DE246200C - - Google Patents

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DE246200C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A41WEARING APPAREL
    • A41CCORSETS; BRASSIERES
    • A41C1/00Corsets or girdles

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Orthopedics, Nursing, And Contraception (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
—■'Ja 246200 KLASSE Za. GRUPPE
GOTTFRIED BEGAS in BERLIN.
Korsett. Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. September 1910 ab.
Der Gegenstand der Erfindung ist ein Korsett für Frauen und junge Mädchen, das eine Verbesserung gegenüber den heute bekannten Korsettformen insofern darstellt, als es deren Vorzüge bei Vermeidung ihrer Nachteile aufweist.
Als Vorzug heutiger Korsetts, Korsettersatzmittel, Leibbinden usw. kann allgemein angesehen werden der Schutz, der den von
ίο der Natur durch Rippen oder Becken unbeschützten Weichteilen des empfindlichen Frauenkörpers zuteil wird. Frauen, die durch mehrfache Geburten eine geschwächte Leibmüskulatur stützen wollen, solche, die zur Verfettung neigen, wenden, um dem vorzubeugen, ein Korsett oder dessen Ersatz mit Vorteil an.
Bei vielen Korsetts bzw. deren Ersatz wird die Stützung der Leibmuskulatur unter gleich-
20' zeitiger Zurückhaltung des Fettansatzes auf den Hüften, der zweifellos den Frauenunterkörper schlaff und widerstandslos macht, erreicht durch Schnürung in der einen oder anderen Form, jedoch immer auf Kosten der Glutäen oder Gesäßmuskeln.
Dieser dauernde Druck auf die Muskulatur
verhindert deren Entwicklung und läßt bei längerer Anwendung die Muskeln schrumpfen.
Bei einigen bekannten Anordnungen sind die Glutäen durch einen entsprechenden Ausschnitt frei gelassen, jedoch sind hier teilweise die Hüften ebenfalls frei gelassen; teilweise ist für die Zurückhaltung des Fettansatzes über den Hüften bis herunter zum Oberschenkelknochenansatz nicht gesorgt. ,
Die Betrachtung der Naturvölker sowie der Plastik der Antike lehrt aber unzweifelhaft, daß die kräftige Durchbildung und Entwicklung der Glutäen, nicht etwa des Fettansatzes über den Hüften, als ein gewissermaßen unbewußtes Merkmal im einen Falle der Gesundheit, im anderen der Schönheit des weiblichen Körpers ■ aufzufassen ist.
Die vorliegende Anordnung bezweckt nun: die Glutäen der Trägerin zu entwickeln, den Fettansatz über den Hüften zu verhindern und keinen besonderen Schnürdruck in der Taille aufkommen zu lassen, was die Anwendung dieses Korsetts im gegebenen Falle selbst bei Kindern und jungen Mädchen als völlig unschädlich erscheinen läßt, während das heutige Korsett oder dessen Ersatz eben wegen seiner Pressung auf die Glutäen und wegen seiner Begünstigung des Fettansatzes über den Hüften geradezu eine Gefahr im hygienischen Sinne für die Weiterentwicklung des Mädchenkörpers bedeutet.
Die Vermeidung dieses schädlichen Druckes unter Beibehaltung eines einstellbaren Druckes auf Leib und Hüften wird erreicht dadurch, daß auf die bis über den Oberschenkelknochenansatz hinüberreichenden Hüftteile des Korsetts ein einstellbarer Zug außer durch Gummizüge, durch Gurte ausgeübt wird, welche derart S-förmig geschnitten sind, daß sie die Glutäen nicht berühren.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform beispielsweise gegeben.
Fig. ι zeigt das hygienische Korsett von hinten; Fig. 2 zeigt das hygienische Korsett von der Seite.
In der dargestellten Ausführungsform besteht das Korsett aus nach der Körperform geschnittenem Stoff mit Fischbein- oder Stahlstangenversteifungen. Die am Rückenteil angebrachte Schnürung hat die Länge a-b, wobei b im Taillenschluß liegt. Von b abwärts ist das Korsett bogenförmig ausgeschnitten, begrenzt durch c c, die tiefsten Korsettpunkte, in Höhe des Oberschenkelknochenansatzes liegend (Fig. 2).
Die vom Kreuz abwärts und über den Glutäen fehlende Schnürung wird ersetzt durch (auf die Unterkante bezogen) S-förmig geschnittene Gurte d, die bei e verstellbar befestigt werden, ihren an sich schon geringen Zug somit nach dem Taillenschluß verlegen, die Glutäen vollständig entlastend.
Bei c (Fig. 2) sind in . bekannter Weise Gummizüge c-f angebracht, die, z. B. am Strumpf befestigt, bei aufrecht stehender oder gehender Trägerin einen stetigen Zug nach unten, besonders auf die Linie f-c-i (Fig. 2), ausüben, ebenso wie die Gummizüge g-fx auf die vordere Mitte des Korsetts einen Zug abwärts ausüben; folglich ist der Zug in den Gurten d geringer als der der Hüften- und Leibpartie des Korsetts, also besteht ein Druck durch Schnürung und Gummizug bei aufrecht stehender Trägerin nur auf Hüften- und Leibpartie, nicht auf die Partie der Glutäen. '
Bei sitzender Haltung der Trägerin verlaufen die auf das Korsett durch Gummi ausgeübten Züge nach vorn gerichtet, wie c-f2 und g-fä (Fig. 2), wodurch nunmehr auf die Gurte d ein Zug übertragen wird, also ein Druck auf die äußersten Ansätze bzw. Enden der Glutäen ausgeübt wird, was in diesem Falle jedoch bedeutungslos ist, da die Teile der Glutäen durch das Sitzen der Trägerin an und für sich in einer widerstandsfähigen Lage festgehalten werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Korsett mit einem die Glutäen frei lassenden Ausschnitt, gekennzeichnet durch S-förmig geschnittene, einstellbare Gurte (d), die, ohne die Glutäen zu berühren, in Verbindung mit den bekannten, an den Strümpfen zu befestigenden Gummizügen (c-f) auf die bis über den Oberschenkelknochenansatz hinüberreichenden Hüftteile des Korsetts einen Zug ausüben.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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