DE252178C - - Google Patents

Info

Publication number
DE252178C
DE252178C DENDAT252178D DE252178DA DE252178C DE 252178 C DE252178 C DE 252178C DE NDAT252178 D DENDAT252178 D DE NDAT252178D DE 252178D A DE252178D A DE 252178DA DE 252178 C DE252178 C DE 252178C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
tanning
lead
manganese
oil
acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT252178D
Other languages
English (en)
Publication of DE252178C publication Critical patent/DE252178C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/14Fat tanning; Oil tanning

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)
  • Catalysts (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 252178 KLASSE 2Ba. GRUPPE
Dr.WILHELM FAHRION in HÖCHST a. M.
Verfahren der Sämischgerbung. Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. August 1911 ab.
Während der Trockenprozeß des Leinöls schon seit Jahrhunderten durch Katalysatoren (Sikkative) beschleunigt wird, ist dies bei der Sämischgerbung nicht der Fall, trotzdem auch sie, wie der oben genannte Prozeß, auf einer Autoxydation ungesättigter Fettsäuren beruht. Diese letztere Ansicht, wurde zwar schon vor 20 Jahren (Zeitschr. ■ f. angew. Chemie 1891, S. 174, Sp. 2) ausgesprochen, sie ist aber bis heute nicht allgemein durchgedrungen. Da außerdem die praktischen Sämischgerber in der Regel nicht chemisch gebildet sind und der Firnisindustrie fern stehen, so ist es erklärlich, daß sie im allgemeinen noch heute nach denselben Methoden arbeiten wie vor 100 Jahren, und daß die Frage, ob die in der Firnisindustrie üblichen Sikkative nicht auch zur Beschleunigung der Sämischgerbung dienen können, bisher von keiner Seite untersucht wurde.
In der Literatur findet sich allerdings die Angabe, daß die Gerbewirkung »träger« Trane durch Kupfervitriol erhöht werden könne, man darf aber mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß ein praktischer Erfolg auf diesem Wege niemals erzielt wurde. Wohl kann das Kupfer in gewissen Fällen als Sauerstoffüberträger fungieren, aber gerade bei der Autoxydation von Fetten bzw. ungesättigten Fettsäuren ist es unwirksam. Speziell, beim Kupfervitriol ist eine katalytische Wirkung schon aus dem Grunde ausgeschlossen, weil er in Tranen, auch bei höherer Temperatur, vollkommen unlöslich ist. Auch die freien Tranfettsäuren sind nicht imstande, einen Teil der Schwefelsäure abzuspalten und die entsprechende Menge Kupfer zu lösen. An die Verwendung einer wässerigen Lösung des Kupfervitriols ist erst recht nicht zu denken, denn einerseits ist sie mit dem Tran nicht mischbar und andererseits wirkt das Wasser bei der Sämischgerbung hindernd (vgl. Fahrion, Zeitschr. f. angew. Chemie 1909 II, S. 2086, Sp. 1/2). Der Kupfervitriol erfüllt somit schon die erste Bedingung, die an ein Sikkativ zu stellen ist, nicht, nämlich diejenige, daß es im öl löslich ist (vgl. Weg er, Zeitschr. f. angew. Chemie 1896, S. 534, Sp. 2). Die in der Firnisindustrie gebräuchlichen Katalysatoren enthalten als wirksame Metalle fast durchweg entweder Blei oder Mangan oder Blei und Mangan. In früheren Zeiten wurde das Leinöl direkt mit den Oxyden obiger Metalle auf verhältnismäßig hohe Temperaturen erhitzt, und man schrieb diesem »Kochen« des Leinöls eine wichtige Rolle bei der Firnisbildung zu. Aber schon vor mehr als 40 Jahren erkannte MuIder (Die Chemie der austrocknenden öle, Berlin 1867, S. 150 unter 1), daß durch bloßes Erhitzen des Leinöls seine Trockenkraft nicht erhöht wird, daß vielmehr der Metallgehalt der Firnisse das beschleunigende Agens darstellt. Auf Grund dieser Erkenntnis werden heute so gut wie ausschließlich die sogenannten »löslichen Sikkative« verwendet, in welchen die wirksamen Metalle an hochmolekulare Säuren, hauptsächlich Leinölsäure und Abietinsäure (Kolophonium) gebunden sind. Diese Sikkative haben den Vorteil, daß sie sich im Leinöl schon bei gelindem Erwärmen auflösen, wodurch demselben ohne längeres »Kochen«

Claims (1)

  1. die erforderliche Metallmenge einverleibt werden kann.
    Man hat außer Blei und Mangan auch so ziemlich alle anderen Metalle auf ihre Eignung als Sikkative geprüft, aber zumeist mit geringem oder gar keinem Erfolg. Speziell das Kupfer erwies sich als ganz unwirksam (vgl. Weger, Chem. Revue 1897, S. 286, Sp. 1, Abschn. 2). Es werden allerdings auch leinölsaures und harzsaures Kupfer dargestellt, sie dienen aber nicht als Sikkative, sondern für spezielle Zwecke, wie Rostschutz und Schiffsbodenanstriche. Für die Zwecke der Sikkative kam man immer wieder auf das Blei und das Mangan zurück und erst in neuester Zeit ist als drittes Metall das Kobalt hinzugetreten. Der Grund für die bevorzugte Stellung der obigen Metalle ist wahrscheinlich der, daß sie molekularen Sauerstoff zu übertragen vermögen, die übrigen Metalle dagegen nur atomaren (vgl. Fahr ion, Zeitschr. f. angew. Chemie 1910 I, S. 726, Sp. 2).
    Es war vorauszusehen, daß für die Autoxydation der ungesättigten Tranfettsäuren dieselben Regeln gelten wie für diejenige der ungesättigten Leinölfettsäuren, und in der Tat haben praktische Versuche dies bestätigt. Es wurden vergleichende Gerbeversuche ausgeführt, einmal mit einem rohen Tran und daneben mit demselben Tran nach Einverleibung von 3 bis 5 Prozent Sikkativ. Geprüft wurden leinölsaures Blei, Mangan, Bleimangan, Kobalt sowie harzsaures Blei, Mangan und Bleimangan. In allen Fällen wurde eine Erhöhung der gerbenden Wirkung beobachtet, die besten Resultate wurden mit den Bleimangansikkativen erhalten, die ja auch in der Firnisindustrie mit Vorliebe verwendet werden. Leinölsaures Kupfer dagegen zeigte, in Übereinstimmung mit Wegers Angaben, so gut wie keine Wirkung.
    In einer Hinsicht unterscheidet sich die Sämischgerbung von der Firnisindustrie. In der letzteren ist die Verwendung der freien Leinölsäure ausgeschlossen, weil sie auch in dünnster Schicht nicht hart trocknet, sondern monatelang klebrig bleibt. Bei der Sämischgerbung dagegen ist das Glyzerin der Trane nur Ballast und die freien flüssigen Tranfettsäuren sind zur Gerbung besser geeignet als ihre Glyzeride. Auch die gerbende Wirkung der ersteren wird durch Sikkative, speziell leinölsaures Bleimangan, wesentlich erhöht.
    Bei Anwendung von Tran unterscheidet sich das neue Gerbeverfahren von dem seitherigen nur insofern, als dem Gerbemittel vor seiner Verwendung 3 bis 5 Prozent Sikkativ durch gelindes Erwärmen einverleibt werden. Bei Verwendung der flüssigen Tranfettsäuren kann man entweder ebenso verfahren, oder man kann dieselben direkt mit den betreffenden Oxyden so lange erhitzen, bis sie eine genügende Menge Metall, am besten 0,1 bis 0,2 Prozent Mangan und 0,5 bis 1,0 Prozent Blei, aufgenommen haben. Wenn man vor der Verwendung einer' derartigen metallhaltigen Tranfettsäure die zu gerbende Haut mit Spiritus entwässert, so läßt sich die Gerbung derart beschleunigen und vereinfachen, daß die mechanische Bearbeitung (Walken) vollkommen überflüssig wird.
    Es ist bekannt, daß bei der Sämischgerbung der Tran durch andere, stark ungesättigte öle, ζ. Β. Leinöl, ersetzt werden kann (vgl. Fahr ion, Zeitschr. f. angew. Chemie 1891, S. 635, Sp. 1). Ebenso kann die Leinölsäure an die Stelle der flüssigen Tranfettsäure treten, im allgemeinen erhält man aber die besten Resultate immer noch mit geeigneten Tranen oder deren flüssigen Fettsäuren.
    Ρλτε ν τ-Anspruch :
    Verfahren der Sämischgerbung, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zur Gerbung verwendeten Tran oder anderem öl oder in der zur Gerbung verwendeten Fettsäure eine gewisse Menge Metall, vorwiegend Blei, Mangan, Kobalt, auf irgendeine Weise gelöst wird, welches alsdann den Gerbeprozeß katalytisch beschleunigt.
DENDAT252178D Active DE252178C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE252178C true DE252178C (de)

Family

ID=510555

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT252178D Active DE252178C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE252178C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1182926B (de) Verfahren und Loesung zum Aufbringen von festhaftenden UEberzuegen auf Metallteilen
DE252178C (de)
DE698197C (de) ren Legierungen
DE907685C (de) Wasserverdraengende Mineraloelzusammensetzung fuer kaltzuwalzende Werkstuecke aus korrodierenden Metallen
DE2039912A1 (de) Direkt-Emaillier-Verfahren
DE448009C (de) Verfahren zur Erzeugung einer rostsicheren Schicht auf Eisen und Stahl
DE1289994B (de) Verwendung einer austenitischen rostfreien Stahllegierung fuer tiefgezogene, kaltgestauchte und -geschlagene Gegenstaende
DE551498C (de) Verfahren zur Verhinderung der Aufloesung von Metallen in Beizbaedern
DE561290C (de) Verfahren zur Darstellung von in Mineraloelen loeslichen OElen aus Rizinusoel
DE1519313B2 (de) Verwendung organophilen Onlum-Tones als Schmiermittel bei der Kaltformgebung
DE1210296B (de) Mittel und Verfahren zur Behandlung von Metallen fuer die Kaltverformung
DE566926C (de) Verfahren zum Hydrieren schlecht haertbarer Fettsaeuren
AT135325B (de) Verfahren zur Erzeugung von metallischen Werkstoffen für Apparate, insbesondere solche aus Eisen oder Stahl, die hohen Widerstand gegenüber der schädigenden Wirkung von Wasserstoff oder wasserstoffhaltigen Gasen bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck aufweisen.
DE856543C (de) Verfahren zur gleichzeitigen Erzeugung von Glanz und Politur auf Kupfer und Kupferlegierungen
DE672491C (de) Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher Verbindungen aus ungesaettigten Wachsen
DE1281223B (de) Verfahren zum Eindiffundieren von Metallen in eine Eisenoberflaeche
DE399845C (de) Vorbereitung von Erzen und Huettenprodukten fuer die Metallgewinnung
DE573721C (de) Verfahren zur Herstellung von Glyoxal
DE429483C (de) Herstellung von Titansaeure und Ammonsulfat durch Erhitzen von Titanstickstoffverbindungen
DE1521732C3 (de) Verfahren zum Entfernen von Kupfer von eisenhaltigen Metalloberflächen und zum Passivieren derselben
DE200539C (de)
DE636610C (de) Verfahren zur Entfernung von Zinn aus Nioblegierungen
DE504693C (de) Verfahren zur Herstellung von desinfizierend wirkenden Stoffen
DE721991C (de) Verfahren zum Sulfitieren von Fettsaeureestern
AT202176B (de) Verfahren zum Glühen von Stählen im Vakuum.