DE212336C - - Google Patents
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K39/00—Medicinal preparations containing antigens or antibodies
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30h. GRUPPE
In dem Patent 197888 ist ein Verfahren zur Herstellung von Imniunisierungs- und
Heilmitteln gegen Infektionskrankheiten beschrieben, das darin besteht, auf ausgewachsene
Bakterien oder Virusarten Lösungen von Zuckerarten in der Weise einwirken zu lassen,
daß die Immunisierungsstoffe erhalten bleiben. Man verfährt dabei in der Weise, daß man
die Einwirkung der Zuckerlösungen, die man am zweckmäßigsten in geeigneten Schüttelapparaten
bei 37° oder anderen geeigneten Temperaturen vor sich gehen läßt, nach einer
bestimmten Zeitdauer unterbricht, indem man beispielsweise die Lösung oder Suspension der
Bakterien im Vakuum bei möglichst niederer Temperatur eindampft. In dem Patent 197887
ist ein analoges Verfahren unter Anwendung von Glyzerin beschrieben.
Es wurde nun gefunden, daß die Wirkung der Zuckerarten und des Glyzerins auf eine
Änderung des osmotischen Druckes zurückzuführen ist, und daß man zu dem gleichen
Zweck auch Kochsalz anwenden kann, das ebenfalls eine Abschwächung oder Abtötung
der Bakterien oder Virusarten durch Änderung des osmotischen Druckes hervorruft. So
gelingt es, nach dem gekennzeichneten Verfahren mit einer 10 bis 20 prozentigen Kochsalzlösung
Cholera- und Typhuserreger usw.
abzuschwächen und sie unmittelbar zu Immunisierungszwecken geeignet zu machen.
Das wesentlich Neue des Verfahrens besteht
darin, daß man mit seiner Hilfe gefahrlose und wirksame Schutzstoffe erhalten kann, so daß sich selbst eine Immunisierung
gegen Tuberkelbazillen und Rotzbazillen erzielen läßt. Bei den bisher bekannt gewordenen
Methoden unter Anwendung der gewöhnlichen desinfizierenden Mittel werden dagegen auch
diejenigen Substanzen schwer geschädigt, die die Schutzwirkung auslösen sollen. In rationeller
Weise wird durch das vorliegende neue Verfahren diese Schädigung vermieden. Als besonders zweckmäßig hat sich die Kombination
der Einwirkung von Kochsalzlösungen mit methodischem Schütteln erwiesen.
Mit der Gewinnung bakterizider Sera nach der in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift
1904, S. 56 und 981, angegebenen- Methode
, wonach Bakterien mit destilliertem Wasser bei Zimmertemperatur geschüttelt werden,
worauf man filtriert und die Filtrate Tieren injiziert, hat die angemeldete Erfindung
keine Berührungspunkte. Aus dieser Abhandlung geht bereits hervor, daß durch
Schütteln der Bakterien mit destilliertem Wasser eine sichere Abschwächung oder Abtötung
nicht erreicht wird, während dies bei dem vorliegenden Verfahren der Fall ist. Bei
diesem werden auch keine bakteriziden Sera gewonnen, sondern immunisierende bakterielle
Stoffe oder aber sicher abgewächte oder abgetötete Bakterien, die unmittelbar zu Immunisierungs-
und Heilungszwecken Verwendung finden sollen. ■
i. Zu 2 mg feucht abgewogener Choleravibrionen gibt man 1J2 bis 2 ecm 10 bis 15 prozentige
Kochsalzlösung und läßt bei 37° 1J2'1°
bis 2 Tage stehen. Dann dampft man im ■ Vakuum bei möglichst niedriger Temperatur
ein. Löst man das so erhaltene Pulver in der nötigen Menge sterilen Wassers und spritzt
es z. B. Meerschweinchen ein, so werden die Tiere gegen letale Dosen des Cholera vibrio
immun.
2. 2 mg feucht abgewogener Typhusbazillen werden bei yj ° mit 1Z3 bis 2 ecm I5prözentiger
Kochsalzlösung 2 bis 4 Tage lang geschüttelt. Je nach dem gewünschten Grad der Abschwächüng wird die Einwirkung nach
bestimmter Zeit unterbrochen, indem man am besten im Vakuum bei niedriger Temperatur
eindampft. Spritzt man das so gewonnene Pulver, nachdem es in der nötigen Menge
sterilen Wassers gelöst ist, Tieren, z. B. Meerschweinchen, ein, so sind sie gegen letale
Dosen dieses Krankheitserregers immun. In analoger Weise verfährt man bei Anwendung
von Virusarten.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Immunisierungs- und Heilmitteln gegen Infektionskrankheiten,
dadurch gekennzeichnet, daß man Bakterien oder Virusarten der Einwirkung hypertonischer Kochsalzlösungen
unterwirft und zur Gewinnung eines haltbaren Präparates von bestimmtem Wirkungsgrad die Einwirkung in geeignetem
Zeitpunkt unterbricht.
2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, darin bestehend,
daß man die hypertonische Kochsalzlösung in geeigneten Schüttelapparaten bei Körpertemperatur
oder anderen· geeigneten Temperaturen auf die Bakterien oder Virusarten einwirken läßt und die so gewonnene
Suspension oder Lösung bei niederer Temperatur im Vakuum eindampft.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE212336C true DE212336C (de) |
Family
ID=474075
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT212336D Active DE212336C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE212336C (de) |
-
0
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