DE22364C - Verfahren zur Darstellung von Baryum- und Strontium-Carbonat aus Schwerspath bez. Coelestin - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Baryum- und Strontium-Carbonat aus Schwerspath bez. Coelestin

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DE22364C
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K. LIEBER in Kaiserslautern
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/18Carbonates
    • C01F11/186Strontium or barium carbonate

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Schwerspath bezw. Coelestin werden fein gemahlen, mit ι Aequiv. Calciumchlorid, 4 Aequiv. Kohle und '/2 Aequiv. Eisen, in Form von Eisendrehspänen gemischt und in einem Flammenofen, besser Revolverofen, geschmolzen. Die Schmelze wird ausgelaugt und die Laugen von den noch darin enthaltenen sehr geringen Mengen an Schwefelverbindungen durch eingeblasene Luft vollständig befreit.
Um aus diesen Baryum- bezw. Strontiumchlorid enthaltenen Laugen die kohlensauren Verbindungen zu erhalten, kann man auf zweierlei Weise verfahren:
i. Mittelst Ammoniumcarbonats. Man leitet Ammoniak und Kohlensäure bis zum vollständigen Ausscheiden der kohlensauren Erden hindurch. Das Ammoniak erhält man zuerst aus Ammoniumchlorid, billiger aus Gaswasser, welches mit Aetzkalk erhitzt und durch Hindurchpassirenlassen durch zwei oder mehrere Gefäfse concentrirt wird. Kohlensäure wird im Ueberschufs zugegeben. Die hierbei durch Umsetzung von Baryum- bezw.. Strontiumchlorid und Ammoniumcarbonat resultirenden, Ammoniumchlorid enthaltenden Laugen werden immer wieder durch Zusatz von Aetzkalk zur Entwickelung von Ammoniak behufs Verwandlung neuer Mengen von Baryum- bezw. Strontiumchlorid benutzt und das dabei gewonnene Calciumchlorid zum Zersetzen neuer Mengen Schwerspath bezw. Coelestin angewendet.
Die Ausführung der vorstehend beschriebenen Verwandlung der Chloride in Carbonate geschieht am besten durch in folgendem beschriebene Apparate:
ABC beiliegender Zeichnung sind eiserne geschlossene Kessel. A und B können mittelst indirecten Dampfes erhitzt, werden. A wird durch den Tubus h mit Chlorammoniumlauge und Kalkmilch beschickt, die Flüssigkeit durch Oeffnen des Dampfhahnes erhitzt. Ammoniak mit Wasserdämpfen geht nach Kessel B über, in welchem die letzteren theilweise condensirt werden, während das erstere in concentrirterem Zustande nach C übergeführt wird; in C kommt es mit der Kohlensäure zusammen, die, auf bekannte Art entwickelt, durch den Tubus i nach C eingeführt wird. Das hier sich bildende Ammoniumcarbonat gelangt durch das Rohr k in den Carbonisator D und wird von den darin befindlichen Baryum- bezw. Strontiumchloridlaugen, die durch Umlauf der horizontalen Welle / mittelst der Flügel m m in fortwährende Bewegung gesetzt werden, aufgenommen bezw. in Ammoniumchlorid unter Abscheiden von Baryum- bezw. Strontiumcarbonat verwandelt. Die durch das Rohr η entweichenden Gase und Dämpfe werden in Baryum- bezw. Strontiumchloridlaugen eingeführt, um alles Ammoniumcarbonat zu Nutze zu machen. ■
Wenn die Flüssigkeit im Kessel B stark mit Ammoniak gesättigt ist, wird auch dies durch Erhitzen mittelst des Schlangendampfrohres 0 ausgetrieben, nachdem der Hahn f geschlossen ist, und nach geschehener Abdestillation des Ammoniaks das Wasser abgelassen.
Die im Kessel C enthaltene Auflösung von Ammoniumcarbonat kann zur Fällung von Baryum- bezw. Strontiumchlorid mit verwendet werden.
2. Es kann die Umwandlung der betreffenden Chloride in Carbonate auch durch Aetzkalk und Kohlensäure oder durch sehr fein zertheiltes Calciumcarbonat geschehen:
a) durch Aetzkalk und Kohlensäure. Kalkmilch, welche das dem zu zersetzenden Baryumbezw. Strontiumchlorid entsprechende Quantum Aetzkalk (i Aequiv. Ca O auf ι Aequiv. Ba Cl2 bezw. Sr Cl2) enthält, wird unter Druck von 4 bis 5 Atmosphären längere Zeit mit den Baryumbezw. Strontiumchlorid enthaltenden Laugen gekocht, dann wird Kohlensäure eingeleitet, bis der durch Umsetzung von Kalk und Baryumbezw. Strontiumchlorid gebildete Aetzbaryt bezw. Aetzstrontian in Baryum- bezw. Strontiumcarbonat verwandelt ist. Das hierbei resultirende Calciumchlorid wird ebenfalls in den Procefsturnus zur Zersetzung neuer Mengen Schwerspath bezw. Coelestin zurückgeführt;
b) durch Calciumcarbonat. Fein zertheiltes Calciumcarbonat setzt sich ebenfalls mit Baryumbezw. Strontiumchlorid unter starkem Druck um; vollständiger und leichter jedoch, wenn man zugleich unter 4 bis 5 Atmosphären Druck Kohlensäure in die Flüssigkeit so lange einprefst, bis sich Baryum- bezw. Strontiumbicarbonat neben Calciumchlorid gebildet hat. Die Flüssigkeit wird darauf so lange, und zwar ohne Druck gekocht, bis die überschüssige Kohlensäure entfernt und einfaches Carbonat sich ausgeschieden hat. . ■

Claims (2)

Patent-An Sprüche:
1. Das Verfahren zur Umwandlung von Schwerspath oder Coelestin in die Chloride durch Glühen mit Calciumchlorid, Eisen und Kohle.
2. Das Verfahren zur Umwandlung der Chloride von Baryum oder Strontium in die Carbonate:
a) durch Kochen mit Aetzkalk unter Druck und nachfolgendes Einleiten von Kohlensäure ;
b) durch Kochen mit Calciumcarbonat unter Druck und unter Einleiten von
• Kohlensäure.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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