DE259248C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE259248C DE259248C DENDAT259248D DE259248DA DE259248C DE 259248 C DE259248 C DE 259248C DE NDAT259248 D DENDAT259248 D DE NDAT259248D DE 259248D A DE259248D A DE 259248DA DE 259248 C DE259248 C DE 259248C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- coagulation
- solutions
- temperature
- sulfuric acid
- cellulose
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08B—POLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
- C08B1/00—Preparatory treatment of cellulose for making derivatives thereof, e.g. pre-treatment, pre-soaking, activation
- C08B1/003—Preparation of cellulose solutions, i.e. dopes, with different possible solvents, e.g. ionic liquids
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F2/00—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
- D01F2/02—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from solutions of cellulose in acids, bases or salts
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Polymers & Plastics (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Processes Of Treating Macromolecular Substances (AREA)
- Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JV! 259248 KLASSE 29 b. GRUPPE
Dr. ERNEST BERL in BRÜSSEL.
ihr nahestehenden Derivaten.
Es ist bekannt, daß Schwefelsäure gewisser Konzentration auf Cellulose und die ihr nahestehenden
Produkte eine quellende und lösende Wirkung auszuüben vermag. Man hat von dieser Eigenschaft bei der Hersteilung
des Pergaments, bei der sauren Mercerisation usw. Gebrauch gemacht. L a η g hans
(Patentschrift 72572) hat versucht, die lösende Wirkung der Schwefelsäure auf Cellulose zur Herstellung von spinnbaren und
gießbaren Massen heranzuziehen. Arbeitet man nach der in dieser Patentschrift wiedergegebenen
Vorschrift, so erhält man sehr rasch dünnflüssig werdende Massen, in denen sich reichlich Teile unangegriffener Cellulose
befinden. Die Filtration derartiger Produkte erweist sich infolgedessen als schwierig
durchführbar. Nimmt man die Koagulation, wie in der Patentschrift angegeben, mit
Wasser vor, so erhält man Produkte von höchst geringer Festigkeit.
Im Gegensatze hierzu lassen sich wertvolle Quellungen und Lösungen bei Verwendung
von Cellulose oder ihr nahestehender Derivate erzeugen, die zur Herstellung von Kunstfäden,
künstlichem Tüll, Films und plastischen Massen geeignet sind, wenn man bei der Quellung auf die stete Einhaltung tiefer Temperaturen
bei Anwendung von Schwefelsäure bestimmter Konzentration (60 bis JJ Prozent
H2 S O4-Gehalt) bedacht ist. Es wird unter
diesen Bedingungen die abbauende und wasserentziehende Wirkung der Schwefelsäure
auf die Cellulose auf ein praktisch unschädliches Maß beschränkt. . · .
Naturgemäß wird dieser vorteilhafte Einfluß tiefer Temperatur aufrechterhalten werden
müssen während des Vorganges der Koagulation. Andernfalls . tritt die abbauende
Wirkung der Schwefelsäure in den Vordergrund und die erhaltenen Produkte ermangeln
der Festigkeit. Es hat sich gezeigt, daß die Koagulationstemperatur ungefähr die gleiche
wie die Quellungstemperatur oder noch tiefer sein muß, um zu wertvollen Stoffen zu gelangen.
Es kommen demnach als koagulierende Stoffe solche in Betracht, welche auf die notwendige
tiefe Temperatur (im Minimum — 10° C. oder noch tiefer) abgekühlt werden
können. Als vorteilhaft erweisen sich aliphatische Alkohole, wie Methylalkohol, Äthylalkohol
und deren wäßrige Lösungen, Lösungen von Sulfaten (wie Ammonsulfat), von Phosphaten, ferner verdünnte Schwefelsäuren,
deren Schmelzpunkt — io° nicht übersteigt.
Beispiel I.
ι Teil gekühlter, getrockneter und feinst zerfaserter Baumwolle wird in einem Knetapparat
mit 12 Teilen Schwefelsäure von 74 Prozent H2 S O1 bei einer Temperatur von
etwa —150 durchgeknetet und einige Zeit
der Ruhe überlassen. Es erfolgt die Bildung einer viskosen Masse, welcher im Vakuum
die eingeschlossene Luft entzogen werden kann. Nach erfolgter Filtration wird die
Koagulation durch Eintragen in auf — 20"
Koagulation g
gekühlten 50 prozentigen Alkohol bewirkt.
B e i s ρ i e 1 II.
ι Teil mercerisierter Baumwolle wird mit
12 Teilen H2 S O4 von 70 Prozent in der Knetmaschine
bei einer — 150 nicht übersteigenden Temperatur bis zur vollständigen Aufqucllung
zu einer viskosen Masse durchge» arbeitet. Die Koagulation wird durch eine
sehr stark unterkühlte wäßrige Lösung von Methylalkohol durchgeführt.
Beispiel III.
Hydrocellulose wird mit Schwefelsäure, wie in Beispiel I oder II beschrieben, bis zur Erhaltung
einer homogenen zähflüssigen Masse durchgeknetet und die Koagulation mittels fast zum Gefrierpunkte abgekühlter 25 prozentiger
Schwefelsäure bewirkt.
Beispiel IV.
Fein zerteilter, sorgfältig getrockneter Holzzellstoff wird mit ebenfalls stark gekühlter,
65 prozentiger Schwefelsäure bis zur Erhaltung einer homogenen Masse durchgearbeitet
und mit auf — i8° gekühlter Ammonsulfatlösung koaguliert.
Beispiel V.
Kunstseideabfälle werden in auf — io° bis — 150 gekühlter 6oprozentiger Schwefelsäure
eingetragen, bei der tiefen Temperatur bis zu vollständiger, homogener Quellung durchgearbeitet
und die Koagulation nach einer der im vorhergehenden beschriebenen Methoden ausgeführt.
Es finden sich in der chemischen Literatur gelegentliche Himveise, daß die Behandlung
von Cellulose mit Schwefelsäuren bei einer Temperatur vorgenommen wurde, die niedriger
war als Zimmertemperatur. Honig und Schubert (Monatsh. 6 [1885], S.709)
führen die Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure bei—50 und höheren Temperaturen
durch; Stern (Journ. Chem. Soc.
67 [1895], S. 79) bei +5°.
Diese Arbeitsweise ist, was Konzentration und Temperatur anbelangt, durchaus verschieden
von dem im vorhergehenden beschriebenen, in Anbetracht des Umstandes, daß bei
diesem Verfahren von einer stark konzentrierten Säure Gebrauch gemacht wird, welche
wegen dieser Konzentration die niedrigen Temperaturen, die bei dem Verfahren nach
der vorliegenden Erfindung verwendet werden, nicht ertragen könnte, da diese Temperaturen
unter dem Gefrierpunkt stehen, welcher dem angegebenen Konzentrationsgrad der Säuren entspricht.
In der französischen Patentschrift 424428 von B. B ο r ζ y k ο w s k i ist die Behandlung
von Cellulose mit Säuren, wie Schwefelsäure, Essigsäure, Salpetersäure usw., bei tiefer
oder höherer Temperatur vorgesehen. Diese Behandlungsweise ist verschieden von der im
vorhergehenden geschilderten. Abgesehen davon, daß genaue Angaben über Konzentration
der Säuren und Behandlungstemperatur, welche ungemein wichtig sind, fehlen,
geht aus dem Wortlaut des Patentes von Borzykowski hervor, daß es sich im
wesentlichen um die Bildung von Acetaten und Nitraten der Cellulose handelt, denn die
nach der Koagulation mit Wasser, Alkohol, Benzin usw. erhaltenen Produkte werden
nach dem Trocknen wieder in organischen Lösungsmitteln, wie Chloroform, Aceton, Alkohol,
Ätheralkohol, Kampfer usw. gelöst, um neuerdings verarbeitet zu werden. Die nach
vorliegender Beschreibung erhaltenen Produkte, welche aus Pseudolösungen in Schwefeisäuren
von 60 bis yy Prozent J-J2 5" O4-Gehalt
bei einer — io° nicht übersteigenden Temperatur erhalten wurden, sind natürlich
in den genannten organischen Lösungsmitteln unlöslich, woraus ihre Verschiedenheit
von den nach Borzykowski erhaltenen
Stoffen deutlich hervorgeht.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von zur Kunstseide-, Tüll- und Filmserzeugung
und zu plastischen Massen geeigneten Pseudolösungen von Cellulose oder ihr nahestehenden Derivaten mit Hilfe von
Schwefelsäure als Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß Schwefelsäuren von 60 bis 77 Prozent H2 S 04-Gehalt in stark
gekühltem, die Temperatur von ■— io° C. nicht übersteigendem Zustande zur Einwirkung
gebracht werden.
2. Verarbeitung der nach Anspruch 1 erhaltenen Lösungen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Koagulation mit auf die gleiche oder noch tiefere Temperatur gekühlter Koagulationsflüssigkeit durchgeführt
wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Koagulation aliphatische Alkohole, wie Methylalkohol, Äthylalkohol
und deren wäßrige Lösungen, ferner Lösungen von Sulfaten, z. B: Ammonsulfat, endlich verdünnte Schwefelsäuren, deren
Schmelzpunkt — io° nicht übersteigt, zur Anwendung gelangen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE259248C true DE259248C (de) |
Family
ID=516999
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT259248D Active DE259248C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE259248C (de) |
-
0
- DE DENDAT259248D patent/DE259248C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2615952A1 (de) | Chitinfilme und -fasern | |
| DE259248C (de) | ||
| DE2732152C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Fäden, Fasern, Filmen oder Membranen aus Celluloselösungen | |
| DE908905C (de) | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden oder Fasern aus gegebenenfalls mitMilchcasein gemischtem Pflanzeneiweiss, besonders Sojacasein | |
| DE527254C (de) | Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen | |
| DE2732187C2 (de) | Verformbare Celluloselösungen und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE1494365A1 (de) | Verfahren zur Herstellung einer Polymerisatloesung fuer die Erzeugung von Formkoerpern | |
| DE898947C (de) | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden aus Erdnussglobulin | |
| DE704824C (de) | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden oder Filmen aus Celluloseacetat | |
| DE976274C (de) | Loesungen zur Herstellung von Formkoerpern, besonders von Faeden oder Fasern von Acrylsaeurenitril-Polymerisaten oder Acrylsaeurenitril-Mischpolymerisaten | |
| DE1570091A1 (de) | Kollagendispersion und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DE493585C (de) | Herstellung von neuen alkaliloeslichen, wasserunloeslichen Cellulosederivaten | |
| DE1038232B (de) | Verfahren zum Verspinnen einer aus einem Globularprotein unter Zusatz eines alkalischen Stoffes hergestellten Spinnloesung in ein Faellbad | |
| DE640807C (de) | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Gebilden aus Celluloseverbindungen | |
| DE442835C (de) | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden und Gespinsten | |
| DE498157C (de) | Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gebilde, insbesondere von Kunstseide | |
| DE904700C (de) | Verfahren zur Herstellung von Formgebilden, wie Folien oder Faeden, durch Koagulieren von Celluloseloesungen | |
| DE713486C (de) | Verfahren zur Herstellung von Celluloseloesungen | |
| DE597342C (de) | Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gebilde, wie Faeden, Baender, Filme, aus Celluloseacetat-Fibroin-Loesungen | |
| DE637829C (de) | Verfahren zur Herstellung von gefaerbten kuenstlichen Gebilden aus Celluloseestern | |
| DE196730C (de) | ||
| AT153488B (de) | Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fasern, Fäden, Folien, Häutchen, Massen u. dgl. | |
| DE385962C (de) | Verfahren zur Herstellung von aus Zellulose und Alkylzellulose bestehenden Gebilden | |
| DE272995C (de) | ||
| DE457235C (de) | Verfahren zur Herstellung von Kunsthorn aus alkoholunloeslichen Eiweissstoffen und Nitrocellulose |