weise zugeführt, daß es, wie gaschromatographisch festgestellt wurde, in einer Menge von 0,3 bis 1,0% verbraucht wurde.
Nach der Kultivierung wurden die Bakterienzellen durch Zentrifugieren gesammelt, mit lonenaustauschwasser gewaschen und bei 1100C getrocknet, bis das Gewicht konstant war. Nach 28stündiger Kultivierung wurden trockene Bakterienzellen in einer Ausbeute von 25,0 g/l, nach 40 Stunden in einer Ausbeute von 40,7 g/l und nach 48 Stunden in einer Ausbeute von 53,8 g/l erhalten.
Beispiel 3
Die folgenden Substanzen:
MgSO4 ■ 7 H2O 0,7 g
MnSO4 · 4-6H2O 0,01g
CuSO4 · 5 H2O 0.01 g
CoCI2 ■ 6 H2O 0.01 g
(NH4J2SO4 0,8 g
K2HPO4 1,0 g
FeSO4 · 7 H2O 0,1g
ZnSO4 · 7 H2O 0,01g
CaCl2 · 2 H2O 0,01 g
(NH4J6Mo7O24 -4H2O 0,01 g
(NH4J2HPO4
KH2PO4
4g 1,0 g
wurden in den angegebenen Mengen in lonenaustauschwasser unter Erzielung von 1-!-Lösungen gelöst, 201 dieser Lösung wurden in ein 30 1 Fermentationsgefäß
i·-, gegeben, und nach 15 Minuten langer Sterilisation bei 1200C wurde Methanol in einer Menge von 2% (V/V) zur Herstellung eines Kulturmediums zugegeben. Dieses Medium wurde mit einer Kulturlösung von Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 in einer
2(i Menge von 2% (V/V) beimpft. Der Impfstoff war durch 18 Stunden langes Kultivieren als Schüttelkultur im gleichen Medium wie oben (Methanolgehalt: 1,0% (V/V)) erhalten worden. Dann wurde 28 Stunden bei 37°C unter Rühren mit einer Geschwindigkeit von
2j 500 U/Min und unter Belüftung mit einer Geschwindigkeit von 30 1/20 l/Min (1,5 V/V/Min) kultiviert, wobei man den pH-Wert des Mediums automatisch mit 14%igem Ammoniakwasser auf 6,6 bis 7,2 hielt.
Da mit fortschreitendem Wachstum der Bakterien
κι das Methanol verbraucht wird, wurde die Methanolkonzentration in der Kulturlösung gaschromatographisch gemessen und Methanol kontinuierlich über eine Mikroabgabepumpe in der Weise zugeführt, daß die Methanolkonzentration während der Kultivierung auf
j-, 0,3 bis 2,0% (V/V) gehalten wurde. Insgesamt wurden 1,035 g Methanol bis zum Abschluß der Kultivierung zugefügt.
Die erzeugten Bakterienzellen wurden durch Zentrifugieren gesammelt, abgetrennt und nach dem Waschen mit lonenaustauschwasser bei 11O0C getrocknet, bis das Gewicht konstant war. Man erhielt 25,6 g trockene Zellen je Liter Kulturlösung. Damit betrug die Ausbeute 49,5%, bezogen auf das zugefügte Methanol.
Der Gehalt an Rohprotein betrug 80,3% (N% χ 6,25).
•π Die Geschwindigkeit des Bakterienwachstums wurde durch Messung der Trübung der Kulturlösung mit einem Colorimeter festgestellt (610 ηιμ). Die maximale spezifische Wachstumsgeschwindigkeit betrug 0,82 Stunden-' und die Generationszeit 51 Minuten.
B ei sp i e1 4
Bakterien des gleichen Stammes wie in den vorstehenden Beispielen wurden unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 3 kultiviert. Da die Konzentration an gelöstem Sauerstoff in der Kultur mit fortschreitendem Zellwachstum absinkt, wurde die mittlere Belüftungsgeschwindigkeit auf 40 1/20 l/Min (2,0 V/V/Min), dann auf 501/20 l/Min (2,5 V/V/Min) und schließlich auf 601/20 l/Min (3,0 V/V/Min) erhöht. An
eo dem Punkt, an dem die Zellkonzentration (X g/l) in der Kulturlösung 43,6 g/l erreicht hatte, wurde die zunächst chargenweise durchgeführte Kultivierung in eine kontinuierliche Kultivierung übergeführt, indem man kontinuierlich das gleiche Medium, wie es für die chargenweise Kultivierung verwendet worden war, in einer Verdünnungsgeschwindigkeit (D: Std.-') von 0,28 Stunden-' in die Kulturlösung einführte, wobei man gleichzeitig die gleiche Menge der Kulturlösung aus
dem Fermentationsgefäß abzog. Der pH-Wert des Mediums wurde automatisch mit 14%igem Ammoniakwasser auf 6,6 bis 7,2 gehalten. Das mit fortschreitender Zellproduktion verbrauchte Methanol wurde automatisch in der Weise ergänzt, daß die Methanolkonzentration in der Kulturlösung stets auf 0,3 bis 1,0% (V/V) gehalten wurde, wie man durch Gaschromatographie feststellte. Die kontinuierliche Kultivierung verlief mit einer außerordentlich hohen Produktivität von D · X= 8,1 g/l · Std.
Die folgenden Beispiele 5 bis 10 veranschaulichen die Beziehung zwischen der Belüftungsgeschwindigkeit und der Zellproduktion im erfindungsgemäßen Verfahren.
Beispiel 5
Bakterien des gleichen Stammes wie in Beispie! 3 wurden unter den gleichen Bedingungen wie in diesem Beispiel gezüchtet. Die kontinuierliche Kultivierung bei einer Belüftungsgeschwindigkeit von 301/20 l/Min (1,5 V/V/Min) ergab eine Produktivität von 4,2 g/l ■ Std.
Beispiel 6
Die mit Bakterien des gleichen Stammes und unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 3 bei einer Belüftungsgeschwindigkeit von 40 1/20 l/Min (2,0 V/V/ Min) kontinuierlich durchgeführte Kultivierung führte zu einer Produktivität von 5,6 g/l · Std.
Beispiel 7
Die in gleicher Weise wie in Beispiel 3 bei einer Belüftungsgeschwindigkeit von 50 1/20 l/Min (25 V/V/ Min) kontinuierlich durchgeführte Kultivierung ergab eine Produktivität von 7,3 g/l ■ Std.
Beispiel 8
Bei einer mit einer Belüftungsgeschwindigkeit von 60 1/20 l/Min (3,0 V/V/Min) kontinuierlich durchgeführten Kultivierung betrug die Produktivität 8,1 g/l ■ Std.
Beispiel 9
Die kontinuierliche Kultivierung wurde mit einer Belüftungsgeschwindigkeit von 80 1/20 l/Min (4,0 V/V/ Min) mit Bakterien des gleichen Stammes unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 3 durchgeführt. Die Produktivität betrug 9,3 g/l · Std.
Beispiel 10
Führte man die kontinuierliche Kultivierung bei einer
Belüftungsgeschwindigkeit von 100 1/20 l/Min (5 V/V/
■-, Min) in der gleichen Weise wie in Beispiel 3 durch, so erzielte man eine überraschend hohe Produktivität von 12,2 g/l · Std.
Beispiel 11
κι Unter Verwendung von Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 Zellen, die nach den obigen Verfahren erhalten worden waren, wurden Fütterungstests an männlichen Ratten durchgeführt:
Als Versuchstiere wurden 60 Wistar-Ratten (3
ι ·-, Wochen alt) verwendet, an die das folgende Grundfutter verfüttert wurde:
Vitaminfreies Casein 12,0%
Zucker 5,0%
Sojabohnenöl 6,0%
Vitamin B Gruppe 0,3%
Na2SeO3 0,2 ppm
Maisstärke 61,0%
Zellulosepulver 11,5%
Vitamin A und D 0,2%
Mineralstoffe 4,0%
Nachdem man die Ratten 5 Tage lang mit dem Grundfutter gefüttert hatte, wurden sie in drei Gruppen von je 20 Tieren unterteilt. Die Ratten der ersten Gruppe erhielten als Kontrollgruppe weiterhin das Grundfutter, während die anderen beiden Gruppen in die Testgruppe I und die Testgruppe Il unterteilt wurden. Die Ratten der Testgruppe I erhielten das Grundfutter, aus dem das vitaminfreie Casein (12,0%) weggelassen worden war, und 20% erfindungsgemäßen trockenen Bakterienzellen, während die Ratten der Testgruppe 11 das Grundfutter erhielten, aus dem 6,0% des vitaminfreien Caseins weggelassen worden waren und dem man 10% der trockenen Bakterienzellen zugefügt hatte.
An die Ratten der drei genannten Gruppen wurden die vorstehend genannten Futtermittel 5 Wochen lang verfüttert, wobei man das Körpergewicht und die Futteraufnahme der Ratten der einzelnen Gruppen während dieser Zeit feststellte. Die erzielten Ergebnisse sind in der Tabelle zusammengestellt.
Tabelle
Körpergewicht Durchschnitt durchschnittliche Futter durchschnitt
Durchschnitt nach 5 Wochen Körpergewichts- durchschnittliche licher Futter
zu Beginn zunahme Futteraufnahme bedarf
(g) (g) (g)
(g) 175,2 ±16,6 115,3±17,0 (g) 4,20 ±0,41
Kontrolle 59,9 ±3,0 175,5± 1,45 115,4±14,9 484,8 4,04 ±0,34
Testgruppe I 60,1 ±3,1 176,3 ±15,5 116,5±15,4 466,1 4,01 ±0,31
Testgruppe II 59,8 ±3,0 467,2
Vergleicht man die Ratten der Testgruppen I und II mit denen der Kontrollgruppe, so stellt man überhaupt keinen Unterschied in der Zunahme des Körpergewichts, der Futteraufnahme und im Futterbedarf sowie im äußeren Erscheinungsbildung und der Beweglichkeit fest, z. B. im Glanz des Felles und der Lebhaftigkeit Auch die nach dem Test durchgeführte Sezierung der inneren Organe zeigte absolut keine Abnormität und
damit die ausgezeichnete Verträglichkeit der erfindungsgemäß erzeugten Bakterienzellen als Proteinquelle für Nahrungs- und Futtermittel.
Vergleichsbeispiel
A. Es wurde die Produktivität an Zellen einmal gemäß Erfindung (Beispiel 10) und zum Vergleich gemäß DE-OS 24 02 217 bestimmt, wobei mit den vorbekannten Bakterien der Pseudomonas-Stämme nur eine Ausbeute von 6,99 g/Liter/h gegenüber 12,2 g/ Liter/h erhalten wurde.
B. Es wurden die Produktivitäten und Rührgeschwindigkeiten gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren und zum Vergleich gemäß DE-OS 24 58 851 wie folgt bestimmt:
Verfahren
Produktivität
Trockenzellen
in g/l
Proteinkonzentration
DE-OS 2458851 14,0g 25 60-76 Gew.-%
(Beispiel 2)
Erfindung 25,6g 28 ~80 Gew.-%
(Beispiel 3)
Ferner wurde die Produktivität in Abhängigkeit von der Rührgeschwindigkeit wie folgt festgestellt:
Verfahren
Rührgeschwindigkeit
U/min
Produktivität g/l/h
DE-OS 2458851
Beispiel 1 300
Beispiel 3 1200
Beispiel 2 1800
Gemäß Erfindung
Beispiel 3 500
Beispiel 10 500
6,48 10,8 14,0
25,6 12,2
Diese Vergleiche zeigen eindeutig die bessere Produktivität, die höhere Eiweißkonzentration und den geringeren Rühraufwand des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber dem nächstliegenden bekannten Verfahren gemäß DE-OS 24 58 851.

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur mikrobiologischen Herstellung von Protein, dadurch gekennzeichnet, daß man Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 in einem Methanol als Kohlenstoffquelle, Stickstoff und anorganische Nährstoffe enthaltenden Medium unter aeroben Bedingungen züchtet und die so erzeugten Bakterienzellen abtrennt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kultivierung unter Belüftung bei einer Temperatur von 35 bis 37° C und einem pH-Wert der Kulturlösung von 6,3 bis 7,0 durchführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Methanolkonzentration im Medium nicht mehr als 4 Vol.-% beträgt
4. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet daß man die Belüftungsgeschwindigkeit allr/iählich auf 401/20 l/Min, dann auf 501/20 l/Min und schließlich auf 60 1/20 l/Min erhöht
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Belüftung stetig mit einer Geschwindigkeit im Bereich von 101/20 l/Min bis 1001/20 l/Min durchführt.
6. Die Verwendung der nach Anspruch 1 bis 3 erzeugten Zellen von Methylomonas probus FERM-P Nr. 3193 als Proteinquellen für Nahrungsund Futtermittel.
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