DE224283C - - Google Patents
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-M 224283 KLASSE 40«. GRUPPE
GUSTAV SPITZ in BRUNN, Mähren.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung des Zinns oder anderer Metalle,
die durch Alkali in Lösung gebracht werden können, aus Weißblech- oder sonstigen mit
Metallüberzug versehenen Abfällen, Legierungen u. dgl.
Es ist schon früher vorgeschlagen worden, Zinn von Weißblechabfällen zu gewinnen durch
Erhitzen der letzteren mit Alkalilösungen mit ίο oder ohne Zusatz von Oxydationsmitteln. Weiter
ist vorgeschlagen worden, Metallüberzüge von Eisen und anderen, durch Alkali nicht angreifbaren
Metallen zu entfernen, indem man das Gut unter erhöhtem Druck mit heißer Alkalilauge behandelt. Von den beiden hierdurch
gekennzeichneten Arten von Verfahren benutzen also die ersteren keinen Druck, während
bei den letzteren der Zusatz von Oxydationsmitteln fehlt.
ao . Weiter ist auch schon (engl. Patent 5273/1907)
vorgeschlagen worden, zur Entfernung von Email- oder Metallüberzügen von den damit
bedeckten Metallen jene unter einem Druck : ·νοη 7 bis 15 Atm. mit auf über 100 ° erhitzter
Natronlauge von 70 Be.-(=4,6 Prozent Na O H),
;i. gegebenen falls unter Zugabe von Oxydationsmitteln, zu behandeln.
Eingehende Versuche des Erfinders haben
gezeigt, daß alle die vorstehend kurz gekennzeichnete« Verfahren zum praktischen Betriebe,
. z. B. zum Entzinnen von Weißblechabfällen, in dieser Form nicht verwendbar sind. Es ist
vielmehr gefunden worden, daß das zuletzt erwähnte Verfahren nur dann mit praktischem
Erfolge angewendet werden kann, wenn man eine bestimmte Konzentration der Lauge und
einen bestimmten Meistgehalt an freiem Alkali innehält.
Man bringt z. B. Weißblechabfälle in einen verschließbaren Kessel, der mit einer Lösung
gefüllt wird, die aus einem Alkali (z. B. Ätznatron oder -kali), einem Oxydationsmittel
(z. B. Salpeter, Braunstein oder Kaliumchromat) und Wasser besteht, derart, daß das
spezifische Gewicht etwa 1,06 bis 1,20, d. h. etwa 9 bis 25 Be., beträgt. Dies würde einem
Gehalt von etwa 6 bis 20 Prozent Alkali in der Lösung entsprechen.
Das Mengenverhältnis des Alkalis zum Oxydationsmittel und Wasser ist ein solches, daß
das entstehende Metallsalz von dem vorhandenen Wasser vollständig in Lösung gehalten wird.
Hierbei ist aber auf Grund umfassender Versuchsreihen zu beachten, daß wesentlich mehr
Alkali anzuwenden ist, als der theoretisch nach .der Gleichung 2 Sn + 3 Na 0 H + Na N O3
=. 2 Na2 Sn O3 + N H3 berechneten Menge entspricht.
Es muß also immer überschüssiges freies Alkali in der Lösung sein, derart, daß am
Schlüsse der Operation in der Lösung noch mindestens 3 bis 5 Prozent freies Na 0 H enthalten
sind. Auch der Zusatz des Oxydationsmittels ist so einzurichten, daß er etwas größer
ist, als der nach obiger Gleichung berechneten
theoretischen Menge entspricht. Als Oxydationsmittel
kann übrigens auch Luft in Anwendung kommen.
Die unter Beachtung der vorstehenden Gesichtspunkte zusammengesetzte Lösung wird
nun beispielsweise durch ein unter dem Kessel unterhaltenes Feuer bis auf 150 ° C. oder darüber
erhitzt und hierdurch gleichzeitig unter einen Druck von mehreren . Atmosphären gesetzt.
ίο Mit der längeren Erhitzung wird naturgemäß die Konzentration der Lauge allmählich gesteigert,
so daß die Lauge im letzten Stadium des Prozesses die stärkste Wirkung ausübt.
Gegenüber den verschiedenen elektrolytischen Verfahren zur Gewinnung von Zinn usw. aus
Abfällen und Legierungen bietet das vorliegende Verfahren den wesentlichen Vorteil, daß man
nach Absitzenlassen der unlöslichen Bestandteile eine viel reinere Lösung und damit bei der
weiteren Verarbeitung ein reineres Metalloxyd erhält. In dem elektrolytisch abgeschiedenen
Zinn z. B. finden sich die verschiedenartigsten Verunreinigungen, u. a. auch Eisen, das sich
nur sehr schwer von dem zu gewinnenden Metall trennen läßt. Bei dem vorliegenden Verfahren
geht kein Eisen in Lösung; man erhält fast reine Natriumstannatlösung.
Besonders vorteilhaft läßt sich das vorliegende Verfahren auch anwenden auf die Entzinnung
alter Konserven- oder ähnlicher Weißblechbüchsen, auf denen sich außer dem Zinnüberzug
noch Blei in Form des Lotes befindet. Diese Büchsen haben sich nach den bisher vorgeschlagenen
Verfahren nur mit großer Schwierigkeit verarbeiten lassen, da das Blei sich nur schwer
vom Zinn trennen ließ. Nach dem vorliegenden Verfahren wird das Blei mit dem Zinn glatt
gelöst und läßt sich aus dieser Lösung ohne jede Schwierigkeit, z. B. durch Einführen von
metallischem Zinn, quantitativ trennen. Als erforderlich für die Behandlung bleihaltiger
Masse hat sich herausgestellt, daß ein weit größerer Überschuß an freiem Alkali in der
Lösung vorhanden ist als bei Ablösung von Zinn. Nur wenn, ein solcher größerer Überschuß
von wenigstens 7 bis 9 Prozent Alkali angewandt wird, geht alles Blei als Plumbat in
Lösung.
Aus der wie oben beschrieben erhaltenen Metallösung kann entweder das reine Metall
oder Verbindungen desselben nach chemischen Verfahren hergestellt werden, z. B. derart, daß
nach Entfernung der Verunreinigungen durch Abdampfen der Lösung die betreffenden Natronverbindungen
gewonnen werden oder durch Fällen mit einer Säure oder sauer wirkenden Salzen Metalloxyde oder durch Reduktion oder
elektrolytische Metalle;
Charakteristisch für dieses Verfahren ist die gute technische Ausbeute, die erzielt wird.
Werden Eisenabfälle, die mit alkalilöslichen Metallen überzogen sind, z. B. Weißblechabfälle,
nach diesem Verfahren behandelt, so bleiben nur außerordentlich geringe Mengen des Überzugmetalles zurück. Es ergibt sich
also anderseits nach diesem Verfahren ein für die Stahlwerke sehr brauchbares Eisen. Werden
dagegen die angegebenen Bedingungen nicht genau eingehalten oder wird nach einem der
früheren Verfahren gearbeitet, so wird nur teilweise eine Gewinnung des Überzugmetalles erzielt,
gleichzeitig ein für Hüttenzwecke minderwertiges Produkt.
Zum Schluß seien zwei Beispiele gegeben, wie die Scheidung des Zinns 1. von Weißblechabfällen
vor sich geht und 2. von Büchsen, die Lotstellen enthalten, unter gleichzeitiger Scheidung
des Bleies.
1. Um beispielsweise 51Z21 Weißblech mit
einem Gehalt von 21Z2 Prozent Zinn vollständig
zu entzinnen, wären theoretisch 100 kg festes 100 prozentiges Na O H nötig in Form einer
Lösung von beispielsweise 10 Prozent, also 10001. Tatsächlich muß aber dieselbe Menge
einer 15 prozentigen Lösung genommen werden, entsprechend einer Lösung von 150 kg
Na O H in τ cbm Wasser, so daß also nach Schluß der Operation noch eine Lösung resultiert,
die 5 Prozent freies Alkali enthält, wie bereits oben angedeutet, = 50 kg im Kubikmeter
= 50 Prozent Überschuß über die theoretische Menge.
2. Wenn man von der gleichen Laugenmenge (1000 1) und der gleichen Konzentration (15 Prozent)
ausgeht, so .ist man imstande, 3380 kg Konservenbüchsen mit einem Gehalt von
2,5 Prozent Zinn und 1 Prozent Blei rationell zu entzinnen und entbleien. Zu diesem Zwecke
werden von dem vorhandenen Na OH 70 kg = 7 Prozent des in Lösung vorhandenen Na O H
verbraucht, während 8 Prozent = 80 kg im freien Zustande übrigbleiben müssen. Es ist
dies also ein Überschuß von mehr als 100 Prozent über die theoretische Menge.
In beiden Fällen bringt man das Gut in einen geschlossenen eisernen Kessel von entsprechender
Größe, der mit Verschluß derartig eingerichtet ist, daß er einem hohen Druck widersteht.
Das Gut kann sowohl lose wie gepreßt eingebracht werden. Nachdem das Gut eingebracht
ist, wird die Lauge mit dem Oxydationsmittel zugelassen — selbstverständlich können
auch diese beiden Maßnahmen umgekehrt werden — und dann wird erhitzt.
Als Oxydationsmittel verwendet man im ersten Falle etwa 60 kg, im zweiten Falle 50 kg
Salpeter. Nach Vollendung der Operation, die je nach Umständen 4 bis 8 Stunden dauert,
wird das Blech mit Wasser gewaschen und die gewonnene Lauge und das Waschwasser der
weiteren Verarbeitung zugeführt,
Die gewonnene Lauge, die noch einige Prozent freies Alkali enthält, kann selbstverständlich
auch in der Weise weiter benutzt werden, daß man mit ihr neue Mengen zinnhaltigen
Gutes, in erster Linie Weißblechabfälle, .entzinnt. Wie schon oben auseinandergesetzt,
wird die Entzinnung dieser neu zugeführten Mengen jedoch nicht vollständig sein. Um
diese frischen Mengen Weißblech gänzlich zu
ίο entzinnen, müßten sie weiter noch in ein anderes
Gefäß mit frischer Natronlauge oder Stannatlauge, die noch genug freies Alkali, wie oben
angegeben, enthält, eingeführt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Trennung von Metallen, die in Alkali löslich sind, von solche Metalle enthaltenden Abfällen, Legierungen u. dgl. durch Behandeln dieser Materialien in geschlossenen Gefäßen unter Druck mit hocherhitzten wässerigen Alkalilösungen mit oder ohne Zusatz von Oxydationsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß die zu verwendende Lauge ein spezifisches Gewicht von 1,06 bis 1,20 besitzt und freies Alkali in großem Überschuß über die theoretisch erforderliehe Menge enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT47675D AT47675B (de) | 1908-12-17 | 1909-03-13 | Verfahren zur Trennung von Metallen, die in Alkali löslich sind, von solche Metalle enthaltenden Abfällen, Legierungen u. dgl. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE224283C true DE224283C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=485032
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1908224283D Expired DE224283C (de) | 1908-12-17 | 1908-12-17 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE224283C (de) |
-
1908
- 1908-12-17 DE DE1908224283D patent/DE224283C/de not_active Expired
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