DE24564C - Dachziegel mit seitlichem Falz und theilweise weggeschnittener Rippe auf der oberen Seite, sowie Einrichtung zur Herstellung desselben auf Strangpressen - Google Patents
Dachziegel mit seitlichem Falz und theilweise weggeschnittener Rippe auf der oberen Seite, sowie Einrichtung zur Herstellung desselben auf StrangpressenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMTES
Der Parallel-Falzziegel hat auf seiner oberen Seite drei durchgezogene Vertiefungen bezw.
Falze abc, Blatt I, zwei grofse und einen
kleinen. Erhöht sind zn drei durchgezogenen Rippen oder Streifen d ef, Blatt I, ebenfalls drei
Theile, mit der falzbildenden kleinen Erhöhung g sind es sogar vier, Blatt I. Am mittleren
Streifen ist oben ein Blättchen h, Blatt I, herausgeschnitten. Diesem Theile gegenüber befinden
sich auf der Rückseite des Ziegels zwei Nasen i i, Blatt I. Die ' obere und untere
Kante k k, Blatt I, dieses Ziegels sind parallel
abgeschnitten. Die nach unten liegende Fläche des Ziegels ist gebildet durch zwei gröfsere
erhöhte Streifen / /, Blatt I, und aus zwei Falzen m ti, Blatt I, einem kleineren η und aus
einem gröfseren Falz m. Der kleine seitliche Falz n, unten rechts, greift jeweils in den
kleinen . seitlichen Falz a, Blatt I, der oberen
Seite eines anderen Ziegels ein und schliefst dicht ab. In dieser Weise sind die seitlichen
Fugen, welche diese Ziegel unter sich bilden, durch diese Falzschlüsse abgeschlossen. Nach
oben greifen zwei folgende Ziegel über den unteren so, dafs die ausgeschnittene Fläche h,
Blatt I, bis an die beiden seitlichen Streifen df, Blatt I, dicht heranreicht. Das von diesen
zwei oberen Ziegeln hergeleitete Regenwasser fliefst den zwei Rinnen b c, Blatt I, des unteren
Ziegels zu. Indem sich die zwei oberen Ziegel A B, Blatt I, durch den besagten
Blättchenausschnitt h in den unterem Ziegel C, Blatt I, einsenken, steht nur eine verhältnifsmäfsig
niedere Kante k k, Blatt I, des oberen
Ziegels vor; es vermag deshalb kein Sturm diese Ziegel vom Dache abzuheben. Durch
die gestreifte Falzziegelform ist es ermöglicht, dafs diese Ziegel direct mit einer gewöhnlichen
Ziegelmaschine mittelst einer entsprechenden Form hergestellt werden können; dadurch wird
der Ziegel sehr dicht geprefst und läfst so gebrannt
nicht oder kaum Wasser durchdringen; es können infolge dessen selbst aus einem Thon noch Ziegel hergestellt werden, welche in
anderen Formen nicht wasserdicht sein würden. Die aus solchen Parallel-Falzziegeln zusammengesetzte
Dachfläche bildet eine sehr angenehme Zeichnung.
Gegenwärtiger Parallel-Falzziegel, Blatt I, zeigt in seinem Querschnitt bis zu den seitlichen
Falzen hin ziemlich ein gleichmäfsig dickes. Thonband, welches verschiedene Abbiegungen
hat; dagegen sind die zwei seitlichen Falze gf, Blatt I, verhältnifsmäfsig sehr dünn.
Diese Ziegel sollen mittelst der gewöhnlichen Ziegelmaschine geformt werden, in welcher die
Messerwelle den Thon fein durchknetet and gleichzeitig das Durchpressen des Thones besorgt.
Der Thon kommt bei diesen Maschinen gewöhnlich in Bändern heraus, welche nach
Breite und Dicke gröfsere Dimensionen haben. Diese Bänder werden durch die den Ziegelmaschinenvorgesetzten
Formen gebildet. In der Mitte dieser Thonbänder ist die Reibung an der Form, weil deren Wände regelmäfsig
gleich dick sind, unbedeutend, dagegen an den Seitenflächen ist solche wesentlich und verhindert
ein rasches Austreten des Thones aus
der Form; hierdurch wird ein Thonband gewöhnlich ungleichmäfsig dicht und die einzelnen
Formstücke schwinden dann beim Trocknen und Brennen ungleichmäfsig und werden krumm
oder zerreifsen. Es ist daher eine äufserst schwierige Aufgabe, für diesen Parallel-Falzziegel
eine gute Form anzufertigen. Dieselbe mufs also vorzugsweise so ausgeführt werden, dafs in
der Mitte dieses Ziegelthonbandes die Reibung möglichst grofs gemacht werde und gegen die
beiden kleinen seitlichen Falze sehr bedeutend reducirt sei. Es ist hier eine Zeichnung für eine
solcheFalzziegelform beigefügt, Blattll; besonders aus Fig. 3 ist ersichtlich, dafs diese Form nach
der Mitte wulstartig ansteigt, dagegen nach den beiden Seiten hin ganz dünn wird. Ueberdies
zeigt der Querschnitt dieser Form, Fig. 3 und 5, in deren Mitte von α nach I eine bedeutende
Verengung; dagegen ist die Verengung an den seitlichen Theilen geringer (s. Fig. 1 und 2). In
dieser Weise liefert die Form ein im ganzen Querschnitt gleich dichtes Thonband für die
Ziegel, die kleinen seitlichen Falze α und d fliefsen ununterbrochen vollkommen aus der
Form, der Ziegel zieht sich nicht krumm beim Trocknen und Brennen und reifst auch nicht;
ebenso ist derselbe sehr solid und bricht erst bei starker Belastung, ein Zeichen, dafs er in
allen Theilen gleichmäfsig dicht ist.- Bei der Thonbandbildung mittelst dieser Form ist in
letzterer fortwährend eine grofse Reibung, daher ist auch die Abnutzung dieser Form eine grofse;
deshalb verwende ich mit Vortheil neben Formen von Metall auch Formen von Glas oder Porcellan
bezw. Steinzeug. Ist ein Modell zum Giefsen für solche Formen hergestellt, so werden Glas-
und Porcellanformen leicht und billig vervielfältigt.
Um das Thonband für diesen Falzziegel unverletzt aus der Form bis auf das Trockenrähmchen
zu erhalten, bedarf es eines eigens hierfür construirten Abschneidtisches. Dieser
Abschneidtisch ist hier durch Zeichnungen auf Blatt III und IV dargestellt. Derselbe besteht
aus zwei Haupttheilen: erstens aus der Rollenpartie mit Rahmen A B C D1 Blatt III, Fig. 1,
welche sich zunächst der Ziegelmaschine befindet, und zweitens aus der Rollenpartie E
FGH, welche nach der ersteren folgt. Erstere
bewegt sich auf vier Rollen JJJJ und zwei Leitschienen K K, welch letztere mit dem
Fufsgestell verbunden sind. Die zweite Rollenpartie ist durch zwei Lager L L auf einer
runden Eisenstange M gelagert, aber so, dafs diese Rollenpartie gegen und von der Ziegelmaschine
sich bewegen und auch gleichzeitig eine Drehung um diese Eisenstange M machen
kann. Diese Eisenstange ist an dem Fufsgestell des Abschneidtisches befestigt. Im Fufsgestell
dieses Tisches ist eine Welle α angebracht, auf welche die zwei Bögen b und b'
aufgekeilt sind. Bogen b hat den Handgriff c. Von d und d' nach e und e' sind zwei Drähte
eingespannt, welche mittelst Schrauben 'angezogen werden können. Diese zwei Drähte
sind gerade so weit von einander entfernt, als solches der Länge eines Falzziegels entspricht.
Der erste Rahmen des Abschneidtisches hat sechs lange Rollen f g h i k I, Blatt III, Fig. 1.
Jede dieser Rollen hat zwei Einschnitte m und m'\ ferner enthält dieser Rahmen auf jeder
Seite je drei Rollen η und n'. Alle diese genannten
Rollen liegen in einer Höhe. Endlich enthält dieser Rahmen noch die Rolle 0, welche
um die Tiefe des unteren mittleren Falzes m, Blatt I, höher liegt. Der zweite Rahmen enthält
ebenfalls Rollen /, sechs Stück, ohne Einschnitt und ein Stück p' mit zwei Einschnitten.
An ersterem Rahmen ist bei S0 ein mit Handgriff q versehener Hebel ί drehbar, der mit
einem Ende am Rahmen r angreift, so dafs es möglich ist, durch Handgriff q den Rahmen
r in die Höhe zu heben oder herunterzulassen. An diesem Rahmen befinden sich die
zwei aufgespannten Drähte it' und uii1, Fig. 2,
Blatt IV. Diese beiden Drähte können, wie gezeigt, gehoben und gesenkt werden. Mittelst
des Handgriffes q kann ebenfalls der Rahmen A BCD auf den Rollen nach und von der
Ziegelmaschine bewegt werden. Das Parallel-Falzziegelband bewegt sich in der Richtung
des Pfeiles ν von der Ziegelmaschine her. Die zwei Nasen des Falzziegels werden aus ganzen
Thonstreifen gebildet, welche unter dem Thonband sich befinden und durch die Rolleneinschnitte
m und m' durch die Pressung der Ziegelmaschine vorwärts geschoben werden.
Hierbei ist Draht u u' direct unter dem Thonband aufgespannt und schneidet somit regelmäfsig
die Nasenstreifen ab. Kommt aber jetzt die Stelle, wo die Nasen am Thonband festsitzen
bleiben sollen, so wird mittelst Griffes q der Draht aus dem Wege der zwei Nasenstreifen
gebracht, und somit bleiben die Nasen jetzt fest sitzen. So lange bleibt Draht u u'
ausgerückt, als die Nase lang werden soll. Ist diese Nasenlänge erreicht, so wird mittelst des
Griffes c und der Drähte d e und d' e' das Falzziegelband auf Ziegellänge durchgeschnitten.
Während des Durchschneidens läfst der Abschneidarbeiter mittelst Griffes q den ersten
Rollenrahmen in der Geschwindigkeit vorwärts gleiten, in der das Thonband herausgleitet. In
dieser Weise wird der Querschnitt des Ziegels ein winkelrechter. In dem oben beschriebenen
Moment, wo der Draht u u' nach unten ausgerückt wird, wobei die Nasen stehen bleiben,
tritt folgerichtig. auch der Draht if if' nach unten
und schneidet beim Vorwärtsgleiten des Thonbandes den oben beschriebenen Einschnitt aus
dem mittleren oberen Streifen heraus. Durch einen Ruck des Hebels bleiben somit die zwei
Nasen stehen und wird das Blättchen herausgeschnitten. Die erhöhte Rolle ο giebt bei
diesem Moment dem Ziegel selbst festen Halt. Nun ist der Parallel-Falzziegel geformt und
gleitet auf dem Rahmen weiter vorwärts, und im geeigneten Moment wird das Trockenrähmchen,
auf dem er getrocknet wird, auf den Ziegel gelegt; mit diesem Rähmchen wird der Ziegel auf den zweiten Rollenrahmen gezogen
und nun mit dem Rollenrahmen umgewendet; nunmehr liegt er auf dem Rähmchen selbst.
Er wird hinweggenommen, und der zweite Rollenrahmen wird wieder umgewendet; vorher
aber ist der erste Rahmen mittelst Griffes q entsprechend wieder der Ziegelmaschine genähert,
auch kann jetzt der zweite Rollenrahmen gegen den ersten genügend angeschoben werden, und es beginnt die beschriebene Arbeit
von neuem.
Die sechs Rollen η η η und η1 η' η' sind in
eigentümlicher Weise ausgeführt. Bei diesem Abschneidtisch kommt es überhaupt sehr darauf
an, dafs alle Rollen sich ohne alle Reibung unausgesetzt drehen; dies zu erreichen, ist bei
den sechs seitlichen Rollen besonders schwierig. Zu diesem Zwecke ist Welle y gut auf dem
Rahmen ABCD befestigt. Die Rolle selbst
besteht aus einem Metallcylinder z, in welchem die Lager ιυ und w' befestigt sind; Arm ζ'
greift in die Vertiefung χ und hält so diese Rolle fest, damit sie nicht nach dem Innern
des Rahmens ausweichen kann. In dieser Weise sind beide Lager w und w' unbedingt vor Einfallen
von Sand etc. geschützt. Einmal geschmiert, geht eine solche Rolle ohne jede-Reibung
etwa 14 Tage.
Claims (4)
1. Bei der Fagon des Ziegels selbst der Ausschnitt
auf der oberen Seite am mittleren breiten Streifen oben, wodurch ermöglicht wird, dafs zwei nach oben folgende Ziegel
sich theils in den unteren Ziegel einsenken und genau und dicht die Fläche bis an die
beiden seitlichen Streifen abschliefsen.
2. Bei der Ziegelform (welche als Mundstück der Ziegelmaschine vorgesetzt wird):
a) die Art der Form nach beiliegender Zeichnung, Blatt II;
b) die Neuerung, solche auch aus Glas oder Porcellan anzufertigen.
3. Beim Abschneidtisch das mit einer Handbewegung gleichzeitig ausführbare Ausschneiden
des oberen Blättchens aus dem mittleren Streifen des Falzziegels und das Heraustreten
des unteren Drahtes, wodurch die Nasen stehen bleiben.
4. Bei den seitlichen Rollen am Abschneidtisch die im Innern dieser Rollen verlegten
Lager derselben.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE24564T | 1883-03-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE24564C true DE24564C (de) | 1883-11-30 |
Family
ID=32400266
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188324564D Expired DE24564C (de) | 1883-03-10 | 1883-03-10 | Dachziegel mit seitlichem Falz und theilweise weggeschnittener Rippe auf der oberen Seite, sowie Einrichtung zur Herstellung desselben auf Strangpressen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE24564C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1223286B (de) * | 1962-01-05 | 1966-08-18 | Le Materiel Ceramique Moderne | Vorrichtung zum selbsttaetigen Querteilen eines Stranges aus keramischer oder aehnlicher Masse |
| US4229889A (en) * | 1978-06-06 | 1980-10-28 | Charles Petrosky | Pressurized porous material cushion shoe base |
-
1883
- 1883-03-10 DE DE188324564D patent/DE24564C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1223286B (de) * | 1962-01-05 | 1966-08-18 | Le Materiel Ceramique Moderne | Vorrichtung zum selbsttaetigen Querteilen eines Stranges aus keramischer oder aehnlicher Masse |
| US4229889A (en) * | 1978-06-06 | 1980-10-28 | Charles Petrosky | Pressurized porous material cushion shoe base |
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