DE2209268B2 - Mahlvorrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Mahlvorrichtung mit in einem Gehäuse angeordneten Mahlscheiben, von denen
die eine drehbar angetrieben und die andere drehfest angeordnet ist, und die zwischen sich einen Mahlspalt
für eine aus Wasser und pflanzlichem oder ähnlichem Gut bestehende Faseraufschwemmung bilden, bei der
die Mahlscheiben aus mehreren Scheibensegmenten gebildet und durch Durchlässe voneinander getrennt
sind.
Eine solche Mahlvorrichtung ist aus der DT-OS 19 59 001 bekannt. In dem Mahlspalt stellt sich durch die
entwickelte Reibungswärme eine Temperatursteigerung ein, die eine Wasserverdampfung zur Folge hat, so
daß der Wassergehalt der Faseraufschwemmung geringer wird, was sich auf den Mahlvorgang unvorteilhaft
auswirkt. Dies gilt insbesondere, wenn die Mahlscheiben mindestens drei von Scheibensegmenten
gebildete Mahlzonen aufweisen, da dann eine große Menge Wasser in Dampfform aus der Faseraufschwemmung
austritt.
Es ist ferner bekannt (FR-PS 13 70 244), dem aus dem
Mahlspalt austretenden Mahlgut Wasser zuzuführen. Die Wassereinspeisung wird dabei abhängig von der
Temperatur des aus dem Mahlspalt austretenden Gutes vorgenommen.
Es ist auch bekannt (DT-PS 6 57 808), etwa in der Mitte zwischen dem Innenumfang und dem Außenumfang
einer feststehenden Mahlscheibe Wasserzuführungskanäle anzuordnen, die in den Mahlspalt münden.
Mit dem bekannten Mahlwerk wird jedoch keine Faseraufschwemmung gemahlen, vielmehr wird das
Mahlgut zunächst trocken und dann im äußeren Teil des Mahlspaltes naß vermählen. Ferner erfolgt die Wasserzuführung
zu dem Zweck, das Fasergut aus dem Mahlspalt auf ein Sieb auszuspritzen, um den Feinstoff
leichter vom Grobstoff zu trennen, der dann im feuchten Zustand zurückgeführt und nochmals zerfasert wird.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei der eingangs geschilderten Mahlvorrichtung
bei hohen Stoffkonzentrationen eine örtliche Überhitzung der Fasern infolge des enger werdenden
Mahlspaltes zu vermeiden.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß Wasserzuführungskanäle in ringförmige Kanäle
münden, die gegenüber den durchlässigen Teilen zwischen den Scheibensegmenten der feststehenden
Mahlscheibe offen sind.
Im Sinne einer möglichst guten Mahlwirkung in dem Mahlspalt hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der
Wassergehalt der Faseraufschwemmung nahezu konstant bleibt oder regelbar ist. Es ist somit vermieden, daß
die Stoffkonzentration während der Zerfaserung um mehr als wenige % zunimmt. Damit ist atich eine
örtliche Überhitzung der Fasern vermieden, welche die Fasern beschädigt bzw. dunkel verfärbt. Der Wasserverlust
soll auch deshalb in engen Grenzen bleiben, da man schon i'u Anfang des Mahlvorganges eine hohe
Stoffkonzentration in der Aufschwemmung anstrebt,
ίο wodurch die Überhitzungsgefahr in dem fortschreitend
enger werdenden Mahlspalt vergrößert wird. Infolge der Wasserzufuhr durch die zwischen den Scheibensegmenten
vorhandenen Durchlässe gestaltet sich die Ausbildung der Vorrichtung sehr einfach und wird
darüber hinaus der Vorteil erzielt, daß die Wasserzufuhr für jede Mahlspaltzone der Scheibensegmente regelbar
ist. So kann auch mehr Wasser zugeführt werden als verdampft wurde, so daß der Wassergehalt der
Faseraufschwemmung zunimmt. Dies ist deshalb besonders wichtig, wenn die Stoffkonzentration beim Eintritt
in die Mahlvorrichtung etwa 30 bis 40% beträgt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand der Figur der Zeichnung erläutert, die
einen Achsenschnitt durch eine Mahlvorrichtung zeigt.
In einem Gehäuse 10 ist eine eine Mahlscheibe 14 tragende Welle 12 drehbar gelagert. Die Mahlscheibe 14
weist drei gleichmittig angeordnete ringförmige Mahlzonen auf, deren einzelne, am Umfang verteilte
Scheibensegmente 16, 17, 18 an der Mahlscheibe 14 befestigt sind. In der Mitte kann eine weitere Scheibe 20
vorgesehen sein, die das Mahlgut radial nach außen in den Mahlspalt speist.
Eine drehfeste Mahlscheibe besteht aus drei gleichmittig angeordneten Halteringen 22, 23, 24 für eine
entsprechende Anzahl von Mahlzonen, die jeweils aus den Scheibensegmenten 26, 27, 28 zusammengesetzt
sind. Die einander zugekehrten Oberflächen der Scheibensegmente in beiden Mahlscheiben sind mit
radialen und in Umfangsrichtung gekrümmten Kämmen bzw. Vertiefungen versehen, um die beste Mahlwirkung
zu erreichen.
Mahlgut, z. B. in der Form von Holzhackstücken oder teilweise schon zerteilten Faserstoffes, wird dem
Innenumfang der Mahlscheiben durch einen zentralen Kanal 30 im Gehäuse 10 zugeführt. Hieraus wird das
Mahlgut radial nach außen zwischen die Scheibensegmente geführt, die zwischen sich einen Mahlspalt bilden,
der in dem Ausführungsbeispiel aus drei gleichmittigen Zonen 31, 32, 33 mit nach außen stufenweise
so abnehmender Weite geführt. Die umlaufende Mahlscheibe wird von hydraulisch betätigten Servomotoren
an die drehfeste Mahlscheibe angedrückt.
Die drei gleichmittigen Halteringe 22, 23, 24 sind zusammen mit den auf ihnen sitzenden Scheibensegmenten
26, 27, 28 bei der gezeigten Ausführungsform axial gegeneinander einstellbar. Der äußerste Haltering
24 ist dabei vorzugsweise mittels Schrauben 36 od. dgl. fest mit dem Gehäuse 10 verbunden, während die
Halteringe 22,23 durch eine Einstellvorrichtung 34 bzw. 35 verschiebbar sind.
Die Verstellbarkeit in axialer Richtung wird bei dem Ausführungsbeispiel dadurch erzielt, daß die Halteringe
23, 24 an ihren einander zugekehrten Flächen mit Gewinden 40 versehen sind, derart, daß der Ring 23 im
fa5 Verhältnis zu dem axial ortsfesten Ring 24 drehbar ist.
Das Gehäuse 10 hat einen ringförmigen Vorsprung 39, der mit einem Gewinde 38 versehen ist und dadurch mit
dem innersten Ring 22 in Eingriff steht, so daß auch
dieser bei Umdrehung axial verschoben wird. Die beiden Halteringe 22, 23 haben an ihren dem Gehäuse
10 zugewandten Seitenflächen eine ringförmige Ausnehmung 42, in der ein innerer Zahnkranz 44
vorgesehen ist. In diesem greift ein Zahnrad 46 ein, das auf einer Welle 48 im Gehäuse 10 gelagert ist und
mittels eines Handrades 50 gedreht werden kann. Das Zahnrad 46 wird in der vorgesehenen Lage mittels einer
Mutter 52 festgehalten.
Die beiden inneren Halteringe 22,23 können jeder für
sich axial in der einen oder anderen Richtung durch Verdrehen mittels des Handrades 50 verschoben
werden, um damit die Weite des Mahlspaltes 31 bzw. 32 gegeneinander und gegenüber dem äußeren Mahlspalt
33 einzustellen. Hierdurch läßt sich in einfacher Weise während des Betriebes ein verschieden großer Verschleiß
der Mahlflächen in den verschiedenen Mahlspalten 31, 32, 33 ausgleichen. Wesentlich ist, daß die
Halteringe 22 bzw. 23 bei der axialen Verschiebung parallel zu sich selbst geführt werden, so daß die
Parallelität zwischen den beiden jeweils einer Mahlspalt bildenden Paaren von Scheibensegmenten immer
aufrechterhalten wird und daher der Mahlvorgang auch während der Verstellung am Umfang des Mahlspaltes
gleichförmig wird. Selbstverständlich läßt sich die axiale Verschiebung zwischen den Halteringen 22,23,24 auch
mit anderen Vorrichtungen als den gezeigten durchführen. Durch Ausgestaltung der Mahlvorrichtung mit
mindestens drei aktiven Mahlspalten mit zueinander einstellbarer Weite läßt sich die Vermahlung des
Ausgangsmaterials, wie der Holzhackstücke, in einer einzigen Mahlvorrichtung sehr weit vorantreiben, so
daß das Enderzeugnis sogar die Feinheit erhält, die mit Raffination erzielt wird.
Durch Leitungen 54 und 55 und Ventile 56 wird Wasser unter Druck je einem zugehörigen axialen
Kanal 58 im Gehäuse zugeführt, der in einen ringförmigen Kanal 60 in der dem Gehäuse 10
zugekehrten Seite der beiden äußeren Halteringe 23,24 mündet. Von dem Kanal 60 führen ein oder mehrere
Verbindungskanäle 62 zu je einem weiteren ringförmigen Kanal 64 in den beiden Halteringen, und von diesem
wird das Wasser um den Umfang der Mahlscheibe herum in die Durchlässe 66 zwischen den Scheibensegmenten
verteilt und gelangt in den Mahlspalt 32 bzw. 33. Hierdurch wird somit das in den Mahlspalten während
des Mahlvorganges verdampfte Wasser ganz oder wenigstens teilweise ersetzt. Das zugeführte Wasser hat
vorzugsweise niedrigere Temperatur als die im Mahlspalt herrschende, so daß das Wasser zugleich mit
der Erhöhung des Wassergehaltes der Faseraufschwemmung auch als Kühlmittel dient. Hierbei ist zu beachten,
daß der Mahlspalt 33 in der Endstufe, d. h. zwischen den äußersten Scheibensegmenten 18,28 eine Weite von nur
einigen Hundertteilen eines Millimeters haben kann, weswegen sich dort ein Wasserverlust während des
Mahlvorgangs besonders bemerkbar macht. Die dem äußersten Mahlspalt 33 zugeführte Wassermenge kann
gleich groß oder größer sein als die dem Mahlspalt 32 zugeführte Menge. Der Umfang des Mahlspaltes nimmt
bekanntlich mit dem Quadrat des Halbmessers zu.
In dem Gehäuse 10 kann ein Druck unter als auch über dem atmosphärischen und eine diesem Druck
entsprechende Temperatur herrschen.
Die Erfindung ist auch auf Mahlscheiben anwendbar, die während des Betriebes nicht zueinander verstellbar
sind, wenngleich die dargestellte Ausführung deswegen
besonders vorteilhaft ist, weil die einstellbaren Mahlspalte ermöglichen, daß die Mahlwirkung über die
gesamte radiale Erstreckung der Scheibensegmente die bestmögliche ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Mahlvorrichtung mit in einem Gehäuse angeordneten Mahlscheiben, von denen die eine drehbar angetrieben und die andere drehfest angeordnet ist, und die zwischen sich einen Mahlspalt für eine aus Wasser und pflanzlichem oder ähnlichem Gut bestehende Faseraufschwemmung bilden, bei der die Mahlscheiben aus mehreren Scheibensegmenten gebildet und durch Durchlässe voneinander getrennt sind, dadurch gekennzeichnet, daß Wasserzuführungskanäle (58, 60, 62) in ringförmige Kanäle (64) münden, die gegenüber den Durchlässen (66) zwischen den Scheibensegmenten (26, 27, 28) der feststehenden Mahlscheibe offen sind.
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