DE18740C - Verfahren zum Paraffiniren von Kautschukwaaren - Google Patents

Verfahren zum Paraffiniren von Kautschukwaaren

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DE18740C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C37/00Component parts, details, accessories or auxiliary operations, not covered by group B29C33/00 or B29C35/00

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  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 39: Horn, Elfenbein und plastische Massen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. August 1881 ab.
i. Die allgemein im Handel vorkommenden Artikel aus gewöhnlichem vulcanisirten Kautschuk (welche viel überschüssigen Schwefel zu enthalten und nächstdem mit Zinkweifs etc. mehr oder minder reichlich beladen zu sein pflegen), insbesondere Schläuche, Stöpsel und Platten für chemische und gewerbliche Zwecke, leiden bekanntlich an mehrfachen Uebelständen, die durch Wahl vorzüglichsten Rohmaterials (und somit auf Kosten der Wohlfeilheit) zwar verringert, aber, wie es scheint, nicht wohl ganz vermieden werden können. Dahin gehört vornehmlich das beim Lagern vulcanisirter Kautschukartikel (zumal bei reichlichem Lichtzutritt) so allgemein eintretende Hart- und Rissigwerden. Es erweist sich ferner das gedachte Material weder hinlänglich chemisch indifferent (speciell gegen Säuren), noch auch so undurchdringbar für Gase, wie es in vielen Fällen wünschenswerth wäre.
Handelt es sich nun darum, diesen Uebelständen abzuhelfen und gleich ein verkaufsfähiges Product zu haben, so verfährt man folgendermafsen: Die fertigen Schläuche, Stöpsel u. s. w., wie der Handel sie liefert, werden in ein Paraffinbad von ca. ioo° C. getaucht, kleinere von wenigen Secunden bis etwa eine Minute lang, gröfsere mehrere Minuten. Dann nimmt man sie heraus und bringt sie mit dem anhängenden Paraffinüberzug in einen Raum, dessen Temperatur gegen ioo° C. beträgt, am besteh frei hängend, oder auf. Drahthürden, oder auch auf Fliefspapier ausgebreitet. Hier beläfst man sie so lange, bis kein äufserlich anhaftendes Paraffin mehr wahrnehmbar ist; längstens einige Stunden pflegen hierfür zu genügen. Dann sind sie fertig; der Paraffinüberzug tropft zum gröfsten Theil nicht ab, sondern wird eingesogen, und das Paraffin durchdringt innig und gleichmäfsig die Masse des Kautschuks.
Hält man die obigen Zeitgrenzen ein, so pflegen die gedachten Kautschukartikel etwa 2 bis 8 pCt. Paraffin aufzunehmen. Läfst man sie länger im Bade verweilen, so kann man ihnen zwar einen erheblich höheren Paraffingehalt ertheilen, doch ist der eben angegebene Gehalt für die gewöhnlichen Zwecke nicht blos ausreichend, sondern auch der empfehlenswertheste.
Die so behandelten Gegenstände unterscheiden sich von den nicht paraffinirten im Aussehen nahezu gar nicht, wahren vielmehr durchaus Form, Gröfse, Elasticität u. s. w. Sie sind aber vergleichsweise höchst unempfindlich gegen Licht und atmosphärische Einflüsse; die Erscheinung des »Absterbens«, d. h. das Rissig- und Unelastischwerden, tritt bei ihnen überhaupt nicht oder im ungünstigen Falle weit später ein, ihre Fähigkeit, Gase durchzulassen, ist unmerklich geworden, und ihre Haltbarkeit gegenüber Säuren etc. ist unvergleichlich viel gröfser, als die des nicht mit Paraffin behandelten Kautschuks.
Kommt es zunächst nur darauf an, Lagervorräthe etc. von vulcanisirten Kautschukartikeln vor atmosphärischen Einflüssen einstweilen zu sichern, so genügt hierfür ein oberflächlicher Paraffinüberzug, wie er durch vorübergehendes
Eintauchen in mehr oder minder heifses Paraffin sich in beliebiger Stärke erzielen läfst. Späterhin kann solcher Ueberzug (durch gründliches Abreiben der schwach angewärmten Gegenstände) ohne Schwierigkeit wieder entfernt werden, wo man nicht vorzieht, zu gelegener Zeit zur eigentlichen Paraffinirung (gemäfs oben beschriebenen Verfahrens) zu schreiten.
.2. Platten von käuflichem, sogenanntem »entschwefelten« (d. i. durch Kochen mit Aetzlauge des überschüssigen Schwefels beraubten) Kautschuk nehmen beim Verweilen in einem Bade von geschmolzenem Paraffin (zweckmäfsig wie oben bei ioo° C), je nach der Dauer der Einwirkung, bis zu 90 pCt. des Endproductes (900 pCt. des Kautschuks) an Paraffin in sich auf, ohne ihre Continuität zu verlieren. Dabei vergröfsert sich ihr Volumen entsprechend, auffälliger Weise nicht sowohl durch Vermehrung der Dicke,- als hauptsächlich durch Erweiterung der Flächendimensionen. Je nach der gewünschten Beschaffenheit des Productes beläfst man die Platten einige Secunden bis mehrere Stunden in dem Paraffinbad. Um den nach dem Herausnehmen der Oberfläche mechanisch adhärirenden Paraffinüberflufs zu beseitigen, genügt kurzes Verweilen der (am besten frei hängend placirten) Gegenstände in einem auf ca. ioo° C. erwärmten Raum, wobei Paraffin theilweise abtropft und in untergestellten Gefäfsen gesammelt werden kann, gröfstentheils aber in die Kautschukmasse so innig eingesaugt wird, dafs dieselbe binnen kurzer Zeit (längstens einigen Stunden) trocken erscheint. Behufs Aufbewahrung werden die soweit fertigen Platten etc., um unzeitigem Anhaften vorzubeugen, zweckmäfsig mit einer Spur Talk eingerieben. Durch diesen einfachen Akt der Paraffinirung gewinnt das in Rede stehende Material in hohem Grade an Geschmeidigkeit; es lassen sich beispielsweise derart behandelte Platten (innerhalb weiter Grenzen des Paraffingehaltes) ungleich leichter und vollkommener dehnen als vorher, . und erscheinen dieselben vermöge ihrer Fähigkeit, auf glattestem Rande zu haften, u. A. geeignet, ein ebenso bequemes als sicheres Verschlufsmaterial abzugeben.
Schliefslich bemerken wir, dafs unter »Paraffin« in vorstehendem das reinere gewöhnliche Paraffin des Handels zu verstehen ist. Dasselbe ist bekanntlich ein Product von wechselnder Zusammensetzung, aber die Variationen seiner Beschaffenheit haben keinen merklichen Einflufs auf die Ergebnisse der Paraffinirung des Kautschuks, so lange man nicht ganz unreines Material verwendet. Mäfsige Beimischungen von Wachs, Stearin und ähnlichen Dingen sind für unseren Zweck ohne Bedeutung; eine kleine Menge Schwefel, in dem Paraffinbad gelöst, beeinflufst das Resultat anscheinend sogar im günstigen Sinne, ohne indefs für das Wesen unseres Verfahrens nothwendig oder belangreich zu sein.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das bis zu mehreren Minuten währende Eintauchen fertiger Kautsch ukwaaren in ein Paraffinbad von etwa ioo° C. in Verbindung mit nachherigem Aufhängen oder Ausbreiten derselben in einem auf gegen ioo° C. erwärmten Raum.
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