DE197887C - - Google Patents

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DE197887C
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infectious
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bacteria
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K39/00Medicinal preparations containing antigens or antibodies

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • General Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Medicines Containing Antibodies Or Antigens For Use As Internal Diagnostic Agents (AREA)
  • Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)

Description

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 197887 KLASSE 3(U. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 14. Juli 1905 ab.
Es wurde gefunden, daß man Immunisierungs- und Heilmittel gegen Infektionskrankheiten in der Weise erhalten kann, daß man Glyzerin in geeigneten Schüttelvorrichtungen auf Infektionserreger oder Virusarten bei Körpertemperatur oder anderen geeigneten Temperaturen einwirken läßt und die Einwirkung vor oder nach völliger Abtötung der Infektionskeime unterbricht. Je nach der
ίο Dauer der Einwirkung kann man alle Zwischenstufen der Virulenz sowie auch Abtötung der Bakterien oder Virusarten erzielen. Die Unterbrechung der Einwirkung geschieht entweder durch Verdünnung der Emulsion oder durch Anwendung niederer Kältegrade, durch Filtration, durch Destillation, durch Anlegen von Kulturen aus der Glyzerinemulsion usw. Vorher ist es bisweilen zweckmäßig, zu zentrifugieren.
Es ist bekannt, daß man durch Einwirkung von Glyzerin Tuberkelbazillen abschwächen oder abtöten kann, und daß man mit abgeschwächten Bakterienstoffen Immunisierungsmittel erhalten kann; doch ist es bisher nicht gelungen, durch Behandlung von Bakterien mit den üblichen keimabschwächenden und keimabtötenden Mitteln eine wirksame Schutzimpfung gegen eine große Zahl von Infektionskrankheiten zu erzielen. Diese Tatsache ist auf den Umstand zurückzuführen, daß bisher bei den betreffenden Versuchen auch die für die Schutzimpfung wichtigen Stoffe vernichtet wurden. Bei dem vorliegenden neuen Verfahren, bei dem das physikalische Moment des methodischen Schütteins, das physikalisch-chemische Moment der Anwendung des osmotischen Druckes und das chemische der Einwirkung eines milden Desinfiziens vereinigt sind, wird dieser Ubelstand vermieden. Das neue Verfahren ermöglicht die Gewinnung ungefährlicher und wirksamer Schutzstoffe, da die Antigene in hohem Maße erhalten bleiben.
Ferner ist bekannt, daß sich aus Bakterien durch Schütteln mit Wasser Stoffe gewinnen lassen, aus denen man in bekannter Weise bakterizide Sera erhalten kann (vgl. Deutsche med. Wochenschr. 1904, S. 56, 980 ff.). Abgesehen davon, daß sich durch Schütteln mit Wasser eine sichere Abschwächung oder Abtötung von Bakterien nicht erzielen läßt, kommt bei dem vorliegenden Verfahren die Gewinnung bakterizider Sera überhaupt nicht in Frage. Es handelt sich vielmehr um die Gewinnung sicher abgeschwächter und abgetöteter Bakterien selbst, die, in geeigneter Verdünnung injiziert, unmittelbar Schutz- und Heilwirkungen ausüben.
Man verfährt z. B. in folgender Weise:
I. Eine abgewogene Menge feuchter,: feinstzerriebener Rindertuberkelbazillen' wird mit 8oprozentiger Glyzerinlösung bei 37° in einem Schüttelapparat drei Tage lang geschüttelt. Hierauf verdünnt man die Suspension, um die weitere Einwirkung des GIyzerins zu unterbrechen. Spritzt man von der verdünnten Suspension eine Menge, die 0,05 g der feuchten Tuberkelbazillen entspricht.
Kälbern ein und wiederholt die Einspritzung nach drei Monaten mit einer Menge von O, ι g einer zwei Tage mit Glyzerin behandelten Suspension, so erzielt man eine ausreichende Schutzimpfung.
2. Auf 0,2 g feuchter, feinstverteilter Rotzbazillen läßt man 4 ecm einer 8oprozentigen Glyzerinlösung in einem Schüttelapparat bei 37° 22 Stunden lang einwirken und unterbricht dann die Einwirkung. Spritzt man die Suspension Pferden ein und wiederholt die Einspritzung, nachdem sich die Pferde erholt haben, mit einer Menge, die o,4 g feuchten Rotzbazillen entspricht, so sind die Pferde gegen Rotz immunisiert.
3. 12- bis I4stündige Milzbrandbouillonkulturen oder das Blut eines mit Milzbrand infizierten Tieres werden mit der sechs- bis siebenfachen Menge einer Soprozentigen GIyzerinlösung versetzt und bei 37° in einem geeigneten Schüttelapparat etwa fünf Stunden geschüttelt, hierauf mit destilliertem Wasser verdünnt und im Eisschrank gekühlt. bis 4 ecm dieser Flüssigkeit genügen, um nach IO bis 14 Tagen ein Meerschweinchen gegen die tödliche Dosis Milzbrandmaterial zu schützen.
Bei Anwendung anderer Infektionserreger oder Virusarten verfährt man in analoger Weise. .

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Immunisierungs- und Heilmitteln gegen Infektionskrankheiten, dadurch gekennzeichnet, daß man Glyzerin in geeigneten Schüttelvorrichtungen auf Infektionserreger oder \7irusarten bei Körpertemperatur oder anderen geeigneten Temperaturen einwirken läßt und die Einwirkung vor oder nach völliger Abtötung der Infektionskeime unterbricht.
DE1905197887D 1905-07-13 1905-07-13 Expired - Lifetime DE197887C (de)

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AT36199D AT36199B (de) 1905-07-13 1908-05-14 Verfahren zur Herstellung von Immunisierungs- und Heilmitteln gegen Infektionskrankheiten.

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