Die Erfindung bezieht sich auf Wälzlager für die Verwendung in Luftfahrzeu
gen, in Lebensmittelverarbeitungs-Vorrichtungen und für andere Anwendungs
zwecke, bei denen eine hohe Korrosionsbeständigkeit erforderlich ist. Die Er
findung bezieht sich insbesondere auf die Verbesserung des Leistungsvermö
gens solcher Wälzlager.
Wälzlager werden in der Regel hergestellt aus Stahl-Materialien entsprechend
SUJ2 (Lagerstahl) oder SCR42O (einsatzgehärteter Stahl), wenn sie jedoch in
Gegenwart von Wasser oder unter feuchten Bedingungen oder in einer ande
ren korrosiven Umgebung verwendet werden, tritt bei ihnen eine vorzeitige
Rostbildung auf und sie sind für die vorgesehene Verwendung nicht mehr ge
eignet.
Unter diesen Umständen wurden SUS44OC- und andere Stähle auf Martensit-Basis
als rostfreie Lagerstähle mit hohem Chrom-Gehalt eingesetzt, die nicht
nur eine hohe Korrosionsbeständigkeit, sondern auch eine Härte von HRC 58
und darüber aufweisen, wie sie für Lager erforderlich ist.
Wälzlager aus rostfreien Stählen werden in den meisten Fällen unter strenge
ren Bedingungen verwendet als diejenigen, wie sie bei Wälzlagern aus unle
gierten Stählen anzutreffen sind, und insbesondere in Gegenwart von Wasser
oder unter feuchten Bedingungen oder in einer anderen korrosiven Umge
bung, wobei auch die Verschleißfestigkeit (Abriebsbeständigkeit) in Verbin
dung mit dem Potential für eine schlechte Schmierung, ein extrem wichtiger
Faktor neben der Korrosionsbeständigkeit ist. Der Kohlenstoff ist in Stählen
ein unerläßliches Element zur Erzielung einer erhöhten Härte durch die Ver
festigung von Martensit und die Bildung von Carbiden trägt zu einer weiteren
Verbesserung der Verschleißfestigkeit bei.
Bei Luftfahrzeug-Lagern, die bei hohen Temperaturen und Geschwindigkeiten
verwendet werden sollen, ist eine hohe Kernfestigkeit unter einer Ringspan
nung bzw. Ringzugspannung) zusätzlich zu einer hohen Korrosionsbeständig
keit und Ermüdungsbeständigkeit (Dauerfestigkeit) erforderlich.
Bei den rostfreien Stählen mit hohem Chrom-Gehalt auf Martensit-Basis, typi
siert als SUS44OC, tritt das Problem auf, daß dann, wenn der Kohlenstoff-Gehalt
zunimmt, die hohen C- und Cr-Gehalte des Stahls die Bildung von vie
len groben (< 10 µm) eutektischen Carbiden bewirken, wodurch eine Beein
trächtigung (Verschlechterung) nicht nur der Korrosionsbeständigkeit des
Stahls, der Wälz-Lebensdauer und der Zähigkeit, sondern auch seiner
Schmiedbarkeit und Bearbeitbarkeit (Zerspanbarkeit) auftritt.
Wenn sie lediglich gehärtet werden, enthalten die konventionellen rostfreien
Stähle auf Martensit-Basis große Mengen an Abschreck-Austenit, weshalb sie
in der Regel nach dem Härtungsarbeitsgang einer Tieftemperatur-Behandlung
(unter 0°C) unterworfen werden. Im Falle von Luftfahrzeug-Lagern, die unter
vergleichsweise hohen Temperaturen verwendet werden sollen oder bei denen
die Dimensionsbeständigkeit besonders wichtig ist, folgt auf die Tieftempera
tur-Behandlung (unter 0°C) gelegentlich ein Anlassen bei erhöhten Tempera
turen von 400 bis 600° C. Wenn jedoch die konventionellen rostfreien Stähle
auf Martensit-Basis bei 400 bis 600°C angelassen werden, fällt ihre Härte auf
HRC 55 bis 57 oder sogar darunter, wodurch eine Beeinträchtigung
(Verschlechterung) der Ermüdungsbeständigkeit (Dauerfestigkeit) und Ver
schleißfestigkeit bewirkt wird.
Ein anderes Problem, das bei den konventionellen rostfreien Stählen auf Mar
tensitbasis mit hohem Kohlenstoff-Gehalt auftritt, besteht darin, daß eine Se
kundärausscheidung von Cr-Carbiden während des Anlassens auftritt und daß
dann, wenn das Anlassen bei hohen Temperaturen durchgeführt wird, die Kor
rosionsbeständigkeit der Stähle deutlich abnimmt.
Im Hinblick auf die Lösung der obengenannten Probleme wurde in der unge
prüften publizierten japanischen Patentanmeldung Sho 61-163244 vorge
schlagen, die C- und Cr-Gehalte herabzusetzen, um die Bildung von eutekti
schen Carbiden zu verzögern, wodurch eine verbesserte Ermüdungsbestän
digkeit und Zähigkeit erzielt wird, ohne die Verschleißfestigkeit zu opfern. Das
vorgeschlagene Verfahren ist jedoch unbefriedigend in bezug auf die Verbes
serung der Beständigkeit und in bezug auf die Verschleiß-Korrosion und, was
noch wichtiger ist, es wird das Dimensions-Beständigkeitsproblem nicht be
rücksichtigt, das aus dem Abschreck-Austenit und den Auswirkungen auf die
Ermüdungsbeständigkeit (Dauerfestigkeit), Korrosionsbeständigkeit und Ver
schleißfestigkeit resultiert, die durch das Hochtemperatur-Anlassen auftreten
können, das durchgeführt wird, um den Abschreck-Austenit zu zersetzen.
Nach der ungeprüften publizierten japanischen Patentanmeldung Hei 1-
205063 wird ein Teil aus verschleißfestem rostfreiem Stahl vorgeschlagen, das
verbessert ist in bezug auf die Kern-Zähigkeit durch Beschränkung des Koh
lenstoff-Gehaltes auf 0,6 Gew.-% und darunter und das carburiert worden ist,
um ihm eine hohe Oberflächenhärte zu verleihen. Das Teil weist jedoch keine
ausreichend verbesserte Korrosionsbeständigkeit auf.
Lager, die insbesondere für die Verwendung in Luftfahrzeug-Düsenmotoren
und -Gasturbinen bestimmt sind, werden während des Betriebs hohen Tempe
raturen und Geschwindigkeiten ausgesetzt, wie bereits oben angegeben, und
sie erfordern daher nicht nur eine hohe Kernfestigkeit unter Ringzugspannung,
sondern auch eine ausreichende Härte bei erhöhten Temperaturen. Üblicher
weise werden diese Lager aus Semi-Hochgeschwindigkeit-Materialien, wie
AISIM50 und M50NiL hergestellt; diese Materialien weisen jedoch eine derart
niedrige Korrosionsbeständigkeit auf, daß sie zu einer vorzeitigen Rostbildung
neigen aufgrund einer Salzschädigung an ungünstigen Orten, beispielsweise
Flughäfen, die ans Meer angrenzen. Da die Sicherheit von äußerster Wichtig
keit für Luftfahrzeug-Lager ist, kann ihre Lebensdauer dann als beendet ange
sehen werden, unabhängig davon, wie begrenzt die Rostbildung ist. Deshalb
werden unter dem Gesichtspunkt der Korrosionsbeständigkeit Luftfahrzeug-Lager
vorzugsweise aus rostfreien Stahl-Materialien hergestellt.
Die konventionellen rostfreien Stahl-Materialien wie SUS440C weisen jedoch
bei erhöhten Temperaturen keine befriedigende Härte auf und sind deshalb für
die Verwendung als Lager-Materialien in Luftfahrzeug-Motoren nicht geeignet.
Ein weiteres Problem, das bei dem angegebenen Typ von rostfreien Stählen
auf Martensit-Basis mit hohem Kohlenstoff-Gehalt auftritt, besteht darin, daß
dann, wenn sie bei einer hohen Temperatur angelassen werden, das Chrom in
der Matrix als Carbid ausfällt, wodurch ihre Korrosionsbeständigkeit beträcht
lich beeinträchtigt (vermindert) wird.
Ein erstes Ziel der Erfindung besteht daher darin, Wälzlager mit einem ver
besserten Leistungsvermögen bereitzustellen, die aus einsatzgehärteten rost
freien Stählen hergestellt sind, die verbessert sind in bezug auf die Korrosi
onsbeständigkeit, die Wälz-Ermüdungsbeständigkeit (-Dauerfestigkeit) und die
Verschleißfestigkeit im Vergleich zu den konventionellen rostfreien Stählen auf
Martensit-Basis, und die auch eine hohe Kern-Zähigkeit aufweisen.
Zweites Ziel der Erfindung ist es außerdem, Wälzlager bereitzustellen, die
nicht nur eine befriedigende Korrosionsbeständigkeit, sondern auch ein besse
res Leistungsvermögen in bezug auf andere Aspekte, beispielsweise die Wälz-Ermüdungsbeständigkeit
bei hoher Temperatur und die Kernfestigkeit
(Kernzähigkeit) unter Ringzugspannung aufweisen, wodurch ein ausgezeich
netes Leistungsvermögen bei ihrer Verwendung in Luftfahrzeugen gewährlei
stet ist.
Das erste Ziel der Erfindung kann erreicht werden mit einem Wälzlager, das
einen inneren Laufring, einen äußeren Laufring und Wälzelemente (Wälz
körper) aufweist, bei dem mindestens ein Element, ausgewählt aus der Gruppe
innerer Laufring, äußerer Laufring und Wälzkörper, aus einem Legierungsstahl
hergestellt ist, der im wesentlichen besteht aus weniger als 0,5 Gew.-% C, 8,0
bis 20,0 Gew.-% Cr, 0,1 bis 1,5 Gew.-% Mn, 0,1 bis 2,0 Gew.-% Si und zum
Rest aus Fe und zufälligen Verunreinigungselementen, wobei die Beziehung
zwischen den C- und Cr-Gehalten der Bedingung genügt:
0,04 Cr (Gew.-%) - 0,39 C (Gew.-%) -0,05 Cr (Gew.-%) + 1,41,
wobei dieses mindestens ein Element eine Oberflächenschicht aufweist, die
durch Nitrierung oder Carbonitrierung bei einer Temperatur unterhalb Ac₁, an
schließendes Erhitzen auf eine Temperatur von 900 bis 1200°C, Härten, eine
Tieftemperaturbehandlung (unter 0°C) und Anlassen erzeugt worden ist.
Das erste Ziel der Erfindung kann auch erreicht werden mit einem Wälzlager,
das einen inneren Laufring, einen äußeren Laufring und Wälzelemente
(Wälzkörper) umfaßt, wobei mindestens ein Element aus der Gruppe innerer
Laufring, äußerer Laufring und Wälzkörper aus einem Legierungsstahl herge
stellt ist, der im wesentlichen besteht aus weniger als 0,5 Gew.-% C, 8,0 bis
20,0 Gew.-% Cr, 0,1 bis 1,5 Gew.-% Mn, 0,1 bis 2,0 Gew.-% Si, 0,05 bis weni
ger als 0,2 Gew.-% N und zum Rest aus Fe und zufälligen Verunreinigungs-Elementen,
wobei die Beziehung zwischen den C-, Cr- und N-Gehalten der
Bedingung genügt:
0,04Cr% - 0,83N% - 039 C% -005Cr% + 1,41
und wobei diese mindestens eine Element eine Oberflächenschicht aufweist,
die durch Nitrierung oder Carbonitrierung bei einer Temperatur unterhalb Ac₁,
anschließendes Erhitzen auf eine Temperatur von 900 bis 1200°C, Härten,
eine Tieftemperatur-Behandlung (unter 0°C) und Anlassen erzeugt worden ist,
wobei die genannte Oberflächenschicht 0,05 bis 1,2 Gew.-% N und 0,45 bis
1,5 Gew.-% C + N enthält.
Außerdem kann das zweite Ziel der Erfindung erreicht werden durch ein
Wälzlager mit einem verbesserten Leistungsvermögen, das für die Verwen
dung unter Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits-Bedingungen geeig
net ist, wie sie während des Betriebs von Luftfahrzeug-Düsenmotoren oder
-Gasturbinen anzutreffen sind, und das umfaßt einen inneren Laufring, einen
äußeren Laufring und Wälzelemente (Wälzkörper), das dadurch gekennzeich
net ist, daß mindestens ein Element aus der Gruppe innerer Laufring, äußerer
Laufring und Wälzkörper aus einem Legierungsstahl hergestellt ist, der im we
sentlichen besteht aus weniger als 0,3 Gew.-% C, 8,0 bis 20,0 Gew.-% Cr, 0,1
bis 1,5 Gew.-% Mn, 0,1 bis 2,0 Gew.-% Si, 0,4 bis 3,0 Gew.-% Mo, 0,4 bis 2,0
Gew.-% V, 1,0 bis 3,5 Gew.-% Ni, 1,0 bis 10,0 Gew.-% Co, weniger als 0,2
Gew.-% N und zum Rest aus Fe und zufälligen Verunreinigungs-Elementen,
das außerdem dadurch charakterisiert ist, daß [eq1] oder eine Gleichung, die
den Gehalt (Gew.-%) mindestens eines Elements zur Beschleunigung der Bil
dung von Ferrit in dem Basismaterial repräsentiert, und [eq2] oder eine Glei
chung, die den Gehalt (Gew.-%) mindestens eines Elements zur Beschleuni
gung der Bildung von Austenit in dem Basismaterial repräsentiert, der folgen
den Beziehung untereinander genügen:
[eq2] 0,04 × [eq1] - 0,39 (1)
worin [eq1] = Cr%+Si%+1,5 Mo% + 3,5 V%;
[eq2] = C% + 0,83 N% + 0,05 (Co+Ni)%+0,12 Mn%
und das außerdem dadurch charakterisiert ist, daß es eine Oberflächenschicht
aufweist, die durch Nitrieren oder Carbonitrieren bei einer Temperatur unter
halb Ac₁, anschließendes Erhitzen auf 900 bis 1200°C, Härten, eine Tieftem
peratur-Behandlung (unter 0°C) und ein Anlassen erzeugt worden ist, wobei
die genannte Oberflächenschicht 0,15 bis 1,2 Gew.-% N und 0,45 bis 1,5
Gew.-% C + N enthält.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Diagramm, das die erfindungsgemäßen Bereiche der C und Cr-Gehalte
für den Fall, daß der N-Gehalt praktisch 0 ist, angibt;
Fig. 2 ein Diagramm, das die erfindungsgemäßen Bereiche der C- und Cr-Gehalte
für den Fall, daß N darin enthalten ist, angibt;
Fig. 3-1 ein Diagramm, welches das Verfahren zur Wärmebehandlung
(Vergütung) von erfindungsgemäßen Proben unter der Bedingung A
darstellt;
Fig. 3-2 ein Diagramm, welches das Verfahren zur Wärmebehandlung
(Vergütung) von erfindungsgemäßen Proben unter der Bedingung B
darstellt,
Fig. 4 einen experimentellen Aufbau einer 2-Zylinder-Verschleißtest-Vorrichtung
in schematischer Form,
Fig. 5 ein Diagramm, das die Ergebnisse der Messung auf Anodenpolarisati
onskurven für zwei erfindungsgemäße rostfreie Stähle und einen Ver
gleichs-rostfreien Stahl zeigt;
Fig. 6 ein Diagramm, das zeigt, wie die Bildung von δ-Ferrit von der Korrelati
on zwischen [eq1] und [eq2] abhängt; und
Fig. 7 ein Diagramm, das zeigt, wie die Hochtemperatur-Ermüdungsbe
ständigkeit von Lagern durch die Gehalte von (Co+Ni) in % und (Mo+V)
in% bestimmt wird.
Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsformen nä
her beschrieben.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben Versuche durchgeführt, in de
nen der Kohlenstoffgehalt, der, wenn er in einer erhöhten Menge enthalten ist,
grobe eutektische Carbide bilden würde unter Beeinträchtigung der verschie
denen Fähigkeiten von Stählen, vermindert wurde und als Kompensation
Stickstoff, der ebenfalls eine Verfestigungswirkung auf eine feste Lösung hat,
zugegeben wurde; die Erfinder untersuchten die potentiellen Effekte der Ge
halte von Stickstoff, Kohlenstoff und anderen Legierungs-Komponenten auf die
Beständigkeit gegen Korrosion und Verschleiß. Als Ergebnis wurde gefunden,
daß dann, wenn Stickstoff zugegeben wurde, um den verringerten Kohlenstoff-Gehalt
zu kompensieren, die Bildung von groben eutektischen Carbiden ver
zögert werden konnte und daß daher die Korrosionsbeständigkeit signifikant
verbessert wurde gegenüber konventionellen rostfreien Stählen und auch nach
dem Anlassen bei hohen Temperaturen oberhalb 400° C aufrechterhalten wer
den konnte, und daß die Bildung von feinkörnigen Nitriden zur Erzielung einer
erhöhten Verschleißfestigkeit beitrug. Außerdem konnte durch den verminder
ten Kohlenstoff-Gehalt auch die Bildung von eutektischen Carbiden verzögert
werden, was den zusätzlichen Vorteil bietet, daß die Zähigkeit und die Ermü
dungsbeständigkeit verbessert werden.
Andererseits wurde gefunden, daß wegen der sehr geringen Löslichkeit von
Stickstoff in geschmolzenem Stahl die Zugabe von mehr als 0,2 Gew.-%
Stickstoff schwer zu erzielen war bei Anwendung des konventionellen Stahl
herstellungsverfahrens an der Luft. Zur Herstellung von Stählen, die mehr als
0,2 Gew.-% Stickstoff enthalten, ist eine Anlage erforderlich, welche die
Durchführung der Stahl-Herstellungsarbeitsgänge unter einer Hochdruck-Stickstoffatmosphäre
ermöglicht und dies führt zu einer beträchtlichen Erhö
hung der Produktionskosten. Außerdem werden dann, wenn eine große Men
ge Stickstoff in den geschmolzenen Stahl bei Atmosphärendruck eingepreßt
wird, Luftblasen in der erstarrenden Schmelze gebildet und es kann eine Rei
he von Hohlräumen den Stahlblöcken einverleibt werden. Deshalb ist bei kon
ventionellen Raffinierungsverfahren die Zugabe von Stickstoff auf weniger als
0,2 Gew.-%. beschränkt.
Es sei darauf hingewiesen, daß aus der deutschen Patentpublikation DE 40 33 706 C2
ein Verfahren bekannt ist, bei dem Stähle in einer stickstoffhaltigen
Atmosphäre, wie Ammoniak oder Stickstoffgas, bei Temperaturen oberhalb Ac₁
so nitriert werden, daß mehr als 0,2 Gew.-% Stickstoff einer Oberflächen
schicht einverleibt werden. In diesem Patent werden jedoch keinerlei Erwä
gungen in bezug auf die Korrelation zwischen dem Cr-Gehalt und jedem der
C- und N-Gehalte, welche die Korrosionsbeständigkeit beeinflussen, oder in
bezug auf die Effekte, die diese Legierungs-Elemente auf die Ermüdungsbe
ständigkeit und die Verschleißfestigkeit haben, angestellt.
Andererseits kann die Härte von HRC 58 und darüber, die für einen erfolgrei
chen Einsatz der Lager erforderlich ist, nicht erzielt werden, wenn der Ge
samtgehalt an Kohlenstoff und Stickstoff nicht mehr als 0,45 Gew.-% beträgt.
Deshalb folgt daraus natürlich, daß dann, wenn der Stickstoff-Gehalt unterhalb
des oberen Grenzwertes von 0,2 Gew.-% liegt, der Kohlenstoff in einer Menge
von mehr als 0,25 Gew.-% darin enthalten sein sollte. Eine weitere Erhöhung
der Härte kann nur erzielt werden durch Einarbeitung von mehr Kohlenstoff,
um verfügbare Carbid-Präzipitate zu erzeugen. Wenn jedoch mehr als 0,5
Gew.-% Kohlenstoff darin enthalten sind, besteht die Gefahr, daß sich wäh
rend der Erstarrung (Verfestigung) grobe eutektische Carbide bilden, welche
die Korrosionsbeständigkeit und Zähigkeit in nachteiliger Weise beeinflussen.
Deshalb wird zur Verbesserung dieser Eigenschaften der Kohlenstoffgehalt,
der für die Korrosionsbeständigkeit nachteilig ist, vorzugsweise herabgesetzt,
um dadurch die Bildung von eutektischen Carbiden zu verzögern, während
gleichzeitig Stickstoff zugegeben wird, der nicht nur günstig für die Korrosi
onsbeständigkeit ist, sondern auch dadurch charakterisiert, daß er ebenso
wirksam ist wie Kohlenstoff bei der Martensithärtung der festen Lösung.
Im Lichte dieser Tatsachen haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung
Untersuchungen durchgeführt, um ein wirksames Verfahren zur Stickstoff-Zugabe zu entwickeln und sie haben einsatzgehärtete rostfreie Stähle herge
stellt durch Nitrierung oder Carbonitrierung, so daß diese verbessert wurden
und ein besseres Leistungsvermögen aufwiesen.
Die Nitrierungs- oder Carbonitrierungs-Behandlungen bei der Wärmebehand
lungstechnologie gemäß Stand der Technik umfassen das nitrierende Tufft-Riding,
die Gas-Weichnitrierung und die Plasma-Carbonitrierung. Bei den üb
lichen Behandlungen bei Temperaturen unterhalb Ac₁ wird die nitrierte Ober
flächenschicht mit harten Schichten (Hv <1000) aus Verbindungen, wie Fe₄N,
Fe₂N, Fe₃N, CrN und Cr₂N, bedeckt, so daß sie eine hohe Verschleißfestigkeit
aufweist.
Die Schichten dieser Stickstoff-Verbindungen sind jedoch nicht dicker als etwa
50 bis 150 µm und bei dem zulässigen Abrieb von Lagern, der in der Regel in
der Größenordnung von 100 bis 150 µm liegt, ist es extrem schwierig, zu ge
währleisten, daß die harten Schichten in diesem Bereich, der sich von der
Oberfläche eines Endprodukts bis zu einer Tiefe von 0,022 Da (Da = der
Durchmesser jedes Wälzkörpers) erstreckt, aufrechterhalten werden, was der
Position der maximalen Scherspannung entspricht. Außerdem sind die
Schichten aus diesen Stickstoff-Verbindungen so stark verarmt an dem Cr in
der Matrix, daß ihre Korrosionsbeständigkeit deutlich beeinträchtigt
(verschlechtert) wird.
Es wurde ferner gefunden, daß zur Durchführung der Nitrierung in dem
Austenit-Bereich (1100 bis 1250°C) unter Verwendung einer Ammoniak- oder
Stickstoffgasatmosphäre ein Stickstoffgas mit einer extrem hohen Reinheit
verwendet werden mußte, wodurch nicht nur die Produktionsrate gesenkt wur
de, sondern es darüber hinaus auch schwierig war, den Stickstoff-Gehalt zu
erhöhen wegen des geringen Stickstoffpotentials (Stickstoff im Gleichgewicht
in fester Lösung) der stickstoffhaltigen Atmosphäre. Der Stickstoff in der festen
Lösung im Gleichgewichtszustand hängt von dem Stickstoffpartialdruck und
der Temperatur oder den Gehalten an Cr und anderen Legierungs-Kompo
nenten des Stahls ab und er kann erhöht werden durch HIP und andere Ver
fahren zur Erhöhung des Stickstoffpartialdruckes; dies ist jedoch vom Stand
punkt der Produktivität aus betrachtet nicht bevorzugt. Es wurde außerdem
gefunden, daß eine längere Nitrierung in dem Austenit-Bereich (1100 bis
1250°C) ein Wachsen und eine Vergröberung der Austenit-Körnchen verur
sachte, wodurch die Festigkeit des Stahls vermindert wurde.
Unter diesen Umständen haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung Ver
suche durchgeführt, in denen die Nitrierung (oder Carbonitrierung) wie in dem
konventionellen Verfahren auf Temperaturen unterhalb Ac₁ angewendet wur
de, und außerdem wurde anschließend eine weitere Stickstoff-Diffusion bei
Temperaturen oberhalb Ac₁ angewendet. Die Erfinder haben auch die Effekte
der Gehalte an Stickstoff und Kohlenstoff und anderen Legierungs-Komponenten
untersucht, die in bezug auf die Beständigkeit gegen Korrosion
und Verschleiß hervorgerufen wurden.
Als Ergebnis wurden die folgenden Beobachtungen gemacht: wenn ein Legie
rungsstahl mit der angegebenen Zusammensetzung bei Temperaturen unter
halb Ac₁ nitriert wurde, um die Stickstoff-Konzentration in der Oberflächen
schicht zu erhöhten (d. h. Stickstoff-Verbindungen zu bilden), woran sich ein
Halten der Temperatur bei 900 bis 1200°C anschloß, konnte innerhalb eines
vergleichsweise kurzen Zeitraums eine Stickstoff-Diffusion erzielt werden; au
ßerdem verzögern die feinkörnigen Nitride, die während der Nitrierung oder
während der Stickstoff-Diffusion gebildet werden, z. B. CrN, Cr₂N, VN und
Mo₂N, die zu einem "Pinning"-Effekt beitragen, das Wachstum von Austenit-Körnchen
und als Folge der sich daran anschließenden Härtung wurden feine
Nitrid-Kristall-Körnchen gebildet unter Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit
des Stahls; aber was noch wichtiger ist, es konnte eine zufriedenstellende Kor
rosionsbeständigkeit erzielt werden durch Einstellung der Stickstoff- und Koh
lenstoff-Konzentrationen auf geeignete Gehalte.
Wie bereits erwähnt, wird dann, wenn der Kohlenstoff-Gehalt vermindert wird,
die Bildung von eutektischen Carbiden verzögert, andererseits nimmt jedoch
die Chance der Bildung von δ-Ferrit, der die Kern-Festigkeit in nachteiliger
Weise beeinflußt, zu. In der Annahme, daß einige Elemente die Austenit-Bildung
beschleunigen würden (d. h. die Bildung von δ-Ferrit verzögern wür
den), während andere die Bildung von δ-Ferrit beschleunigen würden, haben
die Erfinder der vorliegenden Erfindung untersucht, wie die Bildung von δ-Ferrit
durch die Korrelation zwischen den Gehalten der verschiedenen Ele
mente einschließlich Kohlenstoff und Chrom beeinflußt wird. Als Ergebnis
wurde gefunden, daß die Bildung von δ-Ferrit verzögert werden konnte durch
Sicherstellung, daß die Wechselbeziehung zwischen den Gehalten der ange
geben Elemente einem bestimmten mathematischen Ausdruck genügt; die
vorliegende Erfindung beruht auf diesem Ergebnis.
Das erste Ziel der vorliegenden Erfindung kann somit erreicht werden durch
ein Wälzlager, das umfaßt einen inneren Laufring, einen äußeren Laufring und
Wälzelemente (Wälzkörper), das dadurch gekennzeichnet ist, daß mindestens
ein Element, ausgewählt aus dem inneren Laufring, dem äußeren Laufring und
den Wälzelemente (Wälzkörpern), aus einem Legierungsstahl hergestellt ist,
der im wesentlichen besteht aus weniger als 0,5 Gew.-% C, 8,0 bis 20,0 Gew.-% Cr,
0,1 bis 1,5 Gew.-% Mn, 0,1 bis 2,0 Gew.-% Si und zum Rest aus Eisen
und zufälligen Verunreinigungselementen, das außerdem dadurch charakteri
siert ist, daß [eq1] oder eine Gleichung, die den Gehalt (Gew.-%) mindestens
eines Elements zur Beschleunigung der Bildung von Ferrit in dem Grundmate
rial repräsentiert, und [eq2] oder eine Gleichung, die den Gehalt (Gew.-%)
mindestens eines Elements zur Beschleunigung der Austenit-Bildung in dem
Grundmaterial repräsentiert, der folgenden Beziehung untereinander genügen:
[eq2] 0,04 × [eq1] - 0,39 (1)
und das außerdem dadurch charakterisiert ist, daß es eine Oberflächenschicht
aufweist, die durch Nitrierung oder Carbonitrierung bei einer Temperatur un
terhalb Ac₁, anschließendes Erhitzen auf eine Temperatur von 900 bis 1200°C,
Härten, eine Tieftemperatur-Behandlung (unter 0°C) und Anlassen erzeugt
worden ist.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung stellen [eq1] und [eq2] die Gehalte
(Gew.-%) von Cr bzw. C dar und sie genügen der Korrelation, ausgedrückt
durch die Formel (1). Dies ist wirkungsvoll in bezug auf die Verzögerung der
Bildung von δ-Ferrit.
Bei einer anderen Ausführungsform stellen [eq1] und [eq2] die Prozentgehalte
von Cr bzw. C dar und sie genügen nicht nur der Korrelation, ausgedrückt
durch die Formel (1), sondern auch der folgenden Korrelation:
[eq2] -0,05 × [eq1] + 1,41 (2)
Dies ist wirkungsvoll in bezug auf die Verzögerung nicht nur der Bildung von δ-
Ferrit, sondern auch der Bildung von eutektischen Carbiden.
Bei einer weiteren Ausführungsform enthält das Grundmaterial 0,05 bis weni
ger als 0,2 Gew.-% N, [eq1] stellt den Gehalt (Gew.-%) an Cr dar, [eq2] stellt
den Gehalt an C (Gew.-%) + 0,83 N (Gew.-%) dar, wobei die beiden Gleichun
gen nicht nur der Korrelation, ausgedrückt durch die Formel (1), sondern auch
der folgenden Korrelation genügen:
C% -0,05 Cr% + 1,41 (2)′
und die Oberflächenschicht enthält 0,05 bis 1,2 Gew.-% N und 0,45 bis 1,5
Gew.-% C + N. Somit ist in dem Legierungsstahl, aus dem die erfindungsge
mäßen Wälzlager hergestellt sind, der Teil von C, der vom Standpunkt der
Korrosionsbeständigkeit aus nachteilig ist, ersetzt durch N, der eine ver
gleichsweise hohe Vefestigungswirkung auf die feste Lösung hat und als Folge
davon wird die Korrosionsbeständigkeit des Wälzlagers deutlich verbessert, so
daß es aufgewertet wird und ein noch besseres Leistungsvermögen aufweist.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben ihre Untersuchungen zur weite
ren Verbesserung des Leistungsvermögens von Wälzlagern eines Typs, wie er
unter ungünstigen (Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits)-Bedingungen
verwendet wird, wie sie während des Betriebs bei Luftfahrzeug-Düsenmotoren
und -Gasturbinen auftreten, fortgesetzt. Als Ergebnis haben sie gefunden, daß
durch Zugabe geeigneter Mengen an Ni und Co zu dem Grundmaterial des
Lagers die Bildung von δ-Ferrit verzögert wurde und daß somit der Gehalt an
Kohlenstoff, der für die Korrosionsbeständigkeit nachteilig war, wirksam her
abgesetzt werden konnte zur Erzielung einer besseren Korrosionsbeständig
keit. Die Erfinder haben außerdem gefunden, daß der Gesamtgehalt an Ni und
Co wichtig ist, die Elemente darstellen, welche zu einer Verfestigung der fe
sten Lösung der Matrix in der Lage sind, ebenso wie der Gesamtgehalt an Mo
und V, die nicht nur direkt in die Matrix eindringen, um die Verfestigung der
festen Lösung zu bewirken, sondern die auch Carbide oder Nitride bilden, die
zu der Ausscheidungshärtung der Mikrostruktur beitragen; wenn diese zwei
Arten von Gesamtgehalten auf geeignete Werte eingestellt wurden, wies das
Lager zufriedenstellende Lebensdauer-Eigenschaften bei erhöhten Tempera
turen auf; der zweite Aspekt der vorliegenden Erfindung beruht auf diesem
Ergebnis.
Das zweite Ziel der Erfindung kann somit erreicht werden durch ein Wälzlager
mit einem verbesserten Leistungsvermögen, das geeignet ist für die Verwen
dung unter Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits-Bedingungen, wie sie
während des Betriebs von Luftfahrzeug-Düsenmotoren oder -Gasturbinen an
zutreffen sind, und das einen inneren Laufring, einen äußeren Laufring und
Wälzelemente (Wälzkörper) umfaßt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
mindestens ein Element, ausgewählt aus dem inneren Laufring, dem äußeren
Laufring und den Wälzelemente (Wälzkörpern), aus einem Legierungstahl
hergestellt ist, der im wesentlichen besteht aus weniger als 0,3 Gew.-% C, 8,0
bis 20,0 Gew.-% Cr, 0,1 bis 1,5 Gew.-% Mn, 0,1 bis 2,0 Gew.-% Si, 0,4 bis 3,0
Gew.-% Mo, 0,4 bis 2,0 Gew.-% V, 1,0 bis 3,5 Gew.-% Ni, 1,0 bis 10,0 Gew.-%
Co, weniger als 0,2 Gew.-% N und zum Rest aus Fe und zufälligen Verunrei
nigungselementen, das auch dadurch gekennzeichnet ist, daß [eq1] oder eine
Gleichung, die den Gehalt (Gew.-%) mindestens eines Elements zur Be
schleunigung der Ferrit-Bildung in dem Grundmaterial repräsentiert, und [eq2]
oder eine Gleichung, die den Gehalt (Gew.-%) mindestens eines Elements zur
Beschleunigung der Austenit-Bildung in dem Grundmaterial repräsentiert, der
folgenden Beziehung untereinander genügen:
[eq2] 0,04 × [eq1] - 0,39 (1)
worin [eq1] = Cr%+Si%+1,5 Mo%+3,5 V%;
[eq2] = C% + 0,83 N% + 0,05 (Co+Ni)%+0,12 Mn%
und das außerdem dadurch gekennzeichnet ist, daß es eine Oberflächen
schicht aufweist, die durch Nitrierung oder Carbonitrierung bei einer Tempera
tur unterhalb Ac₁, anschließendes Erhitzen auf 900 bis 1200°C, Härten, eine
Tieftemperatur-Behandlung (unter 0°C) und Anlassen erzeugt worden ist, wo
bei die genannte Oberflächenschicht 0,15 bis 1,2 Gew.-% N und 0,45 bis 1,5
Gew.-% C + N enthält.
So wird gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung, der die Herstellung von
Wälzlagern betrifft, die nicht nur eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweisen,
sondern auch geeignet sind für die Verwendung in Flugzeugen unter Hochge
schwindigkeits- und Hochtemperatur-Bedingungen, ein Teil des Kohlenstoffs in
den rostfreien Stählen, die als Grundmaterialien verwendet werden, der die
Korrosionsbeständigkeit in nachteiliger Weise beeinflußt, ersetzt durch Stick
stoff, um so den Kohlenstoff-Gehalt so einzuschränken, daß er innerhalb eines
spezifischen Bereiches liegt, und als Folge davon wird bei den so behandelten
rostfreien Stählen die Korrosionsbeständigkeit signifikant verbessert gegen
über den konventionellen Typen auf Martensit-Basis. Außerdem verbessert die
Ausscheidungshärtungswirkung der Nitride von Elementen wie Mo und V und
die Matrix-Aushärtungswirkung von Co und Ni in einer festen Lösung nicht nur
die Hochtemperatur-Eigenschaften der rostfreien Stähle, sondern verleiht ih
nen auch eine hohe Kernfestigkeit unter Biegezugspannung, wodurch Wälzla
ger mit einem verbesserten Leistungsvermögen erhalten werden, die mit Vor
teil unter ungünstigen (Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits)-Bedingungen
verwendet werden können.
Die erfindungsgemäßen Wälzlager, wie sie vorstehend beschrieben wurden,
können bei hohen Temperaturen von 400 bis 600°C angelassen werden. Im
Vergleich zu den konventionellen rostfreien Stählen auf Martensit-Basis, die
nur aus Carbiden bestehen, bietet der rostfreie Stahl, aus dem die erfindungs
gemäßen Wälzlager hergestellt sind und in dem ein Teil des Kohlenstoff-Gehalts
durch Stickstoff in fester Lösung ersetzt ist, den Vorteil, daß beim An
lassen bei hohen Temperaturen die feinkörnigen Nitride einer sekundären
Ausscheidung unterliegen können, wodurch die Cr-Menge, die aus der Matrix
des Lagers verloren geht, herabgesetzt wird und seine Korrosionsbeständig
keit entsprechend verbessert wird, während gleichzeitig die Lebensdauer des
Lagers bei hoher Temperatur verlängert wird.
Es sei daran erinnert, daß in den erfindungsgemäßen Wälzlagern unter dem
Begriff "Oberflächenschicht" der Bereich eines fertigen (bearbeiteten) Teils,
beispielsweise ein Wälzelement (Wälzkörper) mit einem Durchmesser Da, ein
innerer Laufring oder ein äußerer Laufring zu verstehen ist, der sich von der
Oberfläche bis zu einer Tiefe von 0,022 Da oder von 2,2% des Durchmessers
des Wälzelements (Wälzkörpers) erstreckt. Dieser Bereich entspricht der Po
sition der maximalen Scherspannung.
Nachstehend werden verschiedene Ausführungsformen der Erfindung näher
beschrieben.
Zunächst werden die Wirkungen der jeweiligen Legierungs-Komponenten, die
in den erfindungsgemäßen Wälzlagern verwendet werden sollen, sowie die
Gründe dafür, warum ihre Gehalte so eingeschränkt sind, daß sie innerhalb
bestimmter Bereiche liegen, und ihr kritischer Charakter erläutert.
C 0,5 Gew.-%
Kohlenstoff (C) ist ein Element, das in der Matrix Martensit bildet, wodurch de
ren Festigkeit erhöht wird, und er ist in der Lage, die Bildung von δ-Ferrit, der
für die Zähigkeit schädlich ist, zu verzögern. Vom Standpunkt der Korrosions
beständigkeit aus betrachtet ist der Kohlenstoff-Gehalt jedoch vorzugsweise
so gering wie möglich. Wenn sein Gehalt übermäßig hoch ist, tritt eine große
Menge an Abschreck-Austenit in dem Kern auf, was gelegentlich zu einer Be
einträchtigung (Verschlechterung) der Dimensionsbeständigkeit führt. Ein
weiteres Problem, das bei der Zugabe einer großen Menge Kohlenstoff auftritt,
besteht darin, daß während der Stahl-Herstellung Cr grobe eutektische Carbi
de bildet und daß als Folge davon der Cr-Gehalt in der Matrix ungenügend
wird, um eine zufriedenstellende Korrosionsbeständigkeit zu ergeben, und daß
außerdem die Wälz-Ermüdungsbeständigkeit und die Zähigkeit beeinträchtigt
(verschlechtert) werden. Insbesondere in dem Fall, daß Kohlenstoff in einer
Menge von mehr als 0,5 Gew.-% zugegeben wird, werden eutektische Carbide
gebildet und der Stahl hat die Neigung, eine geringere Korrosionsbeständig
keit aufzuweisen. Deshalb wird der Kohlenstoff-Gehalt auf einen Wert von
weniger als 0,5 Gew.-%,vorzugsweise von nicht mehr als 0,4 Gew.-%, einge
stellt. Vom Standpunkt der Korrosionsbeständigkeit aus betrachtet ist es be
sonders vorteilhaft, den Kohlenstoff-Gehalt bei 0,2 Gew.-% und darunter zu
halten.
Cr = 8,0 bis 20,0 Gew.-%
Chrom (Cr) ist das wichtigste der Elemente, das Stählen Korrosionsbeständig
keit verleiht. Wenn der Cr-Gehalt weniger als 8,0 Gew.-% beträgt, kann keine
gute Korrosionsbeständigkeit erhalten werden. Bei steigendem Cr-Gehalt wird
die Korrosionsbeständigkeit von Stählen verbessert, andererseits bildet sich
jedoch δ-Ferrit, der die Stähle versprödet und die Kernzähigkeit beeinträchtigt
(verschlechtert). Deshalb wird der obere Grenzwert des Cr-Gehaltes auf 20,0
Gew.-% festgelegt. In bestimmten Fällen erniedrigt ein erhöhter Cr-Gehalt den
Ms-Punkt, wodurch es unmöglich wird, nach dem Härten eine zufriedenstel
lende Härte zu gewährleisten; deshalb wird der obere Grenzwert des Cr- Gehaltes
zweckmäßig auf 16 Gew.-% festgelegt. Vom Standpunkt der Korrosi
onsbeständigkeit aus betrachtet wird der untere Grenzwert des Cr-Gehaltes
auf 10,0 Gew.-% festgelegt (eingestellt).
Mn = 0,1 bis 1,5 Gew.-%
Mangan ist ein Desoxidationsmittel und muß in einer Menge von mindestens
0,1 Gew.-% verwendet werden. Eine übermäßige Zugabe von Mn verschlech
tert jedoch nicht nur die Schmiedbarkeit und Bearbeitbarkeit von Stählen, son
dern beeinträchtigt auch ihre Korrosionsbeständigkeit durch das gleichzeitige
Vorhandensein von Verunreinigungen wie S und P. Deshalb wird der obere
Grenzwert des Mn-Gehaltes auf 1,5 Gew.-% eingestellt (festgelegt). Anderer
seits führt ein erhöhter Mn-Gehalt zu einer Zunahme der Menge an Abschreck- Austenit,
wodurch es gelegentlich unmöglich wird, eine zufriedenstellende
Härte nach der Härtung zu gewährleisten; deshalb wird der obere Grenzwert
des Mn-Gehaltes zweckmäßig auf 0,8 Gew.-% eingestellt (festgelegt).
Si = 0,1 bis 2,0 Gew.-%
Silicium (Si) ist ebenfalls ein Desoxidationsmittel und muß in einer Menge von
mindestens 0,1 Gew.-% verwendet werden. Silicium ist ebenfalls wirksam in
bezug auf die Erzielung einer Beständigkeit gegen Entfestigung beim Anlas
sen. Eine übermäßige Zugabe von Si setzt jedoch die Zähigkeit von Stählen
herab. Deshalb wird der obere Grenzwert für Si auf 2,0 Gew.-% festgelegt.
Mo = 0,40 bis 3,0 Gew.-%
Molybdän (Mo) ist ein Element, das eine deutliche Zunahme der Härtbarkeit
und eine Beständigkeit gegen Entfestigung beim Anlassen ergibt; es ist auch
in der Lage, die Lochfraß-Beständigkeit deutlich zu verbessern. Molybdän
bietet den weiteren Vorteil, daß es Nitride bilden, die eine erhöhte Festigkeit
ergeben. Insbesondere im Fall von Lagern, die unter Hochtemepratur- und
Hochgeschwindigkeits-Bedingungen verwendet werden sollen, wie beispiels
weise Luftfahrzeug-Lager, wird Mo in einer Menge von mindestens 0,40 Gew.-%,
vorzugsweise von mindestens 0,45 Gew.-%, zugegeben. Eine übermäßige
Zugabe von Mo setzt jedoch die Zähigkeit und Bearbeitbarkeit von Stählen
herab und deshalb wird der obere Grenzwert des Mo-Gehaltes auf 3,0 Gew.-%
festgelegt.
V = 0.40 bis 2,0 Gew.-%
Vanadin (V) ist ein sehr wirksames nitridbildendes Element. Vanadinnitride
sind schwierig aufzulösen und sie rufen eine Sekundärhärtung während des
Anlassens hervor, wodurch nicht nur die Ausscheidung von Cr-Nitriden verzö
gert wird, sondern auch die Festigkeit von Stählen verbessert wird. Deshalb
wird insbesondere im Falle von Lagern, die unter Hochtemperatur- und Hoch
geschwindigkeits-Bedingungen verwendet werden sollen, wie sie beispielhaft
für Luftfahrzeug-Lager sind, V in einer Menge von mindestens 0,40 Gew.-%,
vorzugsweise von mindestens 0,45 Gew.-%, zugegeben. Die übermäßige Zu
gabe von V setzt jedoch die Zähigkeit und Bearbeitbarkeit von Stählen herab
und deshalb wird der obere Grenzwert für V auf 2,0 Gew.-% festgelegt.
N in dem Kern
Wie bereits erwähnt, wird dann, wenn der C-Gehalt von Stählen mit hohem
Chrom-Gehalt zu gering ist, Ferrit gebildet, der gelegentlich die Zähigkeit von
Stählen beeinträchtigt (verschlechtert); deshalb ist C vom Festigkeits- Standpunkt
aus betrachtet wichtig. Andererseits ist vom Gesichtspunkt der
Korrosionsbeständigkeit aus betrachtet C nachteilig und sein Gehalt ist vor
zugsweise so gering wird möglich. Deshalb wird der Legierungsstahl, der in
den erfindungsgemäßen Wälzlagern verwendet werden soll, hinsichtlich seine
Leistungsvermögens verbessert durch Ersatz eines Teils des Kohlenstoff-Gehaltes
durch Stickstoff, der ebenfalls eine Verfestigungswirkung auf eine
feste Lösung hat. Stickstoff (N) ist nicht nur einfach ein Element, das zu einer
verbesserten Korrosionsbeständigkeit beiträgt; wenn der C-Gehalt hoch ist,
verzögert N die Bildung von groben primären eutektischen Carbiden und um
gekehrt bewirkt dann, wenn der C-Gehalt niedrig ist, N eine wirksame Verzö
gerung der Ferrit-Bildung und erniedrigt die Umwandlungs-Temperatur, wo
durch er zu einer verbesserten Kern-Zähigkeit beiträgt. Es ist insbesondere
erwähnenswert, daß die Zugabe von Stickstoff die Herabsetzung des Kohlen
stoff-Gehaltes ermöglicht, wodurch er zu einer ausgeprägten Verbesserung
der Korrosionsbeständigkeit beiträgt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß
die Diffusionszeit zur Erzielung der erforderlichen Einsatzhärte abgekürzt wer
den kann. Um diese Vorteile auszunutzen, werden mindestens 0,05 Gew.-% N
vorzugsweise in der Stufe der Stahl-Herstellung zugegeben; wenn jedoch 0,2
Gew.-% oder mehr zugegeben werden, entstehen Luftblasen, wenn der ge
schmolzene Stahl fest wird (erstarrt) und es kann eine Reihe von Hohlräumen
in Stahlblöcke eingeführt werden; deshalb wird der obere Grenzwert des N-Gehaltes
auf weniger als 0,2 Gew.-%, vorzugsweise auf 0,15 Gew.-%, festge
legt.
Einer der Gründe für den Ersatz von Kohlenstoff durch Stickstoff ist folgender:
wenn rostfreie Stähle auf Martensit-Basis (z. B. die G- und H-Typen), die nur
aus Carbiden bestehen, einer sekundären Ausscheidungshärtung durch hei
ßes Anlassen (400 bis 600°C) unterworfen werden, gehen etwa 4 Atome des
Metalls M in einem feinkörnigen Metallcarbid M₂₃C₆ (M kann stehen für Cr, Mo
oder V) aus der Matrix pro Kohlenstoffatom verloren. Erfindungsgemäß wird
ein Teil des Kohlenstoff-Gehaltes durch Stickstoff in fester Lösung ersetzt, so
daß (Carbo)nitride die Form von CrN und Cr₂N (Cr kann V oder Mo sein) an
nehmen, wobei ein einzelnes Stickstoff(N)-Atom einem oder zwei metalli
schen Cr-Atomen zugeordnet ist. Das heißt mit anderen Worten, aus der Ma
trix des Lagers aus dem rostfreien Stahl aus Martensit-Basis, der nur aus
Carbiden besteht, geht weniger Chrom-Gehalt verloren und die Korrosionsbe
ständigkeit des Lagers wird entsprechend verbessert. Außerdem sind Ni
tro(Carbide) korrosionsbeständiger als reine Carbide.
N und C+N in der Oberflächenschicht
Das erfindungsgemäße Lager weist unterschiedliche Stickstoff-Gehalte im
Kern und in der Oberflächenschicht auf. Der hier verwendete Ausdruck
"Oberflächenschicht" steht für den Bereich eines fertigen (bearbeiteten) Teils,
beispielsweise eines Wälzelements (Wälzkörpers) mit einem Durchmesser Da,
der sich von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 0,022 Da oder über 2,2%
des Durchmessers Da (nachstehend als "2,2% Da-Tiefe" bezeichnet) er
streckt und dieser Bereich entspricht der Position der maximalen Scherspan
nung des fertigen Teils.
Wie Kohlenstoff ist Stickstoff in der Lage, nicht nur Martensit zu verfestigen,
sondern auch die Beständigkeit von Stählen gegen Lochfraß und Verschleiß
zu verbessern. Um eine Oberflächenhärte von mindestens HRC 58 durch
Martensitverfestigung und sekundäre Härtung zu erzielen, müssen mindestens
0,05 Gew.-% Stickstoff in der Oberflächenschicht vorhanden sein. Um seine
vollständige Wirkung zu entfalten, wird der Stickstoff vorzugsweise in einer
Menge von mindestens 0,2 Gew.-% zugegeben. Wenn die N-Zugabe 1,2
Gew.-% übersteigt, wird die Korrosionsbeständigkeit des Stahls nicht mehr
verbessert aufgrund des CrN, das noch in fester Lösung vorliegt oder alter
nativ bildet eine zu großer Anteil des N-Gehalts in fester Lösung eine große
Menge Abschreck-Austenit, wodurch es unmöglich wird, eine zufriedenstellen
de Härte nach der Härtung zu erzielen. Selbst wenn der N-Gehalt innerhalb
des angegebenen Bereiches liegt, wird keine Verbesserung der Korrosion er
zielt, wenn der C-Gehalt 0,5 Gew.-% übersteigt. Vom Standpunkt der Korrosi
onsbeständigkeit aus betrachtet beträgt der Kohlenstoff-Gehalt der Oberflä
chenschicht vorzugsweise nicht mehr als 0,4 Gew.-%. Wenn der Gesamt-Gehalt
an Kohlenstoff und Stickstoff (C+N)% in der Oberflächenschicht weni
ger als 0,45 Gew.-% beträgt, kann der Bereich, der die Oberflächenhärte von
HRC 58 oder mehr aufweist, die für die erfindungsgemäßen Lager erforderlich
ist, nicht bis zu der 2,2% Da-Tiefe gewährleistet werden, welche die erforder
liche Tiefe der Oberflächenschicht ist.
Wenn der (C+N)%-Gehalt der Oberflächenschicht 1,5 Gew.-% übersteigt, liegt
ein größerer Teil des Cr-Gehaltes als (Fe,Cr)₇C₃, (Fe,Cr)₂₃C₆ oder CrN vor und
entweder nimmt der Cr-Gehalt der Matrix ab oder die Menge an Carbiden oder
Nitriden nimmt zu, wodurch es unmöglich wird, daß sich ein stabiler Passivie
rungsfilm bildet, wodurch die Korrosionsbeständigkeit von Stählen beeinträch
tigt (verschlechtert) wird, oder dann, wenn die Temperatur der Stickstoffdiffusi
on hoch ist, bildet sich eine große Menge Abschreck-Austenit, wodurch es
gelegentlich unmöglich wird, eine zufriedenstellende Härte nach der Härtung
zu erzielen. Deshalb ist der Gesamtgehalt an Kohlenstoff und Stickstoff in der
Oberflächenschicht so begrenzt, daß er innerhalb des Bereiches von 0,45 bis
1,5 Gew.-% liegt.
Ni = 1,0 bis 3,5 Gew.-%
Nickel (Ni) ist ein sehr wirksames Austenit-stabilisierendes Element und ver
zögert nicht nur die Bildung von δ-Ferrit, sondern löst ihn auch in der Matrix
unter Verbesserung der Zähigkeit des Stahls und verbessert seine Hochtem
peratur-Eigenschaften. Deshalb wird insbesondere im Falle von Lagern, die
unter Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits-Bedingungen verwendet
werden sollen, wie beispielsweise Luftfahrzeug-Lager, Ni in einer Menge von
mindestens 0,1 Gew.-% zugegeben. Wenn jedoch Ni in einer mehr als erfor
derlichen Menge zugegeben wird, entsteht eine große Menge Abschreck-Austenit,
wodurch es gelegentlich unmöglich wird, eine zufriedenstellende
Härte nach der Härtung zu erzielen. Deshalb wird der obere Grenzwert des Ni-Gehaltes
auf 3,5 Gew.-% festgelegt.
Co = 1,0 bis 10,0 Gew.-%
Wie Nickel ist auch Kobalt (Co) ein Austenit-stabilisierendes Element und ver
zögert nicht nur die Bildung von δ-Ferrit, sondern löst sich auch in der Matrix
unter Verzögerung der Aggregation von Carbiden und verbessert die
Hochtemperatur-Härte von Stählen. Deshalb wird insbesondere im Falle von
Lagern, die unter Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits-Bedingungen
verwendet werden sollen, wie beispielsweise Luftfahrzeug-Lager, Co in einer
Menge von mindestens 1,0 Gew.-% zugegeben. Wenn jedoch Co in einer
übermäßig großen Menge zugegeben wird, wird nicht nur die Bearbeitbarkeit
der Stähle beeinträchtigt, sondern es steigen auch die Herstellungskosten.
Unter Brücksichtigung dieser Umstände wird der obere Grenzwert des Co-Gehaltes
auf 10,0 Gew.-% festgelegt.
Mo+V = 0,8 bis 4,0 Gew.-%; Co+Ni = 2,0 Gew.-% bis weniger als 12,0 Gew.-%
Zusätzlich zu ihrer Verfestigungseirkung auf die feste Lösung vereinigen sich
Molybdän (Mo) und Vanadin (V) mit C und N unter Bildung von Carbiden und
Nitriden, die zu einer Ausscheidungs-Verfestigungswirkung beitragen. Deshalb
sollten sie in solchen Mengen zugegeben werden, daß ihr Gesamtgehalt min
destens 0,8 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 1,0 Gew.-%, beträgt. Wenn
jedoch der Gesamtgehalt an Mo und V übermäßig hoch ist, besteht eine Nei
gung zur δ-Ferrit-Bildung und zusätzlich wird die Bearbeitbarkeit des Stahls
beeinträchtigt. Deshalb wird der obere Grenzwert des Gehaltes an (Mo+V)%
auf 4,0 Gew.-% festgelegt.
Kobalt (Co) und Nickel (Ni) verzögern die Bildung von δ-Ferrit, der für die Zä
higkeit nachteilig ist; sie sind auch in der Lage zu einer festen Lösungs-Verfestigung
der Matrix, um dadurch vorteilhafte Effekte in bezug auf die Er
müdungs-Beständigkeitseigenschaften des Stahls bei hoher Temperatur zu
erzielen. Deshalb sollten Co und Ni in solchen Mengen zugegeben werden,
daß ihr Gesamtgehalt mindestens 2,0 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 2,5
Gew.-%, beträgt. Andererseits ist die Wirksamkeit von Co und Ni bei einem
Gesamt-Gehalt von 12,0 Gew.-% gesättigt und es wird kein entsprechender
Effekt erzielt, wenn mehr Co und Ni zugegeben werden; es wird vielmehr die
Bearbeitbarkeit des Stahls beeinträchtigt (verschlechtert). Deshalb wird unter
Berücksichtigung dieser Umstände und der Kosten der obere Grenzwert des
Gehaltes an (Co+Ni)% auf weniger als 12,0 Gew.-% festgelegt.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben intensive Untersuchungen auf
der Basis die Entdeckung gemacht, daß nicht nur die Ausscheidungshärtung
durch Nitride und Carbide, sondern auch die feste Lösungs-Verfestigung der
Matrix unerläßlich sind für den Zweck, die Ermüdungs-Beständigkeit von La
gern, insbesondere bei hohen Temperaturen, zu verbessern. Als Ergebnis
wurde gefunden, daß ausgezeichnete Ermüdungsbeständigkeits-Eigen
schaften bei hohen Temperaturen nur dann erzielt werden können, wenn Mo
und V in einer Gesamtmenge von mindestens 0,8 Gew.-% enthalten sind und
wenn Co und Ni in einer Gesamtmenge von mindestens 2,0 Gew.-% enthalten
sind. Wenn eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, ist entweder die Aus
scheidungshärtungswirkung oder die feste Lösungs-Verfestigungswirkung un
zureichend, um zufriedenstellende Ermüdungsbeständigkeits-Eigenschaften
bei hoher Temperatur zu erzielen, die der Verwendung unter Hochtemperatur-
und Hochgeschwindigkeits-Bedingungen, wie sie für Luftfahrzeuge erforderlich
sind, standhalten können.
Nachstehend wird die Wechselbeziehung zwischen den Gehalten an den ein
zelnen Elementen in der Material-Zusammensetzung der erfindungsgemäßen
Wälzlager erläutert.
Wechselseitige Beziehungen zwischen den Gehalten der einzelnen Elemen
te
Selbst wenn die Gehalte an den einzelnen Elementen und die Gesamt-Gehalte
an Mo + V und Co + Ni den oben angegebenen Anforderungen genügen, kön
nen sich δ-Ferrit und eutektische Carbide bilden, wenn die Gehalte der einzel
nen Elemente nicht den nachstehend angegeben gegenseitigen Beziehungen
genügen.
(I) Grundlagen
Kohlenstoff, der eines der Elemente ist, welche die Austenit-Bildung in dem
Grundmaterial des Lagers beschleunigen können, kann δ-Ferrit oder eutekti
sche Carbide bilden je nach Gehalt an Cr, das eines der Elemente ist, welche
die Ferrit-Bildung in dem Grundmaterial beschleunigen.
Im Hinblick auf diese Tatsache besteht das Grundprinzip der vorliegenden Er
findung darin, die wechselseitige Beziehung zwischen den Gehalten an C und
Cr anzugeben (festzulegen).
Insbesondere gilt, daß [eq1], bei dem es sich um eine Gleichung handelt, die
den Gehalt an einem Element zur Beschleunigung der Ferrt-Bildung in dem
Grundmaterial repräsentiert, und [eq2], bei dem es sich um eine Gleichung
handelt, die den Gehalt eines Elements zur Beschleunigung der Austenit-
Bildung in dem Grundmaterial repräsentiert, wie folgt miteinander verbunden
sind:
[eq2] 0,04 × [eq1] - 0,39 (1)
Im Prinzip gilt [eq1]=Cr% und [eq2]=C%. Um die δ-Ferrit-Bildung zu verzögern,
wird der untere Grenzwert des C-Gehalts (Gew.-%) so angegeben (festgelegt),
daß er der folgenden Beziehung genügt:
C% 0,04 × Cr% - 0,39
Um die Bildung von eutektischen Carbiden (insbesondere im Falle eines ho
hen Cr-Gehaltes) zu verzögern, wird der obere Grenzwert des C-Gehaltes so
angegeben (festgelegt), daß er der folgende Beziehung genügt:
C% 0,05 × Cr% + 1,41
(II) Fall der Verwendung von Lagern unter vergleichsweise milden Bedin
gungen (wie in Lebensmittelverarbeitungs-Vorrichtungen)
Je nach der gegenseitigen Beziehung zwischen den Gehalten an C und Cr
können sich δ-Ferrit oder eutektische Carbide bilden. Im Gegensatz dazu ist
Stickstoff (N) in der Lage, die Bildung von eutektischen Carbiden und von δ-
Ferrit zu verzögern. Dieses Merkmal von Stickstoff kann dazu ausgenutzt wer
den, die Bildung von δ-Ferrit und von eutektischen Carbiden zu verzögern trotz
der Abnahme des C-Gehaltes und der Zunahme des Cr-Gehaltes.
Auf der Basis dieser Beobachtung wird die Bildung von δ-Ferrit verzögert
durch Inrelationsetzen des unteren Grenzwertes des C-Gehaltes in dem
Grundmaterial des Lagers zu dem Cr-Gehalt und dem N-Gehalt des Grundma
terials (d. h. von N in dem Kern) wie folgt:
C% 0,04Cr% - 0,83N% - 0,39
Andererseits wird der obere Grenzwert des C-Gehaltes in dem Grundmaterial
so festgelegt, daß er der folgenden Beziehung genügt:
C% -0,05Cr% + 1,41
wie bereits weiter oben angegeben, vom Standpunkt der Verzögerung der Bil
dung von groben eutektischen Carbiden aus betrachtet. Wenn diese Bedin
gung erfüllt ist, kann auch eine Beeinträchtigung der Korrosionsbeständigkeit
und der Ermüdungsbeständigkeit des Lagers als Endprodukt verhindert wer
den.
Die Fig. 1 zeigt einen Bereich, der innerhalb des erfindungsgemäßen Berei
ches in bezug auf die Gehalte an Kohlenstoff C und Chrom Cr in dem Grund
material liegt; Fig. 2 zeigt ebenfalls einen Bereich, der innerhalb des erfin
dungsgemäßen Bereiches für den Fall liegt, daß Stickstoff N auch in dem
Grundmaterial enthalten ist.
In jedem Fall wird der Bereich, der innerhalb des erfindungsgemäßen Berei
ches liegt, nicht nur durch die oberen und unteren Grenzwerte der C- und Cr-Gehalte
festgelegt sondern auch durch die oben angegebene Formel, um den
C-Gehalt in Korrelation zu setzen mit den Gehalten an Cr und N. In den Fig. 1
und 2 steht die gerade Linie I für C% = -0,05 Cr% + 1,41 und die Vergröberung
der eutektischen Carbide tritt in dem Bereich oberhalb dieser Linie auf, wäh
rend sie auf und unterhalb dieser Linie verzögert wird. Die gerade Linie II in
den Fig. 1 und 2 steht für C% = 0,04Cr% - 0,83N% - 0,39, vorausgesetzt, daß
sich die Fig. 1 auf den Fall bezieht, bei dem N im wesentlichen fehlt. Da ange
geben ist, daß weniger als 0,2 Gew.-% Stickstoff erfindungsgemäß enthalten
sein sollen, verschiebt sich die gerade Linie II mit der Änderung des N-Gehaltes
innerhalb des angegebenen Bereiches (wenn der N-Gehalt zunimmt,
verschiebt sich die Linie parallel nach unten aus der in der Fig. 1 angezeigten
Position). Unterhalb der geraden Linie II bildet sich δ-Ferrit, während seine
Bildung auf und oberhalb dieser Linie verzögert ist.
Zusammenfassend gilt, daß das erfindungsgemäße Wälzlager so angegeben
ist, daß es bestimmte Mengen an C und Cr in mindestens einem Element ent
hält, das ausgewählt wird aus einem inneren Laufring, einem äußeren Laufring
und Wälzelementen (Wälzkörpern), und die Bereiche der zulässigen Gehalte
an C und Cr werden dargestellt durch den schraffierten Bereich in der Fig. 1
(falls N in dem Grundmetall nicht enthalten ist) oder in der Fig. 2 (falls N in der
maximal zulässigen Menge enthalten ist).
Wie bereits angegeben, liegt ein vorteilhafterer Bereich für den Cr-Gehalt bei
10 bis 16 Gew.-% und der Kohlenstoff-Gehalt in dem Grundmaterial beträgt
zweckmäßig weniger als 0,4 Gew.-%, besonders zweckmäßig weniger als 0,3
Gew.-%.
(III) Lager, die insbesondere bestimmt sind für die Verwendung unter
Hochtemperatur- und Hochgeschwindigkeits-Bedingungen mit der zu
sätzlichen Anforderung einer Korrosionsbeständigkeit (wie in einem
Luftfahrzeug)
Für das Grundmaterial von Wälzlagern, die unter diesen unwirtlichen Bedin
gungen verwendet werden sollen, wird es als wesentlich angesehen, ihnen
Mo, V, Ni und Co einzuverleiben, welche die Bildung von δ-Ferrit verzögern
und in der Lage sind zu einer feste Lösungs-Verfestigung der Matrix, um vor
teilhafte Effekte zu ergeben, insbesondere in bezug auf die Ermüdungsbe
ständigkeits-Eigenschaften bei hoher Temperatur. Durch Zugabe dieser Ele
mente in geeigneten Mengen wird die Bildung von δ-Ferrit verhindert unter
Erzielung einer verbessern Korrosionsbeständigkeit und außerdem kombinie
ren sich die feste Lösungs-Verfestigung der Matrix und die Ausscheidungshär
tung der Mikrostruktur unter Erzielung ausgezeichneter Lebensdauer-Eigen
schaften bei hoher Temperatur.
Auf der Basis dieser Beobachtungen ist das erfindungsgemäße Wälzlager,
das verbessert ist in bezug auf das Leistungsvermögen, so daß es insbeson
dere geeignet ist für die Verwendung unter Hochtemperatur- und Hochge
schwindigkeits-Bedingungen, dadurch charakterisiert, daß bezüglich des
Grundmaterials mindestens eines Elements, ausgewählt aus einem inneren
Laufring, einem äußeren Laufring und Wälzelementen (Wälzkörpern), nicht
nur die Gehalt an den einzelnen Elementen, wie C, Cr, Mn, Si, Mo, V, Ni, Co
und N angegeben sind, sondern auch [eq1], bei dem es sich um eine Glei
chung handelt, die ein Element zur Beschleunigung der Ferrit-Bildung in dem
Grundmaterial darstellt, und [eq2], bei dem es sich um eine Gleichung handelt,
die den Gehalt an einem Element zur Beschleunigung der Austenit-Bildung in
dem Grundmaterial darstellt, so eingestellt (festgesetzt) werden, daß sie ins
besondere den folgenden Bedingungen entsprechen:
[eq1] = Cr% + Si% + 1,5 Mo% + 3,5V%;
[eq2] = C% + 0,83N% + 0,05 (Co+Ni)% + 0,12 Mn%
Außerdem stehen die beiden Gleichungen miteinander in Beziehung, so daß
sie der bereits oben erwähnten Grundformel genügen:
[eq2] 0,04 × [eq1] - 0,39 (1)
Kobalt, Nickel, Kohlenstoff, Stickstoff und Mangan sind Austenit-stabilisierende
Elemente, während Chrom, Silicium, Molybdän und Vanadin Ferrit
stabilisierende Elemente darstellen. Wenn die Formel (1) nicht erfüllt ist, kann
sich gelegentlich δ-Ferrit bilden, der nachteilig für die Zähigkeit ist. Das heißt
mit anderen Worten, der Gehalt an Kohlenstoff, der nachteilig für die Korrosi
onsbeständigkeit ist, kann herabgesetzt werden durch Einarbeitung von Co, Ni
und N in solchen Mengen, daß die Formel (1) erfüllt ist. Insbesondere Co und
Ni lösen sich in der Matrix und verzögern die Aggregation von Carbiden, wo
durch deutliche Verbesserungen in bezug auf die Hochtemperatur-Härte und
die Zähigkeit der Oberflächenschicht erzielt werden; der Gehalt an (Co+Ni)%
oder der Gesamtgehalt an Co und Ni beträgt vorzugsweise mindestens 2,0
Gew.-%.
Es wurde eine Reihe von Proben für das Grundmaterial der Lager hergestellt,
wobei die jeweiligen Werte für [eq1] und [eq2] variiert wurden, und sie wurden
auf die Bildung von δ-Ferrit hin überprüft. Die Ergebnisse sind in der Fig. 6
dargestellt, aus der zu ersehen ist, daß die δ-Ferrit-Bildung dadurch verhindert
werden kann, daß gewährleistet wird, daß [eq1] und [eq2] miteinander in Be
ziehung stehen, so daß sie die Formel (1) erfüllen.
Beispiel 1
Nachstehend wird ein Beispiel für den ersten Aspekt der vorliegenden Erfin
dung näher beschrieben.
Als Grundmaterialien für die Herstellung von Wälzlagern wurden Stähle l bis M
innerhalb des Rahmens der vorliegenden Erfindung und Vergleichsstähle I bis
M verwendet. Die Legierungs-Elemente der jeweiligen Stähle sind in der
nachstehenden Tabelle I angegeben, wobei die Gehalte an jedem Legierungs-Element
in Gew.-% ausgedrückt sind.
Die erfindungsgemäßen Proben wurden unter der Bedingung A oder B wär
mebehandelt (vergütet), die nachstehend und in der Fig. 3-1 angegeben sind.
Bedingung A
Vorbehandlung (Nitrierung): Ionennitrierung (530 bis 780°C)
Halten bei hoher Temperatur (für die Diffusion) und Härtung:
Halten bei 1020 bis 1120°C für 30 min bis 3 h, und nachfolgende Ölabschrec
kung
| Tieftemperaturbehandlung: |
| -190°C × 20 min |
| Anlassen: |
180°C × 2 h |
Bedingung B
Die gleiche wie die Bedingung A, jedoch mit der Ausnahme, daß das Anlassen
2 h bei 450 bis 520°C durchgeführt wurde.
Die Vergleichsproben wurden unter den Bedingungen C bis G wärmebehan
delt (vergütet).
Bedingung C
Vorbehandlung (Nitrierung): Ionennitrierung (530 bis 780°C)
Härtung: 3-stündiges Halten bei 870°C und anschließendes Ölabschrecken
| Tieftemperaturbehandlung: |
| -190°C × 20 min |
| Anlassen: |
180°C × 2h |
Bedingung D
Vorbehandlung (Nitrierung): Hochtemperatur-Nitrierung für 4 h bei 1150°C (in
einer hochreinen N₂-Gas-Atmosphäre)
| Härtung: |
| direkte Härtung |
| Tieftemperaturbehandlung: |
-190°C × 20 min |
| Anlassen: |
180°C × 2 h |
Bedingung E
Vorbehandlung (Carburierung): Plasma-Carburierung bei 950°C × 8 h
| Härtung: |
| Halten bei 1020°C × 30 min und anschließendes Ölabschrecken |
| Anlassen: |
180°C × 2 h |
Bedingung F
| Vorbehandlung: |
| nicht durchgeführt |
| Härtung: |
30-minütiges Halten bei 1050°C und anschließendes Ölabschrecken |
| Tieftemperaturbehandlung: |
-80°C × 1 h |
| Anlassen: |
180°C × 2 h |
Bedingung G
Die gleiche wie die Bedingung F, jedoch mit der Ausnahme, daß das Anlassen
2 h lang bei 450 bis 520°C durchgeführt wurde.
In der nachstehenden Tabelle II sind die Qualität jeder Probe nach der Wär
mebehandlung (Vergütung) sowie die Ergebnisse der Bewertung in bezug auf
die Korrosionsbeständigkeit durch einen Salzsprühtest oder die Messung des
Lochfraßpotentials, das Ergebnis eines Verschleißtests und das Ergebnis ei
nes Ermüdungsbeständigkeitstests angegeben.
Es wurde gefunden, daß der Vergleichs-Stahl M Ferrit in der gehärteten Mi
krostruktur enthielt und es wurde somit keine anschließende Bewertung
durchgeführt. Die Bildung von eutektischen Carbiden wurde mit "negativ" be
wertet, wenn keine Carbid-Körnchen von größer als 3 µm gefunden wurden.
Der Salzsprühtest wurde durchgeführt unter Verwendung einer 5%igen NaCl-Lösung
bei 35°C und das Ergebnis wurde bewertet durch Prüfung des Ausse
hens der Probe nach 50-stündigem Test. Die Kriterien waren folgende:
© keine Rostbildung; o leichte Rostbildung; Δ Rostbildung auf fast der gesam
ten Oberfläche: x weitgehende Rostbildung.
Die Messung des Lochfraßpotentials wurde nach dem folgenden Verfahren
durchgeführt: eine Probe wurde gemahlen und unter Verwendung verschiede
ner Sorten von Schleifmaterial (Grit) poliert und fortgesetzt bis zu 800 Grit; die
Probe wurde dann in eine 30%ige HNO₃-Lösung 1 h lang bei 60°C einge
taucht, um die Oberfläche zu passivieren; die Probe wurde in eine 3,5%ige
NaCl-Lösung bei 30°C eingetaucht, es wurde eine Spannung bei einer Abtast-Geschwindigkeit
von 20 mV/min angelegt; wenn die Stromdichte 100 µA/cm²
erreicht hatte, wurde die Spannung (mV vs SCE) gemessen.
Das Salzsprüh-Testverfahren und das Verfahren zur Messung des Lochfraß
potentials wurden entsprechend dem japanischen Industrie Standard (JIS)
durchgeführt.
Der Verschleißtest wurde unter Verwendung einer 2-Zylinder-Verschleißtest-Vorrichtung,
wie sie in Fig. 4 dargestellt ist, unter den nachstehend angegebe
nen Bedingungen durchgeführt. Das passende Element war in allen Testver
suchen das gleiche.
| Belastung|50 kgf |
| Rotationsgeschwindigkeit |
200 UpM |
| Gleitfaktor |
30% |
| Schmierung |
S10. |
Der Ermüdungsbeständigkeitstest wurde unter Verwendung einer MORI
Thrust-Wälz-Ermüdungsbeständigkeitstestvorrichtung unter den folgenden
Bedingungen durchgeführt:
| Kontaktdruck|4900 MPa |
| Rotationsgeschwindigkeit |
1000 UpM |
| Schmiermittel: |
Turbinenöl Nr. 68. |
Die Proben Nr. 1 bis 13 in der Tabelle II, welche die erfindungsgemäß herge
stellten Proben waren, waren alle zufriedenstellend in bezug auf die Korrosi
onsbeständigkeit. Selbst die Proben Nr. 10 bis 13, die einem Hochtemperatur-Anlassen
unterworfen wurden, wiesen eine hohe Korrosionsbeständigkeit auf.
Die erfindungsgemäßen Proben wiesen auch eine gute Ermüdungsbeständig
keit auf und insbesondere die Proben Nr. 11 bis 13, die einem Hochtempera
tur-Anlassen unterworfen worden weren, wiesen eine verbesserte Verschleiß-Beständigkeit
auf als Folge der Sekundärausscheidung von feinkörnigen Nitri
den.
Im Gegensatz dazu waren die Vergleichsproben Nr. 14 und 15, die gemäß
dem Stand der Technik hergestellt worden waren, sehr schlecht in bezug auf
die Korrosionsbeständigkeit, verglichen mit den erfindungsgemäßen Proben,
und, was noch bedeutsamer ist, die Probe Nr. 15 wies eine sehr niedrige Er
müdungsbeständigkeit auf als Folge der Anwesenheit von groben eutektischen
Carbiden, die Körnchen umfassen, die in der Hauptachse länger als 20 µm wa
ren.
Es wurden Vergleichsproben Nr. 16 und 17 hergestellt durch Anlassen der
jeweiligen Proben Nr. 14 und 15 bei hoher Temperatur; Aufgrund des Anlas
sens wurden diese Proben enthärtet, so daß die Ermüdungsbeständigkeit und
die Korrosionsbeständigkeit schlechter wurden.
Die Vergleichsprobe Nr. 18 wies einen Cr-Gehalt unter 8,0 Gew.-% auf und
war daher nicht so korrosionsbeständig wie die aus den erfindungsgemäßen
Proben hergestellten Proben.
Die Vergleichsprobe Nr. 19 wies einen übermäßig hohen Kohlenstoff-Gehalt
auf; in Abwesenheit von eutektischen Carbiden wies diese Probe eine zufrie
denstellende Ermüdungsbeständigkeit auf, sie war jedoch nicht so korrosions
beständig wie die aus den erfindungsgemäßen Proben hergestellten Proben.
Die Vergleichsprobe Nr. 20 wies einen übermäßig hohen N-Gehalt und Ge
samtgehalt an C + N auf; die restliche Verbindungsschicht auf der Oberfläche
verhinderte die Entwicklung einer zufriedenstellenden Korrosionsbeständigkeit
und außerdem war als Folge der niedrigen Härtungs-Temperatur die Stick
stoff-Diffusion unzureichend, um die erforderliche Tiefe einer gehärteten
Schicht zu ergeben, was zu einer verminderten Ermüdungsbeständigkeit
(Dauerfestigkeit) führte.
Die Vergleichsprobe Nr. 21 enthielt Kohlenstoff und Stickstoff in solchen Men
gen, daß ihr Gesamtgehalt unter 0,45 Gew.-% lag; wegen der unzureichenden
Auflösung dieser Elemente konnten eine ausreichende Härte und damit eine
zufriedenstellende Ermüdungsbeständigkeit (Dauerfestigkeit) nicht erzielt wer
den.
Die Vergleichsprobe Nr. 22 wurde hergestellt durch Carburieren eines Stahls
innerhalb des Rahmens der vorliegende Erfindung; sie war zufriedenstellend
sowohl in bezug auf die Verschleißfestigkeit und die Ermüdungsbeständig
keit( Dauerfestigkeit), ihre Korrosionsbeständigkeit war jedoch sehr gering.
Die Vergleichsprobe Nr. 23 wurde hergestellt durch Nitrieren eines anderen
erfindungsgemäßen Stahls bei der üblichen hohen Temperatur; sie wies eine
zufriedenstellende Korrosionsbeständigkeit auf, die Kristallkörner waren je
doch so grob, daß der Stahl eine unerwünscht niedrige Ermüdungsbeständig
keit (Dauerfestigkeit) aufwies.
Die Fig. 5 zeigt Anodenpolarisationskurven für zwei erfindungsgemäße Proben
(Nr. 2 und 10) und eine Vergleichsprobe (Nr. 15); die erfindungsgemäß her
gestellten und behandelten Stähle wiesen offensichtlich eine deutliche besse
re Korrosionsbeständigkeit auf als die Vergleichsstahl.
Beispiel 2
Es wurden Wälzlager gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfin
dung, die für die Verwendung unter Hochtemperatur- und Hochgeschwindig
keits-Bedingungen bestimmt waren, getestet.
Die Legierungs-Komponenten der als erfindungsgemäße Proben verwendeten
Stähle sowie diejenigen der Vergleichsstähle sind in der Tabelle III angege
ben, in denen der Gehalt an jeder Komponente in Gew.-% ausgedrückt ist.
Die Tabellen IV und V zeigen die Qualität jeder Probe nach der Wärmebe
handlung sowie die Ergebnisse der Bewertung in bezug auf Korrosionsbe
ständigkeit in einem Salzsprühtest oder der Messung des Lochfraß-Potentials,
das Ergebnis eines Schlagtests und das Ergebnis eines Ermüdungsbeständig
keitstests (Dauerfestigkeitstests) bei hoher Temperatur.
Die erfindungsgemäß hergestellten Proben und die Vergleichsproben wurden
in bezug auf die δ-Ferrit-Bildung geprüft und die Ergebnisse sind in der Fig. 6
für die jeweiligen Grundmaterialien graphisch dargestellt; die horizontale Ach
se des Diagramms in der Fig. 6 repräsentiert [eq1] = Cr% + Si% + 1,5 Mo% +
3,5V% und die vertikale Achse repräsentiert [eq2] = C% + 0,83N% + 0,05
(Co+Ni)% + 0,12Mn%.
Aus der Fig. 6 ist zu ersehen, daß die δ-Ferrit-Bildung in dem Bereich, welcher
der folgenden Bedingung genügte, verhindert werden konnte:
[eq2] 0,04 × [eq1] - 0,39 (1)
Die Stähle U und V in Tabelle der III genügten der Bedingung (1) nicht und es
wurde gefunden, daß sie δ-Ferrit in der gehärteten Mikrostruktur enthielten;
deshalb wurde keine anschließende Bewertung durchgeführt. Es sei insbe
sondere darauf hingewiesen, daß, obgleich der Vergleichsstahl V die erforder
lichen Mengen an Co, Ni und Co + Ni enthielt, wobei die Gehalt an Mo, V und
Mo + V ihre jeweiligen oberen Grenzwerte nicht überstiegen, bei ihm eine δ-Ferrit-Bildung
festgestellt wurde, da der genannte Stahl der Bedingung (1)
nicht genügte.
Die erfindungsgemäßen Proben wurden unter den Bedingungen A, B, H und L,
die nachstehend angegeben sind, wärmebehandelt (vergütet).
Bedingungen A und B
Die gleichen wie in Beispiel 1 (vgl. Fig. 3-1 für das Behandlungsmuster).
Bedingung H
Vergleiche Fig. 3-2 für das Behandlungsmuster.
| Vorbehandlung (Nitrierung): |
| Ionennitrierung: |
(530 bis 780°C) |
| Härtung: |
Halten bei 1020 bis 1120°C für 30 min bis 3 h, gefolgt von einer Ofenkühlung; nach der Ofenkühlung wurde 30 min lang auf 1020 bis 1120°C wieder erwärmt, danach wurde mit Öl abgeschreckt
|
| Tieftemperaturbehandlung: |
-190°C × 20 min |
| Anlassen: |
180°C × 2h |
Bedingung L
Vergleiche Fig. 3-2 für das Behandlungsmuster.
| Vorbehandlung (Nitrierung) |
| Ionennitrierung |
| Härtung |
Halten bei 1020 bis 1120°C x 30 min - 3 h und anschließende Ofenkühlung; nach der Ofenkühlung Wiedererwärmen für 30 min auf 1020 bis 11 20°C und anschließende Ölabschreckung |
| Tieftemperaturbehandlung |
-190°C × 20 min |
| Anlassen |
450 bis 520°C × 2h. |
Die Vergleichsproben wurden unter den nachstehend angegebenen Bedin
gungen D, F, G und I bis K wärmebehandelt.
Bedingungen D. F und G
Die gleichen wie in Beispiel 1.
Bedingung I
Vorbehandlung (Nitrierung): Hochtemperatur-Nitrierung bei 1150°C für 4 h(in
einer hochreinen N₂-Gas-Atmosphäre)
| Härtung |
| Direkte Härtung |
| primäres Anlassen |
Luftkühlung für 2 h bei 450 bis 520°C
|
| Tieftemperaturbehandlung |
-190°C × 20 min |
| sekundäres Anlassen |
450 bis 520°C × 2 h (zweimal durchgeführt) |
Bedingung J
| Vorbehandlung (Nitrierung) |
| nicht durchgeführt |
| Härtung |
Halten bei 1120°C × 30 min und anschließendes Ölabschrecken |
| primäres Anlassen |
Luftkühlung bei 500 bis 550°C für 2 h |
| Tieftemperaturbehandlung |
-80°C × 1 h |
| sekundäres Anlassen |
500 bis 550°C × 2 h (zweimal durchgeführt) |
Bedingung K
| Vorbehandlung (Carburierung)|925°C × 4 h |
| Härtung |
Halten bei 1120°C für 30 min und anschließendes Ölabschrecken |
| primäres Anlassen |
Luftkühlung bei 500 bis 550°C für 2 h |
| Tieftemperaturbehandlung |
-80°C × 1 h |
| sekundäres Anlassen |
500 bis 550° C × 2 h (zweimal durchgeführt) |
Die in der Tabelle V als Ergebnisse des Salzsprühtests und der Messung des
Lochfraßpotentials angegebenen Ergebnisse wurden nach den gleichen Ver
fahren wie in Beispiel 1 erhalten.
Die Kern-Zähigkeit wurde nach dem Charpy-Schlagtest bewertet (mit einem
Teststück der Größe 10 × 10 × 55 m mit einer 2 mm-Kerbe und 5R), der bei
Normaltemperatur durchgeführt wurde.
Der Ermüdungsbeständigkeitstest (Dauerfestigkeitstest) wurde mit einem ein
gekerbten Kugellager 6206 unter den folgenden Bedingungen durchgeführt:
| Temperatur:|170°C |
| P/C: |
0,71 |
| Schmierung |
Jet Oil II |
| Kugel |
M50. |
Die Proben A-1 bis A-9 in den Tabellen IV und V, die aus Proben innerhalb
des Rahmens der vorliegenden Erfindung hergestellt wurden, waren alle zu
friedenstellend in bezug auf die Korrosionsbeständigkeit; sie wiesen auch
Werte für die Schlagfestigkeits- und Hochtemperatur-Ermüdungsbestän
digkeits-Eigenschaften auf, die denjenigen von AISIM50, woraus die Ver
gleichsprobe B-6 hergestellt wurde, überlegen waren. Die Proben A-3 bis A-
11, die einem Hochtemperatur-Anlassen unterworfen wurden, waren beson
ders langlebig. Die Proben A-1 und A-3 sowie die Proben A-2 und A-4 wurden
jeweils aus den gleichen Stahlsorten hergestellt. Die Proben A-3 und A-4, die
bei der höheren Temperatur angelassen wurden, wiesen jedoch Ermüdungs
festigkeitswerte auf, die um etwa 100 h höher waren als diejenigen der Proben
A-1 und A-2; es ist daher klar, daß das Anlassen bei hoher Temperatur wirk
sam ist in bezug auf die Verlängerung der Gebrauchslebensdauer von Lagern
bei erhöhten Temperaturen.
Die Fig. 7 zeigt, wie der Gesamt-Gehalt an Co + Ni und der Gesamt-Gehalt an
Mo + V die Ermüdungsbeständigkeit (Dauerfestigkeit) von Lagern bei hoher
Temperatur beeinflussen. Wenn der Gesamt-Gehalt an Co + Ni weniger als
2,0 Gew.-% betrug, wurde die Matrix offensichtlich nur unzureichend in fester
Lösung verfestigt, so daß keine Verbesserung in bezug auf die Ermüdungs
beständigkeit des Lagers bei hoher Temperatur auftrat. Wenn andererseits der
Gesamt-Gehalt an Mo + V weniger als 0,8 Gew.-% betrug, war der Ausschei
dungshärtungs-Effekt unzureichend, so daß ebenfalls keine Verbesserung in
bezug auf der Ermüdungsbeständigkeit des Lagers bei hoher Temperatur auf
trat.
Dagegen waren die Proben, die innerhalb des schraffierten Bereiches der Fig.
7 lagen (als "erfindungsgemäßer Bereich" bezeichnet) in bezug auf den Ge
samt-Gehalt an (Co+Ni)% und (Mo+V)% alle durch eine zufriedenstellende
Ermüdungsbeständigkeit (< 200 h) charakterisiert mit Ausnahme der Probe B-
5, die nicht bei einer Temperatur unter Ac₁ nitriert worden war. Insbesondere
die Proben mit einem Gesamt-Gehalt Mo + V 1 Gew.-% und Co + Ni 2,5
Gew.-% wiesen Ermüdungsbeständigkeitswerte von über 300 h auf, wie aus
der Tabelle IV hervorgeht.
Dagegen erfüllten die Vergleichsproben B-1, B-2 und B-3 die erfindungsge
mäßen Bedingungen in bezug auf (Co+Ni)% oder (Mo+V)% nicht und sie wa
ren daher den erfindungsgemäßen Proben in bezug auf die Ermüdungsbe
ständigkeit bei hoher Temperatur unterlegen.
Die Vergleichsproben B-4 und B-5 wurden durch Hochtemperatur-Nitrierung in
einer Stickstoffgas-Atmosphäre hergestellt; sie wurden jedoch einer direkten
Nitrierung bei hoher Temperatur unterworfen, so daß der Korngrenzen-Pin
ning-Effekt von Nitrid-Ausscheidungen nicht zu erwarten war. Statt dessen
wurden die Kristallkörner grob (Größe von mehr als 200 µm) und es war un
möglich, zufriedenstellende Ermüdungsbeständigkeits- und Schlagfestigkeits-Eigenschaften
zu erzielen.
Die Vergleichsproben B-6 und B-7 wurden aus AISIM50 bzw. AISIM50NiL her
gestellt. Sie wiesen bessere Schlagfestigkeits- und Hochtemperatur-
Ermüdungsbeständigkeits-Eigenschaften auf als die Vergleichsteststücke B-8
und B-9, die jeweils aus SUS44OC hergestellt waren; andererseits war ihre
Korrosionsbeständigkeit extrem gering. Die Vergleichssprobe B-6 wies auch
eine vergleichsweise niedrige Schlagbeständigkeit auf und dies war auf Ma
krocarbide zurückzuführen, die sich als Folge des Kohlenstoff-Gehaltes gebil
det hatten.
Die Vergleichsproben B-8 und B-9 wurden aus SUS44OC hergestellt und
selbst dieser Hochqualitäts-Stahl war in bezug auf die Korrosionsbeständigkeit
weit schlechter als die Stähle im Rahmen der vorliegenden Erfindung. Es sei
insbesondere darauf hingewiesen, daß die Grundmaterialien, wie SUS44OC
und M50, die von groben Carbiden in der Mikrostruktur durchsetzt waren, den
erfindungsgemäßen Stählen in bezug auf die Ermüdungsbeständigkeit (Dauer
festigkeit) unterlegen waren.
Aus der vorstehenden Beschreibung geht hervor, daß erfindungsgemäß ein
satzgehärtete (Stickstoff-diffundierte) Wälzlager bereitgestellt werden, die den
konventionellen Wälzlagern aus rostfreiem Stahl auf Martensit-Basis in bezug
auf Korrosionsbeständigkeit und Wälz-Ermüdungsbeständigkeit (-
Dauerfestigkeit) verbessert waren und die auch eine zufriedenstellende Ver
schleißfestigkeit aufwiesen. Die Erfindung stellt auch einsatzgehärtete
(Stickstoff-diffundierte) Wälzlager zur Verfügung, die nicht nur eine hohe Kor
rosionsbeständigkeit, sondern auch bessere Hochtemperatur-Ermüdungsfe
stigkeits-Eigenschaften aufweisen als die Wälzlager aus dem konventionellen
Semi-Hochgeschwindigkeits-Stahl AISIM50.
Bei allen Wärmebehandlungen, die in den Beispielen 1 und 2 durchgeführt
wurden, kann die Ionennitrierung durch eine Plasmacarbonitrierung ersetzt
werden. Das in Fig. 3-1 dargestellte Verfahren kann wie in Fig. 3-2 angegeben
modifiziert werden, wobei jede der Hochtemperatur-Halte- und Härtungs-Stufen
in zwei Unterstufen durchgeführt werden kann; insbesondere kann auf
das Halten bei 1020 bis 11 20°C für 30 min bis 3 h eine Ölabschreckung oder
eine Ofenabkühlung folgen und danach wird ein Wiedererwärmen bei 1020 bis
1120°C für 30 min mit anschließender Ölabschreckung durchgeführt. Bei die
ser alternativen Ausführungsform kann das Anlassen durchgeführt werden
durch eine Wärmebehandlung unter der Bedingung A oder B.
Vorteile der Erfindung
Wie vorstehend beschrieben, ist gemäß dem ersten Aspekt der vorliegenden
Erfindung das rostfreie Stahlmaterial, aus dem das erfindungsgemäße Wälzla
ger hergestellt werden soll, dadurch charakterisiert, daß der Kohlenstoff, der
nicht nur schädlich ist für die Korrosionsbeständigkeit, sondern der dann,
wenn er in einer großen Menge darin enthalten ist, auch das Leistungsvermö
gen des Lagers durch Bildung von groben eutektischen Carbiden beeinträch
tigt (verschlechtert), teilweise ersetzt ist durch Stickstoff mit einer vergleichs
weise guten Verfestigungswirkung auf die feste Lösung, so daß der Kohlen
stoff-Gehalt so begrenzt ist, daß er innerhalb einer bestimmten Bereiches liegt.
Dadurch wird die Korrosionsbeständigkeit deutlich verbessert gegenüber den
jenigen von konventionellen rostfreien Stählen auf Martensit-Basis und außer
dem kann die Bildung von groben eutektischen Carbiden verzögert werden.
Als Folge davon erhält man Wälzlager mit einem hohen Leistungsvermögen,
die eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit aufweisen, die einem Hoch
temeperatur-Anlassen unterworfen werden können, ohne enthärtet (weich) zu
werden, die vielmehr ihre zufriedenstellende Wälz-Ermüdungsbeständigkeit (-
Dauerfestigkeit) und Verschleißfestigkeit beibehalten und auch eine ausrei
chend hohe Kernfestigkeit unter Biegezugspannung aufweisen, um für die
Verwendung in Luftfahrzeugen oder in Lebensmittelverarbeitungs-Vorrich
tungen geeignet zu sein.
Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die vorstehend
beschriebene Stickstoff-Substitution kombiniert mit dem Ausscheidungshär
tungseffekt von Mo- und V-Carbiden und dem Matrix-Verstärkungseffekt von
gelöstem Co und Ni. Dadurch werden nicht nur die Hochtemperatur-Eigen
schaften verbessert, sondern es wird auch eine hoher Kernfestigkeit unter
Zugbiegespannung verliehen; als Folge davon erhält man Wälzlager mit einem
hohen Leistungsvermögen, die insbesondere geeignet sind für die Verwen
dung unter unwirtlichen (ungünstigen) (Hochtemperatur- und Hochgeschwin
digkeits)-Bedingungen, wie sie in Luftfahrzeug-Düsenmotoren und
-Gasturbinen auftreten.