DE19506640C2 - Einrichtung zum Reinigen von Zylindern in Druckmaschinen - Google Patents
Einrichtung zum Reinigen von Zylindern in DruckmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Reinigen von Zylindern in Druckmaschinen mit
einer an den Zylinder an- und abstellbaren Reinigungsvorrichtung.
Aus der DE 36 14 542 A1 ist eine Einrichtung dieser Art bekannt. Diese
Reinigungseinrichtung dient zum Reinigen mehrerer Zylinder innerhalb einer
Rotationsdruckmaschine, indem sie mittels einer Transportvorrichtung nacheinander an
mehrere Zylinder in verschiedenen Druckmaschinen verfahrbar ist.
Die Transportvorrichtung ist entlang der Druckmaschine mittels Fördermitteln in einem
Führungssystem verfahrbar. Die Fördermittel sind dabei mit einer Antriebseinheit in
Eingriff. Nachteilig ist es dabei, daß die erforderlichen Mittel sehr aufwendig sind und der
zeitliche Aufwand zwecks Verfahren der Reinigungseinrichtung von einem Druckwerk
zum nächsten Druckwerk hoch ist.
Aus der EP 0 591 634 A1 ist eine weitere Druckmaschinenzylinder-Waschvorrichtung
bekannt. Diese Vorrichtung ist in eine Öffnung in einem Maschinengestell achsparallel zu
einem Zylinder ein- und ausfahrbar. Die Waschvorrichtung selbst ist dabei in einer
Linearführungen aufweisenden Aufhängevorrichtung aufgenommen. Die
Aufhängevorrichtung besitzt stirnseitige Anschlüsse für die Ankoppelung bzw.
Entkopplung von Versorgungsleitungen derart, daß bei Einschub der Waschvorrichtung
automatisch eine Verbindung erzeugt wird. Die Aufhängevorrichtung mit
Waschvorrichtung wird mittels Druckluftzylinder und Koppelgetriebe an den zu
reinigenden Zylinder an- bzw. abgeschwenkt. Die Druckluftzylinder sowie die
Aufhängevorrichtung sind in der Öffnung angeordnet und engen somit erheblich den Platz
für Servicearbeiten ein. Weiterhin stellen die Linearführungen und das Koppelgetriebe eine
aufwendige Lösung dar.
Gemäß DE 42 15 355 A1 ist eine Waschvorichtung für Zylinder in Druckmaschinen
bekannt, die als Einschubelement ausgebildet ist. Die Waschvorrichtung ist zwischen
einer Einschubposition und einer Bereitschaftsposition bewegbar.
Nach DE 37 44 800 A1 ist eine Gummituchwaschvorrichtung für eine Offsetdruck
maschine bekannt, die in Einschub- bzw. Waschpositionen und Bereitschaftsposi
tionen bewegbar ist.
Aus der DE 90 14 229 U1 ist eine Umwickelvorrichtung zum Umwickeln einer Groß
rolle auf eine Saubertuchspindel bekannt, welche als fahrbares Gerüst ausgebildet
ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zum Reinigen von Zylindern zu schaffen,
die mit wenig Aufwand in eine Druckmaschine eingebaut und ausgebaut werden kann,
ohne den Freiraum für Servicearbeiten ständig einzuengen.
Erfindungsgemäß wird das dadurch gelöst, daß die positionierte Reinigungsvorrichtung auf
einem Flurfördermittel seitlich zu einem zu reinigenden Zylinder durch die Öffnung einer
Druckmaschine einschiebbar und auf dem Flurfördermittel herausfahrbar ist. Das
Flufördermittel ist verfahrbar, so daß lediglich ein Flurfördermittel für alle
Reinigungsvorrichtungen innerhalb einer Druckmaschine erforderlich ist. Am
Maschinengestell sind in einer Öffnung vorzugsweise Querführungen angeordnet,
(achsparallel zum Zylinder verlaufend), in die das Flurfördermittel mit
Reinigungsvorrichtung in eine "Einschubposition" einschiebbar und aus dieser
herausfahrbar ist. Aus der "Einschubposition" wird die das Flurfördermittel verlassende
Reinigungsvorrichtung mittels einer ersten Betätigungseinrichtung über Längsführungen in
eine "Bereitsschaftsposition" zum zu reinigenden Zylinder längs verschoben, d. h. in
Bogenlaufrichtung oder entgegen der Bogenlaufrichtung. Mittels einer zweiten
Betätigungseinrichtung wird die Reinigungsvorrichtung dann in die "Arbeitsposition"
angestellt bzw. wieder in die "Bereitschaftsposition" abgestellt.
Die erfindungsgemäße Lösung eignet sich besonders zum Reinigen von Zylindern,
beispielsweise Gegendruckzylindern in Druckmaschinen. Diese Gegendruckzylinder sind
aufgrund ihrer geometrischen Anordnung innerhalb der Druckmaschine schwer zugänglich.
Ist die erfindungsgemäße Lösung in einer Bogendruckmaschine höherer Formatklasse
eingesetzt, so weist die Reinigungsvorrichtung eine relativ hohe Masse auf. Eine solche
Vorrichtung läßt sich manuell nur mit hohem Aufwand ein- oder ausbauen.
Je nach Reinigungsprinzip eignen sich vorzugsweise Waschwalzen, z. B. Waschbürsten mit
Rakel oder ein Waschtusch mit Andruckelement als Reinigungsvorrichtung. Waschwalzen
oder die Waschtuchspindeln sind in stirnseitig angeordneten Seitenwänden gelagert und
von einem vorzugsweise einseitig offenem Gehäuse umgeben. Den Waschwalzen bzw. dem
Waschtuch sind in bekannter Weise Düsen für Waschmittel und/oder Wasser in dem
Gehäuse zugeordnet. Ebenso ist vorzugsweise ein Walzenantrieb, z. B. ein Elektromotor,
an dem Gehäuse angeordnet, so daß eine komplette Reinigungseinheit als Baugruppe
vorliegt (einschließlich der Anschlüsse für Wasser, Waschmittel und Energie).
Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Dabei zeigen
schematisch:
Fig. 1 eine Druckeinheit einer Rotationsdruckmaschine,
Fig. 2 eine Reinigungsvorrichtung in Einschubposition,
Fig. 3 eine Reinigungsvorrichtung in Bereitschaftsposition.
Eine Druckeinheit einer Bogenoffsetdruckmaschine besteht im wesentlichen aus einem als
Gegendruckzylinder wirkenden Druckzylinder 1, der in bekannter Weise mit einem
benachbarten Gummituchzylinder 3 und einem dem Gummituchzylinder 3 zugeordneten
Plattenzylinder 4 in Wirkverbindung steht. Auf die Zuordnung von Farbwerk und
Feuchtwerk zum Plattenzylinder 4 soll hier nicht weiter eingegangen werden. Dem
Druckzylinder 1 ist in Bogenlaufrichtung eine Transfertrommel 5 vorgeordnet und eine
weitere Transfertrommel 6 nachgeordnet. Unterhalb des Druckzylinders 1 soll eine
Reinigungsvorrichtung 2 angeordnet werden, die an den Druckzylinder 1 angestellt und
von diesem abgestellt werden kann. Die Druckeinheit weist in bekannter Weise je ein
seitlich angeordnetes Maschinengestell 7 auf, in dein eine Öffnung vorhanden ist. Diese
Öffnung dient in bekannter Weise als "Mann-Loch" für Servicearbeiten. Innerhalb der
Öffnung sind am Maschinengestell 7 achsparallel zum Zylinder 1 verlaufende
Querführungen 9 angeordnet. Ein im wesentlichen aus einem Grundrahmen mit
Halterungen gebildetes Flurfördermittel 8 nimmt die Reinigungsvorrichtung 2 auf. Das
Flurfördermittel 8 besitzt mehrere Lenkrollen 18, die zum Verfahren zwischen den
Druckeinheiten dienen. An dem Flurfördermittel 8 sind parallel zu den Querführungen 9
Zentrierrollen 17 drehbar angeordnet. In einer weiteren Ausbildung kann das
Flurfördermittel 8 auch auf einem Luftkissen oder mittels beispielsweise im Bodenbereich
angeordneten Leiteinrichtungen verfahrbar sein.
Unterhalb des Zylinders 1 ist seitlich an jedem Maschinengestell 7 eine
Betätigungsvorrichtung 12 angeordnet. Sie besteht im wesentlichen aus einem
Arbeitszylinder 13 mit Kolbenstange, die in einem Drehgelenk 14 aufgenommen ist. Im
Drehgelenk 14 ist ferner ein Hebel 15 aufgenommen, der eine mit einer gestellfesten
Längsführung 11 in Kontakt stehende Kurvenrolle 16 aufweist. Jeder Hebel 15 weist
Zentrierungen 20 auf, denen an der Reinigungsvorrichtung 2 angeordnete Zentriermittel 21
positionsgerecht zugeordnet sind. Ebenfalls unterhalb des Druckzylinders ist eine weitere
gestellfeste Betätigungseinrichtung 23, bestehend aus mindestens einem Arbeitszylinder 22,
der mit einer an der Reinigungsvorrichtung 2 angeordneten Traverse 24 in Eingriff steht
installiert. Die Reinigungsvorrichtung 2 weist weiterhin Anschlüsse für Waschmittel,
Wasser sowie Energie auf, die spätestens in der den zu reinigenden Zylinder 1
zugeordneten "Bereitschaftsposition" mit entsprechenden Gegenstücken automatisch
gekuppelt werden. Damit ist die Reinigungsvorrichtung mit allen erforderlich
Zuführleitungen verbunden.
Die Wirkungsweise ist wie folgt: Auf dem Flurfördermittel 8 ist die Reinigungsvorrichtung
2 positioniert. Das mit Lenkrollen 18 versehenene Flurfördermittel 8 wird von einer Seite
in eine Öffnung im Maschinengestell 7 der Druckmaschine in eine "Einschubposition 10"
Verfahren. Dazu dienen die an dem Flurfördermittel 8 angeordneten Zentrierrollen 17, die
mit den gestellfesten Querführungen 9 in Eingriff sind. Die Querführungen 9 sind an der
offenen Seite vorzugsweise mit einer Anfahrschräge versehen, so daß das Flurfördermittel
8 stirnseitig mit wenig Aufwand in die Querführungen 9 aufgenommen werden kann. Zum
Erlangen der Einschubposition 10 wird das Gehäuse der Reinigungsvorrichtung 2 den
Hebeln 15 der ersten Betätigungseinrichtung 12 angenähert. Die Hebel 15 weisen
Zentrierungen auf, die mit Zentriermitteln 21 am Gehäuse der Reinigungsvorrichtung 2
formschlüssig übereinstimmen. Ist zwischen den Zentrierungen 20 und den Zentriermitteln
21 eine Koppelung erfolgt, so ist die Einschubposition 10 erreicht.
Die erste Betätigungseinrichtung 12 verfährt nun mittels Hebel 15 und Arbeitszylinder 13
die Reinigungsvorrichtung 2 längs entlang auf den Längsführungen 11. Dabei läuft jede
Kurvenrolle 16 auf der Längsführung 11 ab. Das Bewegungsgesetz von Längsführung 11
und Hebel 15 mit Kurvenrolle 16 ist derart ausgeführt, daß die Reinigungsvorrichtung 2
aus der Einschubposition 10 (und somit auch) aus dem Flurfördermittel 8 heraus während
der Längsverschiebung herausgehoben wird, Damit wird das Flurfördermittel 8 frei. Das
Flurfördermittel 8 kann beispielsweise aus der Druckmaschine entfernt werden, eine
weitere Reinigungsvorrichtung 2 aufnehmen und damit eine weitere Druckeinheit
beschicken. Die Betätigungsvorrichtung 12 ist bis die Reinigungsvorrichtung 2 eine
Bereitschaftsposition 19 erreicht hat aktiviert. D. h. die Arbeitszylinder 13 fahren bis zu
einer vorbestimmten Position (Bereitschaftsposition 19) und verschieben die Hebel 15 mit
der Reinigungsvorrichtung 2 über die Längsführungen 11. Werden mehrere
Betätigungsvorrichtungen 12 eingesetzt, so arbeiten diese synchron. Die
Reinigungsvorrichtung 2 wird in der Bereitschaftsposition 19 durch die
Betätigungseinrichtung 12 gehalten. In dieser Position 19 wird die Reinigungsvorrichtung
2 mit den Anschlüssen für Wasser, Waschmittel und Energie automatisch verbunden. Soll
nun die Reinigungsvorrichtung 2 den Druckzylinder reinigen, so wird die zweite
Betätigungsvorrichtung 23 aktiviert. Der Arbeitszylinder 22 hebt die
Reinigungsvorrichtung 2 über die Traverse 24 um das Drehgelenk 14 aus, bis die
Reinigungsvorrichtung 2 am Druckzylinder 1 anliegt. Damit ist die Anstellung erfolgt, der
Druckzylinder 1 kann in bekannter Weise gewaschen werden. Soll die
Reinigungsvorrichtung 2 abgestellt werden, so wird die Stange des Arbeitszylinders 22
wieder eingefahren und somit die Reinigungsvorrichtung 2 in die Bereitschaftsposition 19
abgesenkt. Soll die Reinigungsvorrichtung 2, beispielsweise zu Servicezwecken,
ausgetauscht werden, wird diese aus der Bereitschaftsposition 19 in die Einschubposition
10 über die Längsführungen 11 zurückgefahren und auf ein bereitgestelltes
Flurfördermittel 8 abgesetzt. Das Flurfördermittel 8 kann dann seitlich aus der Öffnung am
Maschinengestell 7 wieder herausgefahren werden. Die gleiche Reinigungsvorrichtung
kann alternativ auch mittels Flurfördermittel 8 an eine andere Druckeinheit Verfahren
werden. Die dargestellte erste Betätigungsvorrichtung 12 kann alternativ auch durch einen
Antriebsmotor gebildet werden, der mittels Seilzug die Reinigungsvorrichtung 2 aus der
Einschubposition 10 in die Bereitschaftsposition 19 mittels Längsführungen 11 verfährt.
1
Druckzylinder
2
Reinigungsvorrichtung
3
Gummituchzylinder
4
Plattenzylinder
5
Transfertrommel
6
Transfertrommel
7
Maschinengestell
8
Flurfördermittel
9
Querführung
10
Einschubposition
11
Längsführung
12
Betätigungsvorrichtung
13
Arbeitszylinder
14
Drehgelenk
15
Hebel
16
Kurvenrolle
17
Zentrierrolle
18
Lenkrolle
19
Bereitschaftsposition
20
Zentrierung
21
Zentriermittel
22
Arbeitszylinder
23
Betätigungsvorrichtung
24
Traverse
Claims (3)
1. Einrichtung zum Reinigen von Zylindern in Druckmaschinen, mit einer zum zu
reinigenden Zylinder achsparallel ein- und ausfahrbaren sowie an diesen Zylin
der an- und abstellbaren Reinigungsvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
daß die auf einem Flurfördermittel (8) positionierte, in eine Einschubposition (10)
der Druckmaschine einfahrbare und ausfahrbare Reinigungsvorrichtung (2) mit
tels gekoppelter erster Betätigungsvorrichtungen (12) über zwei gestellfeste
Längsführungen (11) in eine dem Zylinder (1) zugeordnete Bereitschaftsposition
(19) längverschiebbar ist, wobei die Betätigungsvorrichtungen (12) seitlich an
jedem Maschinengestell (7) angeordnete Arbeitszylinder (13) aufweisen, deren
einzelne Kolbenstange über ein Drehgelenk (14) mit einem Hebel (15) verbunden
ist, daß jeder Hebel (15) mit Zentriermitteln (21) der Reinigungsvorrichtung (22)
korrespondierende Zentrierungen (20) und mindestens je eine mit der Längsfüh
rung (11) in Eingriff stehende Kurvenrolle (16) aufweist, und daß die Reinigungs
vorrichtung (2) in der Bereitschaftsposition (19) mittels mindestens einer zweiten
Betätigungseinrichtung (23) zum Zylinder (1) an- und abstellbar ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Flurfördermittel (8) Lenkrollen (18) und Zentrierrollen (17) angeordnet
sind, wobei die Zentrierrollen (17) mit am Maschinengestell (7) fixierten Querfüh
rungen (9) korrespondieren.
3. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Betätigungsvorrichtung (23) durch mindestens einen am Maschi
nengestell (7) angeordneten mit der Reinigungsvorrichtung (2) in Eingriff bring
baren Arbeitszylinder (22) gebildet ist, der die Reinigungsvorrichtung (2) zum
Zylinder (1) an- und abstellt.
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| EP0728582A2 (de) | 1996-08-28 |
| JP2889172B2 (ja) | 1999-05-10 |
| JPH08244215A (ja) | 1996-09-24 |
| EP0728582B1 (de) | 1998-05-20 |
| US5615612A (en) | 1997-04-01 |
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