DE217255C - - Google Patents
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- DE217255C DE217255C DENDAT217255D DE217255DA DE217255C DE 217255 C DE217255 C DE 217255C DE NDAT217255 D DENDAT217255 D DE NDAT217255D DE 217255D A DE217255D A DE 217255DA DE 217255 C DE217255 C DE 217255C
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F15—FLUID-PRESSURE ACTUATORS; HYDRAULICS OR PNEUMATICS IN GENERAL
- F15B—SYSTEMS ACTING BY MEANS OF FLUIDS IN GENERAL; FLUID-PRESSURE ACTUATORS, e.g. SERVOMOTORS; DETAILS OF FLUID-PRESSURE SYSTEMS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- F15B15/00—Fluid-actuated devices for displacing a member from one position to another; Gearing associated therewith
- F15B15/08—Characterised by the construction of the motor unit
- F15B15/12—Characterised by the construction of the motor unit of the oscillating-vane or curved-cylinder type
- F15B15/125—Characterised by the construction of the motor unit of the oscillating-vane or curved-cylinder type of the curved-cylinder type
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JV* 217255 -KLASSE
47h. GRUPPE
CLEMENS MÜLLER in HAMBURG.
Fernstellwerk. Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. September 1907 ab.
Gegenstand der Erfindung ist ein durch
Druckluft oder Druckflüssigkeit oder gespanntes Gas angetriebenes Fernstellwerk, bei welchem
als Mittel zum Umsetzen des Druckes in die gewünschte Einstellbewegung ein Turbinenschaufelkranz
ein- oder mehrfach zur Anwendung kommt.
Die Erfindung selbst besteht in der Hauptsache darin, daß eine oder mehrere Schaufelkammern
des Turbinenkranzes nach der Druckmittelableitung hin abgeschlossen sind. Dadurch
wird erreicht, daß der Turbinenkranz die ihm vom Druckmittel erteilte Bewegung und damit
auch die Bewegung etwa mit ihm verbundener Teile selbsttätig abmißt, indem der Antrieb des
■Druckmittels auf die Turbine in dem Augenblicke aufhört, in welchem besagte Kammer
vor der Druckmittelzuleitung ankommt und dadurch dem Druckmittel den gewöhnlichen
Ausweg versperrt. Gleichzeitig kann diese Kammer die Druckmittelzuleitung mit einer
anderen Ableitung verbinden und dadurch das Druckmittel auf einen anderen Weg ablenken,
auf dem es noch weitere Arbeit verrichten kann. Es ist aber auch der Fall denkbar,
daß sich das Druckmittel in dieser toten Schaufelkammer staut und dadurch ein in die Zuleitung
eingebautes Ventil schließt.
Das vorliegende Fernstellwerk eignet sich daher vornehmlich bei Anlagen oder Vorrichtungen, bei denen durch zeitweiliges Öffnen bestimmter Druckleitungen bestimmte Teile (Zahlen, Typen, Prägestempel, Zeichen, Signale usw.) oder bestimmte Gruppen solcher Teile in eine bestimmte Schau-, Druck-, Präge-, Alarmoder Verbindungsstellung gebracht werden, z. B. für Schreib-, Rechen-, Kontroll-, Setz- oder Prägemaschinen, Linien- oder Anschlußwähler, Signale, Musikwerke usw.
Das vorliegende Fernstellwerk eignet sich daher vornehmlich bei Anlagen oder Vorrichtungen, bei denen durch zeitweiliges Öffnen bestimmter Druckleitungen bestimmte Teile (Zahlen, Typen, Prägestempel, Zeichen, Signale usw.) oder bestimmte Gruppen solcher Teile in eine bestimmte Schau-, Druck-, Präge-, Alarmoder Verbindungsstellung gebracht werden, z. B. für Schreib-, Rechen-, Kontroll-, Setz- oder Prägemaschinen, Linien- oder Anschlußwähler, Signale, Musikwerke usw.
Wie sich aus nachfolgender Beschreibung verschiedener Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes und deren Wirkungsweise ergibt,
ist es durchaus nicht nötig, daß der Turbinenschaufelkranz gerade als ein in sich geschlossener
Kreis zur Anwendung kommt. Es werden vielmehr die beabsichtigten Wirkungen unter gewissen
Bedingungen auch dann erreicht, wenn ein Teil eines kreisförmigen Schaufelkranzes
oder auch ein gestreckter Schaufelkranz zu besagtem Zwecke benutzt wird.
Die Zeichnung veranschaulicht eine Reihe von Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
in ihrer logischen Entwicklung, ohne die Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung zu erschöpfen.
Fig. ι zeigt im Querschnitt und Fig. 2 im Achsialschnitt eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes,
bei welcher der Turbinenschaufelkranz vom tangential eingeführten Druckmittel nach einer Drehrichtung (Pfeilrichtung)
bewegt, jedoch nach jedesmaligem Arbeitsvorgang in seine ursprüngliche Stellung
von einer Uhrfeder u zurückgedreht wird, welche mit ihrem einen Ende an der Turbinenwelle,
mit dem anderen Ende an einem feststehend angeordneten Federgehäuse s befestigt ist. Diese Uhrfeder kann selbstverständlich
auch . durch eine auf Drehung beanspruchte Feder oder durch ein mit einem Ende an einer
Gewichts- oder Federbelastung befestigtes
Wickelseil oder -band ersetzt werden. Das Druckmittel tritt, nachdem es die Turbinenschaufeln
durchströmt hat, durch die feststehenden Leitschaufeln t in den mittleren Hohlraum
η über und wird aus diesem durch ein seitliches Rohr p entweder ins Freie oder zu
einer anderen Vorrichtung geführt. Mit dem Laufrad e der Turbine ist durch die Turbinenschaufeln ein mitlaufender Ring ν verbunden,
ίο der an einer Stelle mit einer Bohrung w (Fig. 2)
versehen ist, die in jeder Lage der Turbine mit dem in die feststehende Gehäusescheibe b eingefrästen
Ringkanal χ in Verbindung steht. Aus dem Ringkanal χ führt an beliebiger Stelle
ein Rohr x1 entweder ins Freie oder zu irgendeiner
anderen Vorrichtung. Diejenige Schaufelkammer der Turbine, innerhalb welcher der
Laufring υ seitlich die Bohrung w besitzt, ist gegen den feststehenden Leitschaufelkranz t
hin gänzlich durch einen mitlaufenden Boden ζ abgeschlossen, der gleichzeitig zur Verbindung
der beiden umlaufenden Teile e und ν benutzt werden kann. Gelangt also das Druckmittel
in diese mit 1 bezeichnete Schaufelkammer, so geht es nicht durch die feststehenden Leitschaufeln
t, sondern durch Bohrung w, Kanal χ und Rohr x1 ab.
Die Wirkungsweise dieser Ausführungsform, ist folgende:
Im Ruhezustande steht die Kammer 1 stets
so, daß sie mit dem Druckmittelzuleitungsrohr 1 in Verbindung steht. Wird nun dieses Rohr 1
geöffnet, so bewegt sich die Turbine überhaupt nicht, sondern das Druckmittel fließt sogleich
durch die Wege w, x, x1 seitlich ab. Denkt man sich nun beispielsweise eine solche Turbine auf
der Achse eines Zahlen- oder Typenträgers angeordnet und die Schauöffnung, Druckstelle
oder den einzustellenden Punkt zusammenfallend mit der Stellung, welche die Schaufelkammer
ι in der Ruhelage einnimmt, so befindet sich beispielsweise die mit Kammer 1
wandernde Type, Zahl oder Reihe der Schauöffnung, Druckstelle oder dem Einstellpunkt
gegenüber, und es kann der Abdruck, die Prägung oder das Ablesen ohne weiteres erfolgen.
Öffnet man nun statt dessen beispielsweise das Zuleitungsrohr 12, so dreht sich die Turbine
so lange unter Beanspruchung der Feder u, bis die Kammer 1 vor der Einmündung des Rohres
12 angelangt ist. In diesem Augenblicke hört sofort der Antrieb auf die Turbine auf, da das
Druckmittel nun nicht mehr durch die feststehenden Leitschaufeln t, sondern nur noch
durch den seitlichen Weg w, x, x1 abfließen kann.
Mithin ist auch der zur Schaufelkammer 12 gehörige einzustellende Teil vor der Druckstelle
usw. angelangt, da die Schaufelkammern in umgekehrter Reihenfolge als die Zuleitüngsrohre
numeriert gedacht sind. Sehr zweckmäßig ist es, eine Sperr- oder Bremsvorrichtung
anzuwenden, die stets das Bestreben hat, das Laufrad e der Turbine festzuhalten und nur
dann dasselbe freigibt, wenn das durch Rohr f abfließende Druckmittel diese Vorrichtung auslöst.
Vergegenwärtigt man sich nun, daß in demselben Augenblicke, in welchem die Schaufelkammer
ι vor dem geöffneten Zuleitungsrohr anlangt, sofort der Druck im Rohr p, das zu
dieser Sperr- oder Bremsvorrichtung führt, aufhört, ' so wird das Laufrad & auch zum
gleichen Zeitpunkt abgebremst und festgehalten. Das nunmehr durch Rohr x1 abfließende
Druckmittel kann nun zunächst dazu benutzt werden, eine Vorrichtung in Bewegung zu
setzen, die die Verrichtung erfüllt, zu deren Zweck die Einstellung überhaupt bewirkt wurde
(z. B. das Anschlagen eines Abdruckhammers oder einer Type, das Sichtbar- bzw. Hörbarmachen
eines Signales 0. dgl.). Nachdem das Druckmittel diese Verrichtung erfüllt hat, kann es noch dazu benutzt werden, eine weitere
Vorrichtung in Tätigkeit zu setzen, welche die Aufgabe hat, die Sperr- und Bremsvorrichtung
für so lange auszulösen, bis die Feder « die Turbine und somit sämtliche einzustellenden
Teile wieder in die Ruhelage zurückbewegt hat. Selbstverständlich muß bei dieser Ausführungsform ein fester Anschlag vorgesehen sein, der
die Zurückbewegung der Turbine genau begrenzt.
Fig. 3 veranschaulicht eine Vereinfachung dieser Ausführungsform im Querschnitt, Fig. 4
im teil weisen Achsialschnitt. Diese Turbine ist mit achsialer Beaufschlagung gedacht, im
übrigen aber gleich der Turbine nach Fig. 1 und 2 mit ebensoviel Zuleitungsrohren versehen,
als einzustellende Teile oder Gruppen verhanden sind. Des leichteren Verständnisses
wegen ist auch hier angenommen, daß die Zahl der Turbinenschaufeln ebenfalls die gleiche ist.
Aus dem gleichen Grunde ist diese Ausführungsform der Turbine zum Antrieb eines Zahlenrades
oder eines Zahlenzylinders einer Rechenmaschine gedacht, und es sind mit Bezug hierauf zehn Zuleitungsrohre und zehn
Schaufelkammern angenommen. Diese Turbine wird zwar auch vom Druckmittel immer in
derselben Drehrichtung bewegt, sie bedarf aber .keiner Feder zum Zurückführen in eine
normale Ruhelage, sondern kann in jeder beliebigen Stellung stehenbleiben und ist in jeder
Stellung betriebsbereit für eine neue Einstellung. Die das Druckmittel vom normalen Wege beim
Anlangen vor dem geöffneten Zuleitungsrohr ableitende Schaufelkammer ist hier mit 0 bezeichnet
und stimmt mit der einzustellenden Zahl öder Zahlenreihe des Null- oder Zehnerwertes überein. Öffnet man nun das Rohr 0,
wenn die Nullkammer zufällig vor diesem Rohr-120
steht, so bewegt sich die Turbine nicht, und es gelangt die Zahl ο zum Abdruck oder zur
Kenntnis. Steht sie zufällig etwa vor Rohr 8 und man wünscht die ο oder Nullgruppe eingestellt,
so hat man wieder nur nötig, das Rohr ο zu öffnen, denn die Turbine wird unfehlbar
zum Stillstand kommen, sobald die Nullkammer vor dem Rohre ο angelangt ist. Hieraus ergibt
sich, daß immer die betreffende Zahl oder
ίο Zahlengruppe zur Einstellung gelangt, welche
ihrer Bezeichnung nach mit dem jeweils geöffneten Rohr übereinstimmt, wenn die Schaufeln
so gerichtet sind, daß die Turbine sich in der gezeichneten Pfeilrichtung dreht, in welcher
die Bezeichnungen der Rohre fortlaufend angeordnet sind, und wenn die Bezeichnungen der
Schaufelkammern bzw. der einzustellenden Teile in der umgekehrten Reihenfolge angeordnet
sind. Ein Beispiel: Kammer 0 steht zufällig vor Rohr 6, mithin steht Kammer 6 vor Rohr 0.
Will man nun, daß Kammer 4 in die Abdruckoder Schaustellung gelangt, so hat man nur
Rohr 4 zu öffnen, und die Turbine bewegt sich so lange, bis die Nullkammer vor Rohr 4 angelangt,
ist. Da aber hierbei in der Pfeilrichtung Kammer 0 zwei Teilstrecken zurücklegen mußte,
so kommt dadurch Kammer 4 in die gewünschte Stellung.
Selbstverständlich kann die gleiche Wirkung auch bei tangentialer Beaufschlagung erzielt
werden, wie auch die Ausführungsform nach Fig. ι und 2 mit achsialer Beaufschlagung eingerichtet
werden kann.
Fig. 5 zeigt im Querschnitt und Fig. 6 im Achsialschnitt eine weitere Ausführungsform
der Turbine, die so eingerichtet ist, daß sich die Turbine in jeder Stellung, wenn erforderlich,
selbsttätig umsteuert, ohne daß es nötig ist, das Druckmittel in entgegengesetzter Richtung
einzuführen. Diese Ausführungsform bedarf also keinerlei Umsteuervorrichtungen außerhalb
des Turbinengehäuses, sondern bei derselben sind die Turbinenschaufeln derart angeordnet, daß die Turbine, gleichviel in welcher
Stellung sie sich zufällig befindet, beim Öffnen eines beliebigen Zuleitungsrohres sich selbst
diejenige Drehrichtung wählt, in welcher sie auf dem kürzesten Wege zur gewünschten Neueinstellung
gelangt. Zu diesem Behufe sind beispielsweise die Schaufeln in zwei Gruppen angeordnet; die Schaufeln der einen Gruppe
sind so gerichtet, daß bei ihrer Beaufschlagung die Turbine von links nach rechts läuft,
die der anderen Gruppe so, daß bei deren Beaufschlagung die Turbine von rechts nach links
läuft. Beide Schaufelgruppen enden in einer gemeinsamen Schaufelkammer y. Sobald diese
Kammer vor dem geöffneten Rohre ankommt, versperrt sie gleichfalls, wie bei den vorher
60. beschriebenen Ausführungsformen, dem Druckmittel den Ausweg durch die feststehenden Leitschaufeln
t, so daß das Druckmittel gleichfalls durch die seitliche Bohrung w in einen
Ringkanal χ und aus diesem durch Rohr χ1 zu irgendeiner Vorrichtung abgeleitet wird. Öffnet
man nun beispielsweise die Rohrleitung / in der in Fig. 5 veranschaulichten Stellung der
Turbine, so bleibt dieselbe gleichfalls stehen und das Druckmittel nimmt sofort seinen Ausweg
durch Rohr χ1. Ist nun diese Stelle des von der Turbine zu bewegenden Typen- oder Zahlenträgers
usw. zufällig in der Druck-, Präge- oder Schaustellung usw., so muß die Bezeichnung des
Rohres / mit der bei dieser Stellung der Turbine eingestellten Gruppe übereinstimmen. Des
besseren Verständnisses wegen sei beispielsweise angenommen, mit der Achse dieser Turbine sei
ein Typenrad fest verbunden, das an einem Umfange gleichfalls nur die neun Typen A bis /
trägt (Fig. 5). Es befindet sich also nach vorstehendem bei der in Fig. 5 veranschaulichten
Turbinenstellung die Type / in der Druckstellung. Nimmt man nun ferner an, daß die
Druckstellung über der Turbine sich befindet, so ist also die Stelle des Typenrades mit der
Type / versehen, die der Kammer y gegenüberliegt (Fig. 5). Wird nun beispielsweise Rohr B
geöffnet, so dreht sich die Turbine so lange, bis Kammer y vor Rohr B steht, mithin hat
sich die Turbine um zwei Teilungen von links nach rechts bewegt. Dadurch ist auch die
Type B auf dem Umfange des Typenrades in die Druckstellung B gelangt. Wurde bei der in
Fig. 5 gezeichneten Stellung der Turbine statt des Rohres B das Rohr F geöffnet, so mußte
die Kammer y um drei Teilungen von rechts nach links wandern. Dadurch gelangte die
Type F am Umfange des Typenrades in die höchste, d. h. die Druckstellung.
Aus vorstehendem ergibt sich auch, daß das wiederholte Öffnen eines Rohres nach zwischenliegendem
Öffnen eines anderen Rohres je nach der zufälligen Stellung der Turbine letztere auch
in einer anderen Drehrichtung zu drehen vermag wie das erstmalige Öffnen desselben Rohres.
Ein Beispiel: Wird bei der Stellung Fig. 5 Rohr C geöffnet, so gelangt Type C in die Druckstellung
und Kammer y vor Rohr C. In dieser Stellung steht nun vor Rohr G die
Schaufelkammer, welche in Fig. 5 vor dem Rohr D steht, und Type G des Typenrades
steht in der Stellung, in welcher in Fig. 5 Type D steht. Wird nun Rohr G geöffnet,
so bewegt sich die Turbine in derselben Drehrichtung wie vorher um vier Teilungen, so daß
alsdann Kammer y Vor Rohr G und vor dem Rohre C die Schaufelkammer steht, welche sich
in Fig. 5 vor dem Rohre E befindet. Öffnet man nun nochmals Rohr C, so läuft die Turbine
um vier Teilungen zurück, also in entgegen- 12a
gesetzter Richtung wie beim erstmaligen Öffnen des Rohres C.
Selbstverständlich darf bei dieser Anordnung der Schaufeln die Beaufschlagung nicht in
tangential er Richtung, sondern sie muß in genau radialer Richtung erfolgen, weil ja die
Drehrichtung der Turbine fortwährend wechselt. Aus dem gleichen Grunde müssen die feststehenden
Ableitschaufeln t ebenfalls radial gerichtet
ίο sein. Doch läßt sich auch diese Ausführungsform der Turbine für achsiale Beaufschlagung
einrichten; es müssen eben dann die Schaufeln der einen Gruppe zu denen der anderen Gruppe
entgegengesetzt gerichtet sein. Die Kammer y hat auch in diesem Falle trapezförmigen Querschnitt,
nur liegt dieser Querschnitt statt in der senkrechten Radebene in einer dazu quer
gerichteten Ebene. Die feststehenden Leitschaufeln t können in diesem Falle entbehrt
werden.
Wie schon eingangs erwähnt, muß der Turbinenschaufelkranz durchaus nicht immer ein geschlossener
Kreis sein, sondern er kann auch nur als Teil eines kreisförmigen Kranzes (als
Bogenstück) oder aber geradlinig ausgeführt werden. Fig. 7 der Zeichnung zeigt im Längsschnitt
schematisch die letztgenannte Ausführungsform für Hin- und Herbewegung. Der geradlinige Schaufelkranz I ist zwischen den
beiden Leitschienen a1, b1 geführt. Das Ganze
ist von einem auf der Zeichnung nicht dargestellten Gehäuse eingeschlossen. Wird das
Druckmittel durch das Rohr i eingeführt, so bewegt sich der Schaufelkranz I von rechts
nach links, wird es durch Rohr h eingeführt, von links nach rechts. Fig. 8 veranschaulicht von
oben gesehen im wagerechten Längsschnitt, Fig. 9 im senkrechten Längsschnitt eine Ausführungsform
des geradlinigen Schaufelkranzes, bei welcher für jede Bewegungsrichtung ein besonderer Schaufelkranz vorgesehen ist. Zur
Übertragung der Hin- und Herbewegung auf einen schwingend zu drehenden Teil sind beide
Kränze seitlich als Zahnstangen auszubilden, die in ein gemeinsames, auf der zu drehenden
Welle angeordnetes Zahnrädchen z1 eingreifen. Zwecks Übertragung dieser Bewegung auf noch
zwei oder mehrere andere Wellen kann man auch noch, wie Fig. 8 punktiert veranschaulicht,
die beiden Schaufelkränze I in eine endlose, über Rollen geführte Schnur s1 o. dgl. einschalten.
In diesem Falle hat man noch den Vorteil, durch Wahl des Durchmessers der Leitrollen
und durch Führung des Seiles oder Bandes s1 sowohl die Umdrehungsgeschwindigkeiten als
auch die Drehrichtung dieser anderen Wellen beliebig ändern zu können.
Wählt man ein gelochtes Stahlband s1 und ordnet man über oder unter demselben im Gehäusedeckel
einen Schlitz an, durch den ein Mitnehmer hindurchgreifen kann, der an einem einzustellenden Teile, z. B. einem Papierträger,
befestigt ist, so kann man diesen mit dem Band s1 an verschiedenen Stellen des letzteren
verbinden, wenn der Mitnehmer so eingerichtet ist, daß er jederzeit ausgelöst werden kann und
durch Federdruck usw. in ein anderes Loch des Bandes s1 wieder einfällt.
Selbstverständlich steht es im Belieben des Ausführenden, bei Anwendung des Seiles oder
Bandes s1 auf das Zahnrädchen z1 zu verzichten
oder dasselbe beizubehalten. Es wird in jedem Falle von dem besonderen Verwendungszwecke
des Schaufelkranzes abhängen, ob man einen oder gleichzeitig mehrere Teile damit einstellt bzw. bewegt.
Fig. 10 veranschaulicht im Längsschnitt C-C der Fig. 11 und Fig. 11 im Querschnitt D-D
der Fig. 10 eine bogenförmige Ausführungsform des Schaufelkranzes, die in ihrer Wirkung mit
der Ausführungsform nach Fig. 8 und 9 übereinstimmt. In gleicher Weise ist natürlich auch
der geradlinige Schaufelkranz ausführbar, wie auch der bogenförmige in ähnlicher Weise, wie
Fig. 8 und 9 zeigen, ausgebildet werden kann.
Fig. 12 zeigt schematisch im Schnitt einen bogenförmigen, in einer Kreisbahn ständig nach
einer Richtung oder auch abwechselnd nach beiden Richtungen sich fortbewegenden Schaufelkranz, da er gleichfalls in derselben Weise
doppelseitig gemacht werden kann, wie in Fig. 10 und 11 gezeigt ist. In die Kreisbahn der
einen Seite münden alsdann eine Anzahl Rohre h, in die der anderen Seite Rohre i (vgl. Fig. 11).
Statt dessen kann ein einziger derartiger Schaufelkranz ebenso wirken, wenn er achsial
beaufschlagt wird. Das Ableitungsrohr fi kann auch, wie in Fig. 12 angedeutet, vielfach angeordnet
sein. Wird es so. oft angeordnet, als Zuleitungsrohre vorhanden sind, und werden die
Endwände des Bogenstückes so gestaltet, daß sie auch den Ringkanal n, aus dem die Rohre p
das Druckmittel weiterleiten, ausfüllen, so ergeben sich noch weitere Möglichkeiten in
der Benutzung und Wirkungsweise dieses umlaufenden Bogenstückes. Man hat es dann beispielsweise
in der Hand, das Druckmittel eines jeden Zuleitungsrohres auf eine besondere Vorrichtung
einwirken zu lassen, deren Verrichtung von der Öffnung des zugehörigen Zuleitungsrohres
abhängig ist, z. B. bestimmtfarbige Beleuchtung eines vom Schaufelkranz kurz vorher
eingestellten Signales. Diese Ausführungsformen werden sich namentlich da eignen, wo bei besonders
großen Abmessungen ohne große Belastung der tragenden Teile weithin sichtbar Signale oder umlaufende oder schwingende
Reklametexte oder -bilder eingestellt werden sollen.
Selbstverständlich wird man bei allen diesen
Ausführungsformen auch die das Druckmittel auf einen anderen Weg ablenkende Schaufelkammer
anwenden, die in den Fig. ι bis 4 gezeigt ist, und in gleicher Weise eine größere Anzahl
fortlaufend bezeichneter Zuleitungsrohre in gleicher Weise benutzen. Die Rasten d werden
bei allen Ausführungsformen entweder unmittelbar am Schaufelkranze (vgl. z. B. Fig. 9)
oder aber an dem zu bewegenden oder einzustellenden Teile, oder endlich auf besonderen
Bremsflächen r (vgl. Fig. 4) angeordnet.
Die Fig. 13 und 14 zeigen in zwei verschiedenen
Längsschnitten die hinsichtlich ihrer Wirkungsweise mit der Turbine nach Fig. 5 und 6
übereinstimmende Ausführungsform des geradlinigen Schaufelkranzes. Hier ergibt sich die
Übereinstimmung der einzelnen Teile ohne weiteres aus den übereinstimmenden Bezugszeichen.
Diese Ausführungsform des Schaufelkranzes kann ebenso, wie jede andere, auch in verschiedenen
Richtungen beaufschlagt und, in bereits beschriebener Weise mehrfach angeordnet bzw.
mit anderen Ausführungsformen vereinigt werden, wie die dargestellten Ausführungsformen
überhaupt nur Beispiele der zahlreichen Ausführungsmöglichkeiten vorliegender Erfindung
sein sollen.
Claims (15)
1. Durch Druckluft oder Druckflüssigkeit oder gespanntes Gas mittels eines Turbinenschaufelkranzes
angetriebenes Fernstellwerk,
.35 dadurch gekennzeichnet, daß im Turbinenschaufelkranze
eine nach dem eigentlichen Druckmittelaustritt hin abgeschlossene Schaufelkammer angebracht ist, die das
Druckmittel, sobald sie vor dessen Zuleitung ankommt, auf einen anderen Weg ablenkt
und entweder schon dadurch allein oder erforderlichenfalls durch Überleitung des
Druckmittels in besondere Vorrichtungen den sofortigen Stillstand des Schaufelkranzes
und aller etwa damit verbundenen Teile bewirkt.
2. Fernstellwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß so viele Zuleitungsrohre
in den Schaufelkranz einmünden, als mit demselben Einstellungen. bewirkt
werden sollen, derart, daß die Schaufeln immer nur von derjenigen Zuleitung teilweise
beaufschlagt werden, die der gewünschten Einstellung entspricht.
3. Fernstellwerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckmittel
nach seinem Durchtritt durch die Turbinenschaufeln Bremsvorrichtungen in Tätigkeit setzt, die vor dem Stillstande
und während des Stillstandes der Turbinenschaufeln zur Wirkung kommen und von dem durch die Schaufeln gegangenen Druckmittel
ausgelöst werden.
4. Fernstellwerk nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelkranz nach jedesmaliger Einstellung von einer Feder- oder Gewichtsbelastung wieder
in die durch Anschlag begrenzte Anfangsstellung zurückbewegt wird.
5. Fernstellwerk nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufeln
in zur Reihenfolge der Zuleitungsrohre entgegengesetzter Reihenfolge angeordnet sind,
damit der Schaufelkranz in sich stets gleichbleibender Richtung aus jeder beliebigen
Stellung durch öffnen des entsprechenden Zuleitungsrohres in die gewünschte neue
Stellung bewegt wird.
6. Fernstellwerk nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Gruppen
von Schaufeln zueinander entgegengesetzt gerichtet so angeordnet sind, daß
sie die im Hauptanspruche gekennzeichnete Schaufelkammer zwischen sich einschließen,
zum Zwecke, den Schaufelkranz aus jeder beliebigen Einstellung auf dem kürzesten
Wege, d. h, in der Bewegungsrichtung, die am frühesten zur neuen Einstellung führt,
durch Öffnen eines beliebigen Zuleitungsrohres in die neue Einstellung zu bewegen.
7. Fernstellwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß ein Schaufelkranzbogen
ein- oder mehrfach angeordnet, in einer Kreisbahn umlaufend oder pendelnd zur Anwendung kommt.
8. Fernstellwerk nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß ein geradlinig gestreckter Schaufelkränz ein- oder mehrfach
angeordnet, in geradliniger Bahn pendelnd zur Anwendung kommt.
9. Fernstellwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beaufschlagung
der Turbinenschaufeln in tangentialer Richtung stattfindet.
10. Fernstellwerk nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Beaufschla-
' gung der Turbinenschaufeln in radialer Richtung stattfindet.
11. Fernstellwerk nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Beaufschlagung der Turbinenschaufeln in achsialer
Richtung stattfindet.
12. Fernstellwerk nach Anspruch 1, 9 und
10, dadurch gekennzeichnet, daß zwei nebeneinander angeorndete Schaufelkränze mit
entgegengesetzt gerichteten Schaufeln zwangläufig untereinander verbunden sind, so daß
durch abwechselnde Zuführung des Druckmittels zu dem einen oder anderen Kranze die Bewegungsrichtung umgekehrt wird.
13. Fernstellwerk nach Anspruch ι und 12,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Schaufelkränze durch ein Zahngetriebe miteinander
zwangläufig verbunden sind.
14. Fernstellwerk nach Anspruch 1 und 12,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Schaufelkränze durch über Rollen 0. dgl. geleitete
Zugmittel (Schnüre, Seile, Bänder usw.) miteinander zwangläufig verbunden sind.
15. Fernstellwerk nach Anspruch 1 und 7,
dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Zuleitungsrohre oder einzelne Gruppen von solchen besondere Ableitungsrohre besitzen,
von denen jedes zu einer besonderen Vorrichtung führt, die durch Öffnen des oder
der jeweils zugehörigen Zuleitungsrohre nebst der dadurch bewirkten Einstellung zur
Wirkung gebracht werden soll.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE217255C true DE217255C (de) |
Family
ID=478576
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT217255D Active DE217255C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE217255C (de) |
-
0
- DE DENDAT217255D patent/DE217255C/de active Active
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