DE239308C - - Google Patents

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DE239308C
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manganese
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/0076Dyeing with mineral dye

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Ve 239308 KLASSE Sm. GRUPPE
WILHELM BUSCHHUTER in CREFELD.
Färbt man organisches Fasermaterial mit Kaliumpermangan at, so unterliegt die Faser in dem Maße, wie Manganoxyd auf derselben abgeschieden wird, einer Oxydation, sie wird
■5 morsch.
Färbt man, wie bekannt, eine Faser mit Manganbister, indem man sie mit Manganchlorür imprägniert, trocknet., durch Alkalien passiert und das auf der Faser abgeschiedene
ίο Manganohydroxyd durch Luftsauerstoff, Bichromat oder Chlorkalk oxydiert, so erhält man selbst bei hoher Konzentration der Manganchlorürlösung, z.B. 400: iooo, eine verhältnismäßig helle Färbung. Letzteren Übelstand hat Depierre zu umgehen versucht, indem er das Fasermaterial mit einer Lösung von Manganchlorür 400:1000 klotzte, trocknete und durch eine warme Lösung von 100 g Kaliumpermanganat und 60 g Soda im Liter passierte.
Bei der Depierreschen Arbeitsweise tritt nun der Übelstand auf, daß das Manganchlorür, womit die Faser imprägniert ist, sich in sehr leicht löslichem Zustande auf ihr befindet. Infolgedessen löst sich beim Berühren mit dem Färbebade, ehe überhaupt eine intermediäre Umsetzung zu Mangankarbonat eintreten kann, ein Teil des Chlorürs von der Faser herunter, letzteres um so mehr,, als Manganchlorür eine sehr hygroskopische Substanz ist. Dieser heruntergelöste Teil des Manganchlorürs bildet dann erst im Bade Mangankarbonat. Um dieses zu verhindern, hat Depierre mit der oben erwähnten, äußerst starken, in kaltem Wasser nicht mehr löslichen Menge Soda und Permanganat heiß gearbeitet.
Er hat infolgedessen eine, selbst bei einer sehr kurzen Passage, bei welcher eine vollständig trockene Ware unmöglich durch und durch genetzt werden kann, derartige Menge Permanganat auf die Faser gebracht, welche neben der Oxydation des Mangankarbonats eine starke Oxydation der Faser herbeiführen mußte. Trotz dieser großen Menge, Permanganat gelingt es nicht — auch bei einer noch so kurzen Passage —, eine teilweise Lösung des Manganchlorürs zu umgehen, und es scheidet sich infolge Umsetzung und Oxydation desselben Mangansuperoxydhydrat als Schlamm im Färbebade ab. Außerdem ist, wie schon erwähnt, die Oxydation der Faser sehr intensiv, und es tritt sogar, wahrscheinlich infolge einer Selbstspaltung des Permanganates, unter dem katalytischen Einfluß der Faser starker Ozongeruch auf. Baumwolle wird sowohl durch das Ozon wie auch durch die im Überfluß vorhandene Menge Permanganat einer Oxydation unterworfen. Es bildet sich Oxyzellulose und die Baumwolle wird sehr geschwächt. Bei tierischen Fasern kommt zu der starken oxydativen Wirkung diejenige der hohen Menge Alkali bei hoher Temperatur hinzu. Es kann infolgedessen von dieser Arbeitsweise nur bei sehr festem pflanzlichen Material die Rede sein; und dieses wird nicht durchgefärbt.
Alle diese Übelstände werden bei der vorliegenden Erfindung umgangen. Diese beruht darauf, daß auf der Faser geeignete manganhaltige Reduktionsmittel unlöslich niedergeschlagen werden und bei der hierauf folgenden Behandlung mit Permanganat die Oxy-
dation von der Faser auf diese vorher fixierten Reduktionsmittel abgeleitet wird. Als solche Reduktionsmittel können dienen unlösliche Mangansalze, z. B. Manganoferrocyanid, Mangansulfür, vor allen Dingen aber Manganohydroxyd.
Ist die Faser tierischer Natur und gegen Alkali sehr empfindlich, so soll das bei der ,Reduktion des Permanganates im Bade sich ίο bildende Alkali
2 KMn O4 -f H2O — 2 KOH + 2 MnO2 + 3O
durch entsprechenden Zusatz einer Säure oder sauren Verbindung neutralisiert werden.
Bei diesem Verfahren nun ist das. Reduktionsmittel bereits fest auf der Faser fixiert. Es ist infolgedessen eine Lösung desselben durch das Färbebad unmöglich. Die Permanganatmenge soll der auf der Faser befindlichen Menge Reduktionsmittel möglichst entsprechen, höchstens um ein geringes übersteigen.
Bei Klotzbädern kann das Permanganat in kleineren Portionen vor einer jeden Passage dem Bade zugegeben werden, was bei dem Depierreschen Verfahren vollkommen ausgeschlossen ist. Die Temperatur soll möglichst niedrig sein. Hierdurch sowie die verhältnismäßig kleine Menge Permanganat wird einem zu energischen Oxydationsvorgange vorgebeugt, die Oxydation auf das Reduktionsmittel beschränkt und die Faser nicht geschädigt. Von einer Ozonentwicklung kann bei dem schwachen Permanganatbade keine Rede sein, weil sämtlicher Sauerstoff durch das Reduktionsmittel verbraucht ist. Bei pflanzlichen Fasern kann eventuell ein kleiner Zusatz von Alkali gemacht werden, jedoch ist auch in diesem Falle ein saures Arbeiten zu empfehlen.
Beispiel für Wolle.
Man klotzt den Stoff in einem Bade, welches im Liter enthält 400 g Manganchlorür, 200 g essigsaures Natron, trocknet scharf und passiert durch ein kaltes Bad mit einem kohlensauren ätzenden oder Schwefelalkali, wäscht gründlich mit Wasser und färbt in einem Bade mit 3 g Permanganat, 3 g konzentrierter Schwefelsäure oder Salzsäure möglichst kalt bis zur gewünschten Tiefe. Darauf wäscht man gründlich in gut schäumendem Waschholzbade.
Beispiel für Seide.
Man klotzt den Stoff in einem Bade, welches im Liter enthält 200 g Manganchlorür, 100 g essigsaures Natron, trocknet und fixiert wie bei Wolle. Hierauf färbt man mit 0,5 g Permanganat, 0,5 g einer organischen Säure, welche in der Kälte durch Permanganat nicht oder nur wenig angegriffen wird, aus und wäscht mit Wasser. ■· ■ .
Das beschriebene Verfahren zeichnet sich vor den älteren dadurch aus, daß man eine beliebig dunkle Färbung erhalten kann, ohne die Faser auch nur im geringsten an Glanz, Stärke und Elastizität zu schädigen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Erzeugung von Manganbister auf beliebigem organischen Fasermaterial durch Fixieren von Manganohydroxyd oder eines anderen unlöslichen manganhaltigen Reduktionsmittels und darauffolgendes Oxydieren, gekennzeichnet durch die besondere Verwendung von Permanganat als Oxydationsmittel.
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