DE19615744C1 - Kraftfahrzeug mit mehreren Karosserieteilen - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit mehreren Karosse
rieteilen, die jeweils mit einer Außenhaut versehen sind, sowie
mit Mitteln zum schlagartigen Verlagern wenigstens eines Teiles
der Außenhaut einer Aufprallbelastung entgegen.
Ein solches Kraftfahrzeug ist aus der DE 28 14 107 A1 bekannt.
Um einen verbesserten Schutz für Fußgänger bei einem Aufprall
auf eine Motorhaube eines Personenkraftwagens zu bieten, ist die
Motorhaube aus ihrer Ruheposition in eine Aufprallposition beim
Erkennen einer Aufprallbelastung schlagartig anhebbar. Zum Anhe
ben der Fronthaube etwa auf Höhe eines Windlaufes vor einer
Windschutzscheibe des Personenkraftwagens ist eine Gassackvor
richtung vorgesehen, die durch entsprechende Signale einer Auf
prallsensorik ausgelöst wird. Um eine Verlagerung der Motorhaube
nach oben zu ermöglichen, wird das Schloß der Motorhaube gelöst
und die Motorhaube mittels der Gassackvorrichtung um einen be
stimmten Betrag um ihre frontseitige Scharnierachse nach oben
verschwenkt.
Eine ähnliche Schutzvorrichtung für Fußgänger ist bei einem
Kraftfahrzeug gemäß der DE 27 11 338 A1 vorgesehen.
Die JP 07156749 A offenbart ein Kraftfahrzeug, dessen frontsei
tige, obere Karosserieaußenhautbereiche mit Luftkissenanordnun
gen versehen sind, die sich bei einer Kollision des Kraftfahr
zeugs mit einem Fußgänger aufblasen und so den Aufprall des Fuß
gängers auf das Fahrzeug dämpfen.
Aus der JP 07125603 A ist eine ähnliche Schutzvorrichtung für
einen Fußgänger bekannt, wobei in einem Frontbereich einer Mo
torhaube des Kraftfahrzeugs eine Öffnung vorgesehen ist, aus der
heraus sich ein Airbag bei einem Fußgängeraufprall entfalten
kann.
Bei der JP 07125604 A ist eine Motorhaube eines Kraftfahrzeugs
von einem netzartigen, weichen Flächengebilde überzogen, das bei
einer Kollision mit einem Fußgänger mattenartig aufspannbar ist
und so den Aufprall des Fußgängers auf die Motorhaube abfängt.
Die JP 07125605 A offenbart eine Luftkissenanordnung auf einer
Motorhaube eines Kraftfahrzeugs, die im aufgeblasenen Zustand
den Aufprall eines Fußgängers auf die Motorhaube dämpft.
Es ist auch bekannt (JP 07125606 A), in einer Motorhaube eines
Kraftfahrzeugs eine Klappe vorzusehen, unter der eine schlagar
tig expandierbare Luftkissenanordnung angeordnet ist. Bei einer
Kollision des Kraftfahrzeugs insbesondere mit einem Fußgänger
wird die Luftkissenanordnung derart aufgeblasen, daß sie sich
oberhalb der Motorhaube über diese und zur Windschutzscheibe des
Kraftfahrzeugs hin erstreckt.
Aus der JP 07125607 A ist es bekannt, in einer Motorhaube eines
Kraftfahrzeugs einen höhenverlagerbaren Deckel vorzusehen. Die
ser Deckel ist mit einer Airbaganordnung derart verbunden, daß
er bei einer Expansion des Airbags nach oben höhenverlagert
wird. Der Airbag expandiert bei einer Kollision eines Fußgängers
mit dem Kraftfahrzeug, wodurch der Fußgänger auf den nach oben
höhenverlagerten Deckel aufprallt und dieser Deckel verformt
wird. Der Deckel stellt ein von der übrigen Motorhaube getrenn
tes Bauteil dar.
Die JP 07125608 A offenbart ein Kraftfahrzeug, in dessen Motor
haube eine Öffnung für die Expansion einer Airbaganordnung vor
gesehen ist. Diese Öffnung ist im zusammengefalteten Ruhezustand
der Airbaganordnung durch zwei Schiebedeckel verschlossen, die
abhängig von der Expansion des Airbags in ihre geöffnete und die
Öffnung freigebende Position bewegt werden.
Eine ähnliche Abdeckvorrichtung für einen Airbag in einer Motor
haube eines Kraftfahrzeugs ist aus der JP 07125609 A bekannt.
Bei dieser Schutzvorrichtung für einen Fußgänger ist die Öffnung
in der Motorhaube durch eine schwenkbewegliche Klappe verschlos
sen, die für eine Freigabe des Airbags in ihre zur Windschutz
scheibe hin verschwenkte offene Endposition bewegt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kraftfahrzeug der eingangs ge
nannten Art zu schaffen, das mit einfachen und platzsparenden
Mitteln einen verbesserten Aufprallschutz sowohl für Fußgänger
als auch gegenüber anderen Aufprallbelastungen bietet.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Außenhaut mit wenig
stens einem gegenüber der übrigen Außenhaut geschwächten und
plastisch verformbaren Aufprallbereich versehen ist, und daß auf
einer Innenseite eine wenigstens die Stabilität der übrigen Au
ßenhaut aufweisende und den Aufprallbereich umschließende Stütz
schale fest mit der Außenhaut verbunden ist, die mit der Außen
haut einen geschlossenen Hohlraum bildet, der bei einer Auf
prallbelastung unter Ausbuchtung des Aufprallbereiches der Au
ßenhaut mittels einer pyrotechnischen Treibladung schlagartig
nach außen expandierbar ist. Die erfindungsgemäße Lösung ist
insbesondere an Fronthauben von Kraftfahrzeugen einsetzbar, die
in der Regel relativ dicht oberhalb eines starren Antriebsaggre
gates sitzen, ohne daß die Verankerung der Fronthaube gelöst
werden muß. Vorteilhaft ist die erfindungsgemäße Lösung jedoch
auch bei Fahrzeugseitentüren einsetzbar, um die Aufprallenergie
von Seitenaufprallbelastungen bereits in der Seitentür wirksam
abbauen zu können. Bei Erkennen einer Aufprallbelastung durch
eine entsprechende Aufprallsensorik wird in einfacher Weise der
Hohlraum zwischen der Stützschale und dem Aufprallbereich der
Außenhaut schlagartig mit hohem Druck beaufschlagt, wodurch sich
der Aufprallbereich der Außenhaut nach außen ausbuchtet und sich
dem Aufprallpartner entgegenwölbt, wodurch ein relativ großer
Verformungsweg zum Abbau der Aufprallenergie entsteht. Dabei muß
sich die Stützschale nicht notwendigerweise vollkommen starr
verhalten. Falls der notwendige Raum für die Stützschale unter
halb der Außenhaut zur Verfügung steht, kann sich die Stütz
schale zusätzlich zu der Ausbuchtung der Außenhaut entsprechend
entgegengesetzt nach innen ausformen, so daß sowohl die Außen
haut als auch die Stützschale um einen gewissen Betrag auseinan
dergedrückt werden.
In Ausgestaltung der Erfindung weist der Aufprallbereich der Au
ßenhaut eine gegenüber der übrigen Außenhaut reduzierte Wand
stärke auf. Dies ist eine besonders einfache Ausgestaltung der
Erfindung, um die Außenhaut in ihrem Aufprallbereich wirksam zu
schwächen und ausreichend plastisch verformbar zu gestalten. Ein
Reißen oder Brechen der Außenhaut im ausgebeulten Zustand muß
vermieden werden, um keine zusätzliche Verletzungsgefahren ent
stehen zu lassen. Je nach Materialwahl ist jedoch eine andere
Gestaltung der Schwächung der Außenhaut im Aufprallbereich mög
lich. Eine Schwächung kann insbesondere auch durch das Fehlen
von Versteifungselementen wie Versteifungssicken, Versteifungs
rippen oder ähnlichem, im Aufprallbereich bewirkt werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung stützt die Stützschale
sich zum Fahrzeuginneren hin an einer fahrzeugfesten Funktions
einheit, insbesondere einem Antriebsaggregat, ab. Dadurch wird
verhindert, daß die Stützschale sich aufgrund der Überdruckbela
stung zu stark nach innen ausbuchtet, was zu einer Verringerung
der Ausbuchtung des Aufprallbereiches der Außenhaut führen
könnte. Gerade durch die ausreichende Ausbuchtung des Aufprall
bereiches nach außen wird aber ein gewünscht er verfrühter Kon
takt des Aufprallpartners mit der Außenhaut und damit mit dem
Karosserieteil erzielt, der zu einer früheren Energieaufnahme
und damit zu einem bestimmten Energieabbau führt, bevor der Auf
prallpartner mit blockförmigen Teilen des Kraftfahrzeugs in Be
rührung gelangt.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen. Nachfolgend sind bevorzugte Ausführungsbei
spiele der Erfindung beschrieben und anhand der Zeichnungen dar
gestellt.
Fig. 1 zeigt in einem Ausschnitt einen Teil einer Fronthaube ei
nes Kraftfahrzeugs gemäß einer bevorzugten erfindungsge
mäßen Ausführungsform, die mit einem geschwächten Auf
prallbereich versehen ist, und
Fig. 2 in einer schematischen Schnittdarstellung eine Seitentür
einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Kraftfahrzeugs, die eine mit zwei Aufprallbereichen ähn
lich Fig. 1 versehene Außenhaut aufweist.
Ein Personenkraftwagen weist in an sich bekannter Weise eine
frontseitige Motorhaube auf, die ein Karosserieteil des Perso
nenkraftwagens darstellt und mit einer Außenhaut (1) versehen
ist, die die Außenkontur der Motorhaube bildet. Unterhalb der
Motorhaube ist ein Antriebsaggregat (2) vorgesehen, das block
förmig in geringem Abstand unterhalb der Motorhaube (1) angeord
net ist. Um zu verhindern, daß ein Fußgänger bei einem Aufprall
auf die Motorhaube bereits nach einem geringen Verformungsweg
der Außenhaut (1) nach innen mit dem blockförmigen Antriebsag
gregat (2) in Kontakt gelangt und sich dadurch schwere Verlet
zungen zuziehen kann, weist die Außenhaut (1) der Motorhaube ei
nen großflächigen Aufprallbereich (3) auf, der gegenüber der üb
rigen Außenhaut (1) in verstärktem Maße plastisch verformbar
ist. Die Schwächung der Außenhaut (1) im Aufprallbereich (3) zur
Erzielung der erhöhten Verformbarkeit wird beim dargestellten
Ausführungsbeispiel durch eine Reduzierung der Wandstärke der
Außenhaut (1) im Aufprallbereich (3) erzielt. Auf der dem An
triebsaggregat (2) zugewandten Innenseite der Außenhaut (1) ist
auf Höhe des Aufprallbereiches (3) an diese eine Stützschale (4)
angebunden, deren Wandstärke etwa der normalen Wandstärke der
Außenhaut (1) entspricht. Auch das Material der Stützschale (4)
entspricht dem Material der Außenhaut (1). Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel ist sowohl die Außenhaut (1) als auch die
Stützschale (4) aus Metallblech hergestellt. Die Stützschale (4)
entspricht etwa der Fläche des Aufprallbereiches (3) und ist mit
ihrem umlaufenden Rand - beim dargestellten Ausführungsbeispiel
durch Verschweißen - umlaufend dicht mit der Außenhaut (1) ver
bunden, wobei sie mit dem Aufprallbereich (3) einen dicht abge
schlossenen, schmalen Hohlraum (5) bildet. Die Unterseite der
Stützschale (4) befindet sich unmittelbar oberhalb des Antriebs
aggregates (2).
Der geschlossene Hohlraum (5) steht über ein nicht näher be
zeichnetes Druckventil und eine Druckleitung (7) mit einem
Druckspeicher (6) in Verbindung, in dem eine pyrotechnische
Treibladung integriert ist. Die pyrotechnische Treibladung ist
in an sich bekannter Weise an eine Aufprallsensorik angeschlos
sen und wird bei einem entsprechenden Signal der Aufprallsenso
rik gezündet. Dadurch wird der Hohlraum (5) zwischen dem Auf
prallbereich (3) und der Stützschale (4) schlagartig unter hohen
Überdruck gesetzt, durch den der Aufprallbereich (3) der Außen
haut (1) gemäß der gestrichelten Darstellung nach außen ausge
buchtet wird. Die wesentlich stabilere Stützschale (4) wird le
diglich geringfügig nach innen gedrückt und stützt sich an dem
Antriebsaggregat (2) ab. Der auf den nach oben ausgebuchteten
Aufprallbereich (3) auftreffende Fußgänger gerät durch die Aus
formung des Aufprallbereiches (3) nach oben frühzeitig mit der
Außenhaut (1) der Motorhaube in Kontakt. Dadurch entsteht für
die Außenhaut (1) im Aufprallbereich (3) ein vergrößerter Ver
formungsweg, der bereits einen bestimmten Anteil der Aufpralle
nergie abbauen kann, so daß der Fußgänger vergleichsweise weich
aufgefangen wird.
Die Funktion des Ausführungsbeispiels nach Fig. 2 entspricht im
wesentlichen der anhand der Fig. 1 beschriebenen Funktion. Bei
diesem Ausführungsbeispiel sind jedoch zwei in Abstand überein
ander angeordnete geschwächte Aufprallbereiche (3a) in einer Au
ßenhaut (1a) eines Karosserieteils in Form einer Seitentür (8)
für einen Personenkraftwagen vorgesehen. Die Seitentür (8)
schließt nach unten in an sich bekannter Weise bündig mit einem
Türschweller (9) ab, der einen Teil der Karosserietragstruktur
des Kraftfahrzeugs bildet. Beide Aufprallbereiche (3a) stellen
einen geschwächten Teil der Außenhaut (1a) dar, wobei die Schwä
chung analog Fig. 1 durch eine Reduzierung der Wandstärke der
Außenhaut (1a) erzielt ist. Analog Fig. 1 ist jedem Aufprallbe
reich (3a) auf einer Innenseite eine Stützschale (4a) zugeord
net, die gegenüber dem Aufprallbereich (3a) wesentlich stabiler
gestaltet ist und mit ihrem Rand den Aufprallbereich (3a) unter
Bildung eines geschlossenen Hohlraumes (5a) dicht umschließt.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Außenhaut (1) ein
schließlich der Aufprallbereiche (3a) sowie die Stützschalen
(4a) jeweils aus Metallblech hergestellt und zur Bildung der
dicht abgeschlossenen Hohlräume (5a) sind die Stützschalen (4a)
mit der Innenseite der Außenhaut (1a) verschweißt. Beide Hohl
räume (5a) sind mittels einer verzweigten Druckleitung (7a) an
einen gemeinsamen Druckspeicher (6a) angeschlossen, der entspre
chend Fig. 1 mit einer pyrotechnischen Treibladung versehen ist,
die wiederum an eine an sich bekannte Aufprallsensorik ange
schlossen ist. Diese Aufprallsensorik spricht insbesondere auf
Seitenaufprallbelastungen an, die in Pfeilrichtung (A) durch ei
nen entsprechenden Aufprallpartner (10), insbesondere in Form
eines anderen Kraftfahrzeugs, auf die Seitentür (8) ausgeübt
werden. Durch das schlagartige Aufblasen der Hohlräume (5a) wer
den die Aufprallbereiche (3a) gemäß der Darstellung in Fig. 2
aus ihrer gestrichelten Position nach außen ausgebuchtet.
Gleichzeitig werden die Stützschalen (4a) um einen entsprechend
geringeren Betrag - aufgrund ihrer erhöhten Steifigkeit - nach
innen ausgebeult, so daß sich jeweils ein relativ dickbauchiger
Hohlraum (5a) bildet, der jeweils einen bestimmten Verformungs
weg für den Energieabbau der Aufprallenergie des Aufprallpart
ners (10) zur Verfügung stellt.
Claims (3)
1. Kraftfahrzeug mit mehreren Karosserieteilen, die jeweils
mit einer Außenhaut versehen sind, sowie mit Mitteln zum schlag
artigen Verlagern wenigstens eines Teils der Außenhaut einer
Aufprallbelastung entgegen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenhaut (1, 1a) mit wenigstens einem gegenüber der üb
rigen Außenhaut (1a) geschwächten und plastisch verformbaren
Aufprallbereich (3, 3a) versehen ist, und daß auf einer Innen
seite eine wenigstens die Stabilität der übrigen Außenhaut (1,
1a) aufweisende und den Aufprallbereich (3, 3a) umschließende
Stützschale (4, 4a) fest mit der Außenhaut (1, 1a) verbunden
ist, die mit der Außenhaut (1, 1a) einen geschlossenen Hohlraum
(5, 5a) bildet, der bei einer Aufprallbelastung unter Ausbuch
tung des Aufprallbereiches (3, 3a) der Außenhaut (1, 1a) mittels
einer pyrotechnischen Treibladung schlagartig nach außen expan
dierbar ist.
2. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Aufprallbereich (3, 3a) der Außenhaut (1, 1a) eine ge
genüber der Außenhaut (1, 1a) reduzierte Wandstärke aufweist.
3. Kraftfahrzeug nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützschale (4, 4a) sich zum Fahrzeuginneren hin an
einer fahrzeugfesten Funktionseinheit, insbesondere einem An
triebsaggregat (2), abstützt.
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