DE197887C - - Google Patents
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K39/00—Medicinal preparations containing antigens or antibodies
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 197887 KLASSE 3(U. GRUPPE
Es wurde gefunden, daß man Immunisierungs- und Heilmittel gegen Infektionskrankheiten
in der Weise erhalten kann, daß man Glyzerin in geeigneten Schüttelvorrichtungen
auf Infektionserreger oder Virusarten bei Körpertemperatur oder anderen geeigneten
Temperaturen einwirken läßt und die Einwirkung vor oder nach völliger Abtötung der
Infektionskeime unterbricht. Je nach der
ίο Dauer der Einwirkung kann man alle Zwischenstufen der Virulenz sowie auch Abtötung
der Bakterien oder Virusarten erzielen. Die Unterbrechung der Einwirkung geschieht
entweder durch Verdünnung der Emulsion oder durch Anwendung niederer Kältegrade,
durch Filtration, durch Destillation, durch Anlegen von Kulturen aus der Glyzerinemulsion
usw. Vorher ist es bisweilen zweckmäßig, zu zentrifugieren.
Es ist bekannt, daß man durch Einwirkung von Glyzerin Tuberkelbazillen abschwächen
oder abtöten kann, und daß man mit abgeschwächten Bakterienstoffen Immunisierungsmittel erhalten kann; doch ist es bisher nicht
gelungen, durch Behandlung von Bakterien mit den üblichen keimabschwächenden und
keimabtötenden Mitteln eine wirksame Schutzimpfung gegen eine große Zahl von Infektionskrankheiten
zu erzielen. Diese Tatsache ist auf den Umstand zurückzuführen, daß bisher bei den betreffenden Versuchen
auch die für die Schutzimpfung wichtigen Stoffe vernichtet wurden. Bei dem vorliegenden
neuen Verfahren, bei dem das physikalische Moment des methodischen Schütteins, das physikalisch-chemische Moment der Anwendung
des osmotischen Druckes und das chemische der Einwirkung eines milden Desinfiziens
vereinigt sind, wird dieser Ubelstand vermieden. Das neue Verfahren ermöglicht die Gewinnung ungefährlicher und wirksamer
Schutzstoffe, da die Antigene in hohem Maße erhalten bleiben.
Ferner ist bekannt, daß sich aus Bakterien durch Schütteln mit Wasser Stoffe gewinnen
lassen, aus denen man in bekannter Weise bakterizide Sera erhalten kann (vgl. Deutsche
med. Wochenschr. 1904, S. 56, 980 ff.). Abgesehen davon, daß sich durch Schütteln mit
Wasser eine sichere Abschwächung oder Abtötung von Bakterien nicht erzielen läßt,
kommt bei dem vorliegenden Verfahren die Gewinnung bakterizider Sera überhaupt nicht
in Frage. Es handelt sich vielmehr um die Gewinnung sicher abgeschwächter und abgetöteter
Bakterien selbst, die, in geeigneter Verdünnung injiziert, unmittelbar Schutz- und Heilwirkungen ausüben.
Man verfährt z. B. in folgender Weise:
I. Eine abgewogene Menge feuchter,: feinstzerriebener Rindertuberkelbazillen' wird mit 8oprozentiger Glyzerinlösung bei 37° in einem Schüttelapparat drei Tage lang geschüttelt. Hierauf verdünnt man die Suspension, um die weitere Einwirkung des GIyzerins zu unterbrechen. Spritzt man von der verdünnten Suspension eine Menge, die 0,05 g der feuchten Tuberkelbazillen entspricht.
I. Eine abgewogene Menge feuchter,: feinstzerriebener Rindertuberkelbazillen' wird mit 8oprozentiger Glyzerinlösung bei 37° in einem Schüttelapparat drei Tage lang geschüttelt. Hierauf verdünnt man die Suspension, um die weitere Einwirkung des GIyzerins zu unterbrechen. Spritzt man von der verdünnten Suspension eine Menge, die 0,05 g der feuchten Tuberkelbazillen entspricht.
Kälbern ein und wiederholt die Einspritzung nach drei Monaten mit einer Menge von
O, ι g einer zwei Tage mit Glyzerin behandelten Suspension, so erzielt man eine ausreichende
Schutzimpfung.
2. Auf 0,2 g feuchter, feinstverteilter Rotzbazillen läßt man 4 ecm einer 8oprozentigen
Glyzerinlösung in einem Schüttelapparat bei 37° 22 Stunden lang einwirken und unterbricht
dann die Einwirkung. Spritzt man die Suspension Pferden ein und wiederholt
die Einspritzung, nachdem sich die Pferde erholt haben, mit einer Menge, die o,4 g
feuchten Rotzbazillen entspricht, so sind die Pferde gegen Rotz immunisiert.
3. 12- bis I4stündige Milzbrandbouillonkulturen oder das Blut eines mit Milzbrand
infizierten Tieres werden mit der sechs- bis siebenfachen Menge einer Soprozentigen GIyzerinlösung
versetzt und bei 37° in einem geeigneten Schüttelapparat etwa fünf Stunden
geschüttelt, hierauf mit destilliertem Wasser verdünnt und im Eisschrank gekühlt.
bis 4 ecm dieser Flüssigkeit genügen, um
nach IO bis 14 Tagen ein Meerschweinchen gegen die tödliche Dosis Milzbrandmaterial
zu schützen.
Bei Anwendung anderer Infektionserreger oder Virusarten verfährt man in analoger
Weise. .
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Immunisierungs- und Heilmitteln gegen Infektionskrankheiten, dadurch gekennzeichnet, daß man Glyzerin in geeigneten Schüttelvorrichtungen auf Infektionserreger oder \7irusarten bei Körpertemperatur oder anderen geeigneten Temperaturen einwirken läßt und die Einwirkung vor oder nach völliger Abtötung der Infektionskeime unterbricht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT36199D AT36199B (de) | 1905-07-13 | 1908-05-14 | Verfahren zur Herstellung von Immunisierungs- und Heilmitteln gegen Infektionskrankheiten. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE197887C true DE197887C (de) |
Family
ID=460735
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1905197887D Expired - Lifetime DE197887C (de) | 1905-07-13 | 1905-07-13 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE197887C (de) |
-
1905
- 1905-07-13 DE DE1905197887D patent/DE197887C/de not_active Expired - Lifetime
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