DE20515C - Neuerungen an dynamo-elektrischen Maschinen - Google Patents
Neuerungen an dynamo-elektrischen MaschinenInfo
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Classifications
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K23/00—DC commutator motors or generators having mechanical commutator; Universal AC/DC commutator motors
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 18. Januar 188a ab.
Bei den gewöhnlichen dynamo-elektrischen Maschinen sind nur diejenigen Drahtwindungen
des Inductors von Wirksamkeit in der Erzeugung von elektrischen Strömen, welche sich zwischen
den Polen des feststehenden Magneten bewegen, und die übrigen Windungen des Inductors
wirken während dieser Zeit nachtheilig, inde,m sie nur zur Vermehrung des LeitungsWiderstands
des erzeugten Stromes beitragen.
Ein Hauptzweck dieser Neuerungen ist vor allem die Vermeidung dieses Uebelstandes.
Durch die Construction des feststehenden Magnetkerns, sowie des rotirenden Inductorkerns
müssen alle Drahtwindungen des Inductors während dessen Drehung immer zwischen Polen
des feststehenden Elektromagneten rotiren, wodurch sämmtliche Drahtwindungen des Inductors
für die Erzeugung von elektrischen Strömen nutzbar gemacht und die Wirksamkeit der
dynamo-elektrischen Maschine vergröfsert wird.
Ein anderer Zweck der Neuerungen besteht in der Herstellung einer dynamo-elektrischen
Maschine, vermittelst welcher entweder ein Wechselstrom oder ein dauernd nach gleicher
Richtung wirkender Strom erzeugt werden kann.
Im ersten Fall, d. h. bei der Erzeugung des Wechselstromes, ist die leitende Verbindung
zwischen den Drahtwindungen des feststehenden Elektromagneten, welche durch einen Batteriestrom
von aufsen gespeist werden, und denen des Inductors unterbrochen; <im anderen Falle,
d. h. bei der Erzeugung eines gleichgerichteten Stromes hingegen stehen die Drathwindungen
des rotirenden Inductors mit denen des feststehenden Elektromagneten in leitender Verbindung,
während die Verbindung der letzteren mit einer aufserhalb befindlichen Batterie unterbrochen
ist.
Dieser zweifache Zweck der neuen dynamoelektrischen Maschine läfst sich durch Verschiebung
der mit dem Stromwender · in Verbindung stehenden Contact- oder Schleiffedern und der diese Verbindung entsprechenden Umschaltung
des Stromes bewirken.
Auf beiliegender Zeichnung ist
Fig. ι die Ansicht der dynamo-elektrischen Maschine und
Fig. 2 die obere Ansicht derselben.
Fig. 3 zeigt den Stromlauf mit der Stellung der Schleiffedern für eingeschalteten Stromwender
nebst punktirten Schleiffedern für den ausgeschalteten Stromwender.
A stellt den feststehenden Elektromagnet der Maschine, dar. Dessen Kern, welcher in Fig. 1
theilweise mit den Drahtwindungen im Schnitt gezeichnet ist, besteht am besten aus einem
einzigen Stück von Gufseisen, Schmiedeisen oder irgend einem anderen Material.
Zwanzig bogenförmige Abtheilungen a, durch die radial stehenden, neben einander liegenden
Schenkel «2 und die inneren Verbindungsbogen β1
zusammenhängend, bilden ebenso viel Kerne für zwanzig, aus Spiralen bestehenden Drahtbündeln,
die alle in einer und derselben Richtung zwischen den Schenkeln a2 um jeden Kern gewunden
sind. Die inneren und äufseren Enden eines jeden dieser einzelnen Drahtbündel sind jedoch
so mit einander verbunden, dafs ein dieselben durchlaufender Strom seine Richtung bei jedem
folgenden Drahtbündel wechseln mufs. So z. B. ist das äufsere Ende des Bündels ί>' mit dem
äufseren Ende des nebenan liegenden Bündels Z>2
und das innere Ende des Bündels b2 mit dem
inneren Ende', des, nebenan liegenden Bündels bz
-verbunden. Das äufsere Ende des Bündels bz ist wieder mit dem äufseren Ende des Nachbarbündels
bl verbunden, und so weiter bis zu dem
neben b1 liegenden Bündel Z>20. Die inneren
Enden b der Drahtbündel b1 und P0 gehen an
die auf den Ständern B1 sitzenden Klemmschrauben B. Bei dieser Art der Verbindung
der Drahtbündel haben die mit ungeraden Ziffern bezeichneten b1 bis b19 eine und dieselbe
Stromrichtung, welche entgegengesetzt ist der Stromrichtung derjenigen Drahtbündel, die mit
geraden Ziffern b2 bis bi0 bezeichnet sind. Die
einzelnen mit Drahtspiralen umwundenen Abtheilungen α des feststehenden -ringförmigen
Magnetkerns bilden mit ihren radialen, nach innen gekehrten Schenkeln a2 ebenso viele
einzelne Elektromagnete, deren gleichnamige Pole in den Schenkeln «2 dicht neben einander
liegen. Da nämlich die Spiralen je zweier neben einander liegender Drahtbündel / nach entgegengesetzten
Richtungen vom elektrischen Strom 'durchlaufen werden, so bilden sich immer gleichnamige Pole an den neben einander
liegenden Schenkeln «2, welche paarweise durch
die. Bogenstücke a1 verbunden sind.
Der elektrische Strom gelängt durch den einen
Draht b in die Spiralen des feststehenden Elektromagneten A und, nachdem er dieselben
durchlaufen, durch den anderen Draht ί wieder aus denselben heraus.
Je nachdem die Spiralen nach der einen oder der anderen Richtung um den Kern α gewunden
und die Enden derselben mit einander verbunden werden, kann der elektrische Strom
die Drahtbündel in der einen oder der anderen Richtung durchlaufen. Der feststehende Elektromagnet
wird durch die Ständer £x, welche- auf
der Grundplatte B2 der Maschine befestigt sind,
getragen. Die Klemmschrauben B sind durch Scheiben aus Hartgummi oder ariderem nichtleitenden
Material von dem Ständer B' isolirt.
Im Innern des feststehenden Elektromagneten rotirt der Inductor C, dessen Kern aus Abtheilungen
c mit radial nach aufsen gerichteten Schenkeini2 und Verbindungsbogen cl. gebildet
ist. Die Anzahl dieser Abtheilungen entspricht derjenigen des feststehenden Elektromagneten;
um die Abtheilungen c sind die Drahtspiralen der einzelnen Drahtbündel des Inductors zwischen
den Schenkeln c"2 gewunden, und zwar alle in einer und derselben Richtung, wobei die inneren
und äufseren Enden dieser Spiralwindungen auf dieselbe Weise mit einander verbunden sind, wie
die Enden der Spiralen des feststehenden Elektromagneten. Man kann daher den Inductorring
ebenfalls als eine Reihe von neben einander Hegenden Elektromagneten ansehen, deren
Kerne c von. den Drahtbündeln d1 bis dr" umwickelt
sind und deren neben einander liegende Schenkel f2 als gleichnamige Pole angesehen
werden können, welche durch die Bogenstücke c1 verbunden sind.
Natürlich wechselt die Polarität dieser einzelnen Elektromagnete, aus welchen der Inductorring
zusammengesetzt ist, beständig während der Rotation desselben. Das. Drahtende d geht von
dem inneren Ende des Drahtbündels d1 nach einem auf der Inductorach.se C1 sitzenden Metallring
D, während das innere Ende" des Drahtbündels d10 durch einen zweiten Draht d mit
einem zweiten MetallringZ?1 der Inductorachse C1
leitend verbunden ist. ,
Die Ringe D D1 sind unter einander und von der Achse C1 durch nichtleitende Scheiben
isolirt und mit den metallischen Schleiffedern E Ex versehen. Letztere sind mit den
Drähten d verbunden und in den Metallstützen FF1 vermittelst Klemmschrauben festgehalten.
'. ■ . Diese Stützen sind nichtleitend auf den
Armen G des feststehenden Elektromagneten befestigt.. Die Arme G G1 dienen zugleich
durch eine mittlere Nabe als Lager für die Inductorachse C1.
Die Drähte d erstrecken sich weiter von den Ringen DD1 nach je einer der beiden Metallplatten des Stromwenders H.
Letzterer sitzt auch auf der Inductorachse C\
und seine Platten H bestehen aus zwei um die Enden eines nichtleitenden . Cylinders gelegten
Bändern, von denen aus, parallel mit der Achse dieses Cylinders, in einander greifende Lappen
oder Finger von Metall sich erstrecken. Diese Finger sind jedoch nicht in leitender Verbindung
unter einander, sondern durch den nichtleitenden Cylinder, auf welchem sie sitzen,
isolirt. Durch diesen Cylinder ist auch der
Stromwender von den Ringen D D \ sowie von der Inductorachse'. C1, isolirt.
Die Anzahl der Finger des Stromwenders ist halb so grofs wie die Anzahl der Drahtbündel
dl d2 . . . des Inductorringes.
JJ1 bezeichnet die Stellung, welche von den
Schleiffedern EEx eingenommen wird, wenn
dieselben so verschoben sind, dafs sie mit dem Stromwen'der in leitender Berührung sind. Der
Ring des Inductors wird am besten aus einer Anzahl sehr dünner Platten von Schmiedeisen
oder anderem passenden Material, welche durch Bolzen zusammengehalten werden, hergestellt.
Derselbe ist mit der Inductorachse C1 durch die Arme //, deren Enden in die Zwischenräume
der Schenkel c2 des Inductorringes eingepafst
sind, fest verbunden.
Indem der Kern des rotirenden Elektromagneten oder Inductors aus dünnen Platten
gemacht wird, im Gegensatz zu dem Kern des feststehenden Elektromagneten, welcher aus
einem einzigen Stück hergestellt wird, 'erhält
man einen Inductor, der rasch magnetisch und
unmagnetisch wird.
Dies ist wesentlich, wenn die Maschine als Motor benutzt wird. Es ist in diesem Falle in
dem Kern des feststehenden Elektromagneten immer eine Spur von Magnetismus von' vorausgegangenen
Magnetisirungen zurückgeblieben. Bei der Drehung des Inductors wird durch diese kleine Menge Magnetismus schon ein anfänglich
schwacher Inductionsstrom in den Spiralen desselben erzeugt, der bei fortgesetzter Drehung
den Strom, welcher den Kern des feststehenden Elektromagneten umkreist,' mehr und mehr verstärkt.
Λ
Da die Pole, des feststehenden und des rotirenden Magneten gegen einander gerichtet
sind . und die Anzahl der feststehenden und rotirenden Pole und Drahtbündel die gleiche ist,
so müssen auch gleichzeitig alle Drahtbündel des rotirenden Kerns beständig zwischen den Polen
des feststehenden Magnetkerns sich befinden und daher auch fortlaufend inducirend auf denselben
wirken. Hierdurch sowie durch die Bewegung . der Pole und Drahtbündel des Inductors, vor
und dicht an den Polen und Drahtbündeln des feststehenden Elektromagneten vorbei, entlang
dem ganzen Umfang desselben, wird die Wirksamkeit-dieser
Maschine vergröfsert.
Die Inductorachse C kann durch eine aufgekeilte
Riemenscheibe C2 getrieben werden.
Aus Fig. 3, welche den Stromlauf darstellt, lassen sich die neuen Einrichtungen erkennen,
vermittelst deren diese Maschine in ihrer doppelten Eigenschaft, einmal zur Erzeugung
. von Wechselströmen und ein anderes Mal zur Erzeugung von gleichgerichteten Strömen, benutzt
werden kann.
Um einen fortdauernd gleichgerichteten Strom zu liefern, geht der in den Inductorwindungen
erzeugte Strom durch dieVermittelung des Stromwenders in die Drahtbündel des feststehenden
Elektromagneten und von da in die Leitung. Dies geschieht, wenn die Umschalter
MMx so gedreht sind, dafs . sie den
Stromlauf schliefsen, die Umschalter KK1 aber
denselben unterbrechen.
Der von den Windungen des rotirenden Elektromagneten kommende Strom geht durch
die Drähte d d nach den beiden Platten H des Stromwenders, welcher die wechselnde Richtung
dieses Stromes umwandelt, und weiter durch die Schleiffeder J1 den Draht h und den Umschalter
M, sowie die Drähte g und b in die Dralitwindungen des, feststehenden Elektromagneten.
Nachdem der Strom dieselben durchlaufen hat, geht er durch gx und den Umschalter M1
sowie den Draht i in die Leitung' o. -
Das andere Ende der Leitung ist durch den Draht j mit dem anderen Ende der Leitung ο
verbunden.
Durch die Klemmschrauben B und den Draht N wird ein Batteriestrom von auswärts
in die Windungen des feststehenden Elektromagneten geleitet, wodurch bei der Drehung
des Inductors Indnctionsströme in dessen Windungen erzeugt werden.
Leitet man hingegen durch die Drähte der Leitung ο von einer auswärts liegenden Batterie
einen Strom in die Maschine bei der Stellung der Umschalter, Fig. 3, so kann dieselbe als
Motor gebraucht werden.
Soll auf der Maschine ein Wechselstrom erzeugt werden, so stellt man die Schleiffedern
aus der Stellung JJ1 in die Stellung EE1, oder
man schaltet den Stromwender aus, die. Ringe D Dx dagegen ein. Ferner unterbricht
man den Stromlauf durch Drehung der Umschalter M M', schliefst dagegen durch Drehung
von KK1 den Strom zwischen c und /, e1
und /', welche Stellung der Umschalter in Fig. ι und 2 dargestellt ist. Der Stromwender
ist bei dieser Stellung aufser Thätigkeit gesetzt. Durch die Drähte NN wird ein Batteriestrom
durch die Drahtwindungen des feststehenden Elektromagneten geleitet..
Die inducirten Ströme der rotirenden Drahtwindungen gehen durch die Drähte d d und
die Ringe D D\ die Schleiffe.dern EE\ und
die Drähte e e1 an die Umschalter KKX und
von da durch die Drähte//1 und, die Klemmschrauben LL1 in die Leitungsdrähte 0 0,
wo diese Wechselströme zu irgend einem beliebigen Zweck verwendet werden können.
Claims (3)
1. Die Construction des Kerns des feststehenden
Elektromagneten aus einzelnen Bogenstücken α mit den Drahtspiralen b und den
Verbindungsbogenstücken al von kleinerem
Radius zwischen den radial stehenden, gleichnamige Pole bildenden Schenkeln «2.
2. Die Verbindung eines aus einem einzigen Stück Metall nach Anspruch 1. gebildeten
Kerns eines feststehenden Elektromagneten mit dem . aus einer Anzahl dünner Metallplatten bestehenden rotirenden Inductorkern,
wie beschrieben, wodurch die Wirksamkeit der Maschine erhöht werden soll.
3. Die Einrichtung, um bei einem von einer äufseren Elektricitätsquelle kommenden und
durch die Windungen des feststehenden Elektromagneten gehenden Strom, die Verbindung
zwischen den Drahtwindungen des feststehenden Elektromagneten und denen des rotirenden Inductorkerns aufzuheben
behufs Erzeugung eines Wechselstromes und behufs Erzeugung eines nach einer Richtung wirkenden, constanten Stromes,
den von der aufserhalb der Maschine befindlichen Elektricitätsquelle kommenden
Strom von dem Kern des feststehenden Elektromagneten abzuschliefsen und die Verbindung zwischen den Windungen des
feststehenden Elektromagneten und denen des rotirenden Inductors herzustellen.
Die Anordnung von Umschaltern mit Verbindungsdrähten,
wodurch der Strom einer aufserhalb der Maschine liegenden Elektricitätsquelle durch die Windungen des feststehenden
Elektromagneten geleitet und der Strbmlauf zwischen den Windungen des feststehenden
Elektromagneten und des rotirenden Inductors unterbrochen werden kann;
oder wodurch die Speisung der Windungen des feststehenden Elektromagneten von einer
äufseren Elektricitätsquelle unterbrochen und der Stromlauf zwischen den Windungen des
feststehenden Elektromagneten und denen des rotirenden Inductors hergestellt werden
kann.
Die Leitungsdrähte JV von einer aufserhalb liegenden Batterie in Verbindung mit den
zu den Windungen des feststehenden Elektromagneten führenden Drähten b und
die Drahtwindungen d des rotirenden Inductorkerns,
die Ringe DJD1, die Schleiffedern EEX, die Drähte e e\ die Umschalter
KK1, welche die Verbindung der Drähte e e1 mit dem äufseren Stromlauf vermitteln,
der Stromwender mit den Platten H, an welchen die Drähte d von dem Inductorkem
führen, sowie die Leitungsdrähte g h, Umschalter M, Draht/1, . Draht g1, Umschalter
M J und Draht i zur Erzeugung von
Wechselströmen sowie von nach einer Richtung wirkenden Strömen. V
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE20515C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2169728A2 (de) * | 1972-01-31 | 1973-09-14 | Tran Van Sach |
-
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2169728A2 (de) * | 1972-01-31 | 1973-09-14 | Tran Van Sach |
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