DE2004682C - Gerbmittel und Verfahren zum Gerben tierischer Haute - Google Patents

Gerbmittel und Verfahren zum Gerben tierischer Haute

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DE2004682C
DE2004682C DE19702004682 DE2004682A DE2004682C DE 2004682 C DE2004682 C DE 2004682C DE 19702004682 DE19702004682 DE 19702004682 DE 2004682 A DE2004682 A DE 2004682A DE 2004682 C DE2004682 C DE 2004682C
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tanning
chromium
salt
basicity
carbonate
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DE19702004682
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DE2004682A1 (de
Inventor
Andre Marcq en Bareul Klein (Frankreich)
Original Assignee
Fa Ugine Kuhlmann, Paris
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Publication date
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Description

salzes und damit sein Gerbvermogen erhöht.
45 Wird jedoch die Basizität erhöht, so wird auch die Menge an gebundendem Cr2O3 erhöht, aber die Lösung wird stärker adstringierend und verleiht dem
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gerben Leder eine »krause« Oberfläche, und die Durchgertierischer Häute bei der Herstellung von Leder durch bung ist rchlechter.
Behandlung der Häute mit einem ein basisches 50 Es ist bekannt, daß durch Zusatz von neutralen
Chromsalz enthaltenden Gemisch. Salzen, wie Natriumsulfat, Kochsalz oder Alkali-
Das bekannte Chromgerben nach dem Einbadver- salze von organischen Säuren, beispielsweise Amei-
fahren besteht darin, daß man die vorher enthaarten, sensäure, Phthalsäure und Oxalsäure, die Adstringens
geäscherten, entkalkten und gegebenenfalls gebeizten des Gerbbades verringert und in gewissem Maße das
Felle mit einem basischen Chromsalz behandelt. Die 55 Arbeiten mit einer wesentlich höheren Basizität mög-
Behandlung umfaßt im allgemeinen zwei Stufen: das lieh wird,
Säuern der Blößen oder Pickeln und das eigentliche Ferner ist es in der Praxis je nach der Intensität Gerben. Das Pickeln wird in den meisten Fällen mit des Säuerns (Pickeln), das dem Gerben vorausgeht, einer Pickelflotte durchgeführt, der eine gewisse häufig zweckmäßig, die Basizität zu erhöhen, um die Menge einer organischen oder anorganischen Säure, 60 Wirkung der von der Blöße zurückgehaltenen Säure wie Schwefelsäure oder Salzsäure, zugesetzt wird. aufzuheben. Wenn dieses Säuern in Gegenwart von Für das eigentliche Gerben wird ein Chromsalz, geeigneten Maskierungsmitteln (Formiat, Phthalat, im allgemeinen ein Chromsulfat, das mehr oder we- Oxalat) durchgeführt wird, ist es bei Verwendung niger basisch gestellt ist, verwendet. Die Basizität eines sehr basischen Chromsulfats sogar möglich, das eines Chromsalzes entspricht dem Prozentsatz der 65 Pickeln jnd die anschließende Chromgerbung im Hauptvalenzen der Chromatome, die durch Hydro- gleichen Behälter durchzuführen, xylgruppen abgesättigt sind. Sie wird im allgemeinen Zusammenfassend hat das bekannte Verfahren bein Grad Schorlemmer ausgedrückt. Ein Salz, in dem züglich der Fixierung der aus der Hydrolyse der
dreiwertigen Chromsalze stammenden Acidität mit nen, beim Doppelcarbonat des Aluminiums und Na-
Hilfe von Natriumcarbonat die folgenden Nachteile: triums dagegen die Alkalität dieses amorphen I-tA-
stoflFes. Aluminiumoxyd hat bekanntlich amphoteren
1. Das Natriumcarbonat fällt das Chromhydrat Charakter und neutralisiert darum teilweise die starke aus, das nicht mehr in Lösung gebracht werden 5 Alkalität des Natriumoxyds, und aus diesem Grunde kann. erscheint das Doppelcarbonat als ein alkalisches Rea-
2. Die Gerbung ist ungleichmäßig. genSi dessen Wirkung der gewünschten Neutralisa-
3. Eine ständige Überwachung während der ge- tion genau angepaßt ist. Die Verwendung des vor samten Dauer des Verfahrens ist unerläßlich. dem T£insatz im Gerbmittel thermisch vorbehandelten
Von den Veröffentlichungen des Standes der Tech- i„ Doppelcarbonats hat darüber !}™ausd™^S" nik sind insbesondere die deutschen Patentschriften Vorteil, daß es den größten Teil des kotijendmxyds "79 030 und 339 418 zu nennen, die den Zusatz von bereits verloren hat und som.t eventuell storende Calciumcarbonat zum Chromsulfat bzw. den Zusatz Gasentwicklungen wahrend des Gerbens sicher vervon wasserunlöslichen Magnesiumderivaten zur sau- mieden werden tonnen. Diese latsacne mime m en Gerbbrühe beschreiben! Gemäß der französischen 15 dazr beitragen, daß durch die ^f*^™£j£ Patentschrift 1379 548 wird Dolomit als säurebin- Wendung des thermisch behandelten DoPPelcarbodende Substanz beim Gerben mit dreiwertigen nats die Erzielung von hochwertigem Leder deren Chromsaizen verwendet. Schließlich kann noch die Qualität besser als die nach bekannten Verfahren französische Patentschritt 1 446 426 eenannt werden, erhaltenen ist, erreicht wird. . ■
die 0- Verfahren r-schre.bt. bei dem das Pickeln *o Zweckmäßig verwendet man erfindung gemaG e η in Gegenwart eines synthetischen Gerbstoffs durch- Doppelcarbonat von Aluminium und AiwhmrtaH. Jefiihrt wird das im Bereich zwischen 250 und 300 C. >nsbeson-
Gcßc-nstand der E rtindung ist em Verfahren zum dere wahrend 2 bis 3 Stunden, thermisch behandelt Chromeerben, das die Nachteile der bekannten Ver- worden ist. , Ίth„mi«'h he-
f-ihien ~die mit »Abstumpfen« durchgeführt werden. ,5 In der Praxis betragt der Anteil des thermisch be "schaltet. Dieses Verfahren zum Gerben tierischer handelten Doppelcarbonats des Aluminiums und des Häute mit einem Gen,sch eines dreiwertigen Chrom- Alkalimetalls im Gerbmittel gemäßJer E'™r .al/cs und eines DuPPelcarbonates als säurebmden- etwa 8 bis 12 Gewichtsprozent bezogen auf da. dru den StorT ist dadurch gekennzeichnet, daß man ak wer.ige Chromsalz. ™^^ ** ^j^ ...urebindenden StoP thermisch behandeltes Ooppel- 3o Vorzugsweise wiro zur "^«^,^ ,-,rbonat vor. Aluminium und enum A!VplimetnH gemäß verwendeten thermisch behandelten pp : erwendet, das durch eine Wärmebehandlung be, carbonates ein Doppelcarbonat von Aluminiuin und erhöhten Temperaturen während einie-r Stunden ^- Natrium verwendet das im Handel ^ht «h. Uich ■ ostcns teilweise zu Alkali- und Aluminiumoxyden ist und vorteilhaft die folgende, in Oxydtn gerecn ,mgewandelt worden ist. 35 nete Grundzusammensetzur.g
Dieses Verfahren hat erhebliche Vorteile: denn r.pwirhtsnrozent
,,, allen Verfahren, und ,war sowohl be. den be- Al2O3 30 bis 50 Gewich sprozen
kannten als auch beim Verfahren gemäß der Erfin- CO XS^SSSchSS
,lung, ist als wichtiger Punkt die Geschwindigkeit Na2O 10 bis 2U Gewicntsprozem
.1 r Säureneutralisation während des Gerbens anzu- 4° , , .njprP
;:hen Hierbei war es ,^cifellos gemäß dem Stande hat. Das Gerbm.ttel kann außerdem noch andere der Technik schon überraschend, daß bei Verwen- säurebindende Substanzen enthalten, dung von Dolomit bessere Ergebnisse erzielt werden Beispiel
können als bei Verwendung eines Gemisches aus „mc„ifat „on 60 Grad Schor-
Calcium- und Magnesiumcarbonat. Um so weniger 45 100 Gew.chtste.le Chrornsu fat von.öOGrad^or konnte vom Fachmann aber vorausgesehen werden, lemmer werdeji, mrt ^Ά^ daß bei der erfindungsgemäßen Verwendung eines nat von A'umi"ium ""^^„"w^Sden st Dieses thermisch behandelten Doppelcarbonats von Alumi- her 2 Stunden bei 28OjC ^^"^^ung nur nium und einem Alkalimetall, insbesondere Natrium, Doppelsalz enthalt nach der Wärmebehandlung η sogar noch bessere Ergebnisse erzielt werden kön- 50 "0^Jj15 1'^: bei H 3 j bis 3>3 in 30 bis nen, als dies bei verwendung von Dolomit der Fall !g™™^™ B^"gepickelt worden ist,
ist. Es ist nicht bekannt, worauf diese bessere Wir- 70 Teilen eines sauren ολ j η Gemisches bekung beim Verfahren gemäß der Erfindung zurück werden "«^^ ^ d,e« Gem^^ zuführen ist, zumal es keine zuverlässigen Methoden J»"«1*;"1"'^J1Jl" ichnete Aufnahme des Chromgibt mit denen die Neutralisierungsgeschwindigkett 55 kungund eine aiisgezeicnnew «um*
tralisationsgeschwindigkeit der starken Basen, näm- Runzeln und Falten, keine Flachenscnrumptung lieh Kalk und Magnesiumoxyd, verantwortlich zeich- 60 keine »Vertiefungen«.

Claims (5)

ι 2 jedes Chromatom an eine OH-Gruppe gebunden ist, Patentansprüche: ist ein Salz mit einer Basizität von 33,3 Grad Schorlemmer. Sind zwei OH-Gruppen an jedes Chrom-
1. Verfahren zum Gerben tierischer Häute mit atom gebunden, hat das Salz eine Basizität von einem Gemisch eines dreiwertigen Chromsaizcs 5 66,6 Grad Schorlemmer. Das Gerbvermogen eines und eines Doppelcarbonates als säurebindenden Chromsalzes ist um so großer, je hoher die tJasizitat Stoff, dadurch gekennzeichnet, daß ist. Andererseits ist seine Affinität zum hell um so man als säurebindenden Stoff thermisch behan- höher, je alkalischer dieses, reagiert.
deltes Doppelcarbonat von Aluminium und einem Nach einer allgemeinen Regel, die sich auf fcrfan-
Alkalimetall verwendet, das durch eine Wärme- io rung gründet, muß das Gerben allmählich erfolgen,
behandlung bei erhöhten Temperaturen während Wenn es zu plötzlich erfolgt, findet eine übermäßige
einiger Stunden wenigstens teilweise zu Alkali- Anreicherung des Gerbstoffs auf den Oberflächen
und Aluminiumoxyden umgewandelt worden ist. statt. Sein Eindringen in das Innere der Blöße wird
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge- erschwert, und das auf diese Weise behandelte Leder kennzeichnet, daß man ein Doppelcarbonat von 15 weist große Mangel auf, wie Narbenübergerbung. Aluminium und Alkalimetall verwendet, das im Chromnester, schwierige gleichmäßige Färbung und Bereich zwischen 250 und 300° C. insbesondere schlechte Verteilung der Fettstoffe bei der Fetturm während 2 bis 3 Stunden, thermisch behandelt Das Pickeln wird vorgenommen, um diese Mängel worden ist. zu vermeiden. Es hat den Zweck, durch Säuern d;e
3. Verfahren nach Anspruch I und 2, dadurch io Affinität der Blöße zum Chromsalz zu verringern gekennzeichnet, daß man ein Doppelcarbonat Der pH-Wert der Blöße, der nach dem Entkalke: verwendet, das durch thermische Behandlung etwa 8 beträgt, wird erniedrigt, um einen Wert, dceines Doppelcarbonates mit 30 bis 50 Gewichts- demjenigen der Chrombrühe näher liegt, nämli«.·1' prozent AKO1, 10 bis 25 Gewichtsprozent CO., einen pH-Wert zwischen 1.5 und 3,2 zu erreiche;; und 10 bis 20 Gewichtsprozent Na.,0 erhalten 25 Das Säuern erfolgt im allgemeinen in Gegenwart von worden ist und nur noch 0.4 bis 2 0O CO., ent- Kochsalz, um jedes Quellen, das für die Blöße nach hält. " teilig Kt, zu \ ermeiden.
4. Virfah-en nach Anspruch ] bis 3, dadurch Ebenso ist zur Erzielung einer allmählichen Ger gekennzeichnet, daß man das thermisch behan- bung die Basizität der zum Gerben verwendeterdelte Doppelcarbonat in Mengen von 8 bis 30 Chromsalze im allgemeinen nicht hoch. Bei dem an 12 Gewich; ,prozent, bezogen auf das dreiwertige häufigsten angewendeten Verfahren verwendet man Chromsalz, verwendet. " ein Chromsulfat, das eine Basizität zwischen 30 und
5. Gerbmittel für tierische Häute, enthaltend 45 Grad Schorlemmer hat. Die Reaktion einer starneben wenigstens einem dreiwertigen Chromsalz. gesäuerten Blöße mit einem Chromsalz einer solche vorzugsweise Chromsulfat, 8 bis 12 Gewichts- 35 Basizität stellt eine ungenügende Gerbung dar, d:j prozent. bezogen auf das Chromsalz, eines ther- vervollständigt werden muß. Um dies zu erreichen, misch behandelten Doppelcarbonats von Alumi- wird während des Gerbens ein sogenanntes »Ab nium und einem Alkalimetall, Insbesondere Na- stumpfen« vorgenommen: Wenn das Fell vom Chrom trium, das durch die Wärmebehandlung wenig- salz vollständig durchdrungen ist, setzt man der stens teilweise zu Alkali- und Aluminiumoxyden 40 Gerbbrühe eine Alkaliverbindung, wie Natriumcarumgewandelt worden ist. bonat oder -bicarbonat bzw. Borax zu. Auf dic^-
Weise wird die Basizität des von der Blöße aufgenommenen oder noch im Bad vorhandenen Chrom-
DE19702004682 1969-02-05 1970-02-03 Gerbmittel und Verfahren zum Gerben tierischer Haute Expired DE2004682C (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
FR6902541 1969-02-05
FR6902541A FR2031725A5 (de) 1969-02-05 1969-02-05

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Publication Number Publication Date
DE2004682A1 DE2004682A1 (de) 1970-11-19
DE2004682C true DE2004682C (de) 1973-05-24

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