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Verfahren und Vorrichtung zum Verfestigen der Kanten von Florgewebe
ohne Webkante Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen, die dazu dienen,
nicht mit einer Webkante versehene Kanten von Geweben, und zwar besonders von Florgeweben,
die für Teppiche verwandt werden, mit einer kante zu versehen, ohne daß das Aussehen
der Floroberfläche dabei beeinträchtigt wird. Dies wird gemäß der Erfindung in einfacher
N%'eise dadurch erreicht, daß beim Anbringen einer Saumnaht der für die Florseite
bestimmte Faden flach von der Unterseite des Gewebes eingestochen und dann auf der
Florseite unter der Floroberfiäche zum Geweberand geführt wird. Bei einer so hergestellten
Naht liegt der Faden auf der Florseite, vom Flor verdeckt, dicht am Grunde der Flornoppen,
und ein Niederdrücken der letzteren beim Anziehen des Fadens ist ausgeschlossen,
denn der Faden bildet beim Nähen keine über den Flor hervorstehenden Schleifen,
welche den Flor beim Flachziehen leicht erfassen und niederdrücken würden, wie es
bei den bisher bekannten Herstellungsweisen von Saumnähten der Fall ist. Ergeben
sich auf diese Weise Florstücke mit verfestigten Kanten, bei welchen der Flor unbeeinträchtigt
bis zum äußersten Rand reicht, so ermöglicht die Erfindung weiter, zusammengenähte
Florteile, z. B. Teppiche, mit zusammenhängendem, einheitlich wirkendem Flor herzustellen.
da der Flor der einzelnen Teile dicht aneinanderschließt und die Saumnähte durch
ihre hohe Festigkeit ein gutes Halten der Verbindungsnähte gewährleisten. In den
Zeichnungen ist die der Erfindung entsprechende Herstellung einer Saumnaht veranschaulicht
und zugleich eine dazu besonders gut geeignete neue Nähmaschine dargestellt.
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Abb. i zeigt schaubildlich einen Teil eines Teppichs, dessen Kanten
erfindungsgemäß verfestigt sind.
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Abb. z zeigt schaubildlich einen Teil eines umgekehrt liegenden Florgewebes,
dessen Kanten erfindungsgemäß verfestigt sind und bei dem die Stiche der erfindungsgemäß
hergestellten Kante zur deutlicheren Darstellung übertrieben gezeichnet sind.
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Abb.3 zeigt im Schnitt zwei Gewebe, die erfindungsgemäß verfestigt
und längs der Kanten zusammengesetzt sind.
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Äbb. 4 entspricht der Abb. 2 und zeigt das Verfahren zur Verfestigung,
bei dem durch die Stiche ein Band gehalten wird.
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Abb. 5 zeigt eine Kante eines gemäß Abb. .1 verfestigten Gewebes.
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In Abb. 6 ist ein Schnitt nach der Linie 6-6 der Abb. 5 dargestellt.
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Abb. 7 zeigt die Unterseite einer erfindungsgemäß mit einer Kante
versehenen Außen-0 cke eines Gewebes, Abb. 8 die entsprechende Ansicht einer Innenkante.
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In Abb. 9 ist eine zur Ausführung des Verfahrens dienende Maschine
in Vorderansicht, in Abb. i o in Hinteransicht und in Abb. i i in Draufsicht dargestellt.
Abb.
12 zeigt einen Schnitt nach der Linie I2-12 der Abbildung.
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Die Abb, 13 und 14. zeigen in Draufsicht und Ansicht Teile der Maschine,
die die Zuführung des Gewebes zu den Nadeln bewirken.
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Abb. 15 zeigt schematisch eine Ansicht der Maschine, aus der die Kontrollvorrichtungen
ersichtlich sind.
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In Abb. 16 ist ein Teil der Maschine im Schnitt dargestellt, aus dem
Einzelheiten des Nadelmechanismus ersichtlich sind.
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Die Abb. 17 bis 19 zeigen verschiedene fortschreitende Stellungen
der Nadeln beim Herstellen der Stiche.
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Aus Abb.2o ist die Ausführung der fertigen Verfestigung erkennbar.
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In den Abb. i bis 6 und in Abb. 14 ist das Teppichstück, dessen Kanten
erfindungsgemäß verfestigt werden sollen, mit a bezeichnet. Die Verfestigung wird
durch Stiche b bewirkt, welche ganz auf dem Grund des Teppichgewebes zwischen dem
Flor c liegen.
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Der besondere Charakter der benutzten Stiche bewirkt, daß die erfindungsgemäß
hergestellte Kante in jeder Hinsicht den gewöhnlichen Webkanten gleichwertig ist.
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Die Verfestigungsstiche können so dicht und eng um die Webkante gelegt
werden, daß sie die freien Enden des Gewebes völlig umschließen und dem flüchtigen
Beschauer unsichtbar machen, und der Eindruck einer gewöhnlichen Webkante entsteht.
Überdies kann ein erfindungsgemäß verfestigtes Gewebe in jeder Hinsicht als mit
einer gewöhnlichen Webkante versehen gelten. Wie beispielsweise aus Abb. 3 hervorgeht,
können 'die verfestigten Gewebe längs der Kanten in genau derselben Weise mit derselben
Genauigkeit verbunden werden, wie dies bei Webkanten möglich ist.
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Bei manchen Ausführungsformen, die beispielsweise in den Abb. q. bis
6 dargestellt sind, halten die Stiche b zugleich einen rund um die Kanten gelegten
Streifend, ohne ihn zu durchdringen, so fest, daß er die Gewebekante vollständig
und fest umschließt, wie es aus der Zeichnung ersichtlich ist.
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In den Abb. 9 bis 19 ist eine Maschine zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Verfestigung der Gewebekanten dargestellt. Diese Maschine arbeitet im wesentlichen
mit einer Nadel in einem Greiferpaar, das mit der Nadel zur Herstellung der Stiche
zusammenarbeitet. Die Nadel i ist von einer bin und her beweglichen Nadelstange
2 getragen, die in dem Rahmen 3 längsbeweglich gelagert ist und von der Hauptwelle
q. der Maschine ihren Antrieb erhält. Die Hauptwelle q. ist mit einer Kurbel 5 versehen,
die durch eine Schubstange 6 mit dem Arm 7 einer Welle 8 verbunden ist, die in dem
Rahmen 3 um ihre Längsachse schwingbar gelagert ist. Von einem zweiten Arm 9 der
Welle 8 wird die Nadelstange 2 über einen Lenker 12 und einen Kreuzkopf i i angetrieben.
Auf diese Weise wird jede Umdrehung der Hauptwelle ,1 in eine vollständige Hinundherbewegung
der Nadel l umgesetzt.
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Das Gewebe wird unter der Nadel in üblicher Weise mit Unterbrechungen
vorwärts bewegt. An Stelle des gewöhnlichen, unter dem Gewebe angeordneten Stoffschiebers
wird ein Stoffschieber 13 benutzt, der auf das Gewebe von oben einwirkt, wie aus
Abb. i o bis 12 ersichtlich, und dem Gewebe die gewünschte absatzweise Bewegung
erteilt. Der Stoffschieber 13 erhält seine Vor- und Rückwärtsbewegung von einer
Kurbel 14 einer Kurbelwelle 15, an die ein Arm 16 in einem Gelenk, 17 angelenkt
ist, der den Stoffschieber 13 trägt. Das vordere Ende des Armes 16 ruht auf einem
Nocken 18, der in Abb. 12 gestrichelt dargestellt ist. Der Nocken 18 sitzt auf der
Hauptwelle q. der Maschine und verursacht die periodische Schwingbewegung des Armes
16 um das Gelenk 17. Eine an dem Arm 16 und an dem Rahmen 3 angreifende Feder 17a
übt auf den Arm 16 einen ständigen Druck aus und vermittelt eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen dem Arm 16 und dem Nocken 18, wodurch der Stoffschieber 13 in
zeitweise Verbindung mit dem Gewebe gebracht wird. Die Kurbelwelle 15 ist mit der
Hauptwelle q. durch eine einstellbare Gelenkverbindung verbunden, durch die die
Bewegung der Kurbelwelle 15 in zeitliche Abhängigkeit von der. Bewegung des Nockens
18 gebracht wird. Durch die Einstellbarkeit wird es ermöglicht, den Hub der Kurbel
14 und damit die Bewegung des Stoffschiebers 13 zu verändern.
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Die Gelenkverbindung umfaßt einen Arm 19 der Kurbelwelle 15, der mittels
eines Lenkers 21 mit einem Arm 22 eines zweiarmigen Hebels verbunden ist, der auf
einer Welle 23 sitzt, die in dem Rahmen drehbar gelagert ist. Der andere Arm 2¢
des Hebels ist durch eine Stange 25 mit einem auf der Welle q. sitzenden Exzenter
26 verbunden. Wie aus Abb. 12 ersichtlich, ist der Arm 22 kreisbogenförmig ausgebildet.
Der Mittelpunkt dieses Kreises fällt nahezu mit der Achse des Gelenkes zwischen
dem Arm 19 und dem Lenker 21 zusammen. Der Arm 22 ist mit einem Längsschnitt 27
versehen, in dem das untere Ende des Lenkers 21 gleitet und festgestellt werden
kann. Durch diese veränderliche Verbindung dieses unteren Endes des Lenkers 21 mit
dem Arm 22 kann der Abstand von der Achse der Welle 23 und dem unteren Ende des
Lenkers 21 verändert werden, wodurch der wirkende
Hebelarm des
Armes 22 verändert wird. und zwar von einem Wert, der praktisch gleich Null ist,
wenn der Lenkerei im inneren Ende des Schlitzes befestigt ist, bis zu einem Höchstwert,
wenn der Lenker 2 i am äußersten Ende des Schlitzes befestigt -ist. Praktisch
ist die Verbindung zwischen dem Lenker 21 und dem Arm 22 lose, so daß sie eine freie
Bewegung des Verbindungsgliedes in dem Schlitz 27 zuläßt. Mit dem Lenker 2 t ist
aber eine Feder 28 verbunden, die den Lenker 21 nach dem inneren Ende des Schlitzes
27 zu ziehen bestrebt ist. In dieser Lage würde die Rückbewegung des Stoffschiebers
13 gleich Null «-erden. An dem Lenker 2 i ist aber auch eine Kette 29 angelenkt,
die über ein Kettenrad 31
läuft und mit einem Trethebel in Verbindung steht.
Durch Niederdrücken des Trethebels kann die Rückbewegung des Stoffschiebers
13
geregelt und in beliebiger Weise entsprechend dem Gang der Maschine verändert
werden.
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Wie aus den Abb. 13 und 14 ersichtlich ist, wird das Gewebe der Nadel
so zugeführt, daß der Flor nach unten weist. Die Gewebekante. die der Nadel zugeführt
wird, ist so nach unten gedrückt, daß sie nur in einem kleinen Winkel zu der Ebene
steht, in der sich die Nadel bewegt. Infolgedessen trifft die Nadel nach dem Durchdringen
des Gewebes auf den Flor im wesentlichen parallel zu dem Gewebegrund, so daß der
Faden beim Umschließen der Kante des Gewebegrundes nicht über die Spitzen des Flors
geführt wird, wie es aus den Abb. r bis 6 ersichtlich ist.
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Um das Gewebe in der geeigneten Lage gegenüber der Nadel zu halten,
ist, wie aus Abb. 13 und 14 ersichtlich, ein drehbarer, in Form einer Scheibe 32
mit abgeschrägter Seitenfläche ausgebildeter Stoffhalter angeordnet, der auf einem
Tisch 33 gelagert ist. Dieser Tisch 33 ist mit dem Rahmen 3 durch eine Schraube
34 (Abb. i i) so verbunden, daß der Tisch in der Waagerechten von der Nadel fortgeschwenkt
werden kann, um die Bedienung zu erleichtern. Am vorderen Ende des Tisches 3 ; ist
eine Kette 33a befestigt, die über ein Rad 35 läuft und mit Vorrichtungen versehen
ist, um den Tisch in seiner normalen Arbeitsstellung festzuhalten. Die Kette kann
zu diesem Zweck mit einem nicht gezeichneten Gewicht oder einer Feder in Verbindung
stehen, durch die die Scheibe 32 in der aus Abb. 12 ersichtlichen Weise gegen das
Gewebe gedrückt wird. Der aufzuwendende Druck hängt von der Dicke des Gewebes ab.
Aus Abb. 14 ist ersichtlich, wie die Kante des Gewebes zur Feststellung ihrer Lage
gegenüber der Nadel i in einer Ausnehmung geführt ist, die nach unten durch einen
Tei136 begrenzt wird, der einen Anatz des Rahmenteiles bildet, auf dem gewöhnlich
der innere Rand des Tisches 33 ruht. Eine Seite der Ausnehmung ist durch ein senkrechtes
Führungsglied 37 gebildet, das in seinem vorderen Teil von der Scheibe 32 äbgebogen
ist (Abb. 13) und mit einer Höhlung versehen ist, um einem Streifend als Führung
zu dienen, wie nachstehend beschrieben ist. Der Rand der Scheibe 32 begrenzt die
andere Seite der Ausnehmung, so daß das Gewebe fest zwischen der Scheibe 32, dem
Ansatz 36, dem Führungsglied 37 und dem Stoffschieber 13 eingeschlossen ist.
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Durch diese Führungsteile wird das Gewebe mit Sicherheit in der Stellung
gehalten, die als geeignet für die Arbeit anzusehen ist. Abgesehen von ihrer Eigenschaft
als Stoffhalter und Begrenzung der Ausnehmung dient die Scheibe 32 auch als Widerlager
für den Stoffschieber 13. Wie bereits beschrieben ist, erhält der Stoffschieber
13 seine Vor- und Rückwärtsbewegung von einer Kurbelwelle 15 und seine auf und ab
schwingende Bewegung von einem Nocken 18. Der Stoffschieber wird so bewegt, daß
er bei seiner Vorwärtsbewegung angehoben wird, sich am Ende dieser Bewegung auf
das Gewebe niedersenkt, während der Rückwärtsbewegung in der gesenkten Stellung
verbleibt und am Ende der Rückwärtsbewegung wieder angehoben wird. Während der Rückwärtsbewegung
rückt der Stoffschieber also den Stoff um ein Stück weiter. Diese Rückbewegung wird
durch die freie Drehung der als Widerlager dienenden Scheibe 32, zwischen der und
dem Stoffschieber das Gewebe eingeklemmt wird, erleichtert.
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Der Stoffschieber 13 ist mit dem vorderen Ende des Armes 16
durch einen aufrecht verlaufenden Ansatz i 6a (Abb. 12') verbunden. Um zu vermeiden,
daß dieser Teil die Gewebekante bei ihrem Durchtritt durch die Maschine abnutzt,
ist vor seiner äußeren Seite eine Führung 3o befestigt, die die unmittelbare Berührung
zwischen der Gewebekante und dem beweglichen Teil i 6a "verhindert. Die Führung
3o besteht aus einem nach oben und vorn vorstehenden Teil 40 (Abb. i i und i2),
der bis dicht an die Innenseite der Nadel i reicht und die Nadel gegen von innen
wirkende Biegekräfte abstützt, die durch die Umbiegung des Gewebes und die. schräge
Stellung zwischen Gewebe und Nadel hervorgerufen werden können.
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Um dem Gewebe die für die richtige Anordnung der Stiche notwendige
Drehung nach innen zu erteilen, ist das Führungsglied f36 an seiner vorderen Kante
nach unten gebogen, während das Führungsglied 37, .wie bereits beschrieben ist und
aus der Zeichnung (Abb. 14) hervorgeht, an seinem vorderen Ende seitlich abgebogen
ist. Durch diese Anordnung der Führungsglieder wird die beabsichtigte.
Umbiegung
der Gewebekante bewirktund diese in dem gewünschten Winkel zti der Nadelebene eingestellt.
Da der Stich in einem Winkel zu dem Gewebe geführt werden muß, ist es notwendig,
die gewöhnliche Bewegung des Gewebes zeitweise zu veränclern, was mit Hilfe der
bereits beschriebenen Kupplung der Kurbelwelle 15 und der Hauptwelle 4 erreicht
wird. Je nach dem von der Kette 29 ausgeübten Zug ist es der Feder 28 ermöglicht,
den Lenker 21 einwärts zu ziehen, bis ihr unteres Ende nahezu konzentrisch mit der
Achse 23 liegt. Ist diese Stellung erreicht, wird die Bewegung der Hebel 22 bis
24 auf die Welle 15 nicht übertragen: so daß diese praktisch stehenbleibt. Dieses
:Mittel kann benutzt werden, um die Länge der Verfestigungsstiche oder die Zahl
der Stiche auf einer bestimmten Kantenlänge zu verändern, was oftmals wünschenswert
ist, um beispielsweise an den Ecken eine engere Stichlage zu -erzielen, da hier
größere Beanspruchungen auftreten.
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Diese Regelvorrichtung für das Weiterrükken des Gewebes zusammen mit
der besonderen gebogenen Ausführung der Führungsglieder 36 und 37 gestattet es,
Außen- und Innenecken nach Art der Abb.7 und 8 in gleicher Weise zu benähen. Beim
Verfestigen einer Außenecke wird das Gewebe bis zum Erreichen des Punktes e (Abb.7)
weitergerückt. Bei Erreichen dieses` Punktes -wird das Rücken unterbrochen und das
Gewebe um die Nadelachse so gedreht, daß die Stiche radial von einem zentrisch zur
Ecke liegenden Punkt verlaufen, wie dargestellt. Wird eine Innenecke verfestigt
(Abb. 8), wird das Gewebe in entgegengesetzter Richtung um die Nadelachse geschwenkt,
wobei die Gewebekante ständig in der beschriebenen Weise durch die Führungen 36
und 37 umgebogen wird. Die gewöhnlichen Stiche werden hierbei so lange verändert,
bis die Ecke hergestellt ist.
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Wie beYeits erwähnt, weist das Führungsglied.-,7 auch eine Führung
für den Verfestigungsstreifen d auf. Dieser Streifen d tritt durch die Führungsglieder
in der aus Abb. 13 und 14 ersichtlichen Weise. Aus der Abb. 1 4. ist ersichtlich,
daß das Führungsglied 37, das auf einem Arm 38 angeordnet ist, mit dem Rahmen
-durch eine Schraube 39 verbunden und in senkrechter Richtung verstellbar
befestigt ist. Diese Führung kann nun so eingestellt werden, daß die Nadel 1 das
Gewebe erst jenseits der Kante des Streifens d durchdringt, in der in Abb.4 dargestellten
Weise. Der Streifend wird demgemäß durch die Na@ del nicht durchbohrt, -wird aber
nichtsdestoweniger so fest gehalten, daß die eine Kante die zu verfestigende Teppichkante
in der in Abb. 4 und 6 dargestellten Weise umschließt. Der Gang der Maschine wird
in der in, Abb. 15 schematisch dargestellten Weise durch einen Trethebel 41 geregelt.
Dieser Trethebel 4.1 ist mit einem Arm 42 versehen, der an seinem oberen Ende eine
Rolle 43 trägt, die mit einem Arm 44 eines um eine Achse 45 schwenkbaren Hebels
zusammenarbeitet. Der Hebelarm 44 ist mit einer Kupplung 46 verbunden, die die Kraftübertragung
zu der Nähmaschine bewirkt. Die Achse 45 ist in dem Maschinenrahmen oder dem Tisch
gelagert. Der mit der Rolle 43 zusammenarbeitende Teil des Hebels 44 ist so ausgebildet,
daß ein Niederführen der Rolle 43 aus der in Abb. 15 dargestellten Ruhestellung
eine Schwenkbewegung des Hebels 44 nach rechts verursacht, durch die die Kupplung
zum Eingriff gebracht wird und die Verbindung zwischen der Maschine und dem nicht
dargestellten Antriebsmotor hergestellt wird. Die zum Schließen der Kupplung notwendige
Abwärtsbewegung der Rolle 43 ist im Verhältnis zu der beim Niederdrücken des Trethebels
möglichen Bewegung klein. Damit auf die Kupplung nicht eine übermäßige Kraft ausgeübt
wird, ist das untere Ende des Hebels 44 so ausgebildet, daß nach dem Einrücken der
Kupplung eine weitere Bewegung der Rolle 43 wirkungslos bleibt.
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Wie bereits ausgeführt ist, ist die an dem Lenker 21 angelenkte Kette
29 ebenfalls mit dem Trethebel41 verbunden. Die Länge dieser Kette ist so bemessen,
daß der Lenker 21 beispielsweise in seiner Normalstellung anlangt, d. h. daß sich
das untere Ende des Lenkers 21 in der Mitte des Schlitzes 27 des Armes 22 befindet,
nachdem der Trethebel um einen gewissen Betrag über die Stellung herabgedrückt ist,
in der die Kupplung geschlossen wird. Sind diese Abmessungen gewählt, verursacht
das weitere Herabdrücken des Trethebels 41 die Bildung längerer Stiche, da die Bewegung
des Stoffschiebers 13 vergrößert wird, während ein teilweises Hochführen des Trethebels
41 aus der angegebenen Normalstellung eine Verkleinerung der Stoffschieberbewegung
verursacht, die sich in weiten Grenzen regeln läßt, ohne daß der Kraftschluß der
Kupplung dadurch beeinträchtigt wird. Der eine Trethebel dient also nicht nur zur
Regelung des Ganges der Maschine, sondern auch zur Veränderung der Stichlänge durch
Veränderung der Stoffschieberbeweg ung.
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Zur Bildung des Stiches, arbeitet die Nadel i mit einem Greiferpaar
47, 48 zusammen. Diese Greifer sollen Obergreifer 47 und Untergreifer 48 genannt
werden. Wie am besten aus Abb. 16 ersichtlich ist; werden diese Greifer von der
Hauptwelle 4 der Maschine aus mittels einer Kurbel 49 in schwingende Beweguilg
versetzt.
Die Kurbel 49 ist am Ende der Hauptwelle 4. angeordnet und steht durch eine Stange
5 t mit einem Arm 52 einer in dem Rahmen gelagerten schwingenden Welle 53 in Verbindung.
Diese Welle 53 ist mit einem Arm 54. versehen, mit dem der Obergreifer ¢7 in Verbindung
steht. Dieser Arm 54 ist ferner durch einen Arm 55 und einen Lenker 56 gelenkig
mit einem Arm 57 verbunden, der den Untergreifer 4.8- trägt. Der Arm 57 ist bei
58 in dem Rahmen gelenkig gelagert und trägt einen Fadengeber 59. Durch ein am äußeren
Ende des Fadengebers vorgesehenes Auge tritt der Faden 63 zu dem Obergreifer 4.7.
Es ist klar ersichtlich, daß die Drehung der Hauptwelle 4. eine hin und her schwingende
Bewegung 'der Arme 54. und 57 verursacht, denen eine bestimmte Relativbewegung der
Greifer ;17 und 48 entspricht, die selbst in einem bestimmten Verhältnis zu der
Bewegung der Nadel i steht.
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Es ist noch zu bemerken, daß der Faden 63 nach dem Durchtritt durch
das Auge des Fadengebers 59 durch ein Führungsauge 69 tritt, das an der Spitze eines
federnden Armes 71 angeordnet ist, der bei dem Ausführungsbeispiel von einer Kegelfeder
gebildet wird. Nach der Führung durch das Auge 69 tritt der Faden 63 in den Greifer
q.,^ ein. Die federnde Führung des Fadens hat sich als zweckmäßig erwiesen, da dadurch
Fadenbrüche vermieden werden, die bei dem Gebrauch fester Führungen an dieser Stelle
leicht eintreten.
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Die Relativbewegungen der Nadel i und der Greifer :17, .18 und der
Charakter der bei dieser Bewegung entstehenden Stiche ist aus den Abb. 17 bis 2o
ersichtlich. Zur Stichbildung werden -drei voneinander unabhängige Fäden
vereinigt: ein Nadelfaden 61 wird durch die Nadel i, ein Greiferfaden 63 durch den
Obergreifer 47 und ein zweiter Greiferfaden 62 durch den Untergreifer 48 zugeführt.
Die Abb. 17 ist so zu verstehen, daß die Nadel i aus ihrer unteren Stellung in Richtung
des Pfeiles nach oben geführt wird. In der unteren Stellung der Nadel bewegt sich
der Untergreifer ;18 unter dem Gewebe, das vorwärts gerückt wird, und greift in
die Schleife 64 des Nadelfadens 61 ein, wie es in Abb. 17 dargestellt ist. In der
in Abb. 18 dargestellten Stellung hat sich der Untergreifer 4.8 noch weiter nach
vorn bewegt, während die Nadel i beinahe in ihre oberste Stellung gelangt ist. In
dieser Stellung hat sich der Obergreifer ,17 ebenfalls nach vorn bewegt und hat
von dem Untergreifer .48 die Schleife 65 aufgenommen. In dieser Stellung wird auch
die Nadel r durch die Schleife 66 hindurchgeführt, die vorher von dem Obergreifer
,17 gebildet war. In der in Abb. 19 dargestellten Stellung ist die Nadel i in ihrer
höchsten Lage angelangt, während sich die Greifer 4.7, 4.8 in ihre äußerste Vorderstellung
bewegt haben. In dieser Stellung ist die Nadel i im Begriff, niederzugehen und durch
die der Schleife 66 entsprechende Schleife 66' hindurchzutreten, die von dem Obergreifer
47 gebildet ist. Schwingen die Greifer ¢7, 48 zurück, so verschlingen sich die von
ihnen gebildeten Schleifen in der in Abb.2o dargestellten Weise. Bei den in diesen
Abbildungen dargestellten Stichen liegt der Faden 63 auf der Rückseite des Gewebes
auf und bildet Schleifen, deren geschlossene Enden 67 an der Gewebekante liegen.
Der Faden 61 bildet eine entsprechende Reihe -von Schleifen 68 auf der Florseite
des Gewebes. Beim Betrachten der Abbildung muß berücksichtigt werden, daß das Gewebe
durch die Maschine mit nach unten -liegendem Flor geführt wird. Der Nadelfaden 61
tritt bei der Bildung der Schleifen 68 durch das Gewebe hindurch und verbindet die
inneren Enden der Schleifen 67, 68 des Fadens 63. Das durch den Untergreifer 48
zugeführte Garn 62 ist mit den Schleifen 67 und 68 der Fäden 63 und 61 in der aus
der Abb. 2o deutlich ersichtlichen Weise so verbunden, daß es an der Gewebekante
liegt und die Stiche durch die Verbindung der freiliegenden Schleifen vollendet.
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Die drei Fäden sind also entlang einer unmittelbar über der freien
Gewebekante liegenden Linie so verbunden, daß sie diese und ihre frei hervorstehenden
Enden in der aus Abb. i und 2 ersichtlichen Weise vollkommen verdecken. Durch Regeln
der Spannung der verschiedenen Fäden können die Schleifen 67 und 68 mehr oder weniger
dicht zusammengezogen werden. Wird ein Verfestigungsstreifen d in der auf den Abb.
q. bis 6 dargestellten Weise benutzt, ist es nicht nötig, die Schleifen 67 und 68
so fest anzuziehen, wie es ohne Anwendung eines solchen Streifens geschieht. Es
ist vielmehr meistens wünschenswert, die Schleifen verhältnismäßig lose zu lassen.
Ohne Benutzung eines Streifens ist es dagegen im allgemeinen zweckmäßig, die Fäden
dicht und fest um die Gewebekante herumzulegen und so dichtliegende Schleifen zu
bilden, daß die Gewebekante durch sie nahezu verdeckt wird und für den flüchtigen
Beschauer unsichtbar wird. Die Benutzung eines Verfestigungsstreifens ist besonders
dann zweckmäßig, wenn Gewebe in der in Abb.3 dargestellten Weise längs der Kanten
zusammengesetzt werden sollen. In allen Fällen wird aber der Faden 61 so durch den
Flor hindurchgeführt, daß er diesen unbeeinflußt läßt und dicht auf dem Boden des
Flors aufliegt.