DE197058C - - Google Patents

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DE197058C
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leather
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A43FOOTWEAR
    • A43BCHARACTERISTIC FEATURES OF FOOTWEAR; PARTS OF FOOTWEAR
    • A43B23/00Uppers; Boot legs; Stiffeners; Other single parts of footwear
    • A43B23/08Heel stiffeners; Toe stiffeners
    • A43B23/081Toe stiffeners
    • A43B23/086Toe stiffeners made of impregnated fabrics, plastics or the like

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  • Footwear And Its Accessory, Manufacturing Method And Apparatuses (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Zwecks Versteifung der Schuhspitzen verwendet man bekanntermaßen Steifkappen, welche in die Spitze des Schuhes eingearbeitet werden. Bisher wurden derartige Steifkappen entweder aus Leder hergestellt, oder es wurde ein geeignet geschnittenes Stück Stoff oder Leder mit einer Celluloidlösung getränkt, welche an der Luft schnell erhärtet und der Steifkappe infolgedessen die gewünschte Form
ίο gibt.
Die Steifkappen aus Leder haben aber den großen Nachteil, daß sie zwecks Ermöglichung einer faltenlosen Verarbeitung vor dem Aufzwicken auf den Leisten im Wasser angefeuchtet werden müssen, damit sie weich und geschmeidig werden. Abgesehen davon, daß es überhaupt schwer ist, gleichmäßig starke Kappen aus Leder zu erhalten, tritt bei dem Erweichen der Lederkappe immer eine starke Quellung und ein Dickwerden ein, wobei das Aufquellen oft sehr ungleichmäßig erfolgt.
Ein weiterer Hauptnachteil bei der Verarbeitung von solchen Lederkappen stellt sich überdies dann ein, wenn die aufgezwickte Kappe, welche mit dem Oberleder durch Kleister fest verbunden ist, trocknet. Es tritt dann entweder durch nachherige Schrumpfung der Kappe Faltenbildung auf, oder es löst sich das Oberleder von der Steifkappe infolge ungleichmäßiger Spannung ab und bildet Falten. In beiden Fällen resultiert ein minderwertiges Schuhwerk. Die Steifkappen, welche durch Tränkung oder .Aufstreichen mit einer Celluloidlösung behandelt worden sind und beim Trocknen der letzteren die erforderliche Gestalt erhalten haben, haben den Nachteil, daß ein mehrmaliges Weichmachen der Kappe nicht erfolgen kann, weil das hartgewordene Celluloid in Wasser nicht weich wird und Äther oder ähnliche Flüssigkeiten, welche das Celluloid erweichen würden, wegen ihrer schädlichen Einwirkung auf das Leder des Schuhwerkes nicht benutzt werden können. Bei der Einarbeitung einer Steifkappe macht sich aber ein mehrmaliges Weichmachen der Kappe unbedingt erforderlich, da die Kappen nicht in einem Arbeitsprozeß schnell eingearbeitet werden können. Infolgedessen müssen dieselben so weich gemacht werden, daß ein vollkommen faltenloses Einarbeiten erzielt wird.
. Zur Herstellung von Steifkappen für Schuhwerk hat man außerdem auch die sogenannte Wiener Pappe, d.i. vergorener Kleber (Pflanzeneiweiß), verwendet; doch hat dieser Stoff den Nachteil, daß er infolge seiner Lösbarkeit in Wasser beim Wiederanfeuchten der Kappen zwecks Verarbeitung des letzteren auf dem Leisten sich im Wasser löst und hierdurch an seiner Bindekraft und seiner Fähigkeit, dem Material eine Steifheit zu geben, verliert. Beim Tragen von Schuhwerk mit solchen Steifkappen löst sich der vergorene Kleber schon durch die vom Fuß ausgehende Feuchtigkeit derart auf, daß schon nach kurzer Zeit ein Zusammenschrumpfen der Kappen eintritt.
Nach der Erfindung wird nun, um die angegebenen Nachteile bei der Herstellung von Steifkappen zu vermeiden, das zur Herstellung von Steifkappen verwendete Fasermaterial, Gewebe oder auch Leder mit solchen
Lösungen von Eiweißstoff durchtränkt oder bestrichen, welche im Gegensatz zur Wiener Pappe im Wasser unlöslich sind, durch geringe Wasseraufnahme jedoch, ohne aufzuquellen und an Binde- und Klebkraft zu verlieren, wieder weich und geschmeidig werden. In erster Linie kommt diese Eigenschaft den Eiweißstoffen des Pflanzen- und Tierreichs zu, welche die Fähigkeit besitzen, zu
ίο koagulieren, als Blutalbumin, Kasein und Kleber. Diese Eiweißstoffe werden, ehe sie durch Koagulieren wasserunlöslich gemacht werden, in Wasser gelöst. Es können auch Gemenge der oben angeführten Stoffe mit Vorteil angewendet werden. Der Lösung können auch antiseptisch wirkende Mittel, ebenso andere Füllmittel und Farbstoffe je nach Wunsch und Bedarf zugesetzt werden.
■Die Lösungen obiger Eiweißstoffe werden zwecks Herstellung der Steifkappen als Kleboder Steifmasse verwendet, mit welcher die aus einem beliebigen Fasermaterial oder auch aus Leder bestehende Kappe bestrichen oder getränkt wird. Der Anstrich oder das Tränkungsmittel wird alsdann auf bekannte Art koaguliert und in unlösliche Form übergeführt.
An Stelle dieser Eiweißstoffe kann auch Chromleim, Gelatine und Leim verwendet werden, welche eigentlich in Wasser löslich sind und die oben angegebenen Eigenschaften der koagulieren Eiweißstoffe nicht besitzen. Um jedoch diesen Stoffen auch die besonderen Eigenschaften der koagulieren Eiweißstoffe zu verleihen, wird Chromleim durch die Einwirkung des Lichts und Gelatine und Leim durch Zusatz von Formaldehyd in wasserunlösliche Form übergeführt.
Mit gleichem Vorteil kann auch sogenannter gefällter oder gerbsaurer Leim Verwendung finden, und zwar wird Leim oder Gelatine mittels Gerbsäure oder anderer Reagenzien, wie Alaun, essigsaure Tonerde, wolframsaüres Natron und Salzsäure, aus der Lösung ausgefällt und der erkaltete, in Wasser unlösliche Niederschlag geschmolzen, und als Kleboder Imprägniermasse verwendet.
Um dieser Kleb- oder S.teifmasse eine größere Festigkeit zu verleihen, können derselben auch Dicköl, Firnis oder gleichartige öle zugesetzt werden.
Die nach dem neuen Verfahren hergestellten Steifkappen können auf der nach dem Innern des Schuhwerkes gelegenen Seite wie üblich mit einer wasserdichten Schicht, wie z. B. einer Kautschuklösung, versehen werden, um das Eindringen der Feuchtigkeit von innen, veranlaßt durch Schwitzen des Fußes, und ein Erweichen der Kappe zu verhindern. Das Auftragen der wasserdichten Schicht dient auch gleichzeitig dazu, die Kappe elastisch zu versteifen. Das Aufbringen dieser Schicht · erfolgt bei den nach dem neuen Verfahren hergestellten Steifkappen in bekannter Weise auf der dem Schuhinnern zugekehrten Seite, um das Material der Kappe zwecks Verarbeitung von der anderen Seite aus anfeuchten zu können und das Eindringen der Feuchtigkeit in das Innere des Fasermaterials sowie das Weichwerden der Kleb- und Steifmasse zu erleichtern.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Steifkappen für Schuhwerk, welches auf der dem Schuhinnern zugekehrten Seite mit einer wasserdichten Schicht versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß Faserstoff oder Leder mittels Steif- oder Klebmasse bestrichen oder getränkt wird, welche die Eigenschaft besitzt, in Wasser unlöslich zu sein, an der Luft schnell zu trocknen und durch geringe Wasseraufnahme, ohne aufzuquellen und an Binde- und Klebkraft zu verlieren, wieder weich und geschmeidig zu werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserstoff oder das Leder mit. einer Lösung von Eiweiß-Stoffen durchtränkt oder bestrichen wird und letztere sodann zwecks Überführung in unlösliche Form koaguliert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Steif- oder Klebmasse durch Formaldehyd unlöslich gemachte Gelatine oder Xeim verwendet wird.
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