KAISERLICHES
PATENTAMT.
J. BRANDT in BERLIN. Herstellung von Formplatten.
Bei Herstellung von Formplatten für Gegenstände, welche zwei oder mehrerer Formkästen
bedürfen, ist es sehr wesentlich, dafs dieselben richtig auf einander zu liegen kommen, und
besonders, dafs sie sich nicht seitlich verstellen können. Aufserdem ist es von grofser Wichtigkeit,
um möglichst scharfe Abgüsse zu erhalten, dafs der Formsand ganz gleichmäfsig über die Oberfläche der Formplatte gedrückt
wird. Um dies zu erzielen, werden die "Formplatten bei dem in der Patentschrift beschriebenen
Verfahren folgendermafsen hergestellt:
- Ist A, Fig. i, der hier in der Vereinfachung
der Darstellung symmetrisch gewählte Gegenstand, von dem man einen genauen Abgufs als
Muster zu erhalten wünscht, so nimmt man zwei genau bearbeitete und gut auf - einander
aufgepafste Formrahmen b und c, bringt in letzteren, welcher mit Führungslappen d versehen
ist, den Gegenstand A nach gewöhnlicher Art bis zur Hälfte in Formsand hinein, legt darauf
den Rahmen b genau auf den anderen auf und giefst in denselben, und zwar direct über dem
Gegenstand A, so viel Spencemetall, bis der Kasten vollständig gefüllt ist.
Die in dieser Weise erhaltene Spencemetallplatte B, in welche der obere Theil des Gegenstandes
A genau abgeformt ist, wird dann mit dem dazu gehörigen Kasten b in einen gröfseren,
ebenfalls gut bearbeiteten Rahmen e, Fig. 2, welcher mit einem zu den Rahmen b und c
passenden Ansatz f versehen ist, eingelegt.
Da nun die Höhe des Ansatzes / geringer als die der Rahmen b und c ist, so erhält man,
wenn auf die mit etwas OeI bestrichene Formplatte B Spencemetall gegossen wird, eine Reliefgrundformplatte
D mit einem vorspringenden Rand, in welchen die Rahmen b und c genau
passen und verhindert sind, sich seitlich zu .verstellen.
Mit den nun erzeugten Spencemetallplatten B und D kann man, wie Fig. 3 zeigt, jetzt den
oberen Theil des Gegenstandes A mittelst der Maschine in Formsand pressen, und ist es ersichtlich,
dafs nicht nur die Rahmen b und c sich nicht nur seitlich verstellen können, sondern
auch, dafs die Vertiefungen der Spencemetallplatte B genau mit dem Relief der Platte D
correspondiren müssen, so dafs der Formsand ganz gleichmäfsig gegen die Oberfläche der letzteren
gedrückt und somit eine äufserst scharfe Sandform erzielt wird.
Bei Fig. 4 sind die zwei zum Gegenstand A erforderlichen Formkästen, in welchen derselbe
nach der beschriebenen Weise in gleichmäfsig geprefstem Sande geformt ist, zusammengestellt.
Durch Eingiefsen von Spencemetall in denselben erhält man einen Abgufs, der möglichst
genau dem Original A entspricht, da, wie schon hervorgehoben, das Spencemetall unmerkbar
schwindet..
Für unsymmetrische und mehrere verschiedene· Formkästen erfordernde Gegenstände hat
man das beschriebene Verfahren in gleicher Weise nur so viele Male zu wiederholen, als man
verschiedene Formkästen bedarf.
Patent-Anspruch:
Anwendung des mit Vorsprung versehenen Formrahmens ef behufs Herstellung einer Formplatte
mit erhabenem Rande, in welchen die zur Herstellung der Sandformen dienenden Formrahmen
passen, bei dem durch die Patentschrift No. 17925 bekannt gewordenen Verfahren zur
Herstellung von Formplatten aus Spencemetall.