DE185829C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE185829C DE185829C DENDAT185829D DE185829DA DE185829C DE 185829 C DE185829 C DE 185829C DE NDAT185829 D DENDAT185829 D DE NDAT185829D DE 185829D A DE185829D A DE 185829DA DE 185829 C DE185829 C DE 185829C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- steam
- heat
- heating
- solution
- evaporation
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B30/00—Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
- C13B30/002—Evaporating or boiling sugar juice
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
ρ · c· · u t
fü
fü
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Ml 85829 KLASSE 89 d. GRUPPE
RUDOLF BERGMANS in KALK b. CÖLN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. Juni 1906 ab.
Das Eindampfen von Zucker-, Salz- oder sonstigen Lösungen kann bekanntlich mit
einem geringen Aufwand von Wärme dadurch bewerkstelligt werden, daß die aus der Löv
sung entwickelten Dämpfe durch Verdichten in Heizdampf verwandelt und dann dem Verdampfkörper
zur Erhitzung der Lösung zugeführt werden.
Praktisch hat sich das Verfahren bisher deshalb nicht bewährt, weil für die Verdichtung der
Abdämpfe eine solche Wärmemenge verbraucht würde, daß hierdurch die Wirtschaftlichkeit
des Verfahrens verloren ging.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem die Verdichtung der Abdämpfe
mit einem geringen Aufwand von Wärme vor sich geht. Es besteht darin,
daß die Verwandlung der Abdämpfe in Heizdampf durch Umformung mittels bekannter
Umformdüsen bewerkstelligt wird. Dies geschieht folgendermaßen.
Der Abdampf der Lösung, der sich unter einem gewissen Druck in einem Verdampfer
entwickelt hat und gesättigt ist, gelangt aus
diesem in einen überhitzer, wo ihm unter konstantem Druck Wärme zugeführt wird.
Seine Temperatur wird durch die Wärmezuführung so weit erhöht, daß seine Umformung
vorgenommen werden kann, was in einer Umformdüse stattfindet. In dieser wird er
nach bekannten Vorgängen in einen solchen Zustand übergeführt, daß er dann als Heizdampf
für den Verdampfer, in welchem das Eindampfen der Lösung erfolgt, füenen kann.
Fig. ι veranschaulicht schematisch eine nach diesem Verfahren eingerichtete Verdampfungsanlage.
In dem Verdampfer K wird die Lösung durch die in den Heizräum R strömenden
heißeren Dämpfe zum Verdampfen gebracht. Der hierbei im Verdampfer entstehende Dampf gelangt als Abdampf durch die Zuführungsleitung
/ unmittelbar in den Überhitzer H. In diesem wird ihm so viel Wärme zugeführt, als er für seine Überführung in
Heizdampf braucht.
Mit erhöhter Temperatur und einer Spannung, die gleich oder kleiner ist als der in
dem Verdampfer K herrschende Druck, tritt er dann in die Umformdüse D ein, in welcher
seine Umformung stattfindet. Dies erfolgt bekanntlich durch Umsetzung der Spannungsenergie " des erhitzten Abdampfes in Strömungsenergie
und darauf folgende Zurückverwandlung der letzteren bei gleichzeitiger Wärmeentziehung in Spannungsenergie,
Fig. 3 stellt im Längsschnitt eine Ausführungsform der bei diesem Verfahren verwendeten
Umformdüse dar.
In dem Düsenteil aa-bb wird durch geeignete
Bemessung und Formgebung eine adiabatische Strömung (Expansion) des erhitzten Dampfes hervorgerufen und ihm somit
eine gewisse Strömungsenergie erteilt. Mit dieser Energie ist er imstande, nachdem
ihm eine gewisse Wärmemenge entzogen worden ist, sich auf eine höhere Spannung als die Anfangsspannung zu verdichten.
Die Wärmeentziehung findet in dem Kühlteil bb-cc der Düse statt, der zu dem Zweck
mit einem Kühlmantel, m versehen ist. Durch diesen strömt ein kälterer Körper, z. B.
Wasser, der die dem Dampfe zu entziehende Wärmemenge aufnimmt und abführt.
Um eine möglichst starke Kühlung in dem Düsenteil b b-c c zu· erzielen, ist, wie die
Zeichnung zeigt, dem Durchflußkanal s für den Dampfstrahl die Form eines Ringes
gegeben, der von innen und außen gekühlt
ίο wird.
Die Verdichtung, d. h. die Umwandlung der Strömungsenergie in Spannungsenergie,
erfolgt in dem hierfür eigens geformten Düsenteil cc-dd.
Der ringförmige Querschnitt des Durchflußkanals s wird zu diesem Zwecke im Teil
cc-dd allmählich derart vergrößert, daß der Ringraum, wie die Zeichnung zeigt, auf der
Düsenstrecke cc-ddallmählich in den Sammel-'
raum R übergeht. Die ständige Zunahme des Durchmessers des Ringraumes hat zur
Folge, daß der Dampfstrahl in einen immer größeren Querschnitt tritt, seine Geschwindigkeit
sich also verlangsamt und somit eine Umsetzung seiner Strömungsenergie in Spannungsenergie
hervorgerufen wird.
Aus dem Vorhergehenden ist nun zu ersehen,
daß die Erhitzung der Abdämpfe bei diesem Verfahren lediglich den Zweck hat, diesen Dämpfen eine gewisse Menge Energie
zuzuführen, so daß sie mit Hilfe dieser und unter Anwendung geeigneter Apparate auf
eine höhere Spannung sich verdichten können.
Die Umformung des Abdampfes kann in der Umformdüse derart vorgenommen werden, daß er entwender als Sattdampf oder,
durch eine höhere Erwärmung in dem Überhitzer H, als Heißdampf in den Heizraum
des Verdampfers einströmt. Im ersten Falle gibt der umgeformte Abdampf bekanntlich
nur seine Verdampfungswärme in dem Heizraum R ab. Man kann somit mit 1 kg Heizdampf,
der aus dem Abdampf gewonnen wird, nicht ι kg Dampf aus der Lösung
entwickeln. Man muß demnach in bekannter Weise, um einen Beharrungszustand der Verdampfung
herzustellen, aus einer anderen Wärmequelle eine gewisse Wärmemenge entnehmen. Zu dem Zweck dient der Dampfkessel
S, der die für die Eindampfung der Lösung noch- fehlende Dampfmenge liefert.
Der hier erzeugte Heizdampf gelangt vermischt mit dem umgeformten Abdampf als Ergänzungsdampf durch die Leitung h in den
Heizraum R des Verdampfers.
Wird die Umformung des Abdampfes so vorgenommen, daß er im überhitzten Zustande
aus der Umformdüse strömt/ ist ein Zusatz von Frischdampf dann nicht mehr erforderlich,
wenn der umgeformte Dampf noch eine solche Uberhitzungswärme hat, daß
er mit dieser Wärme und seiner Verdampfungswärme imstande ist, das Wasser aus der Lösung zu verdampfen. Man müßte
hier dem Abdampf in dem Überhitzer H mehr Wärme zuführen, als er für seine Überführung
in gesättigten Heizdampf nötig hat, damit er mit dem erforderlichen Überhitzungsgrad
in den Heizraum R einströmen kann. . .· ,
Das folgende Zahlenbeispiel soll das vorliegende Verfahren näher erläutern.
In dem Verdampfer K soll eine Lösung, beispielsweise Rübensaft, unter einem Drucke
von P1 = 0,6 kg qcm eingedampft werden.
Als Heizdampf soll Sattdampf von einer Spannung p2 = I kg qcm verwendet werden.
Der aus der. Lösung entwickelte Dampf ist gesättigt und hat, da seine Spannung 0,6 kg
qcm beträgt, eine Temperatur von U1 = 85,5°.
Die Umformung des Abdampfes möge derart vorgenommen werden, daß er zunächst in dem
ersten Düsenteil auf eine Spannungps= 0,1 kg
qcm sich ausdehnt, und dann, nachdem ihm eine bestimmte Wärmemenge entzogen· worden ist,
in dem Schlußteil der Düse auf eine Spannung p2 =.1 kg qcm sich verdichtet. Nach
der Verdichtung soll der Dampf gesättigt sein. Um diesen Vorgang bewerkstelligen
zu können, muß die Temperatur ^ = 85,5°
des Abdampfes bekanntlich auf eine Temperatur i3 = 230 ° gebracht werden. Es müssen
somit jedem Kilogramm Abdampf vor Eintritt in die Umformdüse rund 70 W. E. zugeführt
werden. Nach der Wärmezuführung erfolgt dann seine Umformung, und jedes
Kilogramm in Heizdampf überführter Abdampf gibt, wenn er gesättigt ist und eine
Spannung von 1 kg qcm besitzt, in dem Heizraum R eine Wärmemenge von rund 537W.E.
ab. Unter der Annnahme, daß die einzudampfende Lösung mit einer Temperatur
von 300 in den Verdampfer einströmt, werden 603 W. E. verbraucht, um 1 kg Dampf
aus dieser zu entwickeln. Da nun 1 kg umgeformter Dampf nur 537 W. E. abzugeben
imstande ist, so müssen noch 66 W. E. aus dem in dem Dampfkessel 5 erzeugten Frischdampf
entnommen werden. Es werden demnach zum Verdampfen 1 kg Wassers aus no
der Lösung 70 +■ 66 = 136 W. E. verbraucht,
wogegen sonst, wenn die Abdämpfe, wie bisher üblich, in einem Kondensator niedergeschlagen
werden, 603 W. E. nötig sind.
Man ersieht hieraus, daß das Eindampfen von Lösungen mit einem geringen Aufwand
von Wärme vor sich gehen kann, wenn die aus der Lösung entwickelten Dämpfe durch
Umformung in Heizdampf verwandelt wer-" den.
Außerdem sind die bei diesem Verfahren für die Nutzbarmachung der Abdämpfe er-
forderlichen Apparate und Vorrichtungen höchst einfach und die Verdichtung dieser
Dämpfe erfolgt in der Ümformdüse bei einem geringen Verbrauch an Wärme.
Das vorliegende Verfahren läßt sich auch dort anwenden, wo die Eindampfung der Lösung in mehreren Verdampfkörpern erfolgt. Fig. 2 zeigt schematisch eine Verdampfungsanlage ~ mit zwei Verdampfkörpern I und II.
Das vorliegende Verfahren läßt sich auch dort anwenden, wo die Eindampfung der Lösung in mehreren Verdampfkörpern erfolgt. Fig. 2 zeigt schematisch eine Verdampfungsanlage ~ mit zwei Verdampfkörpern I und II.
Die in dem ersten Körper I erzeugten Dämpfe werden als Heizdampf für den zweiten
Körper II benutzt, und die aus letzterem strömenden Abdämpfe führt man, nachdem sie
durch Umformung in Heizdampf verwandelt worden sind, dem ersten Körper wieder zu.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Eindampfen von Lo^ sungen, insbesondere von Zuckerlösungen, mit Nutzbarmachung der Abdämpfe, dadurch gekennzeichnet, daß die aus der Lösung entwickelten Dämpfe mittels bekannter Umformdüsen in Heizdampf verwandelt werden, und zwar derart, daß dem aus dem Verdampfer strömenden Abdampfe zunächst in bekannter Weise in einem Überhitzer Wärme zugeführt," darauf die Umformung bewerkstelligt wird, und schließlich die umgeformten Abdämpfe dem Verdampfer zum Erhitzen der Lösung zugeführt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE185829C true DE185829C (de) |
Family
ID=449636
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT185829D Active DE185829C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE185829C (de) |
-
0
- DE DENDAT185829D patent/DE185829C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69407261T2 (de) | Methode und Vorrichtung zur Umwandlung von Wärme aus geothermischer Flüssigkeit und geothermischem Dampf in elektrische Energie | |
| DE69032108T2 (de) | Verfahren und Vorrichtung für thermodynamischen Zyklus | |
| WO2009027302A2 (de) | Verfahren und vorrichtung zur umwandlung thermischer energie in mechanische energie | |
| DE2951557C2 (de) | Verfahren zum Betreiben eines thermischen Stofftrennprozesses mit integrierter Wärmerückführung und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens | |
| DE185829C (de) | ||
| DE2737059B2 (de) | Kreisprozeß mit einem Mehrstoffarbeitsmittel | |
| DE622726C (de) | Verfahren zur vollstaendigen oder nahezu vollstaendigen Rueckgewinnung der Kompressionsarbeit bei der Herstellung von Salpetersaeure unter Druck | |
| AT522615A1 (de) | Verfahren zur Dampferzeugung | |
| DE170661C (de) | ||
| AT28909B (de) | Verfahren zur Ausnutzung der Nachüberhitzungswärme des Dampfes in Dampfmotoren aller Art. | |
| DE450185C (de) | Verfahren zur Erzeugung von Dampf mit Hilfe einer in einem geschlossenen Kreislauf umlaufenden Loesung | |
| DE221247C (de) | ||
| DE903818C (de) | Verfahren zum Betriebe von Dampfkraftmaschinen | |
| DE973504C (de) | Einrichtung zum Niederschlagen von ueberschuessigem Dampf bei Dampfkraftanlagen | |
| DE538506C (de) | Mit einer Brennkraftmaschine vereinigte Zweidruckdampfkraftanlage | |
| DE1913762C3 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Süßwasser aus Meerwasser und Anlage zur Durchführung desselben | |
| AT18782B (de) | Verfahren zum Betriebe von Kaltdampfkraftmaschinen. | |
| DE428802C (de) | Dampferzeugungsanlage fuer Hochdruckdampf mit UEberhitzer | |
| DE718364C (de) | Rueckgewinnung von Ammoniak und Waerme aus gebrauchtem Kupferkunstseidefaellwasser | |
| DE298445C (de) | ||
| DE100564C (de) | ||
| DE280325C (de) | ||
| DE92263C (de) | ||
| DE2950251A1 (de) | Verfahren zur umwandlung von waermeenergie in chemisch gebundene energie | |
| DE628323C (de) | Einrichtung zum Erzeugen von reinem, mit hoeherer Temperatur zu verwendendem Wasserdestillat |