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Verfahren zum Befädeln von Ferrit-Ringkernen Die erfindung betrifft
ein Verfahren zum Beiädeln achsfluchtend in geringstem Abstand hintereinander angeordneter
Ferrit-Ringkerne vorzugsweise kleiner Abmessungen mit 2n Ansteuerleitungen zu Zuordnern,
wie sie vorzugsweise für Festwertspeicher in Datenverarbeitungsanlagen verwendet
werden. In einem Zuordner für Festwertspeicher wird eine Vielzahl hintereinander
angeordneter Ferrit-Ringkerne, denen Je eine lesewicklung zugeordnet ist, von mehreren,
2n, z. B. 256 Ansteuerleitungen durchzogen, wobei die Leitungen im einzelnen Je
nach bezwecktem Informationsinhalt - 0 - oder 1-Information - entweder durch die
Kerne hindurch - oder an ihnen peripher vorbeiführen.
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Es sind Verfahren bekannt, nach denen entweder U-förmige, J-förmige
oder gesprengte Ringkerne ferritischen Materials zur Verwendung gelangen, deren
Teilhälften in einen vorher durch eine Art Weben mäanderförmig hergestellten Drahtstrang,
die Ansteuerleitungen darstellend, oder in einen vorher mit den Ansteuerleitungen
Je nach bezwecktem Informationsinhalt rechts- oder linkssinnig bewickelten Kernhalter
eingesetzt und anschließend verklebt oder mechanisch zusammengehalten werden.
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Ebenso sind Verfahren bekannt, nach denen auch einstükkige ungesprengte
Ringkerne zur Verwendung kommen, wobei diese in achaparalleler Anordnung zueinander
in einem Kernhalter aufgenommen und so mittels einer Anzahl von Ringmagazinen, an
denen die Kernhalterung Schrittweise vorbei geführt wird, befädelt werden.
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Die aufgezeigten Verfahren weisen verschiedene Nachteile auf. Diese
Nachteile treten besonders dadurch hervor, daß die Entwicklung von Speichern auf
eine größere Schnelligkeit hinsichtlich der Zugriffszeit und damit auf immer kürzere
Zeitverzögerungen und Signallaufzeiten innerhalb des Festwertspeichers hinzielt.
Diese Verfahren sind z. B. ungeeignet zum Bgiädeln ungesprengter, in engstem Rasterabstand
angeordneten Ferrit-Ringkerne sehr kleiner Abmessungen. Ebenso eignen sie sich nicht,
ungesprengte Ringkerne zu Zuordnern für Festwertspeicher mit achsfluchtender Kernanordnung,
mit der sich des Vorteil kürzester und nahezu gleichlanger Ansteuerleitungen verbindet,
die für die Größe der Signal laufzeit ebenso wie die Kerngröße von entscheidender
Bedeutung sind, zu bafädeln.
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Bei Verwendung gesprengter oder allgemein zweiteiliger Ferritkerne
sind ebenso die hierbei stark auftretenden magnetischen Streufelder und Verkopplungserscheinungen
von Nachteil, weil sich diese gleichfalls auf die Größe der Signallaufzeit negativ
auswirken. Nachteilig erscheint auch bei den genannten Verfahren, daß nach ihnen
kleinere Stückzahlen von Zuordnern, z. B. in Form von Labor- und Funktionsmustern,
noch mit relativ großem
Kostenaufwand für Betriebsmittel befädelt
werden.
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Zweck der Erfindung ist es ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem ungesprengte,
in engstm Rasterabstand achsfluchtend angeordnete Ferrit-Ringkerne vorzugsweise
kleiner Abmessungen zu Zuordnern befädelt werden können und welches die Möglichkeit
zuläßt, niedrige Stückzahlen dieser Zuordner, z. B. Labor- und Funktionsmuster hinreichend
Ökonomisch bei geringem physischem Verschleiß der Arbeitskraft herstellen zu können0
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, wonach sich
ungesprengte einstückige Ferrit-Ringkerne vorzugsweise kleiner Abmessungen, hintereinander
in engstem Rasterabstand angeordnet zu Zurodnern mit achsfluchtender Kernlage in
der Weise befädeln lassen, daß je nach bezwecktem Infornationsinhalt des Zuordners
die einzelnen Ansteuerleizungen bei L-Information durch den Jeweiligen Kern hindurch
oder bei O-Information peripher an einem Kern vorbeigeführt werden.
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Erfindungsgemäß besteht die Lösung der Aufgabe darin, daß die Kerne
zum Zwecke des Befädelns mit den Ansteuerleitungen abweichend von der für den Zuordner
endgültigen achsfluchtenden kernlage um einen Winkel von annähernd 45° in gleicher
Richtung aus ihrer gemeinsamen Flucht ausgeschwenkt oder unter diesem Winkel in
einer an sich bekannten Fädelvorrichtung fest aufgenommen und erst nach vollzogenem
Fädeln wieder in ihre achsfluchtende Kernlage zurückgeschwenkt oder aus der erwähnten
Fädelvorrichtung
bei selbsttätiger Zurückstellung der Ferrit-Ringkerne in die achsfluchtende Kernlage
entnommen werden, ohne daß dabei die Ansteuerleitungen hinsichtlich ihrer Isolation
beschädigt werden oder sich der Kernrasterabstand verändert. Erfindungsgemäß können
die Ferrit-Ringkerne auch sohräggestelit in der Ridelvorrichtung verbleiben, die
somit Bestandteil des Zuordners wird.
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Mit der Erfindung wird die Möglichkeit geschaffen, billige unkomplizierte
Fädelvorrichtungen aufbauen zu können, mit denen das Befädeln von Zuordnern, auch
kleinerer Stückzahlen, hinreichend ökonomisch und unter geringstem physischen Verschleiß
der Arbeitskraft ausgeführt werden kann. Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens
bestehen insbesondere auch darin, daß in engstem Rasterabstand hintereinander angeordnete
Ferrit-Ringkerne sehr kleiner Abmessungen mit extrem vielen Ansteuerleitungen zu
Zuordnern mit achsfluchtend angeordneten Kernen befädelt werden können, wobei Zuordner
mit sehr kurzen lmpulslaufzeiten hergestellt werden können. Bei auftretenden Informationsfehlern
ist ein Nachfädeln leicht möglich.
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Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigen: Fig. 1: eine perspektivische
Darstellung der in eine Fädelvorrichtung aufgenommenen Ferrit-Ringkerne, Fig. 2s
eine perspektivische Darstellung der Perrit-Ringkerne und deren achsfluchtende Kernlage
nach dem Ausheben des Zuordners aus der Pädelvorrichtung.
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Gemäß Fig. 1 befinden sich die Ferrit-Ringkerne 1 mit zuvor aufgelegter
lesewicklung 8 (dargestellt in Fig. 2) zum Zwecke des Befädelns mit den Ansteuerleitungen
2 in einer Fädelvorrichtung 3 an sich bekannter Art. In der Fädelvorrichtung 3 hehmen
die Ferrit-Ringkerne 1 zur Ermöglichung des Befädelns, d. h., zur Erzielung einer
ausreichenden Durchgängigkeit und guten Handhabung des Fädelorgans 4, eine Schrägstellung
um den Winkel γ von annähernd 45° gegenüber der achsfluchtenden Kernlage (Fig.
2) des fertigen Zuordners ein. In dieser Zwangslage der Ferrit-Ringkerne 1 werden
die einzelnen Ansteuerleitungen 2 mittels des eine einzelne Ansteuerleitung 2 aufnehmenden
Pädelorgans4 nach einem vorgegebenen Informatiansprogrnmm Jeweils durch diejenigen
Ferrit-Ringkerne 1 hindurchgeführt, die für die betreffende Ansteuerleitung 2 an
dieser Stelle eine L-Information bewirken sollen, so z. B. die leitungen der Stelle
7 (Fig. 1), an der der Ferrit-Ringkorn 1 aufgebrochen dargestellt ist. Durch peripheres
Vorbeiführen der Ansteuerleitungen 2 an den Kernen 1 wird an diesen eine 9-Ihformation
bewirkt, so z. B. an der Stelle 6 (Fig. 1).
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Sind sämtliche Ansteuerleitungen 2 in die Ferrit-Ringkern-Strecke
eingelegt, wird diese der Fädelvorrichtung 3 entnommen, wodurch sich die Ferrit-Ringkerne
1 nahezu selbsttätig bei gleichbleibendem Rasterabetand 5 in die achsfluchtende
Kernlage gemäß Fig. 2 einstellen, wonach der Zuordner in dieser Form in einer nicht
dargestellten, für den Zuordner endgültigen Kernhalterung
aufgenommen
oder durch Eingießen lagemäßig fixiert wird, oder aber die Ferrit-Ringkernstrecke
mit schräg gestellten Ferrit-Ringkernon 1 verbleibt in der Fädelvorrichtung 3, die
somit Bestandteil des Zuordners wird.