DE2535554C2 - Biologisches Verfahren - Google Patents
Biologisches VerfahrenInfo
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Description
30
Die Erfindung betrifft die genetische Modifizierung von Mikroorganismen gemäß Patentanspruch 1. Die
Patentansprüche 2 und 3 nennen Ausgestaltungen der Erfindung.
Mikroorganismen sind allgemein dadurch gekennzeichnet, daß eine Organisation der einzelnen Zellen zu
höherem Zellgewebe fehlt; bei der vorgesehenen genetischen Modifizierung wird fremdes genetisches
Material auf solche Weise in den Mikroorganismus eingeführt, daß der Mikroorganismus sowohl Polypeptide
und/oder Proteine synthetisiert, welche an den Code des fremden genetischen Materials gebunden sind, wie
teilweise oder vollständig solche Polypeptide und/oder Proteine synthetisiert, welche an den Code des
normalen genetischen Materials des Mikroorganismus gebunden sind.
Im Verlauf dieser Beschreibung und der Ansprüche wird das genetische Material (das ist dasjenige Material,
durch das anläßlich der Vermehrung der Organismen die genetischen Eigenschaften von einer Generation zur so
nächsten Generation jeweils durch Reproduktion übertragen werden) als DNA bezeichnet, da Desoxyribonukleinsäure
das gebräuchlichste und verbreiteste dieser Materialien zu sein scheint. Die vorliegende
Erfindung ist jedoch auch auf solche Organismen anwendbar, in denen DNA nicht das tatsächliche
genetische Material darstellt, d. h. beispielsweise auf solche Organismen, bei denen RNA das genetische
Material darstellt; die »reverse Transcription«, mit der aus RNA eine DNA-Kopie erhalten werden kann, kann &o
die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf solche Organismen erleichtern.
Die Erfindung ist durch den Palentanspruch 1 definiert.
Doppelsträngige DNA kann durch gewisse Enzyme, welche üblicherweise als Endonukleasen bezeichnet
werden, zerteilt werden; der Mechanismus der Wirkungsweise von einigen dieser Endonukleasen scheint
darin zu bestehen, daß diese Enzyme spezifische Nukleotidsequenzen der DNA-Doppelhelix erkennen
und zerteilen bzw. abspalten.
Für die Zwecke dieser Beschreibung können die Endonukleasen hinsichtlich der Art von Spaltung
klassifiziert werden, welche sie bewirken, nämlich in
1. Endonukleasen, welche bside Stränge der DNA-Doppelhelix
an Zentren zerteilen, welche einander direkt gegenüberliegend an der DNA-Doppelhelix
1 angeordnet sind (F i g. 1 a);
2. Endonukleasen, deren Spaltung der DNA-Doppelhelix zu versetzten Bruchstellen (d. h. die DNA-Doppelhelix
wird nicht an direkt gegenüberliegenden Stellen zerteilt) in den beiden komplementären
DNA-Strängen führt (F i g. 1 b).
Bei der durch Endonukleasen des Typs 2 bewirkten Spaltung fallen DNA-Fragmente an, welche zwei
unterschiedliche, jedoch komplementäre Endabschnitte von Einzelsträngen aufweisen; das bedeutet, aufgrund
der Natur der Nukleotid-Wechselwirkung besitzen die einzelsträngigen Endabschnitte eine Affinität zueinander
und die Tendenz, sich spezifisch mit ihren komplementären Partnern zu vereinigen (F i g. 2).
Daraus ergibt sich, daß bei der nachfolgenden Behandlung der beiden unterschiedlichen DNA-Präparate,
welcne nach Spaltung mit Endonuklease der gleichen Klasse 2 angefallen sind, und nach Extraktion
aus oder Inaktivierung der Endeonuklease in den DNA-Präparaten beim Vermischen von zwei solcher
DNA-Fraktionen willkürliche jedoch komplementäre Paare aus den einsträngigen Endabschnitten der
DNA-Fragmente entstehen, und zwar aus den beiden unterschiedlichen Präparaten, ebenso wie erne Paarbildung
der Fragmente aus den gleichen Präparaten unter geeigneten Bedingungen eintreten wird. Aufgrund der
gegenwärtigen Annahmen wird die Stabilität der Sequenzen solcher Fragmente hauptsächlich abhängen
von der Festigkeit der Wasserstoffbindung zwischen den komplementären Basen in den einsträngigen
Endabschnitten jedes Fragments. Durch die Wirkung gewisser Enzyme, die als DNA-Ligasen bekannt sind,
können die Fragmente jedoch auch kovalent aneinander gebunden werden, woraus eine stärkere Verbindung
resultiert.
Zusätzlich zu der DNA, welche das genetische Material im Kern der lebenden Zelle darstellt, gibt es
auch eine große Gruppe von extranuklearen DNA-Molekülen, welche üblicherweise als »Plasmide« bezeichnet
werden, welche typischerweise zu einer autonomen Selbst-Reproduktion fähig sind. Diese Moleküle liegen
jedoch nur dann in einer biologisch aktiven, reproduzierbaren Form vor, wenn sie sich innerhalb eines
empfindlichen Gastorganismus oder in einem geeigneten Substitut dafür in einem Invitrosystem befinden, was
dann zur Bildung von progenen Plasmid-DNA-Molekülen
und der Bildung von denjenigen Polypeptiden und/oder Proteinen führt, welcne an den Code der
Plasmid-DNA gebunden sind. Typische Plasmide sind die Bakteriophagen-DNA, die Widerstandsfaktoren und
die kolicinogenen Faktoren. Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere die Verwendung von DNA aus
Bakteriophagen. Viele Plasmide können eine Anzahl verschiedener Zustände innerhalb der Gastzelle annehmen,
beispielsweise kann der Sexfaktor »F« aus E.coli einmal als selbstreproduzierendes DNA-Molekül innerhalb
der Gastzelle existieren oder dieses Plasmid kann
in die DNA des Kerns der Gastzeile integriert sein. Die DNA des Bakteriophagen Lambda (λ) kann ebenfalls in
der integrierten »lysogenen« Form existieren, solange die meisten Aktivitäten des Phagen ruhen, sie kann
jedoch diesen Zustand verändern ^nd eigene selbstreproduzierende
Aktivität annehmen, was zur Synthese von Phagenteilchen (DNA + Proteinüberzug) und
gegebenenfalls zu einer Lyse des Gastorganismus führt unter Freisetzung des progenen Phagens.
Es ist festgestellt worden, daß sowohl natürlich vorkommende DNA wie abgeleitete Plasmid-DNA-Moleküle
die Fähigkeit besitzen, lediglich an einem Zentrum von einer spezifischen Endonuklease gespalten
zu werden. Beispielsweise für solche Endonukleasen sind sog. Beschränkungsenzyme, beispielsweise »Eco
Rl« und »Hind III«. Die Behandlung von DNA-Molekühn mit nur einem spaltungsfähigen Zentrum durch
beispielsweise das Enzym Eco Rl führt 7ir Erzeugung von zwei linearen Rl-kohesiven-Endabschnitten, die
erneut verschmolzen werden können, entweder eine miteinander wie zuvor oder mit einem anderen
DNA-Fragment, das geeignete komplementäre, kohesive Endabschnitte aufweist, die ebenfalls durch Rl-Behandlung
erzeugt worden sind. Die Fig.3 erläutert dieses oben beschriebene Verfahren, bei dem unähnliche
DNA-Moleküle, welche beide Rl-Erkennungszentren aufweisen, durch Rl-Behandlung gespalten worden
sind, zusammengebracht worden und erneut verschmolzen worden sind, anschließend mit einem DNA-Ligaseenzym
behandelt worden sind, was zu einer Bildung von Hybrid-DNA-Molekülen geführt hat. Das Enzym
Hind III weist eine ähnliche spezifische Wirkung auf.
Das in Fig.3 dargestellte Schema erläutert die Herstellung von Hybrid-Plasmid/Nichtplasmid-DNA,
doch es ist zu beachten, daß auch andere Kombinationen damit erläutert werden können. Insbesondere
erläutert das Schema, wie der Aufbau von genetischem Plasmid verändert werden kann durch den Einbau von
Nichtplasmid-DNA in das Plasmid-DNA-Molekül. Die
Injektion einer Wirtszelle mit der Hybrid-Plasmid-DNA führt zur Bildung von weiterer Hybrid-DNA und den
Polypeptiden und/oder Proteinen, welche an den Code der Hybrid-DNA gebunden sind.
Es ist klar, daß das Hybrid-DNA-Gemisch, das durch Rekombination von DNA-Fragmenten erhalten worden
ist, weitgehend willkürlich ist; für die Auswahl von besonders vorteilhaften DNA-Molekülen für die Reproduktion
und Vermehrung müssen daher geeignete Auswahl- oder Trennverfahren angewandt werden.
Die Isolierung von Plasmid-DNA-Molekülen, welche
in ein besonderes fremdes Rl-Fragment eingetreten sind, kann auf der Basis einer Vielzahl von Techniken
erfolgen. So können etwa die Rl-geordneten Donor-DNA-Fragmente
beispielsweise mittels der Elektrophorese unter Verwendung von Acrylamid- oder Agarosegel
abgetrennt werden. Diese Fraktionen können anschließend in getrennten Integrations- und Transfektionsexperimenten
verwendet werden. Alternativ dazu kann die CsCl-Dichtezentrifugation benutzt werden, um
die Phagenpartikel zu fraktionieren, welche unterschiedliche Mengen von eingefügter fremder DNA
enthalten. Diese Fraktionen können anschließend in getrennten Infektionsexperimenten verwendet werden.
Die Auswahl besonders angestrebter DNA-Zusammensetzung erfolgt durch Abtrennung des Produkts
nach erfolgter Infektion einer geeigneten Wirtszelle durch die DNA mittels dem als »Immuno-Screening«
bekannten Verfahrens. Dieses Verfahren hangt deshalb nicht von der Extraktion und Identifizierung von
spezifischem DNA-Material ab, sondern eher von der Identifizierung des gewünschten Produkts von der
Hybridisierungstechnik; d.h. wenn der Zweck einer j besonderen Hybridisierung in der Herstellung eines
Plasmid-Hybrid-Moleküls liegt, das in einem Bakterium die Synthese eines spezifischen Polypeptids, beispielsweise
Insulin verursacht, dann gehört zum angewandten Auswahlverfahren die Feststellung dieses spezifischen
i" Polypeptids.
Obwohl die Verwendung eines Konzentrations- oder Trennungsverfahrens (und die hierfür angegebenen
Beispiele sind keinesfalls erschöpfend) mit anschließendem Immuno-Screening beschrieben worden ist, wird
i) diese Reaktionsfolge lediglich aus Zweckmäßigkeitsgründen angewandt (jede der Vielzahl von Fraktionen
wird auf ihre Aktivität untersucht, bevor Verdünnung, Plattierung und Auswah' Jer verdünnten Fraktion deren
Aktivität anzeigt) und wenn es bevorzugt wird, kann die ganze Population aus Hybrid-Plasmid ohne ursprüngliche
Fraktionierung ausgewählt werden.
Unter Immuno-Screnning wird dabei die Anwendung auf einen Mikroorganismus verstanden, der einem
aktiven Metabolismus unterliegt, oder zu deren Lyseprodukten bei spezifischen Artikörpern für einen
ausgewählten Metaboliten des Organismus (üblicherweise ein Polypeptid oder Protein) und die Feststellung
von zurückgehaltenem Antikörper, was die Anwesenheit des Metaboliten anzeigt.
Das heißt mit anderen Worten, die Erfindung führt zu einem Verfahren, bei dem Rezeptor-DNA-Materia!
zerteilt wird, die bei dieser Behandlung anfallenden Fragmente von DNA-Materia! werden mit Donor-DNA-Fragmenten
vermischt, welche durch Zerteilung von unterschiedlichem DNA-Material unter Anwendung
gleichartiger Maßnahmen zur Zerteilung von DNA angefallen sind, das Gemisch aus diesen
DNA-Fragmenten wird willkürlich verschmolzen, um Hybricl-DNA-Moleküle zu erhalten, mit diesen Hybrid-DNA-Molekülen
wird eine geeignete empfindliche Wirtszelle infiziert, der Metabolismus der infizierten
Wirtszellen wird in Gang gesetzt, ausgewählte Metaboliten werden durch Immuno-Screnning festgestellt und
auf diesem Wege festgestellte Wirtszellen und/oder DNA aus diesen Wirtszellen wird reduziert, um die
ausgewählten Metaboliten herzustellen.
In den Fällen, in denen eine »aktive« Fraktion festgestellt wird, kann diese durch Refraktionieren und
erneute Prüfung gereinigt werden, bis eine reine Kette, beispielsweise ein Phage erhalten wird, der das
gewünschte »fremde« hybride genetische Material trägt.
Die Einführung der ausgewählten reinen Fraktion von Hybrid-DNA in die aufnahmebereite Wirtszelle
führt somit zu der Herstellung von progener Hybrid-DNA innerhalb der Wirtszelle und derjenigen
Polypeptide und/oder Proteine, die an den Code der DNA gebunden sind.
Dieses Verfahren wird in den folgenden Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1 (nachgereicht)
Die Synthese, Feststellung und Isolierung
eines Λ phagen, welcher das Gen für
E.coli trp A-Polypeptid enthält
1. Herstellung des Beschränkungsenzyms Hind I
Zellen von Haemophilus influenza wurden in einer
Hirn· Herz-Infusionsbrühe, welche mit 10 μg Hemin/m!
und 2 μg N AD/ml versetzt war, bis zu einem E 550-Wert
von 0,7 gezogen, durch Zentrifugieren gewonnen, einmal gewaschen und erneut suspendiert bis zu
0,002 Vol. in 0,05 M Tris (pH 7,4), 0,001 M Glutathion. Die Zellen wurden bei 4°C durch Beschallung zerstört
und 30 Minuten lang bei 100 000 g zentrifugiert, und die
überstehende Flüssigkeit wurde auf einen Gehalt von 1 M NaCI gebracht; dieses Material wurde anschließend
auf eine 2,5 · 49 cm große Säule mit Biogel A 0,5 M gegeben, mit 10 VoI 1 M NaCI, 0,02 M Tris HCI (pH 7,4),
0,01 M Mercaptoäthanol vorgewaschen. Die Eluierung wurde mit einer Geschwindigkeit von 1,2 ml/min
durchgeführt, wobei dieser Puffer verwendet wurde und D-mi-Fraküuiien gesammelt wurden. Die Traktionen 18
bis 27 wurden miteinander vereinigt und mit 2 VoI 0,02 M Tris, pH 7,4, verdünnt. Langsam wurde Ammoniumsulfat
bis zur 5O°/oigen Sättigung zugesetzt und der Niederschlag durch Zentrifugieren entfernt. Die überstehende
Flüssigkeit wurde ausgefällt, um einen 50- bis 60%igen Niederschlag zu erhalten und anschließend
erneut ausgefällt, um einen 60- bis 7O°/oigen Niederschlag
zu erhalten. Die Niederschläge wurden vereinigt und in 0,1 VoI 0,05 M NaCI, 0,02 M Tris HCI (pH 7,4),
0,001 M Mercaptoäthanol gelöst und erschöpfend gegen den gleichen Puffer dialysiert. (Alle Operationen
erfolgten bei 4° C.)
Eine 0,5 · 9,5 cm große Säule mit Phosphorcellulose (Whatman P. 11), wurde mit 100 ml 0,01 M Kaliumphosphatpuffer
(pH 7,4) äquibrilliert. Die erneut aufgelösten Niederschläge wurden mit 9 VoI dieses Puffers verdünnt
und mit einer Fließgeschwindigkeit von 5 ml/h auf die Säule gegeben. Das Protein wurde anschließend
schrittweise mit 5 ml Portionen von 0,01 M Kaliumphosphatpuffer (pH 7,4), welcher zunehmende molare
Mengen an KCI enthielt, eluiert. Das bei 0,3 M eluierte Protein wurde ausgefällt bei 75%iger Sättigung mit
Ammoniumsulfat und anschließend erneut in 10 mM Kaliumphosphat (pH 6,8) gelöst. 6 Einheiten mit einer
Absorption bei 280 nm wurden auf eine Säule (1 ■ 10 cm) mit Hydroxy-Apatit gegeben. Die Eluierung
erfolgte mit einem linearen Gradienten von 160 ml jeweils von 1OmM und 40OmM Kaliumphosphat
(pH 6,8). Die Fraktionen 79 bis 85 (bei angenähert 0.25 M Phosphat) wurden dazu verwendet, um das
Beschränkungsenzym Hind III herzustellen.
2. Herstellung des Beschränkungsenzyms Rl
Ein Stamm von E. coli mit einem R-Faktor zur Bestimmung des Rl-Beschränkungsenzyms wurde in 10 1
D(UIlC uib Λϋ einem C jju-rtCn VOn i.'J gCZOgCn. DiC
Zellen wurden anschließend durch Zentrifugieren bei 4°C gewonnen, in flüssigem Stickstoff eingefroren und
bei - 20° C aufbewahrt.
100 g gefrorener Zellen wurden durch Beschallung in
200 ml Extraktionspuffer (0,01 M KH2PO4. pH 7,0;
0,001 M EDTA; 0,007 M 2-Mercaptoäthanol) insgesamt 12 Minuten lang zerstört (MSE Atomix, bei voller
Geschwindigkeit zerplatzen in 45 Sekunden mit 30 Sekünden Kühlung). Die überstehende Flüssigkeit wurde
anschließend bei 35 000 rpm (MSE 8 · 50 Rotor) eine Stunde lang bei 4C C zentrifugiert Zu der überstehenden
Flüssigkeit wurden anschließend langsam und mit konstanter Rührgeschwindigkeit 100 ml 5% w/v Streptomycinsulfat
in Extraktpuffer hinzugegeben. Nach 15minütigem Rühren wurde der Niederschlag durch
Zentrifugieren entfernt und langsam Ammoniumsulfat zugesetzt bis zur Sättigung von 50% in der überstehenden
Flüssigkeit. Nachdem 30 Minuten lang gerührt worden war, wurde der Niederschlag durch Zentrifugieren
(10 000 Upm; 10 Minuten; 40C) entfernt, in 45 ml Extraktionspuffer gelöst und erschöpfend im 4maligen
Wechsel gegen Extraktionspuffer über 48 Stunden dialysiert. Anschließend wurde zu der dialysierten
Ammoniumsulfatfraktion 4 M NaCl-Lösung gegeben, bis zu einer abschließenden Konzentration von 0,35 M
ίο NaCl, daraufhin wurde die Lösung (mit einer Fließrate
von 40 ml/Stunde) auf eine Säule (15 -3 cm) mit Phosphorcellulose P 11 gegeben, welche durch H + - und
OH--Zyklen gewaschen und mit 0,35 M NaCI in Extraktionspuffer äquibrilliert worden war, und mit
Ii einem linearen Gradienten, (0,35 bis 0,8 M) NaCl im
Ex'raktionspuffer eluiert. Es wurden 10 ml Fraktionen
gesammelt und aktive Fraktionen bei ungefähr 0,5 M NaCl wurden vereinigt und gegen Extraktionspuffer
dialysiert, anschließend (mit einer Fließgeschwindigkeit
2(i von 20 ml/Stunde) auf eine Säule (5 · 1 cm) mit DEAE-Zellulose-DE 52 gegeben, die mit Extraktionspuffer äquibrilliert worden war. Die Säule wurde mit
0,15 M NaCl in Extraktionspuffer gewaschen und mit einem linearen Gradienten (0,15—0,50M) NaCl in
Extraktionspuffer (Fließgeschwindigkeit 10 ml/Stunde) eluiert. Es wurden 4 ml Fraktionen gesammelt und die
aktiven Fraktionen bei ungefähr 0,3 M NaCl wurden vereinigt und gegen Extraktionspuffer dialysiert. Das
Enzym wurde konzentriert durch Absorption in einer
jo kleinen Säule (2 · 1 cm) mit DE 52, das mit Extraktionspuffer äquibriliert worden war, und mit 3 ml 0,5 M NaCl
eluiert. Dieses Eluat wurde als das Rl-Enzym-Präparat
verwendet.
3. Herstellung von λ Phagen-DNA
1,5 1 einer Kultur von sensitiven E.coli-Wirtszellen in L-Brühe bei exponentiell Wachstumsphase
(OD 550 = 0,5) wurden mit λ Phagen mehrfach infiziert bei einem (m.o.i)-Wert von 1,0. Durch heftiges Schütteln
4(i bei 370C wurde die Inkubation fortgeführt.
Nachdem die Lyse eingetreten war, wurden die Kulturen mit Chloroform (1 ml Chloroform pro 10 ml
Kultur) 10 Minuten lang geschüttelt, anschließend in 500 ml Polypropylenflaschen zum Zentrifugieren verteilt
und 20 Minuten lang bei 4CC und 7000 Upm zentrifugiert. Die Phagen enthaltende überstehende
Flüssigkeit wurde abgegossen und 2 Stunden lang in einer präparativen L2-Ultrazentrifuge (Beckman) bei
10°C und 18 000 Upm (Rotor 19) zentrifugiert.
■><> Die überstehende Flüssigkeit wurde weggegossen
und die Pellets gesammelt. Zu jeder Zentrifugierungsflaschc wurden 1,5m! 1OmM TrishyHroxymethylaminomethan
(Tris)/HCl, 1OmM MgSO4-Puffer. pH 7.2
hinzugefügt und die Pellets durch leichte Homogenisie-
rung über Nacht bei 4° C in dieser Lösung resuspendiert.
Die Flaschen wurden anschließend mit zwei 0,5 ml-Portionen von 10 mM Tris/MgSO4-Puffer gewaschen.
Die Phagensuspension wurde in ein 15-ml-Zentrifugenglas
gegossen und 15 Minuten lang bei 1O0C und
7000 Upm (Rotor JA20, Beckman J21 Zentrifuge) zentrifugiert, um die noch verbliebenen Bakterienüberreste
zu entfernen.
Zu der phagenenthaltenden überstehenden Flüssigkeit wurde Wasser und Kristalle von Cäsiumchlorid
(CsCl) gegeben, um insgesamt 12 ml mit einer Brechung von 8° 10' zu erhalten. Die Suspension wurde
anschließend auf 3 Zeliulosenitrat-Rohre (1,2 -5 cm)
verteilt, und mit 1 ml Paraffinöl bis zur Kerbe an jedem
Rohr bedeckt.
Die CsCl und Phagen enthaltende Suspension wurde 22 Stunden lang bei 1O0C und bei 30 000 Upm in einem
SW 50 Rotor in der Beckman L2 Ultrazentrifuge zentrifugiert. Anschließend wurden die Rohre am
Boden punktiert und das sichtbare Phagenband gesammelt durch tropfenweise Fraktionierung des
CsCl-Gradienten. Die Phagen wurden in ein kleines,
gegenüber Licht geschütztes Schraubkapsel-Glas überführt und bei 4°C aufbewahrt.
An einer 20^1-Probe von 1 :10 verdünnter Phagensuspension
wurden in einer Quarzmikrozelle mit 1 mm Lichtweg die Absorption (OD 260) bestimmt. 20 OD
260-Einheiten (berechnet für die unverdünnte Phagensuspension in 1 cm Lichtweg) der Phagen wurden über
Nacht im 3maligen Wechsel gegen 10 mM Kaliumphosphatpuffer (KPD) pH 7,4 bei 40C dialysiert.
Die dialysierte Probe (angenähert 1 ml) wurde in ein 15 ml Corex-Zentrifugierglas überführt, 10 μΐ 25°/oige
Natriumdodecylsulfat-Lösung (SDS) zugesetzt und die Lösung 3 Minuten lang auf 60°C erwärmt. Die von den
Phagen ausgehende Opaleszenz verschwand und die Lösung klärte sich. Das Glas wurde anschließend in
Eiswasser gekühlt. Ein Volumen Phenol, gesättigt mit 0,1 M KPB, vorgekühlt in Eis, wurde zugesetzt und das
Glas durch sanftes Umwenden bei Raumtemperatur 1 Minute lang geschüttelt, anschließend wurde 10 Minuten
lang bei 5° C und 7500 Upm zentrifugiert.
Die untere Phenolschicht wurde wegpipettiert und verworfen, und die Phenolexiraktion 2mal wiederholt.
Die obere wäßrige Schicht wurde anschließend langsam in ein Dialysegefäß überführt. Diese wurde dann
anschließend im 3maligen Wechsel gegen 1OmM Tris HCl/10 mM MgCl2 im Verlauf von 24 Stunden dialysiert.
Dieses Produkt wurde anschließend als Phagen-DNA-Präparat verwendet.
Rezeptor-Phagen-DNA
Die als Rezeptor A hergestellte Phagen-DNA war ein Derivat des λ Phagen, in dem Teile des normalen
Komplements des A Phagen-chromosoms ausgelöscht worden war (angenähert insgesamt 20%). Zusätzlich
besaß die Phagen-DNA nur 1 Zentrum, an dem sie durch das Enzym Hind III gespalten werden konnte
(Zentrum 3).
Die wesentlichen Eigenschaften dieses Phagen können wie folgt dargestellt werden:
Donor-Phagen-DN A
Ä», Rl 1 -2 V, Hind III 3+, N21 P", nin.
50
Das Wirtsbakterium, das zur Herstellung des λ Phagens A verwendet wurde, war E.coli vom Stamm
C600.
Die Phagen-DNA, welche als Rezeptor B hergestellt wurde, war ein Derivat des λ Phagens, in dem Teile des
normalen Komplements des Genoms ausgelöscht worden waren (angenähert insgesamt 15%). Dieser
Phagen besaß zwei Zentren für die Spaltung durch das Eco Rl-Beschränkungsenzym. Die Entfernung des
Fragments zwischen den zwei Zentren durch die Rl-Behandlung verstärkt die Kapazität des Rezeptors
für die Einführung von DNA.
Die wesentlichen Eigenschaften dieses Phagens können wie folgt dargestellt werden:
M RI1-2 V, Rl 3+, nin. '
Das Wirtsbakterium für die Herstellung des Phagen B war Exoli KY MeI.
Die als Donor-Phagen-DNA hergestellte Phagen-DNA war ein Derivat des λ Phagen, welches die
Gene für dieTryptophansynthetisierenden Enzyme (der trp Operon) des E.coli enthielt. Die wesentlichen
Eigenschaften sind:
H80,i\trp +
Das verwendete Wirtsbakterium für die Herstellung der Donor-Phagen-DNA war E.coli KY MeI.
4. Herstellung von E.coli DNA
Logphasezellen des prototrophen Stammes E.coli W1485 wurden in L-Brühe gezogen, gewonnen und
erneut in 100 mM Tris-HCl (pH 8,0), 10 mM EDTA bis zu einer Zellkonzentration von 2 · 109/ml suspendiert.
Bis zu einer Konzentration von 100μg/ml wurde
Lysozym zugesetzt und die Mischung bei 37°C
5 Minuten lang inkubiert.
Bis zu einem Wert von 0,5% w/v wurde Natriumdodecylsulfat
zugesetzt und anschließend bis zu 50 μg/ml
Proteinase K zugesetzt und über Nacht bei 370C durch sanftes Schütteln inkubiert. Die Mischung wurde
anschließend mit gleichem Volumen kalten Phenol behandelt, mit Puffer gesättigt (500 mM Tris HCl
pH 8,0; 10 mM EDTA; 10 mM NaCl;0,5% w/v SDS) und 10 Minuten lang bei Raumtemperatur bei 60 Upm
umgewendet. Die Mischung wurde auf 7°C abgekühlt und 10 Minuten lang bei 500 g zentrifugiert. Mit einer
weitmundigen Pipette wurde die viskose, wäßrige Phase entfernt und die Phenolbehandlung wiederholt. Die
wäßrige Schicht wurde anschließend in ein Dialysegefäß überführt, das 20 Minuten lang in 64%iger Zinkchlorid-Lösung
eingeweicht worden war, mit 0,1 M HCl und anschließend mit 5 mM EDTA gewaschen. Dialysiert
wurde gegen 50 mM Tris HCl (pH 8,0) 10 mM EDTA, 1OmM NaCl (Puffer C) in einem 1-1-Meßzylinder bei
Raumtemperatur, bis die Absorption bei 270 mM außerhalb des Gefäßes unter 0,05 Einheiten lag.
Die Lösung wurde in ein unbehandeltes Gefäß überführt und RNA-ase A (endgültige Konzentration
50 μg/m!) und RNA-ase T (endgültige Konzentration
2 μg/ml) hinzugefügt. Diese Lösung wurde bei 37° C
4 Stunden lang gegen Puffer C dialysiert.
Die DNA-Lösung wurde anschließend in ein anderes unbehandeltes Gefäß überführt und SDS bis zu
0,5% w/v und Proteinase K bis zu 50 μg/ml hinzugefügt;
diese Lösung wurde bei 37°C über Nacht gegen Puffer C dialysiert.
Anschließend wurden zwei weitere Phenolextraktionen durchgeführt Die wäßrige Phase wurde schließlich
in ein behandeltes Dialysegefäß übergeführt und gegen 10 mM Tris HCl (pH 7,5), 10 mM NaCl eine Stunde lang
bei Raumtemperatur und anschließend 4 Tage lang bei 4° C dialysiert.
Die dabei erhaltene Lösung wurde anschließend als Donor-E.coli-DNA-Präparat verwendet
5. DNA-Beschränkung
Die für die Beschränkung vorgesehene DNA und das Beschränkungsenzym wurden im Verhältnis 1 μg DNA
zu ΙμΙ Enzympräparat in 1OmM Tris HCl (pH 7,5)
10 mM MgCl2,10 mM 2-Mercaptoäthanol, 50 mM NaCl
gemischt Die Mischung wurde 45 Minuten lang bei 37°C inkubiert, und zum Ende dieser Zeitspanne
10 Minuten lang auf 700C erwärmt
6. DNA-Ligation
5 μΙ T4-Polynukleotid-Ligase wurden mit 495 μΙ
Ligasepuffer vermischt, welcher gleiche Molmengen -von jeweils 616 mM Tris HCl (pH 7,5), 93 mM MgCl2,
560 mM NaCl, 93 mM Dithiothreitol, 0,933 mM ATP, 9,33 mM EDTA, 0,93 mg/ml Bovinserumalbumin enthielt.
4 μg des beschränkten Rezeptorphagen, der gemäß 5
hergestellt worden war, wurden 10 Minuten lang auf 700C erwärmt, anschließend rasch auf Eis gekühlt.
Dieser Phage wurde mit 8 \ig von beschränkter
Door-DNA vermischt, welche gemäß 3 oder 4 hergestellt worden war; die Mischung wurde 15 Minuten
lang auf 300C erwärmt und anschließend 24 Stunden
lang bei 00C aufbewahrt. Anschließend wurde diese Mischung dem Ligasepuffer zugesetzt und 6 Stunden
lang bei 100C inkubiert; und anschließend nochmals 6 Tage lang bei O0C inkubiert. Nach Ablauf dieser
Zeitspanne wurden die Gemische für Transfektions-Experimente verwendet.
7. Transfektion
0,1 ml der über Nacht-L-Brühe der Kultur der Wirtszelle von E.coli wurde auf 10 ml P-Medium
eingeimpft und über Nacht wachsen gelassen. 2 ml dieser Über Nacht-Kultur wurde auf 25 ml frisches
Medium geimpft und bis zu einem E 550-Wert von 0,6 wachsen gelassen. Die Zellen wurden anschließend
10 Minuten lang auf Eis abgekühlt, durch Zentrifugieren gewonnen und in 0,5 Volumen von 0,1 M CaCb erneut
suspendiert. Nach 20 Minuten auf Eis wurden die Zellen erneut geerntet und in 0,1 VoI CaCb suspendiert. Nach
weiteren 20 Minuten auf Eis wurden die Zellen für die Transfektion verwendet.
Die für die Transfektion vorgesehene DNA wurde in SSC bis auf 3 μg pro ml verdünnt und mit den Zellen im
Verhältnis 1,0 VoI DNA: 2,0 VoI Zellen vermischt. Die Mischung wurde anschließend bei 37°C 30 Sekunden
lang einem Wärmeschock ausgesetzt und 2 Stunden lang auf Eis gehalten, bevor sie in 0,6%igem weichen
Agar, versetzt mit 10~3M MgSO4, auf L-Agarplatten
plattiert wurde. Die Platten wurden über Nacht bei 37°C inkubiert und die Plaques am folgenden Tag mit
4 ml L-Brühe belegt und über Nacht bei 40C
aufbewahrt. Jedes Produkt (Eluat) wurde geerntet, mit
5 ml Chloroform geschüttelt und bei 4° C aufbewahrt.
P-Medium:
25 ml P-Medium Puffer; 0,02 M Kaliumphosphat
(pH 7,0),0,015 M (NH4J2SO4
0.25 ml 0.1 MMeSO4
0,43 ml 10-4M FeSO4
0,125 ml 20%ige Glukose
0,1 ml 20%iges säure-hydrolisiertes Kasein
+ L-Tryptophan, 50 μg/ml endgültige
Konzentration
SSC:
SSC:
8,76 g/l NaCI
4,41 g/l Tri-Natriumcitrat (pH 7,0)
L-Brühe:
L-Brühe:
Pro Liter:
Difco Bacto Trypton, 10 g;
Difco Bacto Hefeextrakt, 5 g;
NaCl, 5 g;
Glukose 1 g.
pH-Wertbei7,2
L-Agar:
pH-Wertbei7,2
L-Agar:
L-Brühe + Difco Bacto Agar bis 15 g/l
Weicher Agar:
L-Brühe + Difco Bacto Agar bis 6,5 g/l
Wirtsbakterium:
Die für das Transfektionsexperiment verwendete
Wirtszelle E.coli war ein Derivat des E.coli-Stammes
W3U0 der aufgrund genetischer Auslöschung den funktionalen Tryptophanoperon verloren hatte,
und dem ferner ein funktionales Tryptophan-Regulatorgen fehlte; dieser Stamm kann mit:
TrpR-,TrpA-EV
beschrieben werden.
beschrieben werden.
In anderen Experimenten wurden Trp--Derivate von E.coli-Stämmen KY MeI und C600 als Wirtszellen für
die Transfektion verwendet.
8. Herstellung von Agarschichten
100 ml des Phageneluats von jeder Transfektionsplatte wurden mit 100 ul von geeigneten Indikatorbakterien
(E.coli W3110, TrpR-, TrpA-E V ) vermischt. Zu
jeder Mischung wurden 4 ml weicher Agar bei 46°C hinzugefügt und die Bestandteile unmittelbar darauf in
eine Petrischale (7,5 cm Durchmesser) gegossen. Durch sanftes Schütteln der Schale wurde der Boden der
Petrischale vollständig mit dem Agargemisch bedeckt. Nachdem sich der Agar in allen Platten gesetzt hatte,
wurden die Platten über Nacht bei 37°C inkubiert.
Im Anschluß an die Inkubation wurden die Platten überprüft und die angenäherte Anzahl von Plaques
jeweils notiert. Die Zahlen variieren in Abhängigkeit von der jeweiligen Transfektionsmischung von einigen
wenigen bis zu unzählbar vielen. Die Kante der
Agarmischungen in den Schalen wurden sanft von dem Umfang der Schale weg zum Zentrum der Schale
gedruckt, wozu ein kleiner Spaten verwendet wurde. Ein Filterpapier, das exakt in die Petrischale paßte, wurde
auf dem Agar aufgelegt und sorgfältig nach unten
gedruckt, um Luftblasen zu entfernen. In den Fällen, in
denen die Filterpapiere nicht vollständig durch Flüssigkeit aus der Agarschicht befeuchtet wurden, wurden
einige Tropfen destilliertes Wasser hinzugegeben. Die Filterpapiere mit anhaftender Agarschicht wurden
anschließend sorgfältig aus den Petrischalen herausgeschält und herausgenommen. Die Agsrschicht wurde auf
den flachen Glasboden einer Glasschale von 10 cm Durchmesser aufgelegt, wobei sorgfältig darauf geachtet
wurde, daß keine Luftblasen eingefangen wurden. Die Glasschalen wurden anschließend in einen auf 600C
gehaltenen Ofen gebracht, bis die Agarschichten mit dem anhaftenden Panier trocken waren.
Nachdem sich die Schalen auf Raumtemperatur abgekühlt hatten, wurden die Filterpapiere mit einigen
Tropfen destilliertem Wassers angefeuchtet und die Papiere abgezogen, wobei eine feste Agarschicht auf
der Glasoberfläche zurückblieb. Überschüssiges Wasser wurde entfernt und der Agar mit Äthanol (10 ml)
20 Minuten lang bei Raumtemperatur fixiert. Das Äthanol wurde weggegossen und der Agar mit
destilliertem Wasser (10 ml) für einige Sekunden gewaschen. Der Agar wurde anschließend unter einem
Strom warmer Luft aus einem Haartrockner getrocknet. Die Bereiche des Agars, welche das gebildete Antigen
(Trp A) enthielten, wurden durch Verwendung einer doppelten Antikörper-Fluoreszenztechnik festgestellt
(obwohl hierzu auch andere Verfahren zum Auszählen von Antikörpern brauchbar sind, beispielsweise radio-
aktive Verfahren mit beispielsweise Jod 125, mit Enzymen, beispielsweise Peroxydase, durch Bestimmung
der Elektronendichte, beispielsweise mit Ferritin, entweder mit einem ausgezählten Antikörper oder mit
zwei Antikörpern, wobei der zweite ausgezählt wird. Bei dem doppelten Antikörper-Bestimmungsverfahren
ist der erste (nicht ausgezählte) Antikörper spezifisch für das Antigen und wird in einer tierischen Spezies
gebildet, während der zweite (ausgezählte) Antikörper in einer unterschiedlichen Spezies gebildet wird und
spezifisch ist für solche Antikörper, die aufgrund der ersten Spezies gebildet werden.
Herstellung von Trp A
Die Herstellung von reinem Trp A für die Verwendung als Immunogen bei der Herstellung von Antikörpern
gegen Trp A erfolgte wie folgt. 10 ml einer über Nacht-Kultur von E.coli W3110 (Trp R-, trp A am88,
Sup III) in L-Brühe wurden zusammen mit 10 ml, 0,1 M MgSO4 einem Liter L-Brühe zugesetzt und die
Mischung unter aeroben Bedingungen bei 37° C gehalten, bis ein E 550-Wert von 0,6 erreicht war.
Anschließend wurden 1 · 1012 Phagen trp Am 1 (trp A — E+, sus Q, N V, nin) zugesetzt und die Mischung
weiterhin 4 Stunden lang inkubiert. Die zelluläre Masse und die Phagenprodukte wurden durch Zentrifugieren
(30 Minuten. 40C, 8000 g) geerntet und erneut in kaltem
(4°C) 0,1 M Kaliumphosphatpuffer pH 7,0 (1,3 ml/g Naßgewicht) suspendiert. Die Zellen wurden durch
Beschallung mit Ultraschall (4 bis 6 μ, 5 · 20 Sekunden mit Intervallen von 1 Minute) zerstört, wobei die
Temperatur durch Eintauchen in Eis bei 40C gehalten wurde. Anschließend wurden 100 μΐ Mercaptoäthanol
und 800 μΐ 1 M MnCl2 zugesetzt und die Lösungen
vermischt Die zellulären Überreste wurden durch Zentrifugieren bei 40C im Verlauf von 1 Stunden
ausgefällt Der Kuchen wurde verworfen und zu der überstehenden Flüssigkeit 0,2 mg Dinatrium-EDTA
zugesetzt, anschließend 10 Minuten lang gerührt (auf Eis). Der pH-Wert der Mischung wurde anschließend
mit kalter 1 M Nairiumacetat-Lösung (pH 3,8) auf einen Wert von 4,5 eingestellt, und die Mischung für weitere
15 Minuten bei 4°C gerührt. Die Mischung wurde anschließend 25 Minuten lang bei 4° C und 40 000 g
zentrifugiert, der Kuchen verworfen und zu der überstehenden Flüssigkeit festes Ammoniumsulfat zugesetzt,
bis zu einer Konzentration von 33 g/100 ml. Anschließend wurde die Mischung 20 Minuten lang bei
4° C gerührt. Die Mischung wurde 20 Minuten lang bei 4° C und 40 000 g zentrifugiert die überstehende
Flüssigkeit verworfen und der Kuchen erneut suspendiert und in einem minimalen Volumen von kaltem
0,1 M Kaliumphosphatpuffer pH 7,0 gelöst Die Lösung wurde im Verlauf von 2 Stunden bei 4° C gegen 0,05 M
Kaliumphosphatpuffer, pH 7,0 dialysiert Ein möglicher Niederschlag, der sich im Verlauf der Dialyse bildet,
wurde durch Zentrifugieren (40 000 g, 4° C, 20 Minuten) entfernt
Die überstehende Flüssigkeit wurde über eine Säule (2 · 50 cm) mit Sephadex GlOO in 0,05 m Kaliumphosphatpuffer
pH 7,0 bei 4° C gereinigt und in 50 · 4-ml-Fraktionen aufgefangen. Durch Prüfung von je 50-μΙ-Ar.teilen
der von der Säule abgenommenen Fraktionen wurde das trp A lokalisiert Die 50-μ1-ΑηΙβϋε wurden
mit 950 μΐ der folgenden Prüfmischung vermischt und
20 Minuten lang bei 37° C inkubierr. Die Prüfmischung bestand aus L-Serin (21 mg/ml, 3 ml), Pyridoxal-Phosphat
(100 μg/l ml), 1 M Trishydrochlorid pH 7,8 (1 ml),
gesättigter Natriumchloridlösung (300 μΙ), Indol
(0,5μΓηο1Λη1, 800 μΐ), Wasser (2,4 ml) und »trp B-Lösung«
(0,5 ml). Die »trp B-Lösung« wurde aus 2 I über Nacht-Kultur (37°C unter aeroben Bedingungen) von
E.coli W3110 (trp R-, trp A V) in L-Brühe isoliert.
Durch Zentrifugieren bei 8000 g für 30 Minuten bei 4°C wurden die Zellen geerntet, erneut in 600 ml 0,1 M
Kaliumphosphatpuffer pH 7,0 suspendiert und erneut bei 8000 g für 30 Minuten bei 4°C zentrifugiert. Die
ίο Zellen wurden in 40 ml 0,1 M Kaliumsphosphatpuffer pH 7, der Pyridoxalphosphat (8 μg/ml) enthielt, bei 4°C
suspendiert und beschallt (4—6 μ für 6 ■ 15 Sekunden
mit Intervallen von 1 Minute) und auf Eis gekühlt. Durch Zentrifugieren bei 3000 g für 30 Minuten bei 4°C
wurden die Zellrückstände entfernt. Die überstehende Flüssigkeit wurde als »trp B-Lösung« verwendet.
Nach Inkubation mit der Prüfmischung wurde 1 ml Indol-Reagenz (9 g 4-Dimethylamino-benzaldehyd gelöst
in 200 ml Äthanol und vermischt mit 45 ml konzentrierter Salzsäure) zugesetzt und die Mischung
für 20 Minuten bei Raumtemperatur stehen gelassen. Hierbei zeigte eine gelbe Färbung die Anwesenheit von
trp A an und eine rote Färbung dessen A-bwesenheit.
Die den hauptsächlichen Anteil an trp A enthaltenden Fraktionen wurden zusammengegeben und 43 g Ammoniumsulfat
pro 100 ml zugesetzt. Die Mischung wurde 20 Minuten lang bei 4°C gerührt und anschließend
45 Minuten lang bei 4°C und 40 000 g zentrifugiert. Die überstehende Flüssigkeit wurde verworfen und der
Kuchen erneut in einem minimalen Volumen von 0,5 M Kaliumphosphatpuffer pH 7,0 bei 40C suspendiert. Die
Lösung wurde über Nacht gegen 0,01 M Kaliumphosphatpuffer pH 7,0 bei 40C dialysiert.
Die abschließende Reinigung erfolgte über eine Säule (2 · 100 cm) mit DEAE-Zellulose in 0,01 M Phosphatpuffer
pH 7,0 bei 4° C. Das Dialysat wurde mit 50 ml des gleichen Puffers auf die Säule gegeben und das Eluieren
erfolgte mit einem linearen Gradienten, bestehend aus 600 ml 0,01 M und 600 ml 0,3 M Phosphatpuffer pH 7,0
bei 4°C. Die das trp Α-Protein enthaltenden Fraktionen
wurden auf die gleiche Weise wie vor der Reinigung über die erste Kolonne lokalisiert und zusammengegeben.
Es wurden 44 g Ammoniumsulfat pro 100 ml hinzugefügt und die Mischung 15 Minuten lang gerührt.
Durch Zentrifugieren (40 000 g, 45 Minuten, 4° C) wurde
das trp A abgetrennt und der Kuchen erneut in 0,05 M Phosphatpuffer pH 7,0 bei 4° C gelöst. Die Lösung
wurde über Nacht gegen den gleichen Puffer dialysiert. Mittels der Folinreaktion wurde die Proteinkonzentration
der Lösung bestimmt und durch Verdünnen mit dem gleichen Puffer auf 1 mg/m! eingestellt. Diese
Lösung wurde zur Immunisierung von Kaninchen für die Herstellung von Antisera gegen trp A verwendet.
Anti-trp A
Das Immunisierungsverfahren umfaßt das Emulsieren von 500 μΐ trp Α-Lösung mit 1 ml Freud'scher Hilfslösung
und die subkutane Injizierung der Mischung in ein Kaninchen an mehreren Stellen (wenigstens 5). Die
Injektionen wurden in Intervallen von 1 Monat wiederholt und den Tieren wurde jeweils 10 bis
14 Tagen nach jeder Injektion Blut abgenommen. Das Serum wurde gesammelt und hinsichtlich der Niederschlagsbildung
in einem Immuno-Diffusions-System (in 1% Agar) bei verschiedenen Verdünnungen gegen
trp Α-Lösungen geprüft Die Antisera wurden beim Immuno-Screening als 1Ao derjenigen Verdünnung
verwendet, welche eine sichtbare Niederschlags-Linie
ergaben.
Immuno-Screening
500 μΐ verdünnter Anti-trp Α-Lösung wurden auf eine
Schicht von trockenem Agar gegeben und darauf gleichmäßig ausgebreitet Die Mischung wurde 30 Mi-■
nuten lang bei Raumtemperatur inkubiert und anschließend mit Phosphatpuffer-Salzlösung (0,1 M, pH 7',2,
9 g/L Natriumchlorid) gewaschen (10 ml, 3 · 1 Minute) und ferner 1 Minute lang mit Wasser gewaschen. Der
Agar wurde anschließend mit warmer Luft getrocknet
500 μΐ des zweiten Antikörpers (mit Fluoreszin
ausgezähltes Anit-Kaninchen-Immunoglobulin, gezogen
aus einem Schaf; bei einer Verdünnung von ungefähr V20, bestimmt in ähnlichen Experimenten unter
Verwendung von Anti-λ Phagen als erstes Antiserum) wurden anschließend zugesetzt, gleichmäßig über die
gesamte Platte ausgebreitet und 30 Minuten lang inkubiert. Überschüssiges Antiserum wurde wie oben
angegeben weggewaschen und die Platte getrocknet.
Vor der mikroskopischen Untersuchung wurde der Agar mit ImI eines weiteren Mediums (3,16 g
Na2CO3 + 0,6 g NaHCO3 in 100 ml Wasser mit 43 ml
Glycerol) bedeckt. Das Mikroskop war mit einer Quarzhalogenlampe, einem primären Interferenzfilter
(Zeiss HP-500) und einem blaßgelben Grenzfilter ausgestattet. Zur Beobachtung der Proben wurde ein
Kondensator mil dunklem Feld verwendet
Plaques mit positiver Reaktion fluoreszierten grün gegenüber einem rot-schwarzen Hintergrund und
Plaques ohne Reaktion waren schwarz. Mit einer Häufigkeit von ungefähr 1% wurden anfänglich positive
Reaktionen festgestellt.
Isolierung von trp A-Phagen
Die Rezeptorphagen A und B, welche trp A-Gene enthielten, wurden auf zwei Wegen isoliert. Zuerst
wurden die Phageneluate von den Transfektionsplatten plattiert um angenähert 200 Plaques pro Platte zu
ergeben, wobei die Plaques einzeln aufgenommen wurden, in 1 ml L-Brühe behandelt, wobei ein aliquoter
Anteil davon beim Plattieren jeweils angenähert 200 Plaques ergab. Jede Platte wurde untersucht unter
Verwendung der oben angegebenen Antikörper-Technik und die isolierten Eluate ergaben Plaques mit
positiven Reaktionen.
Das zweite Verfahren zur Isolierung verlief im wesentlichen ähnlich, jedoch wurde hier die anfängliche
Reinigung durch ein Verdünnungsverfahren erreicht. Aliquote Anteile der Eluate aus den Plaquen der
Transfektion wurden plattiert und ergaben angenähert
10 Plaques pro Platte. Hier wurde jede Platte mit 3 ml L-Brühe behandelt Aliquote Anteile dieser Eluate
wurden anschließend plattiert und ergaben angenähert 200 Plaques pro Platte, und diese Platten wurden
untersucht unter Verwendung der Antikörpertechr.ik.
Auf einigen Platten wurden positive Reaktionen mit einer Häufigkeit von ungefähr 10% festgestellt Mittels
dem zuerst angegebenen Isolierungsverfahren wurden aus den Eluaten mit der größeren Häufigkeit an
positiven Reaktionen die Phagen, welche trp A-Gene enthielten, isoliert
Schließlich wurden die Phagen, welche beim Antikörper-Screening
positive Reaktionen ergaben, auf die Anwesenheit von trp Α-Genen untersucht, wobei ihre
Fähigkeit geprüft wurde, geeignete E.coli trp A--AuXO-trophe
zu überführen, ferner wurde die Anwesenheit von trp A (durch das oben beschriebene Prüfverfahren
für trp A) in der überstehenden Flüssigkeit als Folge einer Lyse geeigneter E.coli tro A--Mutanten geprüft.
Beispiele 2 und 3 (nachgereicht)
Es wurde das Verfahren des Beispiels 1 wiederholt, wobei die E.».j!i-Stämme KYMeI und C600 als
Wirtszellen für die Transfektion verwendet wurden.
Wesentliche Erfordernisse sind, daß das Plasmid zur Reproduktion und zur Beeinflussung des Wirtsorganismus
fähig ist; die Plasmid-DNA muß in die Wirtszelle in deren biologisch aktiver Form einführbar sein; bevorzugt
weist die Plasmid-DNA nicht mehr als 3 und besonders bevorzugt lediglich nur 1 spaltungsfähiges
Zentrum gegenüber einem Beschränkungsenzym des Typs 2 auf; das hier interessierende Gen weist kein
Spaltungszentrum für die verwendete Endonuklease auf, oder ein solches Zentrum kann spezifisch geschützt
werden; der Einbau in das Plasmid- oder Bakteriengenom schließt die Wirkung des besonders interessierenden
Gens nicht aus und das von dem fremden Gen, das in das Plasmid eingebaut werden soll, produzierte
Polypeptid kann bereits bei sehr niedrigem Konzentrationsniveau durch das verwendete Screeningverfahren
bestimmt werden. Diese Erfordernisse sind einem Fachmann durchaus geläufig.
Zu den Anwendungsbeispielen der Erfindung gehört die Herstellung von Polypeptiden und Proteinen, die in
Säugetieren vorkommen, ferner die Herstellung »fremder« Enzyme durch Bakterien, weiterhin die Herstellung
sekundärer Metaboliten, beispielsweise vcn Glukoseisomerase, und ferner die Herstellung von Verbindungen
wie etwa Zitronensäure und Cephalosporin über modifizierte Pilzgewebe.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zur genetischen Modifizierung von Mikroorganismen mit fremdem genetischen Material,
dadurch gekennzeichnet, daß Rezeptor-DNA-Material zerteilt wird, die bei dieser
Behandlung anfallenden DNA-Fragmente mit Donor-DNA-Fragmenten vermischt werden, welche
durch Zerteilung von unterschiedlichem DNA-Material unter Anwendung gleichartiger Maßnahmen
zur Zerteilung von DNA angefallen sind, das Gemisch dieser DNA-Fragmente willkürlich zu
Hybrid-DNA-Moiekülen verschmolzen wird, und geeignete sensitive Mikroorganismuszellen mit
diesen Hybrid-DNA-Molekülen infiziert werden, daß die infizierten Mikroorganismuczellen ihrem
Metabolismus unterworfen werden, die dabe<
resultierenden Kulturen in Fraktionen zerlegt werden, und spezifische Metaboliten durch Immuno-Screening
festgestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Rezeptor-DNA Bakteriophagen-DNA
verwendet wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Donor-DNA
Säugetier-DNA verwendet wird.
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8126 | Change of the secondary classification | ||
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8331 | Complete revocation |