DE38012C - Verfahren zur Darstellung von cyansauren und Cyan-Alkalien - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von cyansauren und Cyan-Alkalien

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DE38012C
DE38012C DENDAT38012D DE38012DA DE38012C DE 38012 C DE38012 C DE 38012C DE NDAT38012 D DENDAT38012 D DE NDAT38012D DE 38012D A DE38012D A DE 38012DA DE 38012 C DE38012 C DE 38012C
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DE
Germany
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alkalis
ammonia
tube
cyano
coal
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DENDAT38012D
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Dr. W. SIEPERMANN in Elberfeld.
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/08Simple or complex cyanides of metals
    • C01C3/10Simple alkali metal cyanides

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Toxicology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
Zur Darstellung von cyansauren Alkalien mischt man kohlensaure Alkalien mit indifferenten Körpern, z. B. kohlensaurem Barium u. s. w., behufs Vergröfserung der Oberfläche, füllt die Mischung in ein Rohr, erhitzt langsam zum schwachen Glühen bis auf Dunkelrothglut und leitet Ammoniak oder ammoniakhaltige Gase über.
Bei dieser Dunkelrothglut wirkt das Ammoniak auf die kohlensauren Alkalien so ein, dafs sich unter Abscheidung von Wasser cyansäure Alkalien und Aetzalkalien bilden. Die Erhitzung bis auf Dunkelrothglut ist hierbei mafsgebend, da bei Hellrothglut dagegen das entstehende Wasser auf die gebildeten cyansauren Alkalien in der Weise wirkt, dafs die Hälfte derselben in kohlensaure Alkalien, Stickstoff, Wasserstoff und Kohlensäure zerfallen, wodurch die Ausbeute aus dem Ammoniak auf 50 pCt. heruntergeht.
Bei Anwendung eiserner Gefäfse kann die Reactionstemperatur ohne Verringerung der Ausbeute durch gleichzeitiges Durchleiten von Kohlenoxyd etwas erhöht werden.
Nach dem Erkalten wird die Masse mit Alkohol extrahirt und die cyansauren Alkalien durch Krystallisation gewonnen.
Zur Darstellung von Cyan-Alkalien werden die kohlensauren Alkalien mit pulverisirter Kohle gemischt, im Rohr bei Dunkelrothglut Ammoniak übergeleitet, bei welcher Temperatur die Kohle noch kaum einwirkt und nachher zur Hellrothglut erhitzt. Bei der letzteren bildet die Kohle mit den bei Dunkelrothglut entstandenen cyansauren Alkalien Kohlenoxyd und Cyan-Alkalien.
Zur Gewinnung von beispielsweise reinem Cyankalium wird die Schmelze entweder direct mit absolutem Alkohol extrahirt oder einer systematischen Auslaugung mit Wasser unterworfen, darauf durch Zusatz von Alkohol das Cyankalium ausgefällt, umkrystallisirt und geschmolzen.
Die Mutterlaugen können auf Blutlaugensalz verarbeitet werden.
Statt Ammoniak über das Gemisch von kohlensauren Alkalien mit indifferenten Körpern (zur Herstellung von cyansauren Alkalien) oder mit Kohle (zur Herstellung von Cyan-Alkalien) zu leiten, kann man auch stickstoffhaltige organische Substanzen untermischen und durch langsames Erhitzen zur Dunkelrothglut cyansäure Alkalien herstellen, welch letztere durch die aus den stickstoffhaltigen Verbindungen zurückgebliebene oder auch zugemischte Kohle bei Hellrothglut in Cyan-Alkalien übergeführt werden.
Zur Charakterisirung des Einflusses der Temperatur auf den Gang der Reaction diene folgende Zusammenstellung von nach diesem Verfahren erzielten Resultaten: .,·
Temperatur Angewendet Pottasche Salmiak Erhalten utlaugensalz cent der theo-
schen Ausbeute
Nummer Kohle :derge\vonnener
Salmiak
CQ Prc
reti
Dunkelrothglut. . 20 25 9,6 86
I Kirschrothglut . . 50 20 20 .6,5 14 7>
II Hell Kirschroth- 50 5
III alut . . 25 20 13.4 67
50 .4>5
Hell Kirschroth 20 20 58
glut 40 5

Claims (2)

Bei der Ausführung dieses Verfahrens wurde Salmiak mit Aetznatronlösung zersetzt, das entwickelte Ammoniak in 5/4 bis 15/2 Stunden über das im glühenden Rohr befindliche Gemisch von Kohle und Pottasche geleitet und die abziehenden Gase über Salzsäure geführt. Darauf wurde bis zur Hellrothglut erhitzt, das Rohr geschlossen und das noch in der Natronlauge befindliche Ammoniak durch Kochen direct in die Salzsäure geleitet. Die so erhaltene saure Salmiäklösung, auf dem Wasserbad verdampft, ergab den wiedergewonnenen Salmiak. Der Röhreninhalt wurde in Wasser geschüttet, von der Kohle abfiltrirt, die Lösung mit Eisenhydroxydul gekocht, filtrirt und durch Eindampfen und Krystallisiren oder durch Titriren das erhaltene Blutlaugensalz bestimmt. Ein Apparat, wie derselbe sich zur Ausführung des beschriebenen Verfahrens eignet, ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Bei demselben sind drei Rohre ABC mit Transportschnecken abc und Verbindungsstützen D E in einem Ofen derart montirt, dafs, wenn die Handkurbel F gedreht wird, durch die Zahnräder GHJ die Schnecken ab c so bewegt werden, dafs das in den Fülltrichter K gebrachte Gemenge von Kohle und Pottasche durch das obere Rohr A von links nach rechts getrieben wird, am rechten Ende durch den Stutzen D in das mittlere Rohr B, in diesem wieder nach links geht, von hier durch den Stutzen E in das untere Rohr C gelangt und, nachdem es dieses passirt hat, rechts in das Sammelgefäfs L fällt. Die Feuerzüge sind von dem Feuerraum M aus so geleitet, dafs die Heizgase zuerst das untere Rohr umspülen, dann durch stellbare Schieber denselben so viel Luft zugeführt wird, dafs die beiden oberen Rohre nur dunkelrothglühend werden. In dem unteren hellroth glühenden Rohr entwickelt sich Kohlenoxyd, welches durch das -mittlere - in das obere Rohr geht. Am mittleren Rohr links wird das Ammoniak bei d eingeleitet, welches, mit dem entwickelten Kohlenoxyd gemischt, durch die beiden oberen Rohre streicht und hier mit dem kohlensauren Kali oder Natron cyansäure Salze bildet, welche dann in den unteren, eventuell zu Cyan-Alkalien reducirt werden können. Sollen cyansäure Alkalien dargestellt werden, so werden alle drei Rohre auf Dunkelrothglut erhitzt und das Ammoniak an der rechten Seite in das untere Rohr C bei e eingeführt. Der technische Vortheil, den das in vorstehendem beschriebene Verfahren gegenüber bekannten Verfahren besitzt, besteht bei der Darstellung cyansaurer Alkalien in der Umgehung der vorherigen Darstellung von Cyan-Alkalien, bei der Darstellung von Cyan-Alkalien in wesentlich höherer Ausbeute aus den angewendeten Stickstoffverbindungen. Paten τ-An sp röche:
1. Darstellung von cyansauren Alkalien durch:
a) Ueberleiten von Ammoniak oder ammoniakhaltigen Gasen über kohlensaure Alkalien, oder
b) Mischen Ammoniak entwickelnder Substanzen mit kohlensauren Alkalien,
und langsames Erhitzen auf Dunkelrothglut.
2. Darstellung von Cyan-Alkalien durch Ueberführang der nach dem Verfahren des Patent-Anspruchs i. dargestellten cyansauren Alkalien vermittelst Behandlung derselben bei Hellrothglut mit Kohle.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
ν .< I
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1283259B (de) * 1965-07-02 1968-11-21 Westinghouse Bremsen U Appbau Steuereinrichtung zum selbsttaetigen Kippen von Abraumzuegen

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DE1283259B (de) * 1965-07-02 1968-11-21 Westinghouse Bremsen U Appbau Steuereinrichtung zum selbsttaetigen Kippen von Abraumzuegen

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