DE225037C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anzeigen von Druckunterschieden in Flüssigkeiten
oder in Gasen. Man hat diese Druckunterschiede bereits in der Weise ermittelt, daß durch Wägung die Gewichtszunahme oder
Gewichtsabnahme eines mit Flüssigkeit gefüllten Behälters bestimmt wurde, indem durch
eine eintauchende Glocke die Flüssigkeitsoberfläche in zwei Teile geteilt wurde, von denen
ίο der eine unter dem Druck des einen, der andere
unter dem Druck des anderen Gases stand.
Nach der Erfindung wird die Einstellung der Gleichgewichtslage der benutzten Wage durch
Änderung des Auftriebes eines in Flüssigkeit tauchenden Verdrängers selbsttätig bewirkt.
Auf diese Weise wird stets Proportionalität erzielt zwischen den Belastungen der Wage
und ihren Ausschlägen. Infolgedessen kann man eine Skala mit gleichmäßiger Teilung
verwenden, falls die Anordnung als reine Anzeigevorrichtung dienen soll, oder man kann
durch einen Schreibstift auf einer durch ein Uhrwerk bewegten Trommel ein ohne weiteres
planimetrierbares Diagramm aufzeichnen lassen. Auf der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung dargestellt, um in Flüssigkeiten oder Gasen Druckunterschiede
zu messen, die an verschiedenen Stellen des zu messenden Mediums vorhanden sind oder
die diirch Änderung der Druckverhältnisse entstehen. Fig. ι und 2 zeigen im Aufriß
und Grundriß die Leitung zur Meßstelle mit einer Sperrflüssigkeit auf der einen Seite der
Wage und den Verdränger mit einem Flüssigkeitsbehälter auf der anderen Seite.
In Fig. ι und 2 bedeutet α ein dicht geschlossenes
Gehäuse, das mit irgendeiner Flüssigkeit (Wasser, öl, Glyzerin) gefüllt ist.
In dem Gehäuse liegt auf einer Schneide ein Wagebalken b, an dessen beiden Armen die
oben offenen und mit Quecksilber gefüllten Gefäße c und d schwingend aufgehängt sind.
In das Gefäß c taucht bis unter den Flüssigkeitsspiegel
ein Rohr β, an welches in bekannter Weise die eine Leitung f zur Meßstelle
angeschlossen ist, während in das Gefäß d der am Gehäuse α befestigte Verdränger
g taucht. Der Ausschlag der Wage wird durch einen Stift h an dem einen Balken,
einen Arm i und eine nach außen geführte Welle k auf den Schreibhebel I übertragen,
der mit seiner Spitze ein Diagramm auf den sich unter ihni fortbewegenden Papierstreifen m
schreibt. An irgendeiner Stelle des Gehäuses ist noch die zweite Leitung η zur Meßstelle
angeschlossen.
Sobald die beiden Drücke, deren Unterschied gemessen werden soll, auf den Apparat
in der Weise einwirken, daß bei f der Unterdruck und bei η der Überdruck angeschlossen
ist, steigt ein Teil der Quecksilberfüllung des Behälters c in das Rohr e und wird dort durch
den auf dem Flüssigkeitsspiegel lastenden Überdruck gehalten. Der Wagebalken, an
dem das Gefäß c hängt, ist infolgedessen um den Betrag der gehobenen Quecksilbermenge
entlastet, und. das Gefäß steigt nach oben.
Gleichzeitig sinkt die andere Seite der Wage, bis der Verdränger um einen solchen Betrag
aus der Flüssigkeit getaucht ist, als der im Rohr e aufgestiegenen Flüssigkeitsmenge entspricht.
Anstatt den Behälter c beweglich und das Rohr e fest anzuordnen, kann man
auch die umgekehrte Anordung wählen.
Bei der beschriebenen Anordnung wird jedoch die Schneide der Wage von den beiden
ίο Behältern c und d mit ihren Quecksilber füllungen
belastet und infolgedessen durch die starke Reibung die Empfindlichkeit der Vorrichtung
verringert. Man kann deshalb die Anordnung so treffen, daß der verhältnismäßig leichte
Verdränger beweglich angeordnet wird, wie Fig. 3 zeigt; der Verdränger ist in diesem
Fall am Flüssigkeitsbehälter c befestigt, so daß er seine Bewegungen mitmacht und dabei in
den festen Behälter d taucht. Die Größe des Verdrängers ist so gewählt, daß sein Auftrieb
auch das Gewicht des Behälters c mit Inhalt vollständig ausgleicht.
Es ist jedoch vorteilhaft, nicht das ganze Gewicht durch den Auftrieb auszugleichen,
sondern, wie dies bei entsprechenden Vorrichtungen ohne Verdränger bereits ausgeführt
worden ist, einen geringen Teil durch · ein Gegengewicht an dem anderen Arm des Wagebalkens
aufzuheben, wie in Fig. 4 dargestellt ist, weil dann die Wage stets im sicheren Gleichgewicht ist. Denn bei dieser Anordnung
entspricht einem rechtsdrehenden Moment stets ein gleich großes linksdrehendes, so daß ein Kippen des Flüssigkeitsbehälters
vermieden wird, falls der Auftrieb nicht genau durch den Schwerpunkt gehen sollte.
Fig. 5 unterscheidet sich von Fig. 4 nur dadurch, daß der Behälter c gleichzeitig als
Verdränger wirkt.
Fig. 6 zeigt die Anwendung der Vorrichtung als registrierendes Barometer. Bekannt ist
es, die Gewichtsänderungen des Barometerrohres bei Druckschwankungen mittels einer
Wage registrierend aufzeichnen zu lassen. Hier wirken die Gewichtsänderungen des Barometergefäßes
auf die Stellung des . Verdrängers g und des Wagebalkens b ein. Der Kasten a
ist hierbei nicht mehr nötig und das Steigrohr s des Barometers vertritt das Unterdruckrohr
e der anderen Anordnungen. Wird der Querschnitt des Verdrängers gleich dem
Querschnitt des Steigrohres gemacht, so hebt oder senkt sich der Behälter um denselben
Betrag, um den der Barometerstand sich ändert. Erhält der Verdränger dagegen nur den
halben Querschnitt des Steigrohres, wie gezeichnet, so wird dadurch der Ausschlag der
Wage für jede Änderung des Barometerstandes verdoppelt, da erst dann wieder der Gleichgewichtszustand erreicht ist, wenn die
Änderung des Flüssigkeitsvolumens im Steigrohr durch eine gleich große Änderung des
Eintauchvolumens des Verdrängers ausgeglichen ist. Auf diese Weise läßt sich durch
Änderung des Verhältnisses von Steigrohrquerschnitt und Verdrängerquerschnitt die
Empfindlichkeit der Anzeigevorrichtung bedeutend steigern.
Diese Änderung ist natürlich auch ohne weiteres bei den Anordnungen nach den anderen
Figuren anwendbar, so daß sich jedes Verhältnis von Druckänderung zum Ausschlag der
Wage herstellen läßt.
Die Vorrichtung läßt sich für die verschiedensten Zwecke verwenden. So kann die An-Ordnung
als Vakummesser oder Zugmesser in Feuerungsanlagen benutzt werden, wenn das
Rohr f in den Raum geführt wird, dessen Vakuum gemessen werden soll. Die Anordnung
ist ferner wertvoll zum Messen der in Rohrleitungen strömenden Mengen gasförmiger
Körper, wie Dampf, Luft usw. Für den letzten Zweck wird in der Rohrleitung durch
einen Staukörper ein Über- und Unterdruck erzeugt, der in den Apparat geleitet wird und
ein Maß für die durch die Rohrleitung strömende Gas- oder Dampfmenge darstellt. Selbstverständlich kann die Vorrichtung zum
selbsttätigen Einstellen der Wage auf jede Belastung an gleichartigen Wägeeinrichtungen
zur Bestimmung von Druckunterschieden angebracht werden.
Claims (6)
1. Wage zur Messung von Druckunterschieden in Gasen oder Flüssigkeiten durch
Ermittelung der Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme eines mit Flüssigkeit gefüllten
Behälters, in den eine Glocke eintaucht, innerhalb deren der eine Druck
zur Wirkung kommt, während der andere Druck auf der freien Flüssigkeitsoberfläche
ruht, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleichgewicht der Wage durch den Auftrieb
eines mit der Wage verbundenen Verdrängers hergestellt wird, der in eine Flüssigkeit eintaucht.
2. Ausführungsform der Wage nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der
Behälter (c) mit der Sperrflüssigkeit und der Behälter (d), in den der Verdränger
eintaucht, von den beiden Wagebalken getragen werden.
3. Ausführungsform der Wage nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß mit
dem Behälter für die Sperrflüssigkeit ein Verdränger verbunden ist, der in einen
anderen feststehenden Flüssigkeitsbehälter eintaucht.
4. Ausführungsform der Wage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Behälter für die Sperrflüssigkeit gleichzeitig als Verdränger in einen anderen Flüssigkeitsbehälter
eintaucht.
5. Ausführungsform der Wage nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet,
daß ■ ein Teil des Gewichtes an der einen Seite der Wage durch ein Gegengewicht
(0) an der anderen Seite ausgeglichen ist.
6. Ausführungsform der Wage nach Anspruch Ί bis 5 zum Anzeigen des Barometerstandes,
dadurch gekennzeichnet, daß in die Sperrflüssigkeit das Steigrohr eines Barometers eintaucht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE225037C true DE225037C (de) |
Family
ID=485719
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT225037D Active DE225037C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE225037C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1109910B (de) * | 1956-08-21 | 1961-06-29 | Siemens Ag | Messeinrichtung fuer Stroemungsmessungen |
| DE2930364A1 (de) * | 1979-07-26 | 1981-01-29 | Samson Ag | Differenzdruckmessgeraet, insbesondere dichtheitspruefgeraet |
-
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Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
| DE1109910B (de) * | 1956-08-21 | 1961-06-29 | Siemens Ag | Messeinrichtung fuer Stroemungsmessungen |
| DE2930364A1 (de) * | 1979-07-26 | 1981-01-29 | Samson Ag | Differenzdruckmessgeraet, insbesondere dichtheitspruefgeraet |
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