DE17955C - Neuerungen an elektromagnetischen Motoren - Google Patents
Neuerungen an elektromagnetischen MotorenInfo
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K33/00—Motors with reciprocating, oscillating or vibrating magnet, armature or coil system
- H02K33/18—Motors with reciprocating, oscillating or vibrating magnet, armature or coil system with coil systems moving upon intermittent or reversed energisation thereof by interaction with a fixed field system, e.g. permanent magnets
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Juli 1881 ab.
. Diese Erfindung bezieht sich auf gewisse Neuerungen in elektromagnetischen Motoren, in
welchen die Enden einer elektromagnetischen Spirale vereint werden, gerade bevor die Verbindung
zwischen der Spirale und dem elektrischen Stromerzeuger unterbrochen wird, wodurch
der von der Entladung des Inductionsstroms von der Spirale herrührende Funken verhindert
wird.
Die Erfindung bezweckt, die Wirkungen des Inductionsstroms bedeutend zu verringern oder
zu zerstören, wodurch die Wirksamkeit der besagten Motoren bedeutend erhöht und die
Kosten ihres Betriebes verringert werden.
Die Erfindung besteht darin, ein oder mehrere Paare Spiralen anzuwenden, die bestimmt
sind, auf eine Armatur von weichem Eisen oder auf einen beweglichen Kern einzuwirken s und
die besagten Spiralen mit dem Stromerzeuger vermittelst eines automatischen Commutators
oder Stromwenders zu verbinden, der durch die Bewegung des besagten Kerns oder der
Armatur auf eine solche Weise in Thätigkeit gesetzt wird, dafs während der Bewegung der
letzteren in irgend einer Richtung die beiden Spiralen, welche derart gleichzeitig in Wirkung
sind, in denselben Stromkreis eingeschlossen sind und ihre Anziehungskraft auf den Kern
oder die Armatur in derselben Richtung ausüben, während am Ende des Hubes die Enden
des Paares Spiralen zuerst vereint werden, so dafs sie einen geschlossenen Stromkreis bilden,
bevor der Batteriestrom von denselben abgeschnitten wird. Der Stromwender wird in Bezug
auf die Enden der Spiralen so angeordnet, dafs, wenn sie so vereint sind, die Verbindungen
derart sind, dafs der Inductionsstrom, der durch die magnetische Entladung des Kerns oder der
Armatur in denselben erzeugt wird, bestrebt ist, die betreffenden Spiralen in entgegengesetzten
Richtungen zu durchströmen.
So neutralisirt der Inductionsstrom, der in jeder Spirale des Paares hervorgerufen wird,
den in der anderen, und die Totalwirkung auf die Armatur wird verschwindend gering.
In den beiliegenden Zeichnungen sind Fig. Ji und 2 Grundrisse (theilweise im Schnitt) eines
elektromagnetischen Motors, der diese Neuerungen enthält, in zwei verschiedenen Lagen.
Fig. 3 ist eine Seitenansicht desselben.
Fig. 4 und 5 sind schematische Skizzen,
welche die Stromkreisverbindungen in verschiedenen Lagen des Motors darstellen.
In den Figuren stellen A a A1 α1 vier Spiralen
oder Windungen von isolirtem Draht von der gewöhnlichen Construction dar. Diese sind in
zwei Paaren auf eine solche Weise gruppirt, dafs die Paare im Stande sind, abwechselnd
auf eine cylindrische Armatur B aus weichem Eisen einzuwirken, welche ihrerseits selbst mit
einer Windung von isolirtem Draht umwickelt ist. Die Armatur B, welche den Kern der
vier oben erwähnten Spiralen bildet, ist auf eine horizontale Stange b aufgesetzt, welche in
geeigneten Führungen C C frei hin- und .hergleiten kann. Die Armatur B bewegt sich frei
innerhalb der mittleren Oeffhung der Spiralen, welch letztere in zwei Gruppen oder Paaren
angeordnet sind. A und α befinden sich an einem Ende der Armatur und A ] und a 1 am
anderen Ende, so dafs die ganze Anordnung in Wirklichkeit einen zusammengesetzten axialen
Elektromagneten bildet. Die Armatur B wird auf eine später zu beschreibende Weise durch
die abwechselnde magnetische Anziehung der Spiralen A und A1 veranlafst, sich hin und her
zu bewegen.
An der Schieberstange b ist eine Verbindungsstange c befestigt, welche die Kurbel D
erfafst, die am Ende einer horizontalen, in geeigneten Lagern e e aufgesetzten Achse oder
Welle EE angeordnet ist. Auf dieser Achse ist ein Schwungrad F angebracht; die ganze
Anordnung des Cylinders, des Kolbens, der Kurbel und des Schwungrades ist einer liegenden
Dampfmaschine ähnlich.
Auf der Welle E sind eine Reihe von Commutatoren oder Stromwendern GHIJKL und M
angeordnet, deren Aufgabe es ist, die Vertheilung des elektrischen Stromes vom Stromerzeuger
zu den vier Spiralen AaA1Ci1 automatisch
zu controliren. Jeder Stromwender besteht aus einer Abtheilung eines metallenen
Cylinders oder Ringes, der auf die Welle EE concentrisch aufgesetzt ist, und jeder der Ringe
ist von der Welle und von den anderen Ringen isolirt. Die isolirten Contact- oder Berührungsfedern
g g1 h h1 u. s. w. sind auf der Basis der
Maschine aufgesetzt und pressen gegen die Cylinderabtheilungen oder Stromwender auf der
Welle und stellen so mit den letzteren, wie diese rotiren, elektrische Berührung her. Die
angrenzenden Enden der Stromwendecylinder oder Ringe sind mit Vertiefungen und Vorsprüngen
versehen, die auf eine in Fig. ι und 2 angedeutete Weise in Bezug auf einander derart
angeordnet sind, dafs Theile von zwei verschiedenen Ringen mit einer und derselben
Contact- oder Berührungsfeder während verschiedener Zeittheile einer Umdrehung in Berührung
gebracht werden können'. Die verschiedenen Contactfedern, welche gegen die
rotirenden Stromwenderinge drücken, bilden die Enden von Drähten, die bezw. zu den Polen der
elektrischen Stromerzeuger und zu den Spiralen, welche auf die bewegliche Armatur einwirken,
leiten, und es ist die Bestimmung der rotirenden Stromwendermge, die nöthigen Verbindungen und
Unterbrechungen zwischen diesen zwei Sätzen von Leitern zu bilden. Die Windung, welche
auf die Armatur B unmittelbar aufgewickelt ist, wird von einem constanten elektrischen
Strom von einer geeigneten Batterie oder einem anderen Stromerzeuger 0 durchströmt, dessen
bezw. Pole mit den Klemmen p η verbunden sind. Der elektrische Strom wird von den
Klemmen p durch einen Draht q zu einem Ständer 7-, dann durch eine Drahtspirale f zum
Ende t der den Kern oder die Armatur B umgebenden Windung, dann durch das Ende u
und Drahtspirale υ zu einem Ständer w geleitet, von welchem ein Draht χ zur anderen Klemme η
führt. Die Armatur B wird so vermöge des beständigen Stromes, der vom Stromerzeuger 0
um sie herumpassirt, zu einem beständig polarisirten Magneten gemacht.
In Fig. ι ist die Armatur in einer Lage in der Mitte ihres Hubes dargestellt; die Richtung
ihrer Bewegung ist durch den Pfeil angedeutet.
Der Lauf des in Thätigkeit setzenden elektrischen Stromes kann folgendermafsen beschrieben
werden:
O stellt eine Batterie, dynamoelektrische Maschine
oder einen anderen geeigneten elektrischen Stromerzeuger dar, dessen Pole, der positive
und der negative, bezw. mit den Klemmen P und N auf der Basis des Elektromotors verbunden
sind. Am positiven Pole des Stromerzeugers O beginnend, geht der Strom erst
zur Klemme P, dann durch den Draht 2 zur Contact- oder Berührungsfeder /, durch den
Stromwendering L zur Feder I1, dann durch
den Draht 13 zur Spirale A\ passirt durch besagte
Spirale und geht dann durch Draht 10 zur Contactfeder i, dann zum Ring /, Feder i1
und Draht 11 zur anderen Spirale a l des
Paares, durch besagte Spirale hindurch und dann durch Draht 5 zur Contactfeder /, Stromwendering
J und Feder j l und dann durch
Draht 4 zur Klemme N und dem negativen Pole des Stromerzeugers.
Die Einrichtung der Stromkreise ist eine derartige , dafs der Strom, dessen Lauf eben beschrieben
wurde, die Spiralen A1 a1 in derselben
Richtung durchströmt.
Die Wirkung dieser Anordnung ist die, dafs beide Spiralen auf dieselbe Weise auf das benachbarte
Ende der polarisirten Armatur B einwirken, indem sie eine kräftige Anziehung auf
dasselbe ausüben und bestrebt sind, es in der durch den Pfeil angedeuteten Richtung zu ziehen,
bis das Schwungrad F vermittelst der Kurbel D veranlafst ist, eine Viertelumdrehung zu machen;
in diesem Momente wird die Richtung der elektrischen Stromkreise durch die Wirkung der
Stromwender an der Welle EE, welche dann die in Fig. 2 gezeigte Lage einnehmen, durchaus
geändert.
In der neuen Lage der Stromwender ist der Lauf des Stromkreises folgender: :
Vom positiven Pole des Stromerzeugers O
zur Klemme P, dann durch den Draht 2, •Berührungsfeder
/, Strom wendering L, Feder k1
und Draht 12 zur Spirale A, dann durch
Draht 6, Berührungsfeder h1, Stromwendering ϋζ
Berührungsfeder h und Draht 7 zur Spirale a; dann durch Draht 9, Berührungsfeder g, Stromwendering
G, Berührungsfeder g1 und Draht 8
zur Klemme N und dem negativen Pol des Stromerzeugers; durch diese Bewegung des
Stromwenders werden die Spiralen A1 und a1
aufser Verbindung mit dem Stromerzeuger und die Spiralen A und α in Verbindung mit demselben
gesetzt, während durch dieselbe Ope-
ration die Enden der Spiralen A^ und al durch
den Stromwender vereint werden, wie ersichtlich, wenn man die Verbindungen in Fig. 2
und 5 verfolgt, und zwar von der Spirale Ä1 durch den Draht 10, Berührurigsfeder i, Stromwender
/, Berührungsfeder / und Draht 5 zu Spirale a1, dann durch Draht 11, Berührungsfeder 2', Stromwendering J, Berührungsfeder J1,
Draht 4, Klemme JV, Draht 1, Berührungsfeder m, Stromwendering M, Berührungsfeder P
und Draht 13 zum anderen Ende der Spirale A1. Dieser letztere Stromkreis ist in Wirklichkeit
vervollständigt, unmittelbar bevor der Stromerzeuger aufser Verbindung gesetzt ist,
indem die Construction des Stromwenders derart ist, dafs die Federn für einen Moment
mit zwei Stromwenderingen gleichzeitig in Berührung sind, während sie von einem zum
andern passiren. Die Wirkung dieser Anordnung ist die, dafs der geschlossene Stromkreis,
welcher gebildet wird, indem die Enden der zwei Spiralen Ax und a l vereint werden,
sie1 in entgegengesetzten Richtungen durchströmt, nachdem der Stromerzeuger losgelöst
worden ist. Die inductive Action, welche in jeder Spirale auf das Verschwinden des Magnetismus
des Kerns hin in jeder Spirale hervorgerufen wird, ist daher der in der anderen genau gleich und entgegengesetzt, und die zwei
Inductionsströme neutralisiren sich daher gegenseitig oder heben sich auf, so dafs durch diese
neue Einrichtung die Wirkung des Inductionsstromes auf den Kern, welche die Wirksamkeit
gewöhnlicher Elektromotoren beeinträchtigt, gänzlich beseitigt ist.
Es gilt manchmal in der Praxis für vortheilhaft, den Stromwender in Bezug auf die Bewegung
der Armatur ein wenig in »Vorsprung« zu setzen, ihm gewissennafsen die »Führung«
zugeben. In diesem Falle würden gerade vor Vollendung des Hubes die Enden eines jeden
Paares Spiralen vereint und der Stromerzeuger aufser Verbindung gesetzt werden.
Die Verbindungen der Stromkreise in den zwei Lagen des Stromwenders während des
Laufes und Rücklaufes des Hubes beziehungsweise sind durch Fig. 4 und 5 beiliegender
Zeichnung deutlicher erklärt, in welchen die beiden Lagen des Stromwenders beziehungsweise
dargestellt sind. Die vollen Linien zeigen die Stromkreise, welche durch den elektrischen
Strom vom Stromerzeuger durchströmt werden, während die punktirten Linien die Stromkreise
zeigen, in welchen die Enden der Windungen vereint werden, nachdem der Stromerzeuger
aufser Verbindung gesetzt worden ist. Die Pfeile in diesen Figuren zeigen die Richtung
an, in welcher die Bewegung des Kerns oder der Armatur angenommen ist.
Es können viele Veränderungen in der Construction und Anordnung der Details dieses
Apparats vorgenommen werden, ohne vom Wesen der Erfindung abzuweichen. Verschiedene bekannte
Formen von Stromwendern können ferner mit Vortheil für den beschriebenen Zweck angewendet
werden.
Eine permanent polarisirte Stahlstange oder gar eine unpolarisirte weiche Eisenstange kann
statt der hin- und hergehenden Armatur verwendet werden.
Claims (3)
1. Die hierin beschriebene Methode, den Inductionsstrom,
der in der Spirale eines Elektromagneten erzeugt wird, nachdem der primäre Strom aufgehört hat denselben zu
durchlaufen, zu neutralisiren oder zu zerstören, welche darin besteht, die bezw.
entgegengesetzten Enden der beiden Abtheilungen der getrennten Spirale mit einander
zu vereinen und dadurch einen geschlossenen Stromkreis zu bilden, unmittelbar nachdem der Stromerzeuger aufser Verbindung
gesetzt worden.
2. Die Combination zweier Spiralen, die in denselben Stromkreis eingeschlossen sind
und in Einklang auf denselben Kern oder dieselbe Armatur wirken, eines Stromwenders,
der durch die Bewegung des besagten Kerns oder der Armatur automatisch in Thätigkeit gesetzt wird, und der Stromkreisverbindungen,
durch welche die Verbindungen der Enden der bezw. Spiralen umgekehrt werden, so dafs ein Strom verursacht
wird, besagte Spiralen abwechselnd in derselben und in einer entgegengesetzten Richtung mit Bezug auf einander zu durchlaufen.
3. Die Combination eines beweglichen Kerns oder einer Armatur, zweier Spiralen oder
Win düngen, die angeordnet sind, gleichzeitig auf besagten Kern oder die Armatur
einzuwirken, um sie in einer gegebenen Richtung zu treiben, eines Commutators oder Stromwenders, der durch die Bewegung
des besagten Kerns oder der Armatur automatisch in Thätigkeit gesetzt wird, und der Stromkreisverbindungen vom Stromwender
zu den Spiralen, wodurch die entgegengesetzten oder gleichen Enden der besagten Windungen am Ende des Hubes
vereint werden, um einen geschlossenen Stromkreis zu bilden, bevor der Stromerzeuger
aufser Verbindung gesetzt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE (1) | DE17955C (de) |
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