DE17490C - Neuerungen an Leder-Nähmaschinen - Google Patents
Neuerungen an Leder-NähmaschinenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 82: Nähmaschinen.
Auf den beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht:
Fig. ι eine Seitenansicht, Fig. 2 die andere Seitenansicht, Fig. 3 den Grundrifs der Maschine.
Fig. 4 zeigt einen zum Theil nach 1-2, zum
Theil nach 3-4, Fig. 3, geführten Verticalschnitt; Fig. 5 einen Querschnitt des Nähmechanismus
und StofFdrückers; Fig. 6 einen Verticalschnitt
durch das Schiffchen und dessen Antrieb; Fig. 7 und 8 sind Details aus Fig. 2, welche den
Drücker beeinflussen; Fig. 9 ist ein Querschnitt nach 5-6 der Fig. 3; Fig. 10 und 11 sind Ansichten
einiger aus Fig. 9 entnommener Details; Fig. 12 ist ein Schnitt durch den Stoffdrücker
nebst Zubehör, und Fig. 13 eine Seitenansicht des in Fig. 5 im Schnitt veranschaulichten
Nadelhalters mit seiner hakenförmigen Nadel; Fig. 14 stellt einen Horizontalschnitt nach 7-8
in Fig. 5 dar; Fig. 15 ist eine rotirende Vorrichtung,
welche die Schleife für den Durchgang des Schiffchens öffnet, und Fig. 16 ein
Längenschnitt dieser Vorrichtung; Fig. 17 zeigt die Vorderansicht in der Richtung des Pfeiles
in Fig. 2; Fig. 18 einen Horizontalschnitt nach
9-10, Fig. 17; Fig. 19, 20, 21, 22 und 23 geben
Ansichten von Details aus den Fig. 17 und 18; Fig. 24 ist ein Schnitt durch die Schiffchenbahn
nach der Linie 11 -12 in Fig. 2 ; Fig. 2 5 ein
Horizontalschnitt nach 13-14 in Fig. 24, mit dem das Schiffchen bewegenden Kolben nebst
seiner Antriebsstange bi; Fig. 26 eine Seitenansicht des Endes der Stange έ4, und Fig. 27,
28 und 29 stellen Detailansichten des Schiffchens dar.
Die Fig. 1 a bis 4 a zeigen das Zusammenspiel der Nähwerkzeuge mit den zu vereinigenden
Lederstreifen. Ist, wie Fig. 1 a zeigt, die Hakennadel c abwärts gegangen und hat sie hierbei
den Faden in Schleifenform unterhalb des Stoffes ausgezogen, so wird diese Schleife von dem
Haken al des rotirenden Greifers erfafst und auch dann noch gehalten, wenn die nun wieder
emporsteigende Nadel c dieselbe freigiebt. Der Greifer macht eine kurze Bewegung rückwärts
normal zur Bildfläche, und es legt sich bei fortgesetzter Drehung der Faden in die Kreisnuth rt2
des Greifers ein. Die Schleife wird hierdurch allmälig erweitert, Fig. 2 a und 3 a, so dafs die
von dem Spulentreiber nach vorn (normal zur Bildfläche) gestofsene Spule S durch dieselbe
hindurchgehen und hierbei den Unterfaden durchziehen kann. Während dieses Vorganges
senkt sich die Ahle d in das Leder ein, durchsticht dasselbe und bewirkt durch Seitwärtsschwingen
die Verschiebung des Arbeitsstückes um eine Stichlänge, d. h. so weit, bis die Ahlenspitze in die Verlängerung der Nadelachse fällt,
Fig. 2 a. Ahle d und Nadel c gehen gemeinsam nach oben, Fig. 3a, der Fadeneinleger g
legt den Faden oberhalb des Arbeitsstückes in den Haken der Nadel ein, während gleichzeitig
die Ahle d um die Länge eines Stiches wieder nach rechts schwingt, Fig. 4a, und die herabgehende
Nadel c zieht eine neue Fadenschleife unter die Stichplatte herab. Durch eine kleine
Drehung der Nadel um ihre Längenachse wird die Schleife in die für den Angriff des nun
wieder nach vorn (normal zur Bildfläche) schreitenden Greiferhakens al günstigste Stellung gebracht,
wie aus Fig. 1 a zu ersehen.
A bezeichnet das Hauptgestell der Maschine, welches einen vorstehenden Arm D hat und
am hinteren Ende mit Lagern für die Querwelle B versehen ist. Letztere trägt das Triebrad
E und die beiden Nuthcurvenscheiben C und C1, von denen die arbeitenden Theile der
Maschine ihre Bewegung erhalten.
In Lagern a3 a3 des Armes D, Fig. 4, liegt
eine Hohlwelle a. Dieselbe ist am vorderen Ende mit einem segmentförmigen Flantsch a2,
Fig. 5 und 15, an dessen einem Ende der Haken al sitzt, versehen und trägt am entgegengesetzten
Ende das aus Fig. 4 ersichtliche elliptische Zahnrad a4, welches mit dem entsprechend
construirten Rade «5 in Eingriff steht.
Das Rad α 5 dreht sich auf einem am Gestell
A befestigten Zapfen und erhält seine Bewegung durch Vermittelung der Kegelräder a6
und Stirnräder a1 von der Welle B.
Aufser der Rotationsbewegung, welche infolge der Anwendung der elliptischen Zahnräder a*
und «5 zu gewissen Zeiten ein Minimum betragen
wird, erhält die hohle Welle α auch eine longitudinal Bewegung durch eine auf dem
Zapfen a9 sitzende Rolle, welche in eine Curvennuth der auf besagter Welle befestigten Hülse a%
eingreift, Fig. 4, 9, 10 und 11. Der Zapfen a9
ist in einem Schlitz des Gestelles A verstellbar, so dafs die Längsbewegung der Welle α genau
regulirt werden kann.
Das Schiffchen der Maschine ist cylindrisch gestaltet und arbeitet in einer Führung bl,
welche theilweise in der hohlen Welle α und theilweise in einer Verlängerung D1 des Vorderendes
des Armes D gebildet ist. Um dem Schiffchen die erforderliche hin- und hergehende
Bewegung zu ertheilen, wirken auf die Enden desselben zwei Kolben, von denen der mit P
bezeichnete in der hohlen Welle α und der mit P bezeichnete in dem Innern der Verlängerimg
D1 gleitet.
Die Stange des Kolbens P ist mit einem bei bi0 am Maschinengestell drehbaren Hebel P,
Fig. 2, verbunden, welcher einen Bolzen b11 mit
einer Rolle trägt und durch den Eingriff dieser Rolle in eine Curvennuth der Scheibe C1 die
Bewegung des Kolbens P bewirkt. Auch der Kolben P wird vom Hebel b9 bewegt, und
zwar durch Vermittelung der Stange bi, welche sich in dem Arm D des Gestelles führt. Die
Verbindung der Stange b* mit dem Kolben P wird durch einen an letzterem befindlichen Stift
erzielt, welcher durch einen horizontalen Schlitz P des Gestelltheiles Dx hindurchgeht und von dem
gabelförmigen Ende P jener Stange, welches zwischen dem Bund b7 und der Mutter P des
Stiftes festgeklemmt ist, umfafst wird. Es ist wesentlich, dafs der Kolben b3 immer in gleicher
Position an der Stange P befestigt werde, damit zwischen den wirkenden Flächen der Kolben
P P und den Enden des Schiffchens ein constanter Zwischenraum bleibt.
Um diese genaue Adjustirung der Theile zu sichern, ist das innere Ende des in dem gabelförmigen
Ende P befindlichen Schlitzes ausgerundet und die Mutter P so gestaltet, dafs
sie sich nur drehen läfst, wenn sie sich in der aus Fig. 25 und 26 ersichtlichen Position be^
findet.
Das Schiffchen b besitzt einen Deckel bn,
Fig. 6, 27, 28 und 29, welcher mit Hülfe des aus den Stiften bie und Schlitzen bu bestehenden
Bajonnetverschlusses befestigt ist und infolge dessen leicht abgenommen werden kann. Der
Draht geht vom Innern des Schiffchens durch eine in der centralen Nabe des Deckels P2
angebrachte Oeffnung und von da zwischen einer Spannfeder b13 und der inneren Wandung
des Deckels hindurch, schliefslich durch die in dem Deckel und dem Körper des Schiffchens
befindlichen Löcher. Die Spannfeder bli hat
die aus Fig. 27 ersichtliche gekrümmte Gestalt und wird durch eine Schraube b11 am Deckel b12
festgehalten, während sich die Spannung derselben durch eine Schraube blb bewirken läfst.
Der Zugang zu dieser Schraube b15 ist möglich,
sobald der Kolben b3 aus der Schiffchenführung P entfernt wird; man kann somit die Drahtspannung
verändern, ohne das Schiffchen herauszunehmen und ohne die Stichbildung zu beeinträchtigen.
Die Nadel c der Maschine hat ein gewöhnlich hakenförmiges Ende und wird in der durch
Fig. s veranschaulichten Weise in dem oberen Ende des Nadelhalters c1 festgehalten. Letzterer
bewegt sich in Lagern des Theiles Dx, Fig. 4,
5 und 6, vertical auf und nieder und erleidet hierbei infolge des Eingriffs eines mit Führungsrolle
versehenen Stiftes c3 in die ihm angehörige gewundene Nuth c2 , Fig. 13, gleichzeitig eine
partielle Drehung um seine Achse. Auf das in Fig. 5 und 13 angegebene Gewinde des Nadelhalters
cl ist eine Mutter cl geschraubt, welche
sich in dem verticalen Schlitz c5 führt und einen
Stift cG trägt, der in das längliche Auge des
bei c9 am Maschinengestell drehbaren Hebels cs
eingreift, Fig. 1. Dieser Hebel £8 besitzt einen
Schlitz für die Aufnahme eines Bolzens £13, welcher
gleichzeitig für einen Schlitz des bei £·" drehbaren und durch den Eingriff seiner Rolle c "
in die ebenso bezeichnete Curvennuth der Nuthcurvenscheibe C bewegten Hebels c10 pafst.
Durch Versetzung des Bolzens cu in den
Schlitzen der Hebel c8 und c10 läfst sich der
Hub des Nadelhalters c* nach Bedarf vergröfsern
oder vermindern, und weil die Drehpunkte den beiden Hebeln nicht gemeinsam sind, so kommt
die durch jenes Versetzen bewirkte Veränderung immer am unteren Ende des Hubes zur Geltung;
denn, wenn der Nadelhalter in seiner höchsten Position steht, so decken sich die erwähnten
Schlitze vollkommen und gestatten eine Versetzung des Bolzens V13, ohne dafs sich die
Nadel bewegt, während sie sich in der unteren Stellung nicht decken und infolge dessen eine
Verschiebung besagten Bolzens eine Höher- oder Tieferstellung des Halters c1 bewirkt.
Aufser der Nadel c besitzt die Maschine auch ein besonderes Durchstichinstrument, eine Art
Ahle d, welche in dem unteren Ende des Halters d1 steckt. Letzterer führt sich in einem
Lager der Platte e, Fig. 4, 5 und 17, und ist durch ein Gelenkstück d% mit einer Stange d2
verbunden, welche durch Vermittelung eines bei db drehbaren und mit seinem Führungszapfen de in eine Curvennuth der Nuthcurvenscheibe
C1 eingreifenden Hebels d* im Vordertheil
der Maschine auf- und niederbewegt wird. Die Platte e führt sich an der am Maschinengestell
A befestigten Platte e1, welche ein Lager
für die verticale Stange e 5 enthält. Letztere
trägt einen Arm mit einer Rolle e", die in einen Schlitz x, Fig. 23, der Platte £2 pafst. Die
Platte e"1 hängt bei e3 an der Platte e und enthält
einen gekrümmten Schlitz für die Aufnahme des Bolzens einer Knopfschraube e4, welche es
ermöglicht, den Schlitz χ so zu adjustiren, dafs er mit der Verticalen einen gröfseren oder geringeren
Winkel bildet, Fig. 18, 20 bis 23. Beim Auf- und Niedergang der Stange«5 führt
sich die Rolle e6 in dem Schlitz χ und ertheilt
dadurch der Platte e eine horizontale hin- und hergehende Bewegung, deren Hub durch die
Schrägstellung der Platte e* regulirt wird und
mit Hülfe eines Zeigers nebst Scala genau begrenzt werden kann. Es erfiält somit die
Ahle d eine seitliche Bewegung, welche ihr die Eigenschaft eines Stoffdrückers ertheilt und nach
deren Mafsgabe die Länge der Stiche mit gröfster Accuratesse bestimmt wird.
Das obere Ende der Stange e* hat einen
Zapfen e7, Fig. 4, welcher-in den im vorderen
Ende des Hebels e s befindlichen Schlitz eingreift.
Der Hebel e% dreht sich um den Zapfendä
und trägt am anderen Ende eine Rolle, welche sich in der Curvennuth es der NuthcurvenscheibeC
führt und bei der Rotation dieser Scheibe der Stange e 5 die erforderliche auf- und niedergehende
Bewegung übermittelt.
Neben der Ahle befindet sich auch der Schleifenbilder g, Fig. 17 und 19. Derselbe
wird von dem kurzen Arm eines bei g2 am unteren Ende des Armes g3 drehbaren Hebels
g1 getragen. Der Arm gs ist mit seinem
oberen Ende g* an dem Maschinengestell A
befestigt und hat einen schrägen Schlitz g 5 für
die Aufnahme der Zapfen g6, welcher dem einen Arme des um den Zapfen d5 drehbaren Hebels
g7, Fig. i, angehört, während der andere
Arm dieses Hebels mit einer an ihm sitzenden Führungsrolle in die Curvennuth g9 der Nuthcurvenscheibe
C eingreift. Der lange Arm des Hebels ,j·1 enthält im oberen Ende einen schrägen
Schlitz g10, in welchem sich der Stift g11
der Stange es führt, so dafs, wenn der Hebel g1
sich bewegt und die Stange i5 auf- und niedergeht,
dem Schleifenbilder g eine combinirte, mit Bezug auf die Naht seitliche und longitudinale
Bewegung ertheilt wird. Dabei ist die seitliche Bewegung von dem durch den Eingriff des
Stiftes g6 in den schrägen Schlitz g5 bedingten
Schwingen des Armes g" und die longitudinale von dem durch den Eingriff des Stiftes ^"".in
den schrägen Schlitz g10 erzeugten Spiele des
Hebels gl abhängig.
Um das Nähobject während der Stichbildung festzuhalten, ohne dafs dadurch das nachherige
Weiterrücken des Materials beeinträchtigt ist, sind folgende Vorrichtungen, Fig. 2, 7, 8 und 12,
angeordnet:
Der Drückerfufs / ist an dem unteren Ende einer Röhre /" befestigt, welche sich am Gestell
führt und oben durch die Augen /2/2 geht. Auf dem zwischen den Augen /2/2. befindlichen
Theile der Röhre/1 sitzt eine Hülse/3, welche einen mit Muttergewinde versehenen
Ansatz trägt und mit diesem auf das Vorderende /10 einer mit ihrem hinteren Ende bei /5
gelagerten Stange /4 geschraubt ist, Fig. 2 und 8. Die Stange /4 hat direct hinter ihrem
Lager /5 einen Bund /6 und einen Arm f,
Fig. 7, welcher letztere mit einer Rolle versehen ist und von einer Feder/9, sowie dem Theil/8
der Nuthcurvenscheibe C1 beeinflufst wird. Während
der in dem Weiterrücken des Nähobjectes wiederkehrenden Pausen dreht die Feder /9
durch ihren Zug auf den Arm /7 die Stange/4 nach der in Fig. 7 mit dem Pfeil 2 bezeichneten
Richtung, und da die besagte Stange wegen des zwischen ihrem Bunde /6 und dem
Lager /5 bestehenden Zusammenhanges keine longitudinale Bewegung ausführen kann, so dreht
sich ihr Ende /l0 in dem Muttergewinde der
Hülse /3 und zwingt letztere, auf die Röhre/1
einen so starken Zug auszuüben, dafs sie in ihren Lagern /2 festgestellt wird und bei einem
etwa gegen den an ihr befestigten Drückerfufs von unten ausgeübten Druck sich nicht heben
kann, sondern das Nähobject sicher niederhält. Die Wirkung des Theiles /8 der Nuthcurvenscheibe
C1 auf den Arm /' dagegen hat eine Drehung der Stange /4 nach der Richtung des
Pfeiles 1, Fig. 7, zur Folge und hebt den durch die Feder /9 hervorgebrachten Druck wieder
auf, so dafs der Stoffdrücker in dem Moment des Weiterrückens des zu nähenden Gegen- .
Standes, losgelassen, frei ist und in der erforderlichen Weise nachgeben kann. Im Innern der
Röhre /] des Stoffdrückers befindet sich eine Spiralfeder /13, welche unten gegen die Stellschraube/15
und oben gegen einen vom Stift/14 gehaltenen Bolzen drückt. Der Stift /14 geht
quer durch das obere Lager /2 und führt sich in Schlitzen/16 der Röhre /Y so dafs diese
letztere sich durch den am Gestell A drehbaren
Hebel /17, welcher auf die Rolle /18, Fig. 2
und 12, wirkt, ungehindert hochheben läfst,
wenn der Druck des Drückerfufses auf das Material aufhören soll.
Der zu vernähende Draht i befindet sich auf der Spule z1, welche oben auf dem Maschinengestell
befestigt ist und, wie in Fig. 3 veranschaulicht, unter dem Druck einer geeigneten
Hemmvorrichtung steht. Von der Spule 2'1 geht der Draht über eine Rolle /zT, Fig. 2; sodann
passirt derselbe die Rolle / eines Hebels L, worauf er über eine Rolle /z5 und die Rolle /z3
und h schliefslich nach dem Schleifenbilder g gelangt. Die Rolle h sitzt an einem Arm hx
der Röhre A2, welche durch das Maschinengestell hindurchgeht, und die Rolle /z3 sitzt an
einem Bolzen, welcher in einer Führung auf der Röhre /z2 gleitet und unter der Einwirkung einer
Feder A4 steht, so dafs diese Rolle den Unregelmäfsigkeiten
des Schleifenbilders g folgen kann.
Um die Rolle /z und hs, sowie die zugehörigen
Theile der Maschine, welche auf den Draht i wirken, auf dem geeigneten Wärmegrad zu erhalten,
wird aus der Röhre /z6, Fig. 2, ein Gasstrahl in die Röhre /z2 geführt, welche ihrerseits
die Hitze nach unten leitet, so dafs sie mit dem Schleifenbilder g, der Ahle d, den Drahtführungsrollen
nebst anliegenden Theilen in Contact kommt. Ebenso werden die Schiffchenbahn, das Schiffchen und die Kolben zum Bewegen
des letzteren warm gehalten, und zwar durch einen Brenner J, dessen Flamme gegen
die untere Seite des Gestelltheiles Dl gerichtet
ist.
Das Arbeitsstück kx ruht auf der Platte k,
welche mit dem Stichloch für die Nadel und die Ahle versehen ist. Der Hebel L1 welcher
den Zweck hat, den Draht von der Spule i abzuziehen, wird durch eine auf der Antriebswelle
B sitzende unrunde Scheibe L1 derart
beeinflufst, dafs er einen gewissen Vorrath von ungespanntem Draht schafft, welcher, wenn die
Nadel vom Schleifenbilder eine Schlinge empfangen hat und niedergeht, über die Rolle /
nachläuft und somit eine schädliche Reibung, wie sie unvermeidlich ist, wenn der Draht beim
Niedergang der Nadel nicht losgelassen wird, verhütet.
Hinsichtlich der Wirkungsweise der Maschine ist folgendes zu erwähnen:
Angenommen, die Nadel c habe bei der Bildung eines Stiches eine Schlinge durch das
Material gezogen und der Haken a1 stehe
gerade im Begriff, in diese Schlinge einzutreten, so befindet sich die Ahle d in ihrer seitlichen
Position, Fig. 1, um das Nähobject für einen weiteren Stich aufzustechen, während der
Schleifenbilder g fast in directer Linie zwischen der Rolle h und dem in dem Arbeitsstück befindlichen
Loch, in welchem die Stichbildung gerade vor sich geht, stehen wird. Der Stoffdrücker
kann sich in seinen Lagern wieder frei bewegen, und das Schiffchen b steht im Begriff,
aus dem in der hohlen Welle a belegenen Theile seiner Bahn bx nach dem in dem Stück Dx
vorgesehenen Theile derselben zu gleiten. (Das Schiffchen hat eine zur Bildfläche senkrecht
gerichtete Bewegung. Es sollte daher in den die Stichbildung verdeutlichenden Figuren die
Schleife S, welche erst bei der Erzeugung des ihr folgenden Stiches festgezogen wird, nicht
gerade herunterhängen, sondern als vom Schiffchen bei Seite geschoben gezeichnet sein. Da
dies aber die Deutlichkeit der Darstellung beeinträchtigen würde, so ist das Schiffchen selbst
aus diesen Figuren ganz fortgelassen und auch der Draht desselben nur insoweit, als zur Completirung
jedes einzelnen Stiches erforderlich schien, zur Veranschaulichung gelangt.) Sobald
der Haken ax in die Drahtschlinge eingetreten ist, wird die Welle α so weit als möglich nach
auswärts verschoben, um von der Nadel c frei zu werden, und nun beginnt die Drahtschlinge
bei der Rotation der Welle α sich hinter den segmentförmigen Flantsch a1 zu legen. Dabei
wird die Schleife von der Nadel abgezogen, welche ihrerseits aufwärts zu gehen anfängt.
Bevor jedoch die Nadelspitze das Werkstück erreicht, hat die Ahle d dasselbe durchstochen
und für die Bildung eines weiteren Stiches weiter gerückt, worauf dann der Stoffdrücker
durch die Feder /9 festgestellt worden ist und das Nähobject sicher niederhält. Während dann
die Nadel und die Ahle, Spitze gegen Spitze, durch das Material aufwärts steigen, rotirt die
Welle α weiter, so dafs bei der Ankunft jener beiden in ihrer höchsten Position der Flantsch a2
die Drahtschleife vollständig geöffnet, Fig. 3 a, den Stich festgezogen hat und der Durchgang
des Schiffchens die Durchführung des Schiffchendrahtes bewirkt. Bei der weiteren Rotation der
Welle α wird die Drahtschleife hierauf von dem Flantsch a2 wieder frei und von dem Ende des
zurückkehrenden Schiffchens völlig aufser Bereich desselben geschoben.
Inzwischen hat die Ahle d eine der Entfernung zweier Stiche entsprechende Verrückung
erlitten und der Schleifenbilder g eine neue Schlinge um den Haken der Nadel c gelegt,
wobei dieser Haken so steht, dafs die Schlinge in der Längsrichtung der Naht zu liegen kommt,
wenn sie durch das Material gezogen wird. Bei ihrem Niedergang dreht sich sodann die
Nadel infolge der Nuth c2, Fig. 13, theilweise
um ihre Achse, so dafs die Schleife dem Haken a1, welcher sich unterdessen von der vorhergehenden
Schleife frei gemacht hat, richtig dargeboten wird, Fig. 1 a.
Die elliptischen Räder λ4 und α5 haben den
Zweck, der Welle α eine verschieden schnelle
Bewegung zu ertheilen, so dafs der Haken a1
sehr schnell arbeitet, wenn er die Schlinge von
der Nadel c entfernt und öffnQt, darauf aber so
langsam rotirt, dafs das Schiffchen, die Nadel, die Ahle und der Schleifenbilder Zeit haben,
ihre weiteren Arbeiten zu vollführen. Aufserdem steht die Welle α im rechten Winkel zur
Richtung, nach welcher das Nähobject fortgerückt wird, so dafs ihr Antriebsmechanismus
der Arbeit gar nicht im Wege steht.
Diese Anordnung sichert auch, dafs der Draht durch den Flantsch a2 in einer zur Naht parallelen
Richtung angezogen wird, wodurch die Sauberkeit der Stiche bedeutend gewinnt. Ferner
rotirt der Haken a1 in einer der Stichbildung
entgegengesetzten Richtung, so dafs er die von der Nadel heruntergezogene Schlinge stets in
der zu ihrem Erfassen günstigen Position vorfindet, zumal die Operation des Weiterrückens
des Nähobjectes immer an demselben Punkte aufhört. Das Oeffhen der Schleife für den
Durchlafs des Schiffchens geht vor sich, ohne dafs die bei der Schleifenbildung in anderen
Wachsdraht - Steppstichmaschinen nothwendige Menge Draht durch das Arbeitsstück gezogen
wird. Aufser zum Oeffnen der Drahtschleife dient der Flantsch a? auch zum Festziehen des
vorangehenden Stiches, so dafs die Nadel dieser Arbeit überhoben ist und infolge dessen, wegen
ihrer weit geringeren Beanspruchung auf Zugfestigkeit, bedeutend feiner sein kann, als wenn
sie selbst den Stich festziehen müfste. Es hat überhaupt die Nadel keinen anderen Zweck,
als die Schlinge von dem Schleifenbilder zu erfassen und durch das im Nähobject vorhan*
dene Loch zu ziehen.
Claims (2)
1. Das zur Herstellung der Doppelsteppstichnaht erforderliche Zusammenspiel der als
Stechwerkzeug und Stoffrücker functionirenden Ahle d, der Hakennadel c, des Fadeneinlegers
g, des mit Haken und Ringnuth ausgerüsteten Greifers a1 a2, des horizontal
verschiebbaren Spulengehäuses b und des Stoffdrückers / mit Stoff lage, Ober- und
Unterfaden.
2. Die aus den Zeichnungen ersichtliche Anordnung der zur Erzielung dieses Zusammenspiels
erforderlichen Maschine in ihrer Gesammtheit.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE17490C true DE17490C (de) |
Family
ID=294424
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT17490D Active DE17490C (de) | Neuerungen an Leder-Nähmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE17490C (de) |
-
0
- DE DENDAT17490D patent/DE17490C/de active Active
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