DE23344C - Methode und Apparate zur Erzeugung von dünnen Kohlenstäbchen beliebiger Form zur Verwendung in elektrischen Glühlicht-Lampen und für dekorative Zwecke - Google Patents
Methode und Apparate zur Erzeugung von dünnen Kohlenstäbchen beliebiger Form zur Verwendung in elektrischen Glühlicht-Lampen und für dekorative ZweckeInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. April 1882 ab.
Zur Erzeugung fadenförmiger Kohlen verwendet man sehr feinen Draht, am besten Platindraht,
krümmt ihn in die gewünschte Form und bringt ihn mittelst kleiner, an einem Korkstücke
befestigter Kloben in eine Glasröhre, durch welche man eine Kohlenstoffverbindung
(Gas oder Dampf) durchstreichen läfst, meistens schweren Kohlenwasserstoff.
Bringt man dann den Draht durch einen elektrischen Strom von entsprechender Stärke zur
Rothglut, so setzt sich auf demselben Kohle an.
Bei Beginn der Operation darf die Temperatur des Drahtes nicht unter der Zersetzungstemperatur der Kohlenstoffverbindung, aber auch
nicht so hoch sein, dafs das Metall zu schmelzen beginnt. Die Dauer des Processes beträgt 20
bis 50 Minuten.
Um der Kohle ihrer ganzen Länge nach gleichen Leitungswiderstand zu geben, mufs sie
während der Operation langsam gedreht werden, entweder mit der Hand oder auf mechanischem
Wege.
Die folgende Operation hat den Zweck, den Metalldraht zu entfernen und die Kohle successive
zu verstärken oder ihr das gewünschte Mafs von Widerstand zu geben. Zuerst wird an beiden Enden eine kleine Quantität Kohle
entfernt, um den Draht blofszulegen, worauf man ihn wiederum in die kleinen Kloben einklemmt.
Der Apparat wird dann verschlossen und man läfst nun wieder das Gas oder den Dampf eintreten,
dessen man sich früher bediente, wenn man die Kohle weiter verstärken will; sonst
läfst man irgend ein anderes Gas eintreten, welches auf den Kohlenstoff nicht chemisch
einwirkt, am besten ein Gemenge von neun Theilen Wasserstoff mit einem Theile schweren
Kohlenwasserstoffes.
Hierauf schliefst man den Strom wieder und bringt den Draht langsam auf jene Temperatur,
bei welcher sich das Metall verflüchtigt. Um der Kohle das nöthige bestimmte Widerstandsvermögen
zu geben, läfst man nun schweren Kohlenwasserstoff zutreten und leitet einen
elektrischen Strom von bestimmter Stärke durch.
Auf diese Weise kann man die Kohlen einzeln, nach einander oder auch mehrere . gleichzeitig
erzeugen.
Um eine solche fadenförmige Kohle mit dem Platindraht zu verbinden, geht man» in folgender
Weise vor:
Man verdickt zuerst die Enden derselben auf galvanischem Wege durch Kupfer und erfafst
dann mit einer Zange, welche mit dem positiven Pole einer Batterie von 15 bis 20 Bunsen-Elementen
(oder irgend einer anderen Elektricitätsquelle) communicirt, nach einander die Drähte, welche schon ins Glas eingeschmolzen
sind. Mit einer anderen Zange ergreift man nun das verdickte Ende des Kohlenstückes und
bringt dasselbe bei nicht geschlossener. Stromleitung
in die gewünschte Stellung und in Contact mit dem Platindraht.
Schliefst man nun den Strom und setzt die Zange, welche die Kohle festhält, mit dem negativen
Pole der Batterie in Verbindung, so werden sich die beiden Enden erhitzen und
werden zusammenschmelzen.
Die ganze Operation findet nun dadurch ihren Abschlufs, dafs man den verdickten Theil
der Kohle und die in das Glas eingeschmolzenen Platindrähte in ein galvanisches Bad bringt, um
die Metalltheile mit einer weiteren Kupferschicht zu überdecken, die sowohl dem Ganzen eine
gleichförmige Farbe giebt, als auch den Leitungswiderstand vergröfsert.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Herstellung beliebig gekrümmter, dünner Kohlenstäbchen für elektrische Glühlichtlampen und decorative Zwecke auf die Weise, dafs man dünne Drähte von entsprechender Form (am besten Platindrähte) in einer Röhre, durch welche gas- oder dampfförmige Kohlenstoffverbindungen (am besten schwerer Kohlenwasserstoff) streichen, durch ·einen elektrischen Strom zur Rothglut bringt und dadurch Zersetzung der Kohlenstoffverbindungen und Bildung eines Kohlenniederschlages am Drahte bewirkt, welchen man schliefslich durch Erhöhung der, Strommtensität verflüchtigen macht.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23344C true DE23344C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT23344D Active DE23344C (de) | Methode und Apparate zur Erzeugung von dünnen Kohlenstäbchen beliebiger Form zur Verwendung in elektrischen Glühlicht-Lampen und für dekorative Zwecke |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE23344C (de) |
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