DE189659C - - Google Patents
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Classifications
-
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-
- D—TEXTILES; PAPER
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Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 189659 -KLASSE Sa. GRUPPE
Dr. SIEGMUND KAPFF in AACHEN.
Das Durchfärben und Egalfärben dichter Stoffe macht bis jetzt große Schwierigkeiten
und ist bei vielen Farben — namentlich auch dem äußerst viel gebrauchten Indigo — überhaupt
nicht genügend zu erhalten. Um vollständig durchgefärbte Stoffe zu erhalten, stellt
man solche entweder aus in der Wolle gefärbten Garnen her — was sehr teuer ist —
oder man ist zu verschiedenen kostspieligen,
ίο umständlichen, die Ware oft schädigenden
Kunstgriffen gezwungen. So schreiben z. B. die Farbenfabriken zum Durch- und Egalfärben
mittels Alizarinfarben den Zusatz von essigsaurem Ammoniak, sehr langsames Erwärmen
der Farbflotte, ganz allmähliches Zugeben von Säure und Farbstoff und stundenlanges
Kochen vor, ohne selbst durch solche langwierige, zu verdorbener Ware oft Veranlassung
gebenden Manipulationen völlig durchgefärbte Stoffe zu erhalten, wie man sich leicht beim Durchschneiden der Stoffe
überzeugen kann; die Schnittfläche zeigt nach innen zu eine viel hellere Farbe. Aus demselben
Grunde färbt, man auch dichte Stoffe nicht in der Hydrosulfitküpe, und selbst das
, langdauernde Färben in. der Gärungsküpe liefert keine völlig durchgefärbten Stücke.
Nur weil dies bis jetzt überhaupt nicht zu erhalten war, nimmt der Handel solche Ware
auf. Praktisch macht sich der Übelstand dadurch bemerkbar, daß beim Tragen und Abscheuern
solcher Stoffe (z. B. der Uniformstoffe) die helleren, weniger gefärbten inneren
Schichten zum Vorschein kommen, die Farben sind nicht so echt, und die Schnittstellen
erscheinen hell.
Diese Übelstände sollen durch die vorliegende Erfindung behoben oder wenigstens
wesentlich gebessert werden. Man imprägniert die Ware auf einer Klotz-, Breitfärbe-
oder sonstigen Maschine mit der betreffenden Lösung, führt sie dann in ganzer Breite über
eine Absaugemaschine, wodurch , die Lösung durch die ganze Dicke der Ware hindurchgesaügt
und jede Faser auch im Innern mit der Lösung durchtränkt wird. Hierauf erst beginnt der eigentliche Färbe- und Fixierungsprozeß, indem man die Ware auf den üblichen
Stückfärbemaschinen kocht, eventuell auch durch Dämpfen oder Trocknen die Farbe,
Beize usw. fixiert oder eventuell auch durch folgendes Durchsaugen des Fixierungsmittels.
Beim Färben mit Indigo wird schon durch das Durchsaugen der Küpe so viel Luft mit
hindurchgehen, daß der Vergrünungsprozeß gleichzeitig erfolgt, auch kann man nach dem
Säuren und Spülen nochmals durchsaugen.
Das Verfahren kann auch so ausgeführt werden, daß die Durchsaugung der Flotte
in- und außerhalb der Flotte erfolgt.
Das beschriebene Verfahren ist wesentlich verschieden von dem Färben auf sogenannten
mechanischen Färbeapparaten, wobei zwar ebenfalls die Farblösung durch die Ware hindurchgepreßt bzw. gesaugt wird, allein
das wesentlich unterscheidende Merkmal liegt darin, daß auf diesen Maschinen der ganze
Färbeprozeß vorgenommen wird. Es dauert dies sehr lange, und die Produktion könnte
bei Stückware nur eine sehr kleine sein, da höchstens ein Stück gleichzeitig vorgenommen
werden könnte. Diese Art von Färben würde
(2. Auflage, ausgegeben am 8. Mär% igio.J
sich also sehr teuer stellen, abgesehen davon, daß eine gleichmäßige Färbung des etwa
auf einer perforierten Walze aufgewickelten Stückes in seiner ganzen Länge selbst dann
nicht zu erzielen ist, wenn auch nur ein Stück allein derart behandelt wird. Das Färben
von Stücken auf mechanischen Färbeapparaten wird deshalb auch wohl nirgends ausgeführt;
sollte dies dennoch der Fall sein, so berührt
ίο dies die vorliegende Erfindung nicht, da deren
Wesen eben das getrennte Imprägnieren und Durchsaugen einerseits und das Färben bzw.
Entwickeln und Befestigen andererseits ist. Weiter unterscheidet sich dieses Verfahren
wesentlich von dem Färben auf mechanischen Färbeapparaten, indem bei letzteren die Ware
fest aufgewickelt bzw. fest gepackt ruht, während bei dem beschriebenen Verfahren die
Ware offen und kontinuierlich behandelt wird.
i. Man imprägniert auf einer gewöhnlichen Klotz- oder Breitfärbemaschine ein Stück
Uniformtuch, Eskimo, Paletotstoff oder Filz mit einer Lösung von Chromkali unter Zufügung
einer Hilfsbeize, wie Ameisensäure, Laktolin, Weinstein usw., und passiert dann eine Absaugemaschine. Die Konzentration
der Chromkalibeize wird so gehalten, daß nach dem Absaugen z. B. 1V2 Prozent Chromkali
und i1/, Prozent Ameisensäure sich auf
dem Stoff befinden. ' Hierauf kocht man das Stück zur Fixierung der Beize auf einer gewöhnlichen
Stückfärbemaschine etwa 1Y2 Stunde
oder man dämpft. Zum Färben wird das Stück mit einer Lösung eines Alizarin- oder
Holzfarbstoffes imprägniert, abgesaugt und dann wie oben weiter verfahren.
2. Zum Durchfärben von Küpenblau imprägniert man wie oben mit einer Indigoküpe,
saugt sofort hinterher durch, entwickelt in einem Säurebad und saugt wieder ab. Diese Manipulation kann für dunkle Farben
wiederholt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zum Durchfärben von dichten Geweben oder von Filzen, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsgut erst mit der betreffenden Färb- oder Beizlösung getränkt, und daß dann diese Lösung vor dem in bekannter Weise stattfindenden Fixieren der Farbe durch den Stoff hindurchgesaugt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT35271D AT35271B (de) | 1906-10-17 | 1907-10-05 | Verfahren zum Durchfärben von dichten Geweben oder von Filzen. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR382658T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE189659C true DE189659C (de) |
Family
ID=8895447
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1906189659D Expired - Lifetime DE189659C (de) | 1906-10-17 | 1906-10-17 |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE189659C (de) |
| FR (1) | FR382658A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5367737A (en) * | 1993-02-23 | 1994-11-29 | Quickie Manufacturing Corporation | Locking hinged dust pan |
-
1906
- 1906-10-17 DE DE1906189659D patent/DE189659C/de not_active Expired - Lifetime
-
1907
- 1907-10-07 FR FR382658A patent/FR382658A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR382658A (fr) | 1908-02-13 |
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