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HINTERGRUND
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Nucleotid-Integrasen
sind Molekülkomplexe,
die in der Lage sind, doppelsträngige
DNA-Substrate an spezifischen Erkennungsstellen zu spalten und Nucleinsäuremoleküle gleichzeitig
in das DNA-Substrat an der Spaltungsstelle einzuführen. Daher
sind Nucleotid-Integrasen nützliche
Werkzeuge, insbesondere für
Genomkartierung und Gentechnik.
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Strukturell
sind Nucleotid-Integrasen Ribonucleoprotein-(RNP-)Partikel, die
eine exzidierte Gruppe-II-Intron-RNA und ein von einem Gruppe-II-Intron
kodiertes Protein umfassen, das an die Gruppe-II-Intron-RNA gebunden
ist. Derzeit werden Nucleotid-Integrasen
mithilfe zweier Ansätze
hergestellt. Der erste Ansatz umfasst das Isolieren der Nucleotid-Integrase
von Quellenorganismen; sowohl die RNA- als auch Proteinuntereinheiten
der Nucleotid-Integrase werden durch die DNA in solchen Organismen
kodiert. Um Nucleotid-Integrasen zu erhalten, die nicht vom Wildtyp
sind, werden Quellenorganismen mutagenisiert. Die Mutagenese ist
ein aufwendiges Verfahren in mehreren Schritten, das beschränkte Mengen
von Nucleotid-Integrase erbringt.
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Der
zweite Ansatz, der zur Herstellung von Nucleotid-Integrasen verwendet
wird, umfasst die In-vitro-Kombination einer exogenen exzidierten
Gruppe-II-Intron-RNA mit einem RNA-Proteinkomplex, in welchem das
von einem Gruppe-II-Intron kodierte Protein mit einer spleißdefekten
Gruppe-II-Intron-RNA anstelle der exzidierten Gruppe-II-Intron-RNA
assoziiert ist. Deshalb fehlt dem RNA-Proteinkomplex Nucleotid-Integrase-Aktivität. Die exogene
RNA ersetzt die spleißdefekte
Gruppe-II-Intron-RNA, um eine Nucleotid-Integrase zu bilden. Der
RNA-Protein-Komplex wird durch Isolation des RNA-Protein-Komplexes
aus Quellenorganismen gewonnen. Um den RNA-Protein-Komplex oder ein von einem Gruppe-II-Intron
kodiertes Protein, das kein Wildtyp ist, zu erhalten, muss der Quellenorganismus
mutagenisiert werden. Die Mutagenese ist ein aufwendiges Verfahren
in mehreren Schritten, das begrenzte Mengen des RNA-Protein-Komplexes
erbringt. Daher stellt dieses Verfahren auch begrenzte Mengen der
Nucleotid-Integrase bereit.
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Dementsprechend
ist es wünschenswert, über Verfahren
zur Herstellung von Nucleotid-Integrase zu verfügen, die nicht aufwendig sind
und der Nucleotid-Integrase
ermöglichen,
einfach vom Wildtyp modifiziert zu werden, und die keine begrenzte
Mengen der Nucleotid-Integrase erbringen.
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Zimmerly
et al., Cell 83, 529-538 (1995), beschäftigen sich mit Gruppe-II-Intron-RNA
und schlagen vor, dass diese eine katalytische Komponente einer
DNA-Endonuclease
ist, die in Intronmobilität
involviert ist. Die Autoren schlagen vor, dass die ortsspezifische
DNA-Endonuclease, welche den Doppelstrangbruch ausführt, ein
Ribonucleoproteinkomplex ist, der das von a12 kodierte Umkehrtranskriptaseprotein
und eine exzidierte a12-RNA enthält,
wobei die a12-RNA Spaltung des Sense-Strangs der Empfänger-DNA katalysiert.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt neue, verbesserte und einfach zu manipulierende
Verfahren zur Herstellung von Nucleotid-Integrasen bereit.
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In
einer Ausführungsform
wird die Nucleotid-Integrase durch Einführung eines DNA-Moleküls, das eine
Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz umfasst, in eine Wirtszelle hergestellt.
Die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz wird dann in der Wirtszelle exprimiert,
sodass RNP-Partikel, die über
Nucleotid-Integrase-Aktivität
verfügen,
in der Zelle gebildet werden. Solche RNP-Partikel umfassen ein exzidiertes
eingeführtes
DNA-Molekül und ein
von Gruppe-II-Intron kodiertes Protein, für welches das eingeführte DNA-Molekül kodiert.
Danach wird die Nucleotid-Integrase aus der Zelle isoliert.
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In
einer anderen Ausführungsform
wird die Nucleotid-Integrase durch In-vitro-Kombination einer exzidierten Gruppe-II-Intron-RNA,
die hierin nachstehend als „exogene
RNA" bezeichnet
wird, mit einem von Gruppe-II-Intron kodierten Protein hergestellt.
Vorzugsweise wird die exogene RNA durch In-vitro-Transkription eines
DNA-Moleküls hergestellt,
das die Gruppe-II-Intronsequenz umfasst. Vorzugsweise wird das von
Gruppe-II-Intron kodierte Protein durch Einführung eines DNA-Moleküls, das
die offene Leserastersequenz eines Gruppe-II-Introns umfasst, in
die Wirtszelle und dann durch Expression der offenen Leserastersequenz
in der Wirtszelle, sodass das von Gruppe-II-Intron kodierte Protein,
für welches
die offene Leserastersequenz kodiert, in der Zelle gebildet wird,
hergestellt. Danach wird die Zelle aufgetrennt und das Protein gewonnen.
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In
einer anderen Ausführungsform
wird die Nucleotid-Integrase durch In-vitro-Kombination einer exzidierten Gruppe-II-Intron-RNA,
die hierin nachstehend als „exogene
RNA" bezeichnet
wird, mit einem RNA-Protein-Komplex, der in ein von einem Gruppe-II-Intron
kodiertes Protein umfasst, hergestellt. Vorzugsweise wird die exogene
RNA durch In-vitro-Transkription eines DNA-Moleküls hergestellt, das die Gruppe-II-Intronsequenz
umfasst. Vorzugsweise wird der RNA-Proteinkomplex durch Einführung eines
DNA-Moleküls,
das eine Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz umfasst, die für eine spleißdefekte
Gruppe-II-Intron-RNA kodiert, in eine Wirtszelle erreicht. Danach
wird die Zelle aufgetrennt und der RNA-Protein-Komplex isoliert.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch eine Nucleotid-Integrase und
ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von RNA-Protein-Komplexen
zur Verwendung in der In-vitro-Herstellung
von Nucleotid-integrasen.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 ist
eine Plasmidkarte von Plasmid pETLtrA19.
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2 zeigt
die Nucleotidsequenz des 2,8-kb-HindIII-Fragments, das in pETLtrA19
vorhanden ist und das die L1.Hrb-Intron-DNA-Sequenz und Abschnitte
der Nucleotidsequenz der flankierenden Exons ItrIBE1 und ItrBE2,
Seq.-ID Nr. 1, die Nucleotidsequenz des offenen ItrA-Leserasters,
Seq.-ID Nr. 2, und die Aminosäure-Sequenz
des 1trA-Proteins, Seq.-ID-Nr. 3, umfasst.
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3 ist
die Plasmidkarte von Plasmid pETLtrA1-1.
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4 ist
eine schematische Darstellung der Inserts in pLE12, pETLtrA19 und
pETLtrA1-1.
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5 ist
die Sequenz des Sense-Strangs des doppelsträngigen DNA-Substrats, Seq.-ID
Nr. 4, das verwendet wurde, um die Nucleotid-Integrase-Aktivität der Nucleotid-Integrase
zu beurteilen, die eine exzidierte L1.ItrB-Intron-RNA und ein Itra-Protein
umfasst.
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6A ist eine schematische Darstellung des
Substrats, das durch Nucleotid-Integrase,
die L1-ItrB-Intron-RNA und das Itra-Protein umfasst, gespalten wird,
und 6B zeigt die IBS1- und IBS2-Sequenzen
des Substrats und die Spaltstellen des doppelsträngigen DNA-Substrats, das durch
diese Integrase gespalten wird.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Nucleotid-Integrasen
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Nucleotid-Integrasen
sind Enzyme, die in der Lage sind, doppelsträngige DNA-Substrate an spezifischen Erkennungsstellen
zu spalten und Nucleinsäuremoleküle gleichzeitig
in das DNA-Substrat an der Spaltungsstelle einzuführen. Die
Nucleotid-Integrasen
führen
ein RNA-Molekül
in den Sense-Strang des gespaltenen DNA-Substrats und ein cDNA-Molekül in den
Antisense-Strang des gespaltenen DNA-Substrats ein.
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Nucleotid-Integrasen
sind Ribonucleoprotein-(RNP-)Partikel, die eine exzidierte Gruppe-II-Intron-RNA und
ein von einem Gruppe-II-Intron kodiertes Protein umfassen, das an
die Gruppe-II-Intron-RNA gebunden ist. „Exzidierte Gruppe-II-Intron-RNA" wie hierin verwendet
bezeichnet die RNA, die ein In-vitro- oder In-vivo-Transkript der Gruppe-II-Intron-DNA
ist oder davon abgeleitet ist und der flankierende Exonsequenzen
fehlen. Die exzidierte Gruppe-II-Intron-RNA weist typischerweise sechs
Domänen
und eine charakteristische sekundäre und tertiäre Struktur
auf, die in Saldahana et al., Federation of the American Society
of Experimental Biology Journal, 15-24 (1993), gezeigt ist. Die
exzidierte Gruppe-II-Intron-RNA umfasst auch zumindest eine hybridisierende
Region, die zu einer Erkennungsstelle auf der Substrat-DNA komplementär ist. Die
hybridisierende Region weist eine Nucleotidsequenz auf, die hierin
nachstehend als „EBS-Sequenz" bezeichnet wird, die
zur Sequenz der Erkennungsstelle der beobachteten Substrat-DNA komplementär ist, die
hierin nachstehend „IBS-Sequenz" genannt wird. Das
von Gruppe-II-Intron kodierte Protein weist eine X-Domäne, eine
Umkehrtranskriptasedomäne
und vorzugsweise eine Zn-Domäne auf.
Die X-Domäne
des Proteins weist eine Maturase-Aktivität auf. Die Zn-Domäne des Proteins
weist Zn2 +-fingerähnliche
Motive auf.
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Gruppe-II-Intron-RNA
kann produziert werden, die gewünschte
EBS-Sequenzen enthält,
die an die entsprechenden Nucleotide auf Substrat-DNA hybridisieren.
Zusätzlich
dazu kann Gruppe-II-Intron-RNA produziert werden, die zusätzliche
Nucleotide in Domäne
IV enthält.
In den Verfahren der vorliegenden Erfindung werden beide dieser
Gruppe-II-RNA-Moleküle
aus einer isolierten DNA produziert, die dann in eine Zelle eingeführt wird.
Eine solche isolierte DNA wird typischerweise unter Verwendung eines
DNA-Synthesegeräts
synthetisiert oder gentechnisch hergestellt, wie z.B. durch ortsgerichtete
In-vitro-Mutagenese.
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A. Herstellung der Nucleotid-Integrase
durch Isolation aus einer gentechnisch hergestellten Zelle
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In
einer Ausführungsform
wird eine Nucleotid-Integrase durch Einführung eines isolierten DNA-Moleküls, das
eine Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz umfasst, in eine Wirtszelle hergestellt.
Geeignete DNA-Moleküle umfassen
z.B. Virusvektoren, Plasmide und lineare DNA-Moleküle. Nach
Einführung
des DNA-Moleküls
in die Wirtszelle wird die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz in der Wirtszelle
exprimiert, sodass exzidierte RNA-Moleküle, für welche die eingeführte Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz
kodiert, und Proteinmoleküle,
für welche
die eingeführte
Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz kodiert, in der Zelle gebildet werden.
Die exzidierte Gruppe-II-Intron-RNA und ein von Gruppe-II-intron
kodiertes Protein werden innerhalb der Wirtszelle kombiniert, um
die Nucleotid-Integrase zu produzieren.
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Vorzugsweise
umfasst das eingeführte
DNA-Molekül
auch einen Promotor, noch bevorzugter einen induzierbaren Promotor,
operabel gebunden an die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz. Vorzugsweise umfasst das DNA-Molekül weiters
eine Sequenz, die für
eine Markierung kodiert, um Isolation der Nucleotid-Integrase zu erleichtern,
wie z.B. eine Affinitätsmarkierung
und/oder eine Epitopmarkierung. Vorzugsweise befinden sich die Markierungssequenzen
am 5'- oder 3'-Ende der Sequenz
des offenen Leserasters. Geeignete Markierungssequenzen umfassen
z.B. Sequenzen, die für
eine Reihe von Histidinresten kodieren, das Herpes-simplex-Glykoprotein
D, d.h. das HSV-Antigen, oder Glutathion-S-Transferase. Typischerweise
umfasst das DNA-Molekül auch Nucleotidsequenzen,
die für
einen Replikationsstartpunkt und einen selektierbaren Marker kodieren.
Gegebenenfalls umfasst das DNA-Molekül Sequenzen, die für Moleküle kodieren,
die Expression modulieren, wie z.B. das T7-Lysozym.
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Das
DNA-Molekül,
das die Gruppe-II-Intronsequenz umfasst, wird durch herkömmliche
Verfahren in die Wirtszelle eingeführt, wie z.B. durch Klonierung
des DNA-Moleküls in einen
Vektor und durch Einführung des
Vektors in die Wirtszelle durch herkömmliche Verfahren, wie z.B.
Elektroporation oder durch CaCl2-vermittelte
Transformationsverfahren. Das Verfahren, das verwendet wird, um
das DNA-Molekül
einzuführen,
hängt mit
der bestimmten verwendeten Wirtszelle zusammen. Geeignete Wirtszellen
sind jene, die in der Lage sind, die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz
zu exprimieren. Geeignete Wirtszellen umfassen z.B. heterologe oder
homologe Bakterienzellen, Hefezellen, Säugetierzellen und Pflanzenzellen.
In diesen Fällen,
wo das Wirtszellgenom und die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz verschiedene
genetische Codes verwenden, ist es bevorzugt, dass die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz
modifiziert wird, um Codons zu umfassen, die dem genetischen Code der
Wirtszelle entsprechen. Die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz wird typischerweise
durch Verwendung eines DNA-Synthesegeräts oder durch ortsgerichtete
In-vitro-Mutagenese modifiziert, um eine Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz
mit verschiedenen Codons herzustellen. Alternativ dazu werden zur
Auflösung
der Unterschiede im genetischen Code des Introns und der Wirtszelle
DNA-Sequenzen in die Wirtszelle eingeführt, die für die tRNA-Moleküle kodieren,
die dem genetischen Code des Gruppe-II-Introns entsprechen. Gegebenenfalls
werden auch DNA-Moleküle,
die Sequenzen umfassen, die für
Faktoren kodieren, die zur RNA- oder Proteinfaltung beitragen, oder
den RNA- oder Proteinabbau hemmen, ebenfalls in die Zelle eingeführt.
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Die
DNA-Sequenzen der eingeführten
DNA-Moleküle
werden dann in der Wirtszelle exprimiert, um eine transformierte
Wirtszelle bereitzustellen. Wie hierin verwendet steht der Begriff „transformierte
Zelle" für eine Wirtszelle,
die gentechnisch hergestellt wurde, um zusätzliche DNA zu enthalten, und
ist nicht auf Zellen beschränkt,
die kanzerös
sind. Dann werden die RNP-Partikel mit Nucleotid-Integrase-Aktivität aus den
transformierten Wirtszellen isoliert.
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Vorzugsweise
wird die Nucleotid-Integrase durch Lyse der transformierten Zellen
isoliert, wie z.B. durch mechanische und/oder enzymatische Zerstörung der
Zellmembranen der transformierten Zelle. Dann wird das Zelllysat
in einen unlöslichen
und löslichen
Anteil aufgetrennt. Vorzugsweise wird eine RNP-Partikel-Formulierung
aus dem löslichen
Anteil isoliert. RNP-Partikelherstellung umfasst die RNP-Partikel
mit Nucleotid-Integrase-Aktivität
sowie Ribosomen, mRNA- und tRNA-Moleküle. Geeignete Verfahren zur
Isolation von RNP-Partikel-Formulierungen umfassen z.B. Zentrifugation
der löslichen
Anteile durch einen Saccharosepolster. Die RNP-Partikel werden vorzugsweise
weiters aus der RNP-Partikelformulierung oder aus den löslichen
Anteilen durch z.B. Trennung auf einem Saccharosegradienten oder
einer Gelfiltrationssäule
oder durch andere Formen von Chromatographie gereinigt. Zum Beispiel
kann das RNP-Partikel in jenen Fällen,
wo die Proteinkomponente des gewünschten
RNP-Partikels gentechnisch verändert
worden ist, um eine Markierung, wie z.B. eine Reihe von Histidinresten,
zu umfassen, weiter aus der RNP-Partikelformulierung durch Affinitätschromatographie
auf einer Matrix, welche die Markierung erkennt und bindet, gereinigt
werden. Zum Beispiel ist NiNTA-SuperFlow von Qiagen, Chatsworth,
CA, für
Isolation von RNP-Partikel geeignet, in welchen das von einem Gruppe-II-Intron
kodierte Protein eine His6-Markierung aufweist.
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B. Herstellung der Nucleotid-Integrase
durch Kombination exogener RNA mit einem von einem Gruppe-II-Intron
kodierten Protein, um ein rekonstituiertes RNP-Partikel zu bilden
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In
einer anderen Ausführungsform
wird die Nucleotid-Integrase durch Kombination einer isolierten exogenen
RNA mit einem isolierten, von einem Gruppe-II-Intron kodierten Protein
in vitro gebildet, um ein rekonstituiertes RNP-Partikel bereitzustellen.
Vorzugsweise wird die exogene RNA durch In-vitro-Transkription der
Gruppe-II-Intron-DNA
hergestellt. Alternativ dazu wird die exogene RNA durch In-vitro-Transkription der Gruppe-II-Intron-DNA
und der DNA aller oder Teile der flankierenden Exons hergestellt,
um ein unverarbeitetes Transkript zu produzieren, das die Gruppe-II-Intron-RNA
enthält
und die RNA, für
welche die flankierenden Exons oder Teile davon kodieren. Dann wird
die exogene RNA aus dem unverarbeiteten Transkript gespleißt.
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Das
gereinigte, von einem Gruppe-II-Intron kodierte Protein wird durch
Einführung
eines isolierten DNA-Moleküls
in eine Wirtszelle hergestellt. Dieses eingeführte DNA-Molekül umfasst die DNA-Sequenz der offenen
Leseraster-(ORF-)Sequenz des Gruppe-II-Introns, operabel an einen
Promotor gebunden, vorzugsweise einen induzierbaren Promotor. Alternativ
dazu umfasst 3S, das eingeführte
DNA-Molekül,
(1) die ORF-Sequenz und (2) zumindest einen Abschnitt der DNA-Sequenz
des Gruppe-II-Introns,
das außerhalb
der ORF-Sequenz liegt, und (3) einen Promotor, der im DNA-Molekül ausgerichtet
ist, um die Expression der ORF-Sequenz zu steuern. Vorzugsweise
umfasst das eingeführte
DNA-Molekül
auch eine Sequenz am 5'- oder
3'-Ende des Gruppe-II-Intron-ORFs,
das, wenn es in der Wirtszelte exprimiert wird, eine Affinitätsmarkierung
oder ein Epitop am N-Terminus oder C-Terminus des von einem Gruppe-II-Intron
kodierten Proteins umfasst. Markierung des Proteins auf diese Weise
erleichtert die Isolation des exprimierten Proteins. Daher kann das
DNA-Molekül
am 5'- oder 3'-Ende des ORF z.B.
eine Sequenz umfassen, die für
eine Reihe von Histidinresten oder das HSV-Antigen oder Glutathion-S-Transferase
kodiert. Diese DNA-Moleküle
können
am 5'- oder 3'-Ende des ORF eine
Sequenz umfassen, die für
Thioredoxin oder ein beliebiges anderes Molekül kodiert, das die Verteilung
des Pro teins, für
welches der ORF kodiert, in den löslichen Anteil der Wirtszelle
verstärkt. Typischerweise
umfasst das DNA-Molekül
auch Nucleotidsequenzen, die für
einen Replikationsstartpunkt und einen selektierbaren Marker kodieren.
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Zur
Einführung
dieser DNA-Moleküle
in eine beliebige Wirtszelle, die in der Lage ist, die Gruppe-II-Intron-ORF-Sequenz
zu exprimieren, werden herkömmliche
Verfahren verwendet. Zum Beispiel kann das CaCl2-vermittelte
Transformationsverfahren, wie von Sambrook et al. in „Molecular
Cloning: A Laborstory Manual",
1-82 (1989), beschrieben wurde, zur Einführung der DNA-Moleküle in E.-coli-Zellen
verwendet werden. Geeignete Wirtszellen umfassen z.B. heterologe
oder homologe Bakterienzellen, Hefezellen, Säugetierzellen und Pflanzenzellen.
In diesen Fällen,
wo den Wirtszellen entweder tRNA-Moleküle für eine oder mehrere der Codons
fehlen oder die über
beschränkte
Mengen dieser verfügen,
die im ORF vorhanden sind, ist es bevorzugt, dass ein DNA-Molekül, das für die seltenen
tRNA-Moleküle
kodiert, auch in die Wirtszelle eingeführt wird, um die Ausbeute des
Proteins zu erhöhen.
Alternativ dazu wird die DNA-Sequenz des ORF modifiziert, um die bevorzugte
Codon-Verwendung der Wirtszelle zu erreichen.
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Die
ORF-Sequenz wird dann im Wirt exprimiert, vorzugsweise durch Hinzufügung eines
Moleküls,
das Expression induziert, um eine transformierte Wirtszelle bereitzustellen.
Dann wird die transformierte Zelle lysiert und vorzugsweise in einen
löslichen
und unlöslichen
Anteil aufgetrennt. Dann wird das von einem Gruppe-II-Intron kodierte
Protein isoliert, vorzugsweise aus dem löslichen Anteil. Verfahren zur
Isolation des Proteins aus dem löslichen
Anteil umfassen z.B. chromatographische Verfahren, wie z.B. Gelfiltrationschromatographie,
Ionenaustauschchromatographie und Affinitätschromatographie, die besonders
zur Isolation von markierten Proteinmolekülen nützlich ist.
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Nach
Reinigung des von einem Gruppe-II-Intron kodierten Proteins wird
das Protein mit der exogenen RNA inkubiert, vorzugsweise in einem
Puffer, um Bildung der Nucleotid-Integrase zu ermöglichen.
Gegebenenfalls werden das Protein und RNA vor Inkubation unter Verwendung
von Guanidiniumhydrochlorid oder Harnstoff denatu riert. Dann wird
während
Inkubation das Denaturierte in Gegenwart von Co-Lösungsmitteln, wie
Salzen und Metallionen, entfernt, um richtige Faltung des Proteins
und der RNA in der Nucleotid-Integrase zu ermöglichen.
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C. Herstellung der Nucleotid-Integrase
durch Kombination exogener RNA mit einem RNA-Protein-Komplex
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Alternativ
dazu wird die Nucleotid-Integrase durch Kombination der exogenen
RNA mit einem RNA-Protein-Komplex hergestellt, der aus einem Organismus
isoliert worden ist, der gentechnisch hergestellt worden ist, um
einen RNA-Protein-Komplex herzustellen, in welchem die gewünschten,
von einem Gruppe-II-Intron kodierten Proteinmoleküle mit RNA-Molekülen assoziiert
sind, die spleißdefekte
Gruppe-II-Intron-RNA
enthalten, aber denen die exzidierte Gruppe-II-RNA fehlt. Vorzugsweise
wird die exogene RNA durch In-vitro-Transkription eines DNA-Moleküls hergestellt,
das die Gruppe-II-Intron-Sequenz umfasst.
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Vorzugsweise
wird der RNA-Protein-Komplex durch Einführung eines isolierten DNA-Moleküls, das eine
Gruppe-II-Intron-Sequenz umfasst, die operabel an einen Promotor,
vorzugsweise einen induzierbaren Promotor, gebunden ist, in eine
Wirtszelle hergestellt. Die Gruppe-II-Intronsequenz kodiert für eine spleißdefekte
Gruppe-II-Intron-RNA.
Typischerweise umfasst das DNA-Molekül auch Nucleotidsequenzen,
die für
einen Replikationsstartpunkt und einen selektierbaren Marker kodieren.
Dann wird die Gruppe-II-Intron-DNA-Sequenz in der Wirtszelle exprimiert.
Das Gruppe-II-Intron
kodiert für
ein funktionales, von einem Gruppe-II-Intron kodiertes Protein und
eine spleißdefekte
Gruppe-II-Intron-RNA. Daher fehlen dem RNA-Protein-Komplex, der auf
diese Weise hergestellt wird, exzidierte Gruppe-II-RNA-Moleküle, die
für das
von Gruppe-II-Intron kodierte Protein kodieren. Die RNA-Protein-Komplexe
enthalten jedoch das funktionale, von Gruppe-II-Intron kodierte Protein,
das mit RNA-Molekülen assoziiert
ist, welche die mutierte ungespleißte Form der Gruppe-II-Intron-RNA sowie andere
RNA-Moleküle
umfassen.
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Der
resultierende RNA-Protein-Komplex wird aus der Wirtszelle isoliert
und dann mit der exogenen RNA inkubiert, vorzugsweise in einem Puffer,
um die Nucleotid-Integrase
zu bilden. Während
der Inkubation wird das von Gruppe-II-Intron kodierte Protein von
den RNA-Molekülen
getrennt, die im RNA-Protein-Komplex vorliegen, und mit der exogenen
RNA kombiniert, um die Nucleotid-Integrase zu bilden.
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Diese
Verfahren ermöglichen
Produktion von erhöhten
Mengen von Nucleotid-Integrasen.
Herkömmliche
Verfahren produzieren etwa 0,1 bis 1 μg von Nucleotid-Integrase pro Liter
kultivierter Zellen. in der vorliegenden Erfindung werden zumindest
3 bis 10 mg Nucleotid-Integrase pro Liter kultivierter Zellen produziert. Diese
Verfahren bieten auch den weiteren Vorteil, den Sequenzen der RNA-Komponente
und der Proteinkomponente der Nucleotid-Integrase zu ermöglichen,
einfach modifiziert zu werden.
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Die
folgenden Beispiele für
Verfahren zur Herstellung eines von Gruppe-II-Intron kodierten Proteins und
zur Herstellung von Nucleotid-Integrasen sind für Zwecke der Veranschaulichung
enthalten und sollen den Schutzumfang der Erfindung nicht einschränken.
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In-vivo-Herstellung von Nucleotid-Integrasen
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Beispiel 1
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Eine
Nucleotid-Integrase, die eine exzidierte RNA umfasst, für welche
das L1.ItrB-Intron
eines konjugativen Laktokokken-Elements prSO1 von Lactococcus lactis
kodiert, und das Protein, für
welches der ORF des L1-ItrB-Introns kodiert, wurden durch Transformation
von Zellen des BLR(DE3)-Stamms des Bakteriums Escherichia coli,
das den recA-Genotyp aufwies, mit dem Plasmid pETLtrA19 hergestellt.
Plasmid pETLtrA19, das in 1 schematisch
dargestellt ist, umfasst die DNA-Sequenz für das Gruppe-II-Intron L1.ItrB
von Lactococus lactis, das als dicke Linie dargestellt ist, positioniert
zwischen den Abschnitten der flankierenden Exons ItrBE1 und ItrBE2,
die als nicht-ausgefüllte
Kästchen
dargestellt sind. pETLtrA19 umfasst auch die DNA- Sequenz für den T7-RNA-Palymerasepromotor
und den T7-Transkriptionsterminator. Die Sequenzen werden im Plasmid
auf eine Art ausgerichtet, sodass die ORF-Sequenz, Seq.-ID Nr. 2, innerhalb des
L1.Itrb-Introns unter die Kontrolle des T7-RNA-Polymerase-Promotors fällt. Der
ORF des L1-ItrB-Introns, das als Pfeilkästchen dargestellt ist, kodiert
für das
Protein Itra. Die Sequenz des L1-ItrB-Introns und der flankierenden
Exonsequenzen, die in pETLtrA19 vorliegen, sind in 2 und
Seq.-ID Nr. 1 dargestellt. Vertikale Linien in 2 zeigen
die Verbindungen zwischen dem Intron und den flankierenden Sequenzen.
Die Aminosäuresequenz
des Itra-Proteins, Seq.-ID Nr. 4, ist unter der ORF-Sequenz, Seq.-ID
Nr. 2, in 2 dargestellt. Sequenzen von
und einschließlich
Nucleotid 457 bis und einschließlich
463 (EBS1), von und einschließlich
Nucleotid 401 bis und einschließlich
Nucleotid 406 (EBS2a) und von und einschließlich Nucleotid 367 bis und
einschließlich
367-372 (EBS2b) kodieren für
die Exon-Bindungsstellen. Nucleotid 705 bis 2572 kodieren für Domäne IV.
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pETLtrA19
wurde zum ersten Mal durch Verdau von pLE12, das von Dr. Gary Dunny
von der Universität
von Minnesota erhalten wurde, mit HindIII und Isolation des Restriktionsfragments
auf einem 1 % Agarose-Gel hergestellt. Ein 2,8-kb-Hind-III-Fragment, welches
das L1-ItrB-Intron gemeinsam mit Abschnitten der flankierenden Exons
ItrBE1 und ItrBE2 enthält,
wurde aus dem Agarose-Gel gewonnen, und die einzelsträngigen Überhänge wurden
mit dem Klenow-Fragment von DNA-Polymerase
I aufgefüllt,
die von Gibco BRL, Gaithersburg, MD, erhalten wurde. Das resultierende
Fragment wurde in Plasmid-pET-11a ligiert, das mit Xbal verdaut
und mit Klenow-Fragment behandelt worden war. pET-11a wurde von
Novagen, Madison, WI, erhalten.
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pETLtrA19
wurde unter Verwendung des herkömmlichen
CaCl2-vermittelten Transformationsverfahrens
von Sambrook et al., wie in „Molecular
Cloning A Laborstory Manual; 1-82 (1989), beschrieben, in die E.-coli-Zellen
eingeführt.
Einzelne transformierte Kolonien wurden auf Platten ausgewählt, die
Luria-Bertani-(LB-)Medium enthielten, das mit Ampicillin ergänzt war,
um das Plasmid auszuwählen,
und mit Tetracyclin ergänzt
war, um den BLR-Stamm auszuwählen.
Eine oder mehrere Kolonien wurden in 2 ml LB-Medium inokuliert,
das mit Ampicillin ergänzt
war, und über
Nacht bei 37 °C
unter Schütteln
gezüchtet.
1 ml dieser Kultur wurde in 100 ml LB-Medium inokuliert, das mit
Ampicillin ergänzt
war, und bei 37 °C
unter Schütteln
bei 200 U/min gezüchtet,
bis OD595 der Kultur 0,4 erreichte. Dann
wurde Isopropylbeta-D-thiogalactose
zur Kultur auf eine Endkonzentration von 1 mM hinzugefügt, und
die Inkubation wurde 3 Stunden lang fortgesetzt. Dann wurde die
gesamte Kultur durch 5-minütige
Zentrifugation bei 2.200 × g,
4 °C, geerntet.
Das Bakterienpellet wurde mit 150 mM NaCl gewaschen und letztlich
in 1/20 Volumen der ursprünglichen
Kultur in 50 mM Tris, pH 7,5, 1 mM EDTA, 1 mM DTT und 10 Vol.-%
Glycerin (Puffer A) resuspendiert. Die Bakterien wurden bei -70 °C gefroren.
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Zur
Produktion eines Lysats wurden die Bakterien bei -70 °C dreimal
aufgetaut und gefroren. Dann wurden 4 Volumina von 500 mM KCl, 50
mM CaCl2, 25 mM Tris, pH 7,5 und 5 mM DTT
(HKCTD) zum Lysat hinzugegeben und das Gemisch beschallt, bis es
nicht mehr viskos war, d.h. 5 Sekunden oder länger. Das Lysat wurde in einen
löslichen
und einen unlöslichen
Anteil durch 15-minütige
Zentrifugation bei 14.000 × g,
4 °C, aufgetrennt.
Dann wurden 5 ml des resultierenden Überstands, d.h. der lösliche Anteil,
auf einen Saccharosepolster von 1,85 M Saccharose in HKCTD geladen
und 17 Stunden lang bei 4 °C,
50.000 U/min in einem Ti-50-Rotor von Beckman zentrifugiert. Das
Pellet, das die RNP-Partikel enthält, wurde mit 1 ml Wasser gewaschen
und dann in 25 μl
10 mM Tris, pH 8,0, 1 mM DTT auf Eis gelöst. Unlösliches Material wurde durch
5-minütige
Zentrifugation bei 1.500 × g,
4 °C, entfernt.
Die Ausbeute von RNP-Partikel, die nach diesem Verfahren hergestellt
werden, umfasst die exzidierte L1.ItrB-Intron-RNA und das Itra-Protein.
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Beispiel 2
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Eine
Nucleotid-Integrase, die das Itra-Protein und die exzidierte L1.ItrB-Intron-RNA
umfasste, wurde wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt, mit der
Ausnahme, dass Plasmid pETLtrA19 zur Transformation von Zellen des
BL21(D3)-Stamms von E. coli verwendet wurde.
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Beispiel 3
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Eine
Nucleotid-Integrase wurde durch Transformation von Zellen der E.coli-Stämme BLR(DE3)
mit pETLtrA19 wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt, mit der
Ausnahme, dass das transformierte E. coli in Super-Broth-(SOB-)Medium
gezüchtet
wurde und bei 3000 U/min während
dreistündiger
Inkubation geschüttelt wurde.
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Beispiel 4
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Eine
Nucleotid-Integrase wurde durch Transformation von Zellen des E.coli-Stamms
BL21(DE3) mit pETLtrA19 wie oben in Beispiel 2 beschrieben hergestellt,
mit der Ausnahme, dass die Zellen auch mit Plasmid pOM62 transformiert
wurden, das auf Plasmid pACYC184 basiert und ein ungefähres 150-bp-Insert
des ArgU(dnaY)-Gens an der EcoRI-Stelle aufweist. Das argU-Gen kodiert
für die
tRNA für
die seltenen Arginin-Codons AGA und AGG. Das ItrA-Gen enthält 17 der
seltenen Arginin-Codons. Die transformierten Zellen wurden in SOB-Medium
wie in Beispiel 3 beschrieben gezüchtet und in einen löslichen
Anteil und einen unlöslichen Anteil
wie in Beispiel 1 beschrieben aufgetrennt.
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Herstellung
eines von einem Gruppe-II-Intron kodierten Proteins, das über eine
Reinigungsmarkierung auf dem C-Terminus verfügt.
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Beispiel 5
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Zur
Erleichterung der Reinigung des Proteins wurde der Itra-ORF am C-Terminus
mit einer His6-Affinitätsmarkierung und einem Epitop
markiert, das von Herpes-Simplex-Virus-Glykoprotein
D stammte. Das Plasmid, das die Markierungen hinzufügt, wurde
unter Verwendung von PCR in zwei Schritten hergestellt. Im ersten Schritt
wurde ein Fragment, das ein Exon 1 und den Itra-ORF enthielt, unter
Verwendung von Primern LtrAex1.Xba mit der Sequenz 5' TCACCTCATCTAGACATTTTCTCC
3', Seq.-ID Nr.
5, die eine Xba-I-Stelle in Exon 1 von ItrB einführt, und ItrA expr3 5' CGTTCGTAAAGCTAGCCTTGTGTTTATG
3', Seq.-ID Nr.
6, die ein CGA-(Arginin-) Codon für das Stopcodon substituiert
und eine Nhe-I-Stelle am 3'-Ende
des Itra-ORF einführt, amplifiziert.
Das PCR-Produkt wurde mit Xbal und Nhe I geschnitten und die Restriktionsfragmente
gelgereinigt und in pET-27b(+) kloniert, mit Xbal und Nhel, das
von Novagen, Madison, WI, erhalten wurde, geschnitten. Das resultierende
Plasmid pintermediate-C fusioniert das 3'-Ende des ItrA-ORF an eine HSV-Markierung und
eine His6-Reinigungsmarkierung, wovon beide
auf dem Vektor pET-27b(+) vorhanden sind. In einem zweiten Schritt
wurden Intron-Sequenzen 3' zum
ORF und Exon 2 unter Verwendung von pLE12 als Substrat und dem 5'-Primer LtrAConZn1,
der über
die Sequenz 5' CACAAGTGATCATTTACGAACG
3', Seq.-ID Nr.
7, verfügte,
und dem 3'-Primer
LtrAex2 amplifiziert, der die Sequenz 5' TTGGGATCCTCATAAGCTTTGCCGC 3', Seq.-ID Nr. 8,
aufwies. Das PCR-Produkt wurde mit BclI und BamHI geschnitten, das
resultierende Fragment aufgefüllt,
gelgereinigt und in pintermediate-C kloniert, das mit Bpu11O21 gespalten
und aufgefüllt
worden war. Das resultierende Plasmid wird pC-hisLtrA19 genannt.
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Zellen
des BLR(DE3)-Stamms von E. coli wurden wie in Beispiel 1 beschrieben
mit pintermediate-C transformiert und bei 37 °C 3 Stunden lang in SOB-Medium
wie in Beispiel 3 beschrieben kultiviert. Die Zellen wurden dann
in einen löslichen
Anteil, der RNP-Partikel, enthielt und einen unlöslichen Anteil aufgetrennt,
wie in Beispiel 1 beschrieben.
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BEISPIEL 6
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Um
die Reinigung des Proteins zu erleichtern, wurde der Itra-ORF am
N-Terminus mit einer His6-Affinitätsmarkierung
und der Epitopmarkierung XPRESSTM, die von
Invitrogen, San Diego, CA, erhalten wurde, markiert. Das Plasmid,
das die Markierung hinzufügt,
wurde in zwei Schritten unter Verwendung von PCR hergestellt. Im
ersten Schritt wurde ein Fragment in zwei Schritten unter Verwendung
von PCR-Mutagenese
hergestellt. Im ersten Schritt wurden der ItrA-ORF und das 3'-Exon amplifiziert
und BamHI-Stellen sowohl an das 5'- sowie das 3'-Ende des ItrA-ORF unter Verwendung
von pLE12 als Substrat und dem folgenden Paar angehängt: 5'-Primer N-LtrA-5' mit der Sequenz 5'-CAAAGGATCCGATGAAACCAACAATGGCAA 3', Seq.-ID Nr. 9, und
dem 3'-Primer LtrAex2,
Seq.-ID Nr. 8. Das PCR-Produkt wurde mit BamHI geschnitten, und
das resultierende Restriktionsfragment wurde gelgereinigt und in
die BamHI-Stelle von Plasmid pRSETB, das von Invitrogen, San Diego,
CA, erhalten wurde, kloniert, Das resultierende Plasmid pIntermediate-N
fusioniert den N-Terminus von ItrA-ORF an eine His6-Reinigungsmarkierung
und fügt
eine XPRESSTM-Epitopmarkierung aus dem Vektor
hinzu. In einem zweiten Schritt wurde das 5'-Exon und L1-ItrB-Intronsequenzen 5' zum ORF unter Verwendung
von pLE12 als Substrat und des 5'-Primers
NdeLTR5, der über
die Sequenz 5'-AGTGGCTTCCATATGCTTGGTCATCACCTCATC
3', Seq.-ID Nr.
10, verfügt,
und des 3'-Primers
NdeLTR3', der über die
Sequenz 5' GGTAGAACCATATGAAATTCCTCCTCCCTAATCAATTTT
3', Seq.-ID Nr.
11 verfügt,
amplifiziert. Das PCR-Produkt wurde mit Ndel geschnitten, aufgefüllt, das
Fragment gelgereinigt und in pIntermediate-N kloniert, das auch
mit Ndel geschnitten worden war. Plasmide wurden auf die Orientierung
des Inserts gescreent, und jene, die so ausgerichtet waren, dass
das 5'-Exon sich
proximal zum T7-Promotor befand, wurden zur Transformation der Wirtszellen
verwendet. Das resultierende Plasmid pFinal-N exprimiert eine Nachricht
unter der Kontrolle des T7-Polymerase-Promotors, der die E1- und
E2-Abschnitte der Exons ItrBE1 und ItrBE2 umfasst, und des ItrA-ORF, der mit einer
His6-Reinigungsmarkierung und mit einer
XPRESSTM-Epitopmarkierung am
5'-Ende fusioniert
ist.
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Zellen
des BLR(DE3)-Stamms von E. coli wurden wie in Beispiel 1 beschrieben
mit pintermediate-N transformiert und bei 37 °C 3 Stunden lang in SOB-Medium
wie in Beispiel 3 beschrieben kultiviert. Die Zellen wurden auch
in einen löslichen
Anteil, der RNP-Partikel enthielt, und einen unlöslichen Anteil aufgetrennt,
wie in Beispiel 1 beschrieben.
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BEISPIEL 7
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Plasmid
pETLtrA1-1 wurde dazu verwendet, eine teilweise gereinigte Formulierung
des Itra-Proteins herzustellen, für welches der ORF des L1-ItrB-Introns
kodiert. Plasmid pETLtrA1-1 ist ein Derivat von pETLtrA19, und es
fehlt ihm Exon 1 und die Intronsequenzen stromauf des ItrA-ORF.
Dementsprechend befindet sich der ItrA-ORF direkt stromab des Phagen-T7-Promotors
nach der Shine-Dalgarno-Sequenz im Plasmid. Die Plasmidkarte von
pETLtrA1-1 ist in 3 dargestellt.
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PETLtrA1-1
wurde unter Verwendung der Polymerasekettenreaktion hergestellt,
um den ItrA-ORF unter Verwendung des 5'-Primers LtrAexpr 5' AAAACCTCCATATGAAACCAACAATG 3', Seq.-ID Nr, 12,
der eine Ndel-Stelle einführt,
und des 3'-Primers LtrAex2,
Seq.-ID Nr. 8, zu amplifizieren. Das PCR-Produkt wurde mit Ndel
und BamHI geschnitten, auf einem 1 % Agarose-Gel gelgereinigt und
in pET20-11a kloniert. Die inserts von pLE12, pETLtrA19 und pETLtrA1-1,
wovon jedes den ItrA-ORF
enthält,
sind in 4 dargestellt.
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PETLtrA-1
wurde in Zellen des E.coli-Stamms BLR(DE3) eingeführt, wie
in Beispiel 1 beschrieben, und die transformierten Zellen wurden
3 Stunden lang in SB-Medium bei 37 °C wie in Beispiel 3 beschrieben gezüchtet. Danach
werden die Zellen lysiert und das resultierende Lysat in einen löslichen
Anteil und einen nicht-löslichen
Anteil durch Zentrifugation bei geringer Geschwindigkeit wie in
Beispiel 1 beschrieben aufgetrennt.
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Herstellung eines Nucleotids
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Beispiel 8
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Eine
Nucleotid-Integrase wird in vitro durch Kombination einer exogenen
RNA, die eine exzidierte L1-ItrB-Intron-RNA umfasst, mit einem gereinigten
LtrA-Protein hergestellt. Das gereinigte LtrA wurde durch Unterziehen
des teilweise gereinigten Itra-Proteins
nach Beispiel 7 einem chromatographischen Standard-Verfahren erhalten.
Die exogene RNA wurde durch Klonierung des L1-ItrB-Introns gemeinsam
mit seinen flankierenden Exons in ein Plasmid stromab eines T7-Promotors,
Linearisieren des Plasmids stromab von Exon 2 unter Verwendung eines
Restriktionsenzyms und Transkribieren des Introns mit T7-Polymerase
hergestellt. Das In-vitro-Transkript wird eine Stunde lang bei 37 °C in 500
mM NH4Cl und 50 mM MgCl2,
10 mM DTT, 2 Ein heiten RNase-Inhibitor inkubiert, um exzidierte
Intron-RNA zu erhöhen
oder zu produzieren. Die exogene RNA und gereinigtes Itra-Protein
werden dann in einem Puffer inkubiert, um die Nucleotid-Integrase
zu bilden. Die Nucleotid-Integrase wird dann aus dem Reaktionsgemisch
isoliert.
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Vergleichsbeispiel A
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RNP-Partikel
wurden wie in Beispiel 1 beschrieben aus Zellen des BLR(DE3)-Stamms von E. coli
hergestellt, der mit Plasmid pET11a transformiert worden war, dem
ein Gruppe-II-Intron fehlt. Dementsprechend umfassen diese RNP-Partikel
keine exzidierte Gruppe-II-RNA oder ein von einem Gruppe-II-Intron
kodiertes Protein, und deshalb weisen sie keine Nucleotid-Integrase-Aktivität auf.
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Vergleichsbeispiel B
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RNP-Partikel
wurden wie in Beispiel 1 beschrieben aus Zellen des BLR(DE3)-Stamms von E. coli
hergestellt, der mit Plasmid pETLtrA19FS transformiert worden war,
das die Sequenz eines Itra-ORF mit einer Rasterverschiebung 372
Rasenpaaren stromab des initiationscodons des Itra-ORF-Gerüsts umfasst.
Dementsprechend umfassen diese RNP-Partikel ein trunkiertes Itra-Protein,
d.h. ein Itra-Protein, dem die Zn-Domäne fehlt, und weisen deshalb
keine Nucleotid-Integrase-Aktivität auf.
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Charakterisierung
der RNP-Partikel aus den Beispielen 1 und 2 Ein Abschnitt der RNP-Partikelformulierung
aus den Beispielen 1 und 2 und Vergleichsbeispielen A und B wurde
SDS-Gelelektrophorese unterworfen. Färbung des resultierenden Gels
mit Coomassie-Blau ermöglichte
Visualisierung der Proteine in jedem der Anteile. Eine Bande von
etwa 70 kDa, die dem erwarteten Molekulargewicht des Itra-Proteins
entspricht, war in den Spuren zu sehen, die Aliquoten der RNP-Partikel
aus den Beispielen 1 und 2 enthielten. Diese Bande fehlte in den
Spuren, welche die RNP-Partikel enthielten, die aus den Vergleichsbeispielen
A und B hergestellt wurden. Auf Basis der Färbungsintensität der 70-kDa-Bande
wurde die Menge des Itra-Proteins in 10 OD260-Einheiten
der RNP-Partikel auf etwa 3 μg
geschätzt.
Diese Ergebnisse zeigen, dass RNP-Partikel, die das von einem Gruppe-II-Intron kodierte Protein
Itra enthielten, durch Expression des Gruppe-II-Intron-L1-ItrB in
einer heterologen Wirtszelle hergestellt werden.
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Die
Umkehrtranskriptaseaktivitäten
der RNP-Partikel aus den Beispielen 1 und 2 und die RNP-Partikel der
Vergleichsbeispiele A und B wurden durch Inkubation jeder der RNP-Partikelformulierungen
mit einer Poly(ra)-Matrize und Oligo (dT18) als Primer getestet.
Die RNP-Partikel aus den Beispielen 1 und 2 zeigten Umkehrtranskriptase-Aktivität, während die
RNP-Partikel aus den Vergleichsbeispielen A und B keine Umkehrtranskriptase-Aktivität zeigten.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die in Beispiel 1 und 2 beschriebenen
Verfahren für
die Herstellung von RNP-Partikel nützlich sind, die Umkehrtranskriptase-Aktivität zeigen.
Die Umkehrtranskriptase-Aktivität,
die in Nucleotid-Integrasen gegenwärtig ist, ermöglicht Einführung eines
cDNA-Moleküls
in die Spaltstelle der doppelsträngigen
DNA, die durch die Nucleotid-Integrase geschnitten wird.
-
Charakterisierung der Verteilung
und Ausbeute des Itra-Proteins
-
Ein
Abschnitt des nicht-löslichen
Anteils und löslichen
Anteils der Lysate aus den Zellen, die gemäß den Verfahren, die in den
Beispielen 1, 2, 3, und 4 beschrieben wurden, transformiert und
kultiviert wurden, wurden SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese unterworfen. Nach
Elektrophorese wurden die SDS-Gele mit Coomassie-Blau gefärbt, um
die Ausbeute des Itra-Proteins und die Verteilung des 70-kDa-Itra-Proteins
zu vergleichen, das durch die Verfahren der Beispiele 1, 2, 3 und
4 hergestellt wurde. Die Ergebnisse dieses Tests zeigten, dass mehr
vom Itra-Protein
im löslichen
Anteil zu finden war, wenn die transformierten BLR(DE3)-Zellen in
SOB-Medium gezüchtet
wurden und bei 300 U/min geschüttelt
wurden als wenn die transformierten BLR-Zellen in LB-Medium gezüchtet wurden
und bei 200 U/min geschüttelt
wurden. Diese Ergebnisse zeigten auch, dass die gesamte Menge des
Itra-Proteins, das durch die transformierten BLR-Zellen produziert
wurde, d.h. die Menge von LtrA sowohl in den löslichen als auch nicht-löslichen
Anteilen, zunahm, wenn ein Plasmid, das das L1.ItrB-Intron umfasste,
und ein Plasmid, welches das argU(dnaY)-Gen umfasst, beide in die
Wirtszellen eingeführt
wurden.
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Charakterisierung des von einem Gruppe-II-Intron
kodierten Proteins, das nach den Verfahren aus den Beispielen 5
und 6 hergestellt wurde
-
Ein
Abschnitt des nicht-löslichen
Anteils und der löslichen
Anteile der Lysate aus den Zellen, die nach den in Beispiel 5 und
6 und in den Vergleichsbeispielen A und B beschriebenen Verfahren
transformiert und kultiviert wurden, wurden Elektrophorese auf doppelten
SDS-Polyacrylamidgelen unterworfen, wobei eines der Gele mit Coomassie-Blau
gefärbt
war und die Proteine auf dem Duplikat durch Western-Blotting auf
Nitrozellulosepapier transferiert wurden. Ein primärer Antikörper gegen
das HSV-Antigen
oder ein mit alkalischer Phosphatase markierter sekundärer Antimaus-IgG-Antikörper wurden
in einem enzymgebundenen Immuntest verwendet, um Proteine zu identifizieren,
die das HSV-Epitop oder das XPRESSTM trugen.
Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass der Anti-HSV-Antikörper und
der Anti-XPRESSTM-Antikörper an ein Protein mit einem Molekulargewicht
von etwa 70 kDa banden, was das Molekulargewicht des Itra-Proteins
ist. Das HSV-markierte Itra-Protein und das xpressTM-markierte
Itra-Protein wurden in den löslichen
und nicht-löslichen
Anteilen aus jenen Zellen festgestellt, die mit pintermediateC und
bintermediateN transformiert worden waren, aber nicht in den löslichen
Anteilen und nicht-löslichen
Anteilen der Zellen, die mit pet27 b(+) und PRSETB transformiert worden
waren. Daher sind die Verfahren der Beispiele 5 und 6 zur Herstellung
eines markierten, von einem Gruppe-II-Introns kodierten Proteins
nützlich.
Diese Tests zeigten auch, dass die Menge des markierten, von einem
Gruppe-II-Intron kodierten Proteins, das im löslichen Anteil gegenwärtig war,
von welchem die RNP-Partikel abstammen, zunimmt, wenn die transformierten
und induzierten Zellen bei 28 °C
im Vergleich zu 37 °C inkubiert
wurden. Alternative Studien zeigten, dass Inkubationszeiten von
30 Minuten bis 3 Stunden zur Produktion des markierten Proteins
führten,
aber diese Inkubationszeiten zur Produktion einer geringeren Menge des
Proteins führten
und daher weniger bevorzugt sind.
-
Verwendung von RNP-Partikel
zur Spaltung von dopelsträngiger
DNA und zur Insertion von Nucleotidsequenzen in die Spaltstelle
-
Nucleotid-Integrasen
sind zur Spaltung eines oder beider Stränge eines doppelsträngigen DNA-Substrats,
Katalyse der Anheftung des exzidierten Gruppe-II-Intron-RNA-Moleküls an einen
der Stränge
der Substrat-DNA und die Katalyse der Bildung eines cDNA-Moleküls auf dem
anderen Strang des gespalteten doppelsträngigen DNA-Substrats nützlich. Daher sind die Nucleotid-Integrasen
nützliche
analytische Tools zur Bestimmung des Orts einer definierten Sequenz
in einem doppelsträngigen
DNA-Substrat. Weiters
ermöglicht
die gleichzeitige Insertion des Nucleinsäuremoleküls in den ersten Strang von
DNA eine Markierung der Spaltstelle des ersten Strangs mit einem
radiomarkierten Molekül.
Zusätzlich
dazu ermöglicht
die automatische Anheftung eines RNA-Moleküls auf einen Strang des DNA-Substrats
Identifikation der Spaltstelle durch Hybridisierungsstudien, die
eine Sonde verwenden, die zum angehefteten RNA-Molekül komplementär ist. Ein
angeheftetes RNA-Molekül,
das mit einem Molekül,
wie z.B. Biotin, markiert ist, ermöglicht der gespaltenen DNA
auch, affinitätsgereinigt
zu werden. Weiters ermöglicht
die Spaltung eines oder beider Stränge der doppelsträngigen DNA
und die gleichzeitige Insertion einer Nucleotidsequenz in die Spaltstelle
Einführung
neuer genetischer Information oder eines genetischen Markers in
die Spaltstelle sowie Unterbrechung des gespaltenen Gens. Daher
sind die Nucleotid-Integrasen auch dazu, die Substrat-DNA nicht-funktional
zu machen, oder zur Änderung der
Eigenschaften der RNA und des Proteins, für welches die Substrat-DNA
kodiert, nützlich.
Während
Nucleotid-Integrasen zur Spaltung- von doppelsträngigen DNA-Substraten in einem
breitgefächerten
Temperaturbereich dienen, werden gute Ergebnisse bei einer Reaktionstemperatur
von etwa 30 °C
bis etwa 42 °C
erhalten, vorzugsweise von etwa 30 °C bis etwa 37 °C. Ein geeignetes
Reaktionsmedium enthält
ein einwertiges Kation, wie z.B. Na+ oder
K+, und ein zweiwertiges Kation, vorzugsweise
ein Magnesium- oder Manganion, noch bevorzugter ein Magnesiumion,
in einer Konzentration, die geringer ist als 100 mM und größer als
1 mM. Vorzugsweise liegt das zweiwertige Kation in einer Konzentration
von etwa 5 bis etwa 20 mM vor. Der bevorzugte pH für das Medium
ist etwa 6,0-8,5, noch bevorzugter etwa 7,5-8,0.
-
Spaltung von 3' und 5'-endmarkierter doppelsträngiger DNA
-
0,025
OD260 der RNP-Partikel aus Beispiel 1 und
Vergleichsbeispiele A und B wurden 20 min lang mit 150.000 cpm von
jedem eines 5'-
und 3'-endmarkierten
DNA-Substrats inkubiert,
das die Exon-1- und Exon-2-Verbindung des ItrB-Gens umfasst. Die
Sequenz des 129-Basenpaarsubstrats, welches die 70-Basenpaar-Exon-1-
und Exon-2-Verbindung des IrtB-Gens aufweist, plus Sequenzen des
Plasmids ist in 5 und Seq.-ID Nr. 4 dargestellt.
Zur Überprüfung der
Spaltung wurden die Produkte auf einem 6 % Polyacrylamidgel isoliert.
-
Das
Substrat, das durch die Nucleotid-Integrase gespalten wird, welche
die exzidierte L1.trb-Intron-RNA und das Itra-Protein umfasst, ist
in 6(a) schematisch dargestellt. Zusätzlich dazu
ist die IBS1- und IBS2-Sequenz des Substrats in 6(b) dargestellt.
Wie in 6 dargestellt sind die IBS1- und IBS2-Sequenzen,
die zu den EBS-Sequenzen der Lltr.B-Intron-RNA komplementär sind,
in Exon 1 des Itrb-Gens gegenwärtig.
Wie in 6 dargestellt spalteten die RNP-Partikel nach
dem Verfahren aus Beispiel 1 den Sense-Strang des Substrats an Position
0, das die Exon-1 und Exon-2-Verbindung ist, und den Antisense-Strang an
+9. Wenn die RNP-Partikel,
die nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt werden, vor Inkubation
der Partikel mit dem Substrat entweder mit RNAse A/T1 behandelt
wurden, um die RNA in den Partikeln abzubauen, oder mit Proteinase
K, um die Proteinkomponente in den Partikeln abzubauen, war keine
Spaltung des Substrats zu beobachten. Diese Ergebnisse zeigen, dass
sowohl die RNA-Komponente als auch die Proteinkomponente der Nucleotid-Integrase
nötig sind,
um beide Stränge
der Substrat-DNA zu spalten.
-
Spaltung beider Stränge der
doppelsträngigen
DNA und Insertion der Intron-RNA
der Nucleotid-Integrase in die Spaltstelle
-
0,025
OD260-Einheiten der RNP-Partikel aus Beispiel
1 wurden mit 125 fmol (150.000 cpm) des innenmarkierten 129-Basenpaar-DNA-Substrats
20 min lang umgesetzt.
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Um
Spaltung nachzuweisen, wurden die Produkte glyoxalatiert und in
einem 1 % Agarose-Gel analysiert.
-
Eine
dunkle Bande von Radiomarkierung von etwa 1,0 kb RNA und eine hellere
Bande von etwa 0,8, 1,1, 1,4, 1,5, 1,6, 1,9, 2,5, 3,2 waren auf
dem Gel zu beobachten. Vorbehandlung der Reaktionsprodukte mit RNAse
vor Isolation auf dem Agarose-Gel resultierte im vollständigen Verschwinden
dieser Banden. Diese Ergebnisse zeigen, dass L1.-ItrB-Intron-RNA
an das DNA-Substrat während
der Reaktion des Substrats mit den RNP-Partikel aus Beispiel 1 angeheftet
wurde. Auf Basis der Größe des L1-trB-Introns
wird davon ausgegangen, dass die Bande bei 2,5 kb die Integration
von Volllängen-Gruppe-II-Intron-RNA
in die Spaltstelle des Sense-Strangs repräsentiert. Die Gegenwart kleinerer
radiomarkierter Produkte auf dem Gel soll auf den Abbau der integrierten
Intron-RNA durch RNAsen zurückzuführen sein,
die in der RNP-Partikelformulierung gegenwärtig sein können. Das Ergebnis, dass die
RNADNA-Produkte Denaturierung mit Glyoxal standhalten, zeigt eine
kovalente Bindung zwischen der Intron-RNA und dem DNA-Substrat. SEQUENZPROTOKOLL










SEQUENZPROTOKOLL