DE198182C - - Google Patents

Info

Publication number
DE198182C
DE198182C DENDAT198182D DE198182DA DE198182C DE 198182 C DE198182 C DE 198182C DE NDAT198182 D DENDAT198182 D DE NDAT198182D DE 198182D A DE198182D A DE 198182DA DE 198182 C DE198182 C DE 198182C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glue
blood
wood
lime
jelly
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT198182D
Other languages
English (en)
Publication of DE198182C publication Critical patent/DE198182C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09JADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
    • C09J189/00Adhesives based on proteins; Adhesives based on derivatives thereof
    • C09J189/005Casein

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Jellies, Jams, And Syrups (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JVs 198182-KLASSE 221 GRUPPE
Es ist bekannt, daß Blut bzw. Blutalbumin sowohl für sich als gemischt mit Kalk oder Alkalien klebende Eigenschaften besitzt, jedoch ist es bisher zur Verleimung von HoIzteilen, z. B. Furnieren, nicht mit Erfolg benutzt worden. Für das Verleimen von Holzteilen kommen folgende zwei Verfahren in Betracht:
1. Zusammenpressen der mit Leim bestriche-η en Holzflächen bei gewöhnlicher Temperatur (kaltes Verfahren) ;
2. Zusammenpressen der mit Leim bestrichenen Holzflächen bei erhöhter Temperatur, zwischen heißen, durch Dampf oder anderswie auf etwa ioo° erwärmten Preßplatten (heißes Verfahren).
Keines von beiden liefert bei Benutzung der üblichen Arbeitsweisen gute Ergebnisse, sobald man versucht, Blut oder eine Blutkalkmischung als Klebstoff zu verwenden. Eine Verleimung von Holzteilen gilt als fest, wenn bei gewaltsamer Trennung der verleimten Holzteile sich weder Leim von Leim noch Leim von Holz, sondern Holz von Holz löst.
Demgegenüber ergibt Blutkalk beim kalten Verfahren nach dem Trocknen der damit verleimten Holzteile eine poröse, bröckliche Masse, die durch die geringste mechanische Einwirkung zerfällt, es trennt sich Leim von Leim; beim heißen Verfahren dagegen findet Blasenbildung statt, veranlaßt durch das im Leim vorhandene Wasser, das weder entweichen noch vom Holz aufgenommen werden kann, es trennt sich nach dem Entlasten der 45
frisch verleimten, noch heißen Platten der Leim vom Holz.
Nach vorliegendem Verfahren ist es nun gelungen, diesen letzteren Übelstand zu beseitigen und mittels Blutkalk nach dem heißen Verfahren eine feste Verbindung von Holzteilen zu erzielen.
Das Verfahren beruht auf der Beobachtung, daß eine Blut - Kalk - Wassermischung, die, frisch bereitet, dünnflüssig und stark klebrig ist, nach einigem Stehen ihre Klebrigkeit verliert und sich dabei in eine schlüpfrige Gallerte verwandelt. Ein derartiger gallertiger Leim galt bisher als verdorben und besitzt auch in gewöhnlicher Weise — nach dem kalten Verfahren — verleimten Holzteilen gegenüber keine Klebkraft. Bei Anwendung des »heißen« Verfahrens ergibt er dagegen überraschenderweise eine tadellose feste Verbindung der damit bestrichenen Holzteile; ungeachtet des hohen Wassergehaltes der Albuminkalkgallerte — er kann das 8 bis 15 fache der in ihr- enthaltenen Albumintrockensubstanz betragen — treten die dem heißen Verfahren anhaftenden Übelstände, die durch \Vassergehalt des Leimes verursacht werden und auch bei frischbereitetem Blutkalkleim sich zeigen, nicht ein.
Zur Herstellung dieser Leimgallerte verdünnt man frisches, defibriniertes Blut oder eine Lösung von Blutalbumin entsprechender Konzentration mit Wasser, fügt die nötige Menge Kalkmilch hinzu und rührt etwa eine Viertelstunde lang tüchtig um. Die so erhaltene dünnflüssige klebrige Masse überläßt
60
man dann mehrere Stunden lang sich selbst, bis sie ihre Klebrigkeit verloren hat und in eine Gallerte umgewandelt ist, die zwar noch eine gewisse Beweglichkeit besitzt,'aber doch so fest ist, daß man die flache Hand auf ihr ruhen lassen kann, ohne daß etwas von der Masse an ihr haften bleibt. Ein Rühren der einmal erstarrten Masse oder ein Verdünnen mit Wasser ist unbedingt zu vermeiden. Es
ίο ist nützlich, der Blutlösung vor dem Kalkzusatz eine gewisse Menge eines pulverförmigen porösen Füllstoffes, am besten trockenes Holzmehl, beizumischen. Die Leimgallerte wird dann in bekannter Weise mittels Pinsel oder Walzen auf die zu verleimenden Holzteile — Furniere — aufgetragen und die Verleimung zwischen heißen, durch hydraulischen Druck zusammengepreßten Platten vollzogen. Wichtig ist es, den richtigen Zeitpunkt des Verbrauches der fertigen Leimgallerte abzupassen. Bei zu langem Stehen tritt nämlich ein mit Verlust der Klebfähigkeit verbundenes »Umschlagen« des Leimes ein; auf der glatten, gleichsam mit einem dünnen Häutchen überzogenen Leimoberfläche bilden sich Risse, die sich allmählich erweitern und mit einer wässerigen Ausscheidung erfüllt sind; schließlich verflüssigt sich die ganze Masse und wird so" dünnflüssig, wie unmittelbar nach ihrer Herstellung. Zur Verhütung des Umschlagens fügt man zu der Masse bei Herstellung der Mischung'eine geringe Menge Ätznatron oder Ätzkali, etwa 0,2 Prozent, welcher Zusatz erfahrungsmäßig den Beginn des Umschlagens um mehrere Stunden verzögert, auf die übrigen Eigenschaften des Leimes — seine GeIatinierungsfähigkeit, Wasserfestigkeit usw. — aber ohne Einfluß ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines Leimes aus Blut oder Blutalbumin und Kalk, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Mischung aus Blut" (Blutalbumin), Kalk und Wasser so lange sich selbst überläßt, bis sie ihre Klebrigkeit verloren hat und in eine Gallerte umgewandelt ist.
DENDAT198182D Active DE198182C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE198182C true DE198182C (de)

Family

ID=461000

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT198182D Active DE198182C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE198182C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1045581B (de) * 1957-11-15 1958-12-04 American Marietta Co Verfahren zur Herstellung eines Leims aus geronnenem Blut und Alkali
DE1046226B (de) * 1957-05-02 1958-12-11 American Marietta Co Verfahren zur Herstellung eines Leims, der aus einer Mischung von geronnenem Blut und Alkali besteht

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1046226B (de) * 1957-05-02 1958-12-11 American Marietta Co Verfahren zur Herstellung eines Leims, der aus einer Mischung von geronnenem Blut und Alkali besteht
DE1045581B (de) * 1957-11-15 1958-12-04 American Marietta Co Verfahren zur Herstellung eines Leims aus geronnenem Blut und Alkali

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2160716A1 (de) Verfahren zur Veredelung von Nahrungsmitteln und veredelte Nahrungsmittel
DE198182C (de)
DE317322C (de)
DE712666C (de) Verfahren zur Herstellung von in Wasser loeslichen oder quellbaren Holzveredlungsprodukten
AT135335B (de) Verfahren zur Herstellung von Brot und anderen Backwaren.
DE10215616B4 (de) Flüssigklebstoff, Selbstklebemasse und Verfahren zur Herstellung derselben
AT27446B (de) Verfahren zur wasserfesten Verleimung von Holz u. dgl.
DE923157C (de) Aufkleben von Leder beim Klebetrocknungsverfahren
DE185714C (de)
DE833558C (de) Verleimungsverfahren und Leim, insbesondere zum Furnieren und Absperren
DE746872C (de) Verfahren zur Herstgellung von steickstoffhaltigen Futtermitteln
DE747533C (de) Wasserloesliches, auch als Klebstoff verwendbares Farbenbindemittel
DE540790C (de) Verfahren zur Herstellung von Klebstoffen
DE551961C (de) Verfahren zur Herstellung von Kaugummi
DE2900621B2 (de) Verfahren zum Herstellen eines Klebstoffes aus tierischem Blut
DE413343C (de) Verfahren zur Herstellung von Klebstoffen
DE657356C (de) Verfahren zur Herstellung eines Saeuerungsmittels fuer Baeckereizwecke
DE872622C (de) Verfahren zur Erzeugung von wasserfesten Kleb- oder Leimschichten, UEberzuegen und Impraegnierungen
DE375287C (de) Verfahren zur Herstellung von Linoleumersatzmassen
DE201309C (de)
DE729248C (de) Klebstoffe
AT62874B (de) Verfahren zur Erzeugung eines Reinigungsmittels für Tapeten, Zimmerdecken und -wände, Gobelins usw.
DE439432C (de) Verfahren zur Herstellung einer Kunstmasse aus mit Formaldehyd gehaertetem und mit Alkali loeslich gemachtem Kasein
DE879507C (de) Verfahren zur Herstellung von gelierfaehigem Pektin aus Rueben
DE598726C (de) Klebestoffe