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Gebrauchsmusterhilfsanmeldung
Photographische Kamera mit selbsttätig gesteuerter Belichtungsregelung Die vorliegende
Erfindung betrifft ein automatisches Belichtungssteuerungssystem in photographischen
Kameras, besonders jedoch ein Steuerungssystem, bei dem sowohl die Verschlusszeit
als auch die Blendenöffnung veränderlich sind und automatisch gesteuert werden.
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Bei den meisten der bekannten Kameras mit automatischer Be-
| lichtungssteuerung wird entweder die Verschlusszeit oder die |
| e |
| Blende automatisch in Übereinstimmung mit der gemessenen Licht- |
| intensität des Aufnahmeobjektes eingestellt. In Fällen, in |
denen einer der Belichtungsfaktoren automatisch eingestellt wird, war es bisher
üblich, den anderen Faktor entweder konstant zu halten, oder von Hand zu ändern.
Bleibt einer der Belich-
| tungsfaktoren konstant, so ist der Bereich der Belichtungs- |
werte, für die die Kamera Verwendung finden kann, verhältnismäßig begrenzt. Andererseits
geht dadurch, dass der nicht automatisch eingestellte Belichtungsfaktor von Hand
eingestellt
werden muß, der eigentliche Sinn automatischer Belichtungssteuerungssysteme,
nämlich die Verminderung der vom Kamerabenutzer aufzuwendenden Bemühungen, verloren.
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Die Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, sowohl die
Verschlusszeit, als auch die Blendeder Kamera als miteinander verbundene Funktionen
der Lichtstärke des Aufnahmeobjektes automatisch einzustellen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Objektivblende
mit Mitteln zusammenarbeitet bzw. diese selbst bildet, welche durch Abtasten des
beweglichen Teiles des Messinstrumentes eines Belichtungsmessers oder eines mit
diesem verbundenen Gliedes das Maß der Blendenöffnung entsprechend dem Ausschlag
des Messinstrumentes bestimmen, und dass die Objektivblende mit Mitteln zusammenarbeitet,
welche zur Vorwahl der Belichtungszeit des Verschlusses entsprechend der Große der
Blendenöffnung geeignet sind.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels. sowie aus den Patentansprüchen hervor. Das beschriebene
Ausführungsbeispiel ist zeichnerisch dargestellt und zwar zeigen : Fig. 1 die Vorderansicht
einer photographischen Kamera, in welcher die vorliegende Erfindung verwirklicht
ist, Fig. 2 einen Ausschnitt aus einem an sich bekannten Verschlussmechanismus in
Vorderansicht, soweit dies zum Verständnis der Erfindung erforderlich ist,
Fig.
3 eine Vorderansicht eines Verschlusszeiteinstellringes, Fig. 4 die Vorderansicht
der erfindungsgemässen Einrichtung in ihrer Ruhestellung, Fig. die Vorderansicht
der Einrichtung gemäss Figur 4 bei betätigtem Bedienungshebel, Fig. 6 den Blendenmechanismus
in perspektivischer Darstellung und auseinandergezogener Anordnung, Fig. 7 eine
graphische Darstellung des Verhältnisses der automatisch gewählten Verschlusszeiten
zu den verschiedenen Blenden.
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Eine Kamera lo. (Fig. 1) ist mit einem Lichtmessinstrument versehen,
welches eine auf das zu photographierende Objekt ausgerichtete Linsenscheibe 12
besitzt. Das Lichtmessinstrument umfasst ferner eine lichtempfindliche Fläche 13
(Fig. 4), welche mit einem Galvanometer 14 verbunden ist und dieses speist. Anstelle
eines Galvanometers könnte auch ein Hitzdrahtelement, ein Solenoid oder ein anderes
Mittel zu photoelektrisch/mechanischen Kraftübertragung Verwendung finden. Das Galvanometer
14 besitzt eine bewegliche Spule 16, deren jeweilige Stellung eine Funktion der
Lichtstärke des Aufnahmeobjektes bildet. Ein Arm 18, welcher mit der Spule 16 eine
Einheit bildet, dreht sich mit dieser und dient dazu in der nachfolgend beschriebenen
Weise
das Maß der Blendenöffnung/sowie die Belichtungszeit zu bestimmen.
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Die vorliegende Erfindung eignet sich zur Verwendung mit jedem beliebigem
Mehrzeiten-Drehlamellenverschluss, gleichgültig, ob Spann-oder automatischer Verschlüsse
bei dem ein bewegliches Element entsprechend seiner Stellung die Arbeitsgeschwindigkeit
des Verschlusses einstellt, anpasst oder auf andere Art steuert. Die Erfindung wird
anhand eines bekannten Spannverschlusses dargestellt, bei dem ein Zeiteinstellring
22 (Fig. 3) um eine Büchse 24 drehbar gelagert ist, welche eine Öffnung 26 umgibt,
die sich in konzentrischer Anordnung zu der optischen Achse der Kamera befindet.
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Ein Kurvenschlitz 28 im Zeiteinstellring 22 arbeitet mit einem Stift
30 zusammen, welcher auf einem an sich bekannten Hemmwerk 32 (Fig. 2) angeordnet
ist. Wird der Ring 22 gedreht, so wird der Stift 3o von der Kurve 28 radial bewegt
zum Zwecke der Einstellung des Hemmwerkes 32 und damit zum Einstellen des Ausmaßes
des Bewegung, welche ein Spannring 34 (Fig. 2) von seiner gespannten in die ungespannte
Stellung durchführt.
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Wird der Spannring 34 durch Auslösen des Verschlusses ebenfalls gelöst,
so dreht er sich gegen den Uhrzeigersinn, wie durch den Pfeil in Figur 2 gezeigt.
Ein Ansatz 35 an dem Spannring 34 treibt einen Hebel 36 an und verschwenkt ihn im
Uhrzeigersinn um seinen Drehpunkt 38. Ein Stift 44 an dem Hebel 36 greift durch
längliche Schlitze 46 bzw. 48, welche in den beiden Verschlusslahleilen 4o und 42
vorgesehen sind. Die
beiden Verschlusslamellen 4o und 42 sind bei
50 bzw. 52 drehbar gelagert. Die Schlitze 46 und 48 sind in einem Winkel zueinander
angeordnet und befinden sich ausserdem in einem Winkel zur Bewegungsrichtung des
Stiftes 44.
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Wenn sich also der Stift 44 bewegt, werden die Lamellen 4o und 42,
die sich zur Abdeckung der Öffnung 26 (Fig. 3) ursprünglich überlappen, in einander
entgegengesetzter Richtung um ihre Drehpunkte 5o bzw. 52 geschwenkt und geben dadurch
vorübergehend die Öffnung 26 frei. Die Zeitdauer der Freigabe der Öffnung 26 wird
dabei durch die Stellung des Zeiteinstellringes 22 bestimmt. Weitere Angaben zu
dem Verschluss als solchem werden als überflüssig erachtet, da es zum Verständnis
der Erfindung nicht erforderlich ist und zudem der Verschluss als solcher hinreichend
bekannt ist.
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Der Bedienungshebel 54 der Kamera, der in den Figuren 4 und 5 gezeigt
ist, ist bei 56 drehbar gelagert und steht unter dem Einfluss einer Feder 58, welche
bestrebt ist, den Bedienungshebel 54 stets gegen den Uhrzeigersinn zu verschwenken.
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Ein Blendenantriebsring 60 ist auf einer Lagerbüchse 24 um die Objektivachse
drehbar angeordnet. Er besitzt einen Arm 64 mit einem Stift 62, welcher mit dem
Hebel 54 in Eingriff kommt, wenn dieser sich in seiner dem Uhrzeigersinn entgegengesetzten
Stellung befindet.'Der Arm 64 arbeitet mit dem Arm 66 eines Ringes 68 zusammen,
welcher mit dem Verschlusszeiteneinstellring 22 (Fig. 3) eine Einheit bildet. Der
Ring 68
steht unter dem, Einfluss einer Feder 70, welche bestrebt
ist, den Ring 68 stets gegen den Uhrzeigersinn um die Objektivachse zu drehen. Die
Feder 7o ist schwächer ausgebildet als die Feder 58. Wenn sich der Hebel 54 in seiner
aus Figur 4 ersichtlichen Ruhestellung befindet, stützt er sich gegen den Stift
62 ab und hält somit infolge der auf ihn einwirkenden Kraft der Feder 58 die beiden
Ringe 60 und 68 gegen die Kraft der schwächeren Feder 7o in einer Stellung, in welcher
sich der Arm 66 des Ringes 68 an einem festen Anschlag 72 abstützt (siehe Figur
4).
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Der Ring 60 besitzt zwei Stifte 74 und 76, welche in Schlitze 78 und
80 der'beiden Blendenschieber 82 bzw. 84 eingreifen.
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Die Blendenschieber 82 und 84 weisen Schlitze 88 auf, welche von festen
Stiften 86 durchgriffen werden und somit den beiden Blendenschiebern 82 und 84 während
einer Verschiebebewegung als Führung dienen. Jeder Blendenschieber besitzt in der
Mitte einen Einschnitt 9o (Fig. 6), welcher zusammen mit dem entsprechenden Einschnitt
des anderen Blendenschiebers eine Blendenöffnung 92 (Fig. 5) bildet, wenn die beiden
13leindenschieber auseinanderbewegt werden. Diese Bewegung wird auf die Blendenschieber
durch die Wechselwirkung zwischen den Stiften 74,76 und den dazugehörigen Schlitzen
78,80 übertragen, wenn der Ring 60, wie unten beschrieben, gegen den Uhrzeigersinn
gedreht wird. Durch Anstossen der gezahnten Kante 94 des Blendenschiebers 82 an
dem Arm 18 der Drehspule 16 wird die Verschiebebewegung der beiden Blendenschieber
82 und 84 begrenzt. Die Kante 94 des Schiebers 82 ist abgeschrägt,
so
dass der Schieber 82 einen um so weiteren Weg zurücklegt, bevor seine Kante 94 mit
dem Arm 18 in Eingriff kommt, je. schwächer die Speisung des Galvanometers und je
weniger daher der Arm 18 gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird. Die Öffnung 92 ist
daher bei schwächerer Speisung des Galvanometers 14 grosser und ist eine Funktion
der Lichtstärke des Aufnahmeobjektes.
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Wird der Bedienungshebel 54 der Kamera von Hand nach unten gedrückt,
wie in Figur 5 gezeigt, so wird dadurch die stärkere Feder 58 gespannt, während
die schwächere Feder 70 die Ringe 60 und 68 gegen den Uhrzeigersinn solange verdreht,
bis die Kante 94 des durch diese Drehbewegung gleichzeitig verschobenen Blendenschiebers
82 an dem Arm 18 der Drehspule 16 anschlägt. Da zusammen mit dem Blendenschieber
82 auch der Blendenschieber 84 verschoben wurde, ist die Blendenöffnung 92 (Fig.
5) der Lichtintensität des Aufnahmeobjektes entsprechend eingestellt worden. Durch
die Drehbewegung des Ringes 68 und damit des mit ihm verbundenen Ringes 22 ist gleichzeitig
auch die entsprechende Belichtungszeit vorgewählt worden. Ein weiteres Niederdrücken
des Hebels 54 bewirkt, dass dieser einen Verschlussauslösehebel 96 verschwenkt,
wodurch der in bekannter Weise erfolgende Arbeitsvorgang des Verschlusses beginnt.
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Das Einstellen der Blende und der Verschlusszeit bei Auslösen des
Verschlusses kann durch ein Paar Zeiger 98 und
| loo (Fig. 5), welche an den Ringen 60 und 68 vorgesehen |
sind, angezeigt werden, die mit fest angebrachten Skalen 102 und 104 zusammenarbeiten,
welche die Blende und die Verschlusszeit angeben.
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Wird der Bedienungshebel 54 nach erfolgter Aufnahme losgelassen, so
wird er von der Feder 58 entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt, und erfasst den
Stift 62 des Ringes 60, wodurch die Ringe 60 und 68 im Uhrzeigersinn gegen die Kraft
der schwächeren Feder 7o gedreht werden, bis der Arm 66 des Ringes 68 auf den festen
Anschlag 72 auftrifft. Die Kamera ist sodann bereit für die nächste Aufnahme.
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Es dürfte festgestellt worden sein, dass sowohl die Belichtungszelt
als auch das Maß der Blendenöffnung als Funktionen der Lichtintensität des Aufnahmeobjektes
bestimmt werden. Theoretisch gibt es eine unendliche Zahl von Kombinationen zwischen
Belichtungszeit und Blende, die eine"korrekte"Aufnahme bei beliebiger Lichtstärke
des Aufnahmeobjektes ergeben. Durch kürzere Belichtungszeiten werden Bewegungsaufnahmen
begünstigt, während kleinere Blendenöffnungen die Tiefenschärfe eines Bildes erhöhen.
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Bei Ausführung der Erfindung in einer bestimmten Kamera
| muß die Belichtungszeit/Blenden-Kombination, die aufgrund |
| der einzelnen Galvanometereinstellmoglichkeiten einge- |
stellt wird, willkürlich gewählt werden. In dem dargestellt ten Ausführungsbeispiel
entspricht der Abstand zwischen
zwei Zähnen der Kante 94 des Schiebers
82 jeweils einem halben Einstellwert der Blendenöffnung. Die dementsprechende Drehung
des Ringes 68 entgegen dem Uhrzeigersinn bewirkt gleichzeitig eine Verstellung des
Verschlusszeiteinstellringes 22 um einen halben Einstellwert zwischen zwei Verschlusszeiten.
Die Versetzung um einen Zahnabstand an dem Schieber 82, verbunden mit einer Drehung
des Ringes 68 entgegen dem Uhrzeigersinn, entspricht somit einem vollen Belichtungswert,
oder dem Faktor 2 in der Lichtstärke des Aufnahmeobjektes. Bei geringster Speisung
des Galvanometers 14 greift der Arm 18 in den äussersten rechten Einschnitt der
Kante 94 des Schiebers 82 ein, was zum Beispiel einer Belichtungszeit von 1/25 sec
bzw. der Blende f/4 entspricht.
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Der nächste Einschnitt der Kante 94 des Schiebers 82 entspricht jeweils
einem halben Einstellwert und jeder übernächste Einschnitt entspricht den nächsten
vollen Werten (1/50 sec und f/5, 6). Da sowohl die Belichtungszeit als auch die
Blendenöffnung durch jede Bewegung des Galvanometerarmes 18 in gleicher Richtung
zur Einstellung kürzerer oder längerer Belichtung verschoben werden, steigen die
Werte an. Eine Veränderung von einem halben Einstellwert jedes der beiden Werte-entsprechend
einem Zahnabstand der Kante 94 des Schiebers 82-ergibt eine gemeinsame Belichtungsänderung
von einem vollen Einstellwert. Das Verhältnis der Werte der Belichtungszeit zu den
Blendenwerten ist in Figur 7 graphisch dargestellt, wobei die strichpunktiertgezeichnete
Achse den nutzbaren Bereich der Lichtintensität oder den Grad der Speisung des Galvanometers
anzeigt.
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Die vorliegende Erfindung wurde eingehend unter besonderer Bezugnahme
auf ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel beschrieben.
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Es versteht sich jedoch, dass Änderungen und Abwandlungen im Sinne
und im Rahmen der oben beschriebenen Erfindung und der beigefügten Patentansprüche
vorgenommen werden können.